30 – Körper und Seele

Körper und Seele

Ich habe seit Jahren erhebliche Verdauungsprobleme. Mein Bauch ist nach dem Essen oft derart aufgebläht, als wäre ich hochschwanger. Manchmal passiert dies schockartig. Auf Fleisch habe ich schon seit Jahren verzichtet (meine Migräneanfälle wurden seitdem seltener) und Fisch esse ich auch nicht mehr oft. Ich habe schon erwogen, mich nur noch von Prana zu ernähren. Tatsächlich fühle ich mich am besten, wenn ich keine Nahrung zu mir nehme. Was ist mit meinem Körper los?

Seit meiner frühesten Jugend habe ich mich intensiv mit Religion beschäftigt und mein ganzes Interesse kreiste um das Leben nach dem Tod. Es muss doch mehr geben….da ist noch mehr, als wir sehen können. Eine innere Gewissheit ließ mich weitersuchen. Ich begann zu meditieren und bat Gott inständig, mir jemanden aus der geistigen Welt zu schicken, der mich führt.

Und die Antwort kam prompt: Wie von Geisterhand wurde mein Kopf bewegt. Ich fühlte die Strömungen in meinem Körper, merkte, wie Blockaden aufgelöst wurden, spürte ein inneres Fließen. Später hatte ich ein großartiges Erlebnis: Mein Scheitelchakra öffnete sich, Energie strömte ein und mein Stirnchakra pulsierte mehrere Tage! Hier hatte ich meine Bestätigung: Es gab eine geistige Welt und ich bekam jede Hilfe!

Mein Leben fließt. Ich habe keine Sorgen. Es gibt wirklich nur dieses eine Problem mit der Verdauung. Eine Freundin sagte einmal, dass ich zuviel geistige Nahrung in mich hineinfresse. Macht das auch schon satt? Denn Hunger habe ich tatsächlich nicht viel.

Oder liegt es daran, dass ich immer noch zu sehr an längst vergangenen Problemen herumkaue?

Ist es vielleicht so, dass mein physischer Körper am niedrigsten schwingt, und es daher eine ganze Zeit dauert, bis sich dort eine Veränderung zeigt?

Oder sehe ich einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Antwort:

Du musst deine Energien anders einteilen. Nicht besser, sondern einfach nur anders.

Du bist eine Läuferin, die im Geiste schon am Ziel ist, während ihr Körper noch damit beschäftigt ist, die vor ihm liegende Strecke zu bewältigen. Ergebnis: Der Körper kommt aus der Puste und der Geist nicht auf seine Kosten. Der eine, weil er nicht die Aufmerksamkeit erhält, die er braucht; der andere, weil er das Ziel nicht erreicht, das er anstrebt.

Deine Seele fliegt dir förmlich voraus. Du gehst deinen Weg und es ist ein Weg des Herzens. Dein Geist jubelt. Er weiß sich auf der richtigen Spur. Deine Sinne sind so sensibel geworden, dass du selbst feinste energetische Impulse deutlich wahrzunehmen in der Lage bist. Du hast in diesem Leben einen großen Schritt getan und es ist ein Schritt ins Licht geworden. Aber du vergisst leicht deinen Körper dabei. Du vergisst ihn nicht in dem Sinne, dass du ihn übergehen würdest, aber du behandelst ihn nicht wie einen Freund und Partner, sondern eher wie ein Sorgenkind. Er verlangt nicht, dass du dich NUR mit ihm beschäftigen sollst, er will nicht dein ungeteiltes Interesse, aber er will immerhin beachtet, geliebt und nicht zuletzt auch verwöhnt werden. Er braucht das und es steht ihm auch zu.

Auch ist er mehr als nur ein Futteral für deine Seele. Er ist ihr Zuhause. Ihre Zuflucht. Ihre Kirche. Ihre Kathedrale. Er ist deine irdische Verbindung zu mir und deshalb ist er es wert, sehr viel aufmerksamer gehört und geachtet zu werden.

Gleichzeitig ist dein Körper auch dein Begleiter. Er ist mit dir gemeinsam den spirituellen Weg gegangen und er hat dabei viel gelernt. Er ist sensibel geworden und reagiert empfindlich auf die Schwingungen, die er in seiner Umgebung wahrnimmt. Was grobstofflich und schwingungsarm ist, belastet ihn, lässt ihn leiden und krank werden. Das gilt für Eindrücke, die er aufnimmt, ebenso, wie es für die Nahrung gilt, die du ihm zuführst. Aber auch hier darfst du in deiner Fürsorge nicht zu weit und an seinen Bedürfnissen vorbei gehen

Dich nur von Prana ernähren zu wollen wäre z.B. eine solche Nichtachtung seiner Bedürfnisse. Du stehst noch nicht an dem Punkt, an dem dir eine solch feinstoffliche Nahrung genügen würde. Denk daran, was ich eingangs gesagt habe: Deine Seele fliegt dir förmlich voraus. Damit meine ich: Du neigst dazu, Entwicklungen in deinem Hunger auf geistigen Fortschritt beschleunigen zu wollen. Bei diesem Tempo aber kann dein Körper nicht mithalten. Und so verhält er sich, wie er sich in einer solchen Lage verhalten muss: Er wehrt sich, indem er diese Entwicklung blockiert!

Du hast es also, was deine Verdauung angeht, mit zwei Problemen zu tun, die sich auf den ersten Blick im Weg zu stehen scheinen:

Einerseits ist dein Körper als dein Begleiter auf dem spirituellen Weg so sensibel geworden, dass er sich gegen grobstoffliche Impulse aus welcher Quelle auch immer, die Nahrung ist dabei nur eine von vielen, fühlbar und deutlich zur Wehr setzt.

Gleichzeitig brauch er mehr „Erdung“, als er sie zur Zeit durch dich erfährt. Er möchte dein von dir geliebter Körper, nicht dein spiritueller Lastesel sein. Er braucht deine Zuneigung, wenn er mit dir und deinem Weg in Einklang sein soll. Er muss deine Liebe zum Leben, nicht nur deine Begeisterung an geistiger Entwicklung spüren.

Wenn du einen Rat willst, dann solltest du dich eine Zeit lang mehr mit deinem Körper als mit deinem Geist beschäftigen.

Lass dich von ihm bei der Hand nehmen und dich von ihm führen, statt ihn lenken zu wollen. Versuche, ein Gefühl für seine Bedürfnisse, vor allen Dingen aber für sein Tempo zu entwickeln. Er ist nicht krank und deine Därme sind auch nicht träge. Dein Körper hat einfach nur seinen eigenen Rhythmus und er spricht mit dir in seiner eigenen Sprache. Es geht bei dem was er dir zu sagen versucht um Harmonie. Um den Einklang zwischen ihm, dem Körper, deinem Geist und deiner Seele. Es geht um dein Tempo und um seines. Und um die Frage, wie ihr miteinander ein Schwingungsniveau findet, dass ihm bekommt und dich in deiner Entwicklung nicht behindert.

Höre ihm zu und versuche ihn zu verstehen und mit ihm zu sprechen. Ich meine, das ist eine Aufgabe.

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