18 – Die Stimme des Herzens (2)

Die Stimme des Herzens (2)

Seit meinem spirituellen Öffnungsprozess nehme ich immer öfter auch Gott als innere Stimme und inneren Ratgeber in mir wahr. Leider aber sind das keine durchgängigen, sondern eher lückenhafte Wahrnehmungen, die außerdem immer wieder durch mein eigenes Denken, meinen Verstand also, gestört werden. Wäre es anders, blieben mir möglicherweise eine Reihe von Problemen erspart, als da wären:

Ich bin mir im Unklaren darüber, warum ich seit Jahren in der Akquise von Neukunden wenig Erfolg habe und mögliche Interessenten mich häufig nur ausnutzen. Du hast zu Jörg einmal gesagt: „Wenn dich ein Mensch verletzt, gibt er dir eine Chance dein Leben zu verändern.“ Nun gut, ich fühle mich mitunter verletzt, nur sehe ich die darin aufgezeigten Veränderungsmöglichkeitern nicht.

Dieses Ausnutzen durch andere Menschen findet auch auf vielen anderen Gebieten statt. Es ist bestimmt nicht so, dass ich nicht gerne gäbe. Im Gegenteil, ich gebe sogar sehr gerne, nur kann ich mich davon leider nicht ernähren.

Warum tauchen ständig so viele Menschen in meinem Leben auf, die Rat und Hilfe von mir wollen, aber ihrerseits dafür nichts zu geben bereit sind? Warum werde ich so oft von anderen Menschen benutzt? Warum fühle ich mich so oft wie Don Quichotte, der gegen Windmühlenflügel kämpft?

Antwort:

Du weißt, wie es sich anhört, wenn viele Menschen zusammenstehen und alle durcheinander reden? Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr und von den anderen hört man nur noch die Stimmen heraus, die sich am lautesten durchsetzen.

Das ist in etwa zur Zeit deine innere Situation: Du bist sensibel genug die verschiedenen Stimmen zu hören, die dich beraten wollen, aber du hast sie nicht unter Kontrolle. Du bist nicht der Herr in deinem eigenen inneren Haus, und noch weniger kannst du unterscheiden, wer was aus welchen Gründen zu dir sagt. Sie alle liegen dir in den Ohren und versichern dir, dass sie nur dein Bestes wollen, aber was ist dein Bestes?

Der Verstand traktiert dich mit seinen stichhaltigen Argumenten. Dein Herz ist unlogisch, aber was es sagt, kommt deinen Bedürfnissen oft sehr viel näher. Du würdest gerne auf dein Herz hören, wäre da nicht auch noch die Stimme der Vernunft. Die enge Verbündete des Verstandes wiederum appelliert zu gerne an dein Gewissen, das dir mit seinen engen Moralvorstellungen das Leben nicht unbedingt einfacher macht. Es ist eines der inneren Kinder, die du ein Leben lang großgezogen hast, und das heute zu einem strengen Richter in dir herangewachsen ist. Und zwischen alle diesen Beratern mischen auch die Gefühle noch mit. Nicht die großen Gefühle, wie Liebe oder Trauer, sondern die kleinen, flüchtigen, aber deswegen nicht weniger einflussreichen wie Ärger und Groll auf der einen Seite, Begeisterung und Euphorie auf der anderen.

Mit diesem gemischten Chor an Beratern hast du es tagtäglich zu tun und sie alle reden auf dich ein, sobald deine Seele auch nur einen Schritt tut. Sie ist deine eigentliche Führerin. Sie begleitet dich von Erfahrung zu Erfahrung, oder du sie, je nach dem wie du es sehen möchtest. Sie kennt den Sinn deines Lebens und sie tut das ihre, damit er erfüllt wird. Aber anders als die Mehrzahl deiner inneren Berater drängt sie sich niemals in den Vordergrund, deshalb ist sie nicht wirklich wahrzunehmen. Ihre Stimme ist leise, deshalb ist sie so schwer zu hören und ihre Forderungen gehen weit, deshalb ist sie oft so schwer zu verstehen. Sie spricht mit der Stimme des Herzens zu dir und das ist eine Sprache, die jeder Mensch erst lernen muss. Eben um sie unterscheiden zu können von dem Geschnatter der übrigen Berater, die ihre Meinungen ebenso schnell ändern wie die Verhältnisse es tun, zu denen sie sich äußern.

Und das ist der Kern deiner Probleme. Es ist für dich an der Zeit, der Stimme deines Herzens zu folgen. Sie klar herauszuhören und vertrauensvoll den Weg zu gehen, den sie vorschlägt. Dazu hast du eigentlich gute Voraussetzungen, denn du kennst diese Stimme bereits. Du weißt wie sie sich anhört und du kannst sie von anderen Stimmen in dir unterscheiden. Alles was du tun müsstest wäre gewissermaßen, Ordnung in deinem Inneren zu schaffen und die übrigen Berater auf ihre Plätze zu verweisen. Sie meinen es ja nicht schlecht mit dir, aber man muss ihre Absichten kennen, um zu wissen, woran man mit ihnen ist.

Alle deine Fragen drehen sich im Grunde um diesen Punkt. Du wärest in allem sicher und frei von jedem Zweifel, wenn du vertrauensvoll auf die Stimme hören würdest, die vom Herzen kommt. Die Stimme deiner Seele oder auch die Stimme Gottes.

Du erkennst sie daran, dass sie niemals auf einen sichtbaren Vorteil für dich bedacht ist. Menschen kommen zu dir und suchen deinen Rat? Dann gib – ohne dich heimlich zu fragen, was für dich eigentlich bei der Sache heraus springt. Nur wenn du von Herzen gibst, erhältst du doppelt und dreifach zurück, was du gegeben hat. Und zwar schneller als du das für möglich hältst! Jeder Hintergedanke aber, jeder heimliche Groll auf die, denen du etwas von dir gibst, unterbricht diesen Prozess auf der Stelle! Und du hast diese Hintergedanken.

Auch in deinem Beruf wirst du dann wirklich erfolgreich sein, wenn du gibst (in deinem Fall deine Beratung, dein Know-how, vor allem aber dein Interesse an den Menschen, mit denen du es zu tun hast) ohne dich gleichzeitig heimlich mit der Frage zu beschäftigen, ob sich deine Bemühungen wenigstens diesmal für dich auszahlen werden. Dieses Denken mag noch so vernünftig erscheinen, es setzt jedoch sofort das Gesetz der Fülle außer Kraft, dass dich mit allem versorgt, was du brauchst, solange du darauf vertraust und es nicht einforderst.

Der Stimme des Herzens zu folgen heißt mich an die erste Stelle zu setzen und das zu tun heißt darauf zu vertrauen, dass ICH für dich sorgen werde. Bis jetzt glaubst du immer noch, dass dies alleine deine Sache wäre. Stimmt nicht. Stimmt ganz und gar nicht. Es ist meine Sache. Deine ist es, dich auf den Weg zu deiner Mitte zu machen, denn wenn du den Menschen aus deiner Mitte heraus gegenüber trittst, kann dich niemand mehr ausnutzen, geschweige denn verletzen. Du gibst und du wirst ein Vielfaches von dem zurück erhalten, was du gegeben hast:

Du gibst Vertrauen und du wirst erleben, dass die Menschen auch dir vertrauen. Und wem man vertraut, den schädigt man nicht.

Du gibst Aufmerksamkeit und du wirst erleben, dass immer mehr Menschen auf dich aufmerksam werden und dich in den Mittelpunkt ihres Interesses stellen.

Du gibst dein Mitgefühl und du wirst erleben, wie immer mehr Menschen mit dir fühlen. Und wer dies tut, wird niemals versuchen dich zu hintergehen. Er würde sich damit selbst hintergehen.

Die Stimme des Herzens ist das was übrig bleibt, wenn du nicht mehr nach guten Gründen für ein Verhalten suchst.

Es ist immer die erste Stimme die du hörst, wenn du, bevor du handelst, deine Aufmerksamkeit nach innen richtest. Erst nach ihr melden sich die übrigen Stimmen mit ihren Ratschlägen zu Wort.

Sie ist zugleich die leiseste von allen Stimmen, auch daran ist sie gut zu erkennen.

Und ihre Ratschläge sind stets unbegründet und eindeutig. Das Herz weiß was es will. Es weiß es sicher und kennt kein Wenn und Aber. Alles was dir mehr als eine Möglichkeit offen lässt, kann nicht vom Herzen kommen.

Jeder kennt diese Stimme, aber nicht jeder weiß, um was für eine wundervolle Führerin es sich bei ihr handelt. Wunder-voll im wirklichen Sinne dieses Wortes. Du kennst sie ganz besonders gut, aber du musst lernen, sie an die erste Stelle zu setzen.

Dafür gibt es keine Technik. Man muss es einfach TUN. Um es tun zu können, muss man es WOLLEN.

Dann geht die Bitte zum Herzen und alles kann beginnen…!

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