31 – Krankheit als Weg

Krankheit als Weg

Nachdem 1977 bei mir die Krankheit MS diagnostiziert wurde, gingen meine Interessen nach einiger Zeit in Richtungen, an die ich vorher nie gedacht hatte.

Mittlerweile habe ich mich mit Reiki, Familienaufstellungen und so einigem mehr beschäftigt. Teilweise war es hilfreich und lehrreich, teilweise aber auch sehr verwirrend und vielleicht auch nicht der richtige Weg für mich.

Nach all den Unternehmungen habe ich zwar einen Teil meiner großen Angst verloren, aber das, was mir die Krankheit als Weg sagen möchte, habe ich noch nicht gefunden. Auch habe ich keinen Bezug zu meiner inneren Stimme, was mir sehr fehlt.

Was möchte mir die Krankheit mitteilen?

Wie kann ich meiner inneren Stimme nahe kommen?

Darf man sich einfach nur wünschen glücklich zu sein und dass die Krankheit vielleicht sogar wieder verschwindet?

Wie finde ich meinen Weg und Sinn im Leben?

Antwort:

Man kann eine schwere Krankheit bedauern oder verfluchen, man kann daran verzweifeln, sie ablehnen oder sich ihr unterwerfen. Man kann sie aber auch als das nehmen was sie eigentlich ist: Ein Partner und Ratgeber, der wichtige Botschaften im Gepäck hat. Einen Helfer und Lehrer, wie man keinen besseren finden kann. Unendlich einfühlsam und hilfreich, wenn du zu lernen bereit bist. Unerbittlich allerdings auch, wenn du es nicht bist. Mit anderen Worten: Man kann an jeder Krankheit auch wachsen und sich neue Wege für das weitere Leben zeigen lassen. Wege, von denen man bis dahin nicht einmal gewusst hat, dass es sie gibt.

Die Botschaft jeder Krankheit, ganz egal ob leicht oder lebensbedrohlich, ist grundsätzlich immer dieselbe. Sie will dir sagen: „Du bist mit dir nicht im Gleichgewicht. Du verlierst mehr Energie als du aufnimmst und das geht schon über einen längeren Zeitraum so. Nun ist der Punkt gekommen, an dem dein Körper aus dem Konzept kommt. Deine innere Harmonie ist gestört und du wirst etwas sehr Grundsätzliches bei dir ändern müssen, wenn du wieder gesund werden willst.“

Daneben gibt es aber auch die persönliche Botschaft, und die lautet in deinem Fall: Du sollst dir der wundervollen schöpferischen Fähigkeiten bewusst werden, die in dir schlummern. Du sollst sie dir erschließen und sie nutzen, um deine Realität zu gestalten. Krankheit kann wie eine Wand sein, vor der man steht und nicht weiter weiß. Sie kann ebenso gut ein Fenster sein, das weit aufgestoßen den Blick auf völlig neue Landschaften frei gibt. Die Wahl liegt bei dir.

Deine Krankheit ist also weder eine Strafe (wer hätte sie aussprechen sollen?) noch das Ergebnis einer Seelenentscheidung (wie gerade bei schweren Erkrankungen oft vermutet wird). Deine Seele begleitet dich durch dein Leben, aber sie beeinflusst es nicht in einem solchen Sinne. Sie lernt mit dir, sie wächst an dir, sie ist dein „göttlicher Gast“ in diesem Leben, aber sie verändert dieses Leben nicht. Das kannst nur du alleine, und zwar mit deinem Willen. Krankheit ist ein Ausdruck davon, dass du nicht in deiner Mitte bist, nicht mehr und nicht weniger.

Und dennoch hat die Art der Erkrankung dir natürlich etwas zu sagen, denn selbstverständlich hat es Gründe, warum dein Körper sich aus der Fülle der Möglichkeiten, die ihm theoretisch zur Verfügung stehen, ausgerechnet eine ganz bestimmte Krankheit aussucht.

Dein Körper wird sich, wenn er wirklich zu dir durchdringen will und alle anderen Versuche nichts gefruchtet haben, die Krankheit aussuchen, die bei dir die größte Angst auslöst. Damit erreicht er immerhin, dass bei dir endlich alle Signallampen auf einmal aufleuchten, nachdem er mit anderen Hinweisen und Warnungen nicht erfolgreich gewesen ist. Nachdem du jahrelang nicht mehr genügend auf dein inneres Gleichgewicht geachtet hast will dein Körper jetzt erreichen, dass du ihn wahr nimmst und deine Einstellung zum Leben veränderst. Dazu aber muss er dich vor die größte denkbare Herausforderung deines Lebens stellen. Und das ist in deinem Fall MS. Die Krankheit, die dich von vielen Seiten zugleich anreift, und dich damit zwingt, dich mit dir selber, deinem Körper und insbesondere dem Einklang dieses Körpers mit deinem Geist und deiner Seele zu beschäftigen.

Nimm das als Botschaft deines Körpers und damit als Botschaft deiner Krankheit ruhig an: Du bist aus deinem eigenen Mittelpunkt geraten. In deinem Leben gab es vor deiner Erkrankung viele Ziele, aber du kanntest DEINES nicht mehr und dieses Ziel heißt ganz einfach DU SELBST ZU SEIN.

Wenn du nicht aus deiner Mitte heraus handeln kannst, hat nichts von dem was du tust wirklich Kraft. Deshalb bist du krank geworden.

Die innere Stimme, die du so vermisst, spielt hierbei eine wichtige Rolle, denn immerhin ist es meine Stimme. Sie nicht zu hören ist eigentlich unmöglich, allerdings gebe ich zu, dass man sie leicht verwechseln kann, wenn die Verunsicherung nur groß genug ist. Und das ist bei dir ganz gewiss der Fall.

Aber ich versichere dir: In dem Augenblick, wo dir wirklich klar geworden ist, wie wichtig es für dich ist zu deiner inneren Mitte zu kommen, von dem Augenblick an wirst du auch wieder Zugang zu deiner inneren Stimme haben. Sie ist schließlich nicht verschwunden. Du hast bloß die Tür zu gemacht.

Dasselbe gilt für deine Heilung. Es liegt in deiner Hand wieder gesund zu werden. Allerdings handelt es sich hier um eine Frage des Willens. Der Wunsch alleine hat die notwendige Kraft noch nicht. Wenn du bereit bist zu erkennen, dass deine Krankheit dich führen wollte, weil du den Führer in deinem eigenen Herzen verloren hast, brauchst du die Krankheit nicht mehr. Jeder Schritt auf dem Weg zu deiner eigenen Mitte ist ein Schritt auf dem Weg zu deiner Heilung.

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