35 – Liebe

Liebe

Ich wende mich heute an dich, da ich nicht mehr weiter weiß. Ich fühle mich innerlich zerrissen und überhaupt nicht mehr wohl in meiner Haut. Ich habe Angst davor, mich nicht wieder in Griff zu bekommen und dass meine Tochter unter meinen Gefühlsschwankungen weiterhin leiden muss. Sie ist für ihr Alter sehr verständnisvoll und mitfühlend, aber wie viel kann ich der kleinen Kinderseele überhaupt zumuten?

Ich habe kürzlich mit einer Weiterbildung begonnen, auf die ich mich eigentlich gefreut habe. Dann kam der Hammer. Auf einmal empfand ich alles nur noch als falsch, was ich tat. eigentlich wollte ich eine erfolgreiche (…..) werden, Erfolg haben, wieder unter Menschen sein.

Nichts war mehr so wie es einmal war…alles nervte mich, der Unterricht, die Mitschüler und beinahe hätte ich den Lehrgang abgebrochen, aber ich blieb.

Mir fällt es schwer, mich in die Klasse einzugliedern, KEINER HAT MIR ETWAS GETAN, aber ich finde nicht den richtigen Draht. Die denken bestimmt ich wäre eingebildet und arrogant., ..aber das ist nur mein Schutz. Über deren Witze kann ich nicht lachen, sind mir zu primitiv, vor allem wenn sie gegen Mitmenschen gerichtet sind, da krieg ich die Krise. Ich verstehe nicht, wieso man nicht die Menschen so akzeptieren kann wie sie sind??? Egal ob es gegen mich oder andere geht, ich verstehe es nicht und deshalb fühle ich mich nicht wohl und total zerrissen. Meine Sensibilität macht mich ganz krank.

Lieber Vater, was soll ich tun?? Soll ich mich anpassen und genau wie die anderen werden, oder soll ich so bleiben wie ich bin? Wie schaffe ich es, cooler zu werden, mir nicht mehr so viel Gedanken zu machen, mich nur um mich selbst zu kümmern und die anderen so zu akzeptieren wie sie sind?

Nicht einmal in der Nacht habe ich ruhe davor. Ich schlafe sehr unruhig, habe Alb-träume und „spuke“ sogar in der Wohnung umher. Finde mich dann auf dem Balkon oder außerhalb des Bettes wieder.

Meine arme Seele ist in totaler Aufruhr…was will sie mir damit sagen?? ich will uns helfen aber wie?

Sorgen mache ich mir auch um mein Kind…wie hält sie das nur aus mit so einer unausgeglichenen Mutter??!!

All das was ich gelernt habe, vom Erschaffen der eigenen Realität bis zum Glauben an dich lieber Vater, scheint alles futsch zu sein…mein Ego hat die Oberhand und somit die materielle Realität. Ich will aber wieder so leben, wie vor dem Lehrgang, ausgeglichen und glücklich!!!!

Antwort:

Lass uns morgen gemeinsam dorthin gehen, was hältst du davon? Ich bin bei dir, wenn du morgen das Gebäude betrittst. Ich weiche dir keinen Schritt von der Seite, darauf kannst du dich ganz fest verlassen und ich bin dir in jedem Augenblick so nahe, dass du mich spüren wirst, sobald du an mich denkst. Und dann lass uns gemeinsam etwas versuchen: Du hüllst jeden Menschen, den du an diesem Tag und an diesem Ort triffst, in ein Gefühl von Liebe ein. Sei ruhig großzügig und verschwenderisch dabei. Nimm so viel wie du magst, es gibt unendlich viel davon, und packe jeden deiner Mitmenschen in ein großes, leuchtendes Ei aus schimmernder Liebe. Stell dir dabei vor, wie sie dieses Geschenk von dir brauchen, wie sie das Gefühl, das du ihnen gibst, durch alle Poren trinken und wie es ihnen gut tut.

Denn sie brauchen es wirklich und du kannst sehr glücklich darüber sein, dass du über eine solche feine Wahrnehmungsgabe verfügst. Was dich so entsetzt, was dir so weh tut und unter dir die Haut geht, ist der HUNGER, den sie leiden. Er macht sie grob, er macht sie auf eine gewisse Weise sogar gefährlich und es verletzt dich, diese Grobheit und die Gefahr zu spüren, die von ihnen ausgeht. Es tut dir weh dich in ihrer Nähe aufzuhalten, aber du musst wissen: Wegen DIR sind sie gekommen! Sie suchen DEINE Nähe, weil du etwas hast, was die meisten von ihnen seit langer Zeit suchen und nie gefunden haben: Liebe.

Dir ist sie zugänglich, ihnen nicht. Du hast Zugang zu einer Quelle, von der viele dei-ner Mitmenschen in ihrem Leben noch niemals oder wenn, dann doch nur in ganz kleinen Schlucken trinken durften und das macht dich anziehend für sie. Stell es dir so vor, dass du von einer leuchtenden, schimmernden Kraft umgeben bist und die Herzen anderer Menschen sich dir zuwenden. Die Herzen von Menschen, die nach diesem Licht SUCHEN, dass du ausstrahlst.

Das macht sie natürlich nicht automatisch liebenswert. Wen der Hunger quält, der ist nicht freundlich oder auch nur milde gestimmt beim Anblick eines anderen, der im Überfluss zu besitzen scheint, wonach er selbst sein Leben lang gesucht hat. Im Gegenteil: Du reizt die Menschen mit dem Reichtum an liebender Fülle, die du nach außen hin vermittelst. Und du musst bedenken, dass sich keiner von ihnen dessen bewusst ist, was ich dir hier sage.

Verzeih ihnen ihre Grobheit und schenke ihnen, was sie so dringend brauchen. Fühle dich nicht geringer als sie, denn du bist reicher. Denk immer daran, dass sie wegen DIR dort sind, was immer die äußeren Beweggründe für ihre Anwesenheit sein mögen. Und sei dir bewusst, dass ich stets bei dir bin, ganz dicht in deiner Nähe. So nah, dass du, wenn ich atmen könnte, diesen Atem auf deiner Haut spüren würdest.

Tu was getan werden muss stets mit vollendeter Hingabe und freue dich an dem wunderbaren Reichtum, die deine Liebe zu dieser Welt darstellt. Dann gelingen dir die Dinge ganz von selber, wachsen unter deinen Händen zu vollendeter Schönheit heran und ordnen sich in ihrer Bedeutung und Reihenfolge ganz von alleine in der richtigen Weise. Im Augenblick ist diese Ordnung bei dir durcheinander geraten. Deshalb ist es gut, dass du eine Frage an mich gestellt hast und ich Gelegenheit bekommen habe dir zu zeigen, wo du WIRKLICH stehst.

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