22 – Erweiterung des Bewusstseins

Erweiterung des Bewusstseins

Ich möchte unbedingt mein Bewusstsein erweitern, ja wesentlich sensibler werden für alles das, was sich außerhalb meiner Realität bewegt.

Was kann ich tun? Habe ich ausreichend Liebe in mir? Bin ich sensibel genug dafür?

Vieles habe ich in meiner Vergangenheit erreicht und ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Weg gehen durfte, nur momentan fühle ich mich in einer Sackgasse und hätte gerne einen Anstoß, in welcher Richtung ich mich zukünftig bewegen soll.

Antwort:

Mit diesem Wunsch hast du an die Ausgangstür der Realität geklopft. Die Frage ist jetzt, wer wird sie öffnen?

Die Realität selber?

Die hat daran keinerlei Interesse. Sie ist eine geschlossene Gesellschaft, die davon lebt, dass ihr die Mitglieder treu bleiben. Sie spiegelt für dich die Wirklichkeit in allen Facetten, die vorzustellen du in der Lage bist, aber sie erspart dir auch gleichzeitig diese Wirklichkeit. Die Mauern, mit denen sie dein Leben umschließt, sind aus ihrer Sicht ein Schutz, und sie erwartet, dass du dich innerhalb dieser sicheren Mauern bewegst und die Grenzen als die deinen anerkennst.

Die Realität ist die Heimat, in der dein Bewusstsein groß geworden ist. Sie hat dich geprägt, ihr verdankst du deine Persönlichkeit und dein Profil. Sie hat dir alles gegeben, was sie zu geben vermochte und sie wird dich auch weiterhin mit allen Bildern der Wirklichkeit versorgen, die du zu sehen verlangst. Aber sie kann dich niemals freiwillig in diese Wirklichkeit entlassen, denn damit würde sie dich verlieren. Wer einmal das Original gesehen hat interessiert sich nicht länger für die Kopie.

Und auch sie, die Wirklichkeit, kann dir die Tür nicht öffnen. Sie wird dich willkommen heißen, sobald du sie durchschritten hast, aber sie kann sie nicht öffnen. Aus dem einfachen Grund, weil es diese Tür nicht wirklich gibt! Es gibt sie nur in deiner Vorstellung und doch musst du hindurch. Das ist das Verwirrende, gleichzeitig aber auch das Spannende an dieser Situation.

An diesem Punkt steht jeder, der nach der Wirklichkeit sucht und in der Regel geht es ihm dabei genau wie dir: Er hat das Gefühl in einer Sackgasse zu stecken. Doch genau das ist die erste und wichtigste Voraussetzung, um die Tür durchschreiten zu können.

Erst wenn die Realität sich gründlich festgefahren hat, ist spiritueller Fortschritt möglich.

Eines Tages stellst du fest, dass die Dinge nicht mehr zusammenpassen. Die Puzzleteile, aus denen du all die vielen Jahre lang dein Leben Stück für Stück zusammengesetzt hast, wollen auf einmal kein stimmiges Bild mehr ergeben. Es ist, als hätten sich deine Augen verändert. Du betrachtest die Realität um dich herum und du beginnst zu SEHEN, dass sie nur spiegelt was wirklich ist und es hinter dem Schein noch eine andere Ebene der Wahrnehmung gibt. Ich nenne sie die Ebene der zweiten Wirklichkeit, denn die Realität ist auf ihre Weise natürlich ebenfalls handfest und wirklich vorhanden.

Also kannst nur du selber dir die Tür öffnen und du weißt auch schon, welchen Schlüssel du dazu brauchst: Liebe.

Nun ist die Liebe nicht etwas, das man sich bestellen kann. Sie ist das Ergebnis deiner Bemühungen die Realität zu durchdringen. Jedes Mal, wenn du ein weiteres Puzzleteil beiseite legst, weil du erkannt hast, dass die Wirklichkeit mehr ist als die Summe ihrer Teile und viel mehr, als du mit den Augen und den Sinnen wahrnehmen kannst, wird die Liebe zu den Dingen, wie sie wirklich sind, in dir ein Stück größer.

Deshalb betrachte die schwierigen Phasen in deinem Leben nicht als etwas, das du so schnell wie möglich loswerden musst, sondern sieh in ihnen was sie wirklich sind: Deine großen und ganz persönlichen Chancen.

Es geht nicht darum das Leid zu lieben (ein häufiges Missverständnis), sondern dir der schöpferischen Kraft bewusst zu werden, die dir gegeben wurde, um es zu überwinden. Manche Menschen bemühen sich darum ein Leben lang und schaffen es dennoch nicht, anderen gelingt es im Handumdrehen. Das hat etwas mit den Vorerfahrungen zu tun.

Diese Kraft, die schöpferische Kraft, die in dir wohnt, ist gewaltiges, göttliches Potenzial. Eine Quelle, die bei vielen Menschen nicht einmal tröpfelt, geschweige denn dass sie sprudeln würde. Das ist bei dir anders, seit dir bewusst geworden ist, dass du der Schöpfer deiner Realität bist. Damit hast du die Klinke der Tür bereits in die Hand genommen, die dich noch von der Wirklichkeit trennt.

Am Ende jeder Sackgasse der Realität gibt es eine solche Tür. Jede von ihnen ist eine neue Chance. Du ergreifst sie, wenn du beschließt, den nächsten Schritt alleine zu gehen. Du ergreifst sie nicht, wenn du darauf wartest, dass von außen ein Anstoß kommt.

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