14 – Der kosmische Wesenskern

Der kosmische Wesenskern

In der letzten Zeit spüre ich, wie mein Herz sich wie ein Stein in meiner Brust anfühlt. Mir gehen Gedanken über meine Kindheit durch den Kopf und ich spüre, dass das Gefühl in meinem Herzen etwas mit meiner Kindheit zu tun hat.

Ich habe einen Großteil meiner Kindheit vergessen, kann mich nur an sehr wenige Situationen erinnern, wobei mir aber auch auffällt, dass ich meine Vergangenheit überhaupt sehr schnell vergesse.

Ist in meiner Kindheit etwas geschehen, was mich dazu veranlasst hat alles zu verdrängen – zu vergessen? Kannst du mir sagen was geschehen ist – was kann ich tun? Nach außen hin erscheine ich stark, aber in mir drin bin ich nur noch verunsichert und sehr traurig.

Antwort:

Wenn du Farben und Pinsel nehmen würdest, um dein Inneres zu malen, dann sähe dieses Bild am Ende ungefähr so aus:

In einem eiförmigen Gebilde aus einer dicken Schicht von vielen einzelnen Lagen ruht in der Mitte ein starker, lebendiger, pulsierender Kern aus Kraft und Licht. Ihn würdest du in warmen Tönen aus Rot und Gelb malen.

Den Kern umhüllt ein schimmerndes Licht aus dem reinsten und klarsten Weiß, dass du jemals gesehen hast, und dieses Licht strahlt aus und durchleuchtet alle darüber liegenden, diesen kosmischen Wesenskern umgebenden Schichten.

Der Kern pulsiert nicht wie ein Herz, aber er lebt und atmet. Er bewegt sich ähnlich wie sich ein ungeborenes Kind im Mutterleib bewegt. Er ist klein und winzig, aber er besitzt göttliche Qualität. Das wirst du nicht malen können, deshalb sage ich es dir, damit du es weißt und verstehst.

Die Schichten, die deinen kosmischen Kern umschließen, sind die Lernerfahrungen, die du seit Betreten dieser Welt gemacht hast. Und wenn ich sage „du“, dann meine ich dich in deiner wunderbaren ganzheitlichen Vollkommenheit.

Ich meine deine Seele, die dich führt.

Deinen Geist, der dir die Weisheit gibt, die richtigen Entscheidungen auf deinem Weg treffen.

Dein Ego, ohne das dir die notwendige Bodenhaftung und das Verständnis der dich umgebenden Realität fehlen würde.

Diese Schichten deiner Lernerfahrungen sind um so strahlender und aus sich selbst heraus leuchtender, je näher sie an deinem inneren kosmischen Wesenskern liegen und sie werden um so dunkler, je weiter sie in den äußeren Randzonen des eiförmigen Gebildes liegen, das dich darstellt.

Du wirst wenig Mühe haben, Farben für diese äußeren Bereiche zu finden, denn ihr Anblick ist dir wohl vertraut. Schwierigkeiten wirst du dagegen bekommen, wenn es um die Farbauswahl für die inneren, dem kosmischen Wesenskern am nächsten und von ihm durchleuchteten Schichten geht. Denn diese Bilder teilen sich nur deinem inneren Auge mit und ihre Farben haben eine Leuchtkraft, die nicht so einfach darzustellen ist.

Und jetzt werde ich dir dieses Bild erklären:

Wenn deine Seele diese Welt betritt, um eine neue, wundervolle Lernerfahrung zu durchlaufen, ist sie reines Licht, pure Kraft und alles ist von göttlicher Vollkommenheit.

Kaum aber hat sie diese Welt betreten, legen sich die Lernerfahrungen um sie, verhüllen sie, decken sie ab und dämpfen das Licht, das sie ausstrahlt und aus dem sie geboren wurde.

Aber deshalb genau ist die Seele auf die Welt gekommen. Sie will, sie muss diese Schichten durchdringen. Jede einzelne von ihnen, wieder und wieder. Sie muss jede Herausforderung annehmen und lernen und wachsen. Denn mit jeder Schicht, die sie durchdringt und mit ihrem Licht erfüllt, dehnt sie sich aus und immer weiter aus, bis sie am Ende ihrer irdischen Erfahrungen angelangt jenes göttliche Maß erreicht hat, das es ihr erlaubt in die Unendlichkeit einzugehen, aus der sie entstanden ist.

Normalerweise sind dies Prozesse, die sich dem Bewusstsein nicht mitteilen. Das Bewusstsein ist in der Regel vollauf damit beschäftigt die Realität, von der sie umgeben ist, zu beobachten und ihre Erscheinungsformen einzuordnen. Was ich dir mit meinem Bild beschrieben habe teilt sich normalerweise nur der Seele mit.

Normalerweise.

Bei dir ist das aber anders. Bei dir hat sich ein Fenster nach innen geöffnet und du hast die Schichten gesehen, die ich versucht habe dir zu beschreiben und zu erklären. Du hast einen Teil von dir wahr genommen, für den dein Bewusstsein keinen Namen und keine Erklärung hat, weil es normalerweise nicht in diese Tiefen vordringt.

Lass dich nicht von den Gefühlen verwirren, die sich jetzt bei dir einstellen. Es geht hier nicht um deine Kindheit, denn ihr kommt keine größere Bedeutung zu als irgendeiner der vielen anderen Schichten, die sich im Laufe der Zeit als Lernerfahrungen um deinen kosmischen Seelenkern gelegt haben. An deiner Kindheit war nichts Ungewöhnliches, nichts was dich heute beunruhigen müsste.

Was du spürst, wenn dein Herz sich wie ein Stein in deiner Brust anfühlt, ist etwas ganz anderes: Es ist Einsamkeit.

Der Weg durch die Welt der Realität ist abwechslungsreich und auf seine Weise unterhaltsam. Hast du aber erst einmal erkannt, dass diese Realität nur ein Abbild der Wirklichkeit ist, wird es einsam um dich. Du verlierst manche Weggefährten, die dir ans Herz gewachsen waren, du verlierst vertraute Orientierungen, du betrittst Neuland.

Du musst dein inneres Bewusstseinsfeld neu durchmessen und für vieles, was dir begegnet, fehlt dir noch der geeignete, neue Maßstab. Das ist die Situation, in der du dich zur Zeit befindest.

Du bist mittendrin in einem spirituellen Entwicklungssprung. Das ist ein ganz wichtiger, ein einzigartiger Moment! Nimm ihn an wie er ist und lass es zu, dass deine Gefühle verrückt spielen und dein Verstand sich manchmal buchstäblich an den Kopf greift vor Verzweiflung darüber, dass er nicht mehr die Kontrolle über alles hat.

Grübele nicht soviel, denn du wirst die Lösungen so nicht finden. Viel besser wäre es dir in diesen Tagen innere Rückzugsmöglichkeiten zu verschaffen, so oft das machbar ist. Schaff dir Räume, in denen dein Bewusstsein sich entspannen und deine Seele mit dir sprechen kann. Stell dir vor, ein ganz wichtiger Gast hätte seinen Besuch angesagt, und nun würdest du ihm das beste deiner Zimmer herrichten um ihn zu empfangen.

Du bist mittendrin in einem spirituellen Entwicklungssprung.

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