37 – Ort der Mitte

Ort der Mitte

Lieber Gott, an dich eine Frage zu stellen ist gar nicht so einfach. Die Frage soll nicht so banal sein, aber schon so, dass ich auf eine konkrete Antwort hoffen kann. Das, was ich in so vielen Büchern gelesen habe, kann ich scheinbar nicht umsetzen oder ich versuche es erst gar nicht.

Mein Leben ist gekennzeichnet von tiefen Einschnitten, an denen ich heftig zu knabbern hatte und immer noch habe. Habe ich mir das alles selbst erschaffen? Auch den Autounfall, der mich vor 21 Jahren in den Rollstuhl brachte?

Ich habe viele Sorgen und Ängste bezüglich meiner Zukunft. Dass ich es nicht mehr schaffe, meine Pflege, so wie ich sie brauche, aufrecht zu erhalten. Dass ich gesundheitlich immer weiter abbaue. Dass der Mann an meiner Seite, obwohl da viel Liebe ist zwischen uns, mich in noch mehr Schwierigkeiten bringt. Dass sich für mich keine Aufgabe findet, die ich auch bewältigen kann und meine finanzielle Situation nicht abgesichert ist. Trotz alledem habe ich aber auch viel Hoffnung und Freude in mir und spüre eine Kraft, die ich irgendwie nicht oder nicht mehr nutzen kann. Ich habe sie, aber ich finde keinen Zugang zu ihr.

Manchmal scheint es mir, als seien die Brocken zu groß, die ich mir ausgesucht habe. Ich habe in meinem Leben schon sehr viel Schönes und Gutes erfahren. Im Moment aber stehe ich an einem Punkt, an dem ich nicht mehr so recht funktioniere. Ich weiß nicht mehr, was gut und schlecht ist für mich, reibe mich auf, werde völlig kraftlos. In fast allen Bereichen meines Lebens weiß ich nicht genau, was ich tun soll. Ich sage nicht ja und auch nicht nein.

Mein Partner liegt mir besonders am Herzen. Ich habe Angst und Hemmungen auf seine Worte zu vertrauen, will ihm aber auch nicht unrecht tun. Trotzdem hoffe ich auf ein schöneres gemeinsames Leben mit ihm zusammen.

Lieber Gott, hilf mir bitte in diesen für mich so schwierigen Fragen. Danke!

Antwort:

„Trotz alledem habe ich aber auch viel Hoffnung und Freude in mir und spüre eine Kraft, die ich irgendwie nicht oder nicht mehr nutzen kann.“

Diesen Satz solltest du in beide Hände nehmen und ihn ganz fest an dein Herz drücken. In ihm liegt alle Weisheit, die du dir wünschen kannst.

Wenn du dein Leben in seine Einzelteile zerlegst und dir die einzelnen Stücke betrachtest, geht dir der Überblick über das Wunder verloren, dass sich für dich gerade vollzieht. Für sich alleine betrachtet kann jedes Stück Leben eine Katastrophe sein und darüber hinaus eine Energie entwickeln, auf die du keinen Einfluss zu haben scheinst. Siehst du die Dinge aber in ihrem Zusammenhang, fügen sie sich nahtlos ineinander und bilden ein perfektes Muster.

Es entspricht dem Wesen der meisten Menschen, dass sie ihre Aufmerksamkeit zuerst auf die Einzelheiten richten und sich von ihren Erscheinungsformen gefangen nehmen lassen, anstatt gleich zu versuchen, den übergeordneten Zusammenhang, das göttliche Muster in dem spirituellen Gewebe, zu erkennen, das ihr Leben ausmacht.. Aber das eben ist die Aufgabe, die in jedem Leben zu leisten ist. Das ist spirituelles Wachstum.

Du hast die Dinge in der Hand. Nichts kann dir widerfahren, was du selbst nicht so gewollt hast und es geht darum, sich über diese Tatsache vollständig im Klaren zu sein. Sobald dir wirklich bewusst ist, dass du deine eigene Realität gestaltest und kein anderer Mensch außer dir dazu in der Lage ist, wird sich dein Leben verändern und zwar grundlegend, das verspreche ich dir.

Denn du hast Kraft. Du verfügst über ein ganz enormes Potenzial an Kraft, das du bis heute kaum einmal angerührt hast, geschweige denn, dass du es für dich genutzt hättest. Es ist alles da, was du brauchst, um dein Leben zu verändern. Jetzt musst du beschließen, es zu tun.

Dieser Entschluss allerdings wird nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen getroffen und das zu tun ist nicht ganz einfach. Nicht weil es sich dabei um einen besonders komplizierten Vorgang handeln würde, sondern weil es ungewohnt ist. Gewöhnlich werden die Erklärungen für das, was mit einem selbst geschieht, im Außen gesucht. Auch du tust das. Doch dort ist nichts zu finden, was dich weiterbringen würde.

Damit du besser verstehst was ich meine, schau dir die Sorgen an, die du in deiner Frage aufgelistet hast: Du hast Angst, deine Pflege nicht mehr organisieren zu können. Du sorgst dich um deine Gesundheit. Du befürchtest, dein Partner könnte…., du ängstigst dich, grämst dich, quälst dich…..! Es ist dein Kopf, der da mit dir spricht. Er ist immer auf der Hut, immer in Sorge, immer voller Misstrauen. Immer geneigt, den schlimmsten aller denkbaren Fälle vorauszusetzen.

Nun stell dir dein Herz vor. Das warme, lebendige, pulsierende Zentrum deiner Seele. Der Ort in deiner Mitte, in der alle wirklich wichtigen Informationen zusammenlaufen. Hier ist dein spirituelles Wachstum – das einzig wirklich wichtige Anliegen das zählt. ALLES dreht sich hier um diesen einen Punkt. Wenn du wirklich Hilfe brauchst, wenn du Zugang zu dem in dir ruhenden See an Kraft finden willst, vertrau dich deinem Herzen an.

Diese Führerin ist niemals in Sorge um irgendetwas.

Nie hat sie Angst, dass irgendetwas nicht eintreten könnte, was sie beschlossen hat.

Was DU willst, lässt sie Wirklichkeit werden und du willst etwas dann von ganzem Herzen, wenn es dir zur inneren Gewissheit geworden ist. Wenn du keinen Augenblick mehr daran zu zweifelst, das eintreten wird, was du im Herzen beschlossen hast.

Es ist ungewohnt so zu „denken“, aber unbedingt notwendig, wenn du deinen inneren Käfig verlassen willst. Am besten, du fängst sofort damit an….

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