Dialog 304

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Falls dir die Dinge Angst machen sollten, denke immer daran, dass du meinen Weg gehst. Alles was dir jetzt widerfährt ist MEIN Wille.

Dialog 304 – 19.11.1987

Monika:
Vor zwei Tagen hatte ich mich ein Stück weit geöffnet, hatte etwas in mir nachgegeben und brach zusammen, schmerzhaft und wohltuend zugleich. Es war mir zwar klar, dass es noch nicht „ausreichend“ war, doch womit ich nicht gerechnet hatte ist, dass ich danach mein Panzer nur noch stärker geworden war. Ich fühle mich total verkrustet und ich spüre mein Herz nicht. Meine Gebete klingen gezwungen und hohl. Das macht mir Angst, denn wie kann ich denn zu dir finden, wenn eine kleine Öffnung solche Folgen hat?

Die Antwort darauf ist sehr einfach: Du findest zu mir, wenn es dazu an der Zeit ist. Was dein Wille davon hält, ist ohne große Bedeutung. Eine Öffnung tut sich auf, wenn es dazu an der Zeit ist. Und sie schließt sich wieder, wenn du noch nicht bereit gewesen bist durch sie hindurchzutreten. Sie wird sich wieder auftun und ich werde auf dich warten. Zögerst du, wird sie sich wiederum schließen. Aber jedes Mal wirst du bereiter sein, den Schritt zu gehen.

Wenn Gebete hohl klingen und dein Innerstes sich gepanzert und verschlossen hat, dann ist das ein „vollkommen normaler Zustand“. So leben Menschen in der Regel ein ganzes Leben lang und wissen es nicht. Wer diese Panzerung fühlt und unter ihr leidet, der ist auf dem Weg zu mir. Sieh es so, auch wenn das gegen die Schmerzen nicht helfen wird. Die wirst du ertragen müssen.

Jörg:
Von allen Gebeten, die ich bisher gesprochen habe, war das Gebet heute das erste, das mir selbst unter die Haut gegangen ist. Wie ist es mit meinem Panzerungen? Kannst du etwas zu meinem Zustand sagen, damit ich mich besser verstehe?

Was ich zu Monika gesagt habe, gilt auch für dich. Beten, das heißt Formeln nachsprechen, kannst du bis dir die Zunge weh tut. Solange dein Herz nicht wirklich nach mir ruft, sind das leere Worte. Du nennst es ein „unter die Haut gehen“. Ich bin ja auch in dir. Und wenn du mich erreichst, dann spürst du das im ganzen Körper und nicht nur dort.

Auch du wirst Panzerungen ablegen müssen. Alle. Jedes einzelne Stück wirst du mir zu Füßen legen müssen. Und das kann (muss aber nicht) sehr, sehr weh tun, wenn du dich noch lange dagegen sträubst.

Bete lieber so wie heute Morgen. Suche deine eigenen Worte. Dann fühlst du am besten, wie du dich fühlst. „Mein“ Gebet soll deine eigenen Worte nicht ersetzen. Es kann helfen sie einzuleiten, aber du solltest es nicht zur Formel erstarren lassen.

Und nenn mich nicht „Gott, der du in uns bist“, wenn du eigentlich etwas anderes sagen möchtest. Lass nichts erstarren zwischen uns. Wenn du mich „lieber Vater“ nennen möchtest, dann sag das doch. Oder wenn du mich einfach „du“ nennen willst, mir ist es recht. Hauptsache du meinst es ehrlich.

Kannst du mir noch etwas mit auf den Weg geben, wenn ich nachher zur Bank gehe?

Du wirst deine Sache schon richtig machen. Falls dir die Dinge Angst machen sollten, denke immer daran, dass du meinen Weg gehst. Alles was dir jetzt widerfährt ist MEIN Wille. Und ich will nicht, dass du dich als Versager fühlst, sondern ich will, dass du aufrecht gehst und dir bewusst bist, dass ich bei dir bin. Du erfüllst MEINEN Plan, damit es mit euch weitergehen kann. Denke immer daran, dann kann dir nichts passieren.

Ansonsten, sei offen für alles was geschieht.

Das hört sich wieder so geheimnisvoll an!?

Da ist nichts Geheimnisvolles. Ich muss dich nur daran erinnern, dass die Dinge sich nicht nur nach deinem Kopf entwickeln. Also sei flexibel.
In allem was euch widerfährt steckt eine Botschaft. Aus allem sollt ihr lernen. Und nun mach dich auf den Weg. Ich bin bei dir.

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