59 – Unterscheiden lernen

Unterscheiden lernen

Mein lieber Vater im Himmel, ich grüße Dich in tiefer Liebe, vor allem aber in tiefer Dankbarkeit für alles, was Du mir in letzter Zeit geschenkt hast. Ich danke Dir für die vielen Hinweise, für die vielen Hilfestellungen, für die wunderbaren Erlebnisse der letzten Monate.

Ich fühle, dass ich auf dem richtigen Weg bin – und ich fasse mehr und mehr Mut, mich völlig zu finden und zu erkennen. Ich habe aber auch Lektionen erhalten über die Wichtigkeit, unterscheiden zu können. Nicht blindlings alles zu glauben, was mir von irgendwoher gesagt wird – sei es auch aus noch so guter Quelle…. Das hat mich mächtig durchgewirbelt – . Dennoch brauche ich Hilfe von außen, um meinem nächsten Ziel, meiner nächsten Aufgabe, der Befreiung meines Inneren Kindes und anderer Seelenanteile, die in Not sind, gerecht zu werden.

Ich fühle mich überfordert, von dem vielfältigen Angebot , den vielen Möglichkeiten, die sich bieten auf diesem Gebiet. Wie kann ich besser spüren, was der richtige Weg für mich dahin ist, wer der richtige Begleiter für mich ist? Ich habe die große Verantwortung kennen gelernt, – was es heißt, sich jemandem anzuvertrauen, – und welche Macht dessen Worte über einen haben können. Ich versuche auch, dies in eigener Meditationsarbeit zu schaffen – auch in Zusammenarbeit mit den Engeln und der lieben Weißen Bruderschaft, die mir ein so großes Geschenk gemacht hat. Aber ich habe Schwierigkeiten dabei, wirklich zu erkennen oder auch hier wieder zu unterscheiden – zwischen der authentischen Botschaft und der von mir gedachten (vom Verstand).

Ich bitte hier um einen Schlüssel um Hilfe für bessere Unterscheidungsfähigkeit, lieber Gott. Denn ich fühle, dass ich davor stehe, einen großen Schritt zu tun. Und ich möchte ihn von Herzen tun – und vor allem mit dem Herzen. Und nicht mit etwas/jemandem anderen, der nicht für das Herz, für die Liebe steht. Kannst Du mir einen Rat geben, mein lieber himmlischer Vater?

Antwort:

Umwege und Irrwege können gute Verkehrsverbindungen zur Wirklichkeit und damit zur inneren Freiheit sein. Oft sind es sogar die einzig möglichen Straßen, die einem Suchenden offen stehen, wenn er zu Einsichten und Wissen kommen will.

Die Realität wie du sie kennst und mitgestaltest ist nur vorstellbar als eine Welt der Gegensätze. Um zu wissen, was gut für dich ist, musst du vorher erfahren haben, was schlecht für dich ist. Um zu wissen, wem du vertrauen kannst, musst du vorher mit Menschen zusammen gekommen sein, die dich enttäuscht haben.

Das weißt du natürlich, aber ich muss dich daran erinnern, denn an diesem Spiel ändert sich so lange nichts bis du die Weisheit erlangt hast zwischen Realität und Wirklichkeit zu unterscheiden. Weil das aber nicht mehr und nicht weniger ist als eine Lebensaufgabe, werden sich Fragen wie die deine immer wieder stellen und niemand anders wird sie dir beantworten können als du selbst.

Aber: Wer das eigentlich in seinem Herzen weiß, so wie du, wird ganz von selbst immer sicherer im Gespür dafür werden, welcher Schritt als nächstes gegangen werden muss, bei welchem Helfer du nichts Neues mehr dazulernen würdest und wem du auf deinem Weg sogar besser aus dem Weg gehst. Schmerzhafte Lebenserfahrungen sind niemals überflüssige Lebenserfahrungen.

Den Schlüssel, den du suchst, hast du längst in der Hand und du hast bis heute schon viele Türen mit ihm geöffnet. Natürlich hast du hinter diesen Türen nicht immer das gefunden, was du dir erhofft hattest, immer aber das, was wichtig für dich war. So musst du es auch weiterhin sehen. Wenn du dem Führer im eigenen Herzen nicht immer trauen kannst, weil du befürchtest, den Vorstellungen des eigenen Verstandes aufzusitzen, dann ist eben diese Tür die nächste, die du dir erschließen musst.

Du bist da ganz gewiss nicht alleine. An diesem Punkt stehen alle Suchenden früher oder später und alle stellen sie (sich) dieselbe Frage wie du. Vielleicht tröstet es dich wenn ich dir sage, dass es ein Zeichen von spiritueller Reife ist an diesen Punkt überhaupt gekommen zu sein. Du weißt bereits recht gut zwischen den Ebenen der ersten und der zweiten Wirklichkeit zu unterscheiden und bist in der Lage, die Spreu vom Weizen zu trennen. Andernfalls würden sich solche Fragen gar nicht erst stellen. Aber du hast eben noch nicht die unbedingte, die letztendliche Sicherheit darin.

So lange du mit dem Herzen an die Dinge herangehst, brauchst du dich niemals zu sorgen auf dem falschen Weg zu sein. Und mit dem Herzen an die Dinge heranzugehen heißt, dich selber in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen. Nur was sich gut für dich anfühlt, kann auch gut für dich sein und ich sage dir, du hast die Fähigkeit hierin zu unterscheiden im Grunde längst erworben.

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