61 – Veränderungen

Veränderungen

Lange schon bewege ich mich im spirituellen Sinne, hatte als Kind einen intensiven Kontakt zu unserem lieben Gott. Bin Einzelkind und meine Erfahrung zeigte mir, dass ich immer einen besten Freund habe: Wenn mir keiner mehr zuhörte, so sprach ich mit Gott. Er hatte stets Zeit für mich und in der Zwiesprache sah ich mich geborgen, ja ein Einsamkeitsgefühl kam fast gar nicht auf, es sei denn ich hatte den Kontakt vorübergehend abgebrochen.

Viele Jahre dazwischen war ich eher getrennt von meinem lieben Freund, da ich dummerweise ja dem Trend folgen wollte, und dazu gehörte nun einmal nicht der „feste Glaube“. Ich wurde also abtrünnig.

Heute bin ich wieder in Kontakt, ja ich bekomme Antworten und fühle mich überaus glücklich darüber. Trotzdem plagen mich zeitweilig immer mal wieder Ängste, und ich gehe mit schwerem Herzen durch dieses Leben. Habe zeitweilig dieserhalb ein sehr unsicheres Gefühl, ja dann sehe ich mich förmlich in der Schwebe, hin- und hergerissen.

Ich habe dazu für mich natürlich auch eine Antwort: Insgeheim spüre ich, dass mein Leben sich von Grund auf umkrempeln wird. Alles scheint derzeit aus den Fugen zu geraten, egal wohin ich auch schaue und mich hineinfühle. Sehr genau kommt mir, dass ich vor einer sehr großen Veränderung stehe, doch mein Verstand scheint irgendwie in den alten Fesseln zu kleben.

Ich will mich auf den Weg machen und das mit aller Kraft, denn meine Aufgabe scheint es zu sein, meinen Mitmenschen mit sehr viel Liebe zu begegnen und ihnen stets hilfreich zur Seite zu stehen. Warum aber stehe ich mir dabei selbst so sehr im Wege? Es kann doch nicht sein, dass ich nicht in der Lage bin, diese Hürde zu nehmen, zumal ich mich selten in meinem Leben in gefestigten Refugien fühlte. Schien irgendwie nie mein tiefes Bedürfnis zu sein. Im Grunde genommen wollte ich immer nur helfen. Was hindert mich also?

Antwort:

Geh behutsam mit dir um und nimm es deinem Verstand nicht übel, wenn er an Vertrautem festhalten will und sich dagegen sträubt, mit dir Neuland zu betreten. Es ist sein gutes Recht so zu empfinden und dir gibt es die Möglichkeit, die Ernsthaftigkeit deiner Motive sorgfältig zu prüfen, bevor du zu Entscheidungen kommst.

Das ist kein versteckter Hinweis darauf, dass es an der Aufrichtigkeit deiner Absichten irgendeinen Zweifel gäbe, versteh das nicht falsch, aber es soll dich daran erinnern, auf welche Weise wichtige Veränderungen in einem Leben stets eingeleitet werden: Veränderungen von Bedeutung gehören niemals zu den einfachen Geburten. Leichten Herzens wird kein vertrauter Pfad verlassen, denn selbst die ausgetretensten Wege haben gegenüber unbekanntem Gelände einen Vorteil: Sie sind berechenbar und das ist auch für abenteuerlustige Menschen, die das Risiko der Umwege und Irrwege nicht scheuen, von Bedeutung.

Oft ist ein Weg noch nicht wirklich abgeschlossen, auch wenn alles in einem nach neuen Zielen zu drängen scheint. Wenn das der Fall ist, stellt der Verstand sich besonders widerborstig an, schafft Widerstände und Probleme wo er nur kann, und tut alles in seinen Möglichkeiten stehende um zu verhindern, dass neue Pfade zu früh beschritten werden.

Sei deshalb nicht zu ungeduldig mit dir. Die Führung des Herzens ist zwar eine der wichtigsten Orientierungshilfen, wenn es um spirituelle Entwicklungsprozesse geht. Aber auch der Verstand sollte letztendlich ja sagen können zu allen bedeutenden Veränderungen in deinem Leben. Auch ihn brauchst du, um auf deinem Weg voranschreiten und in neuen Lebenszusammenhängen bestehen zu können.

Wenn du den Eindruck hast, dass in deinem Leben Vertrautes aus den Fugen gerät, so kannst du in der Tat davon ausgehen, dass wichtige Veränderungen für dich anstehen. Du brauchst den Dingen aber nicht entgegen zu laufen. Sie kommen auch so rasch genug auf dich zu. Wichtig ist, dass du für die anstehenden Veränderungen auch wirklich bereit bist.

Wenn ich dir rate, mit deinen inneren Entscheidungen behutsam vorzugehen, so hat das nichts mit Vorsicht zu tun. Es geht mir darum, dass du zu jedem Schritt, den du in nächster Zeit gehst, wirklich und mit vollem Herzen JA sagen kannst. Je kraftvoller deine Entscheidungen sind, um so segensreicher können sie sich auswirken, und kraftvoll sind sie erst dann, wenn du ihre Bedeutung mit allen Sinnen erfassen kannst.

Der Verstand wird oft gescholten als der ewig gestrige, übervorsichtige Taktierer, der alles mindestens dreimal abgesichert wissen will, bevor er einer Veränderung in seiner gewohnten Welt zustimmen kann. Aber auch er hat seine Bedeutung. „Mit allen Sinnen“ bedeutet also in deinem Fall: Du musst wirklich in innerer Harmonie sein, wenn du an die Neugestaltung deiner Welt gehst. Es stehen wichtige Veränderungen für dich an und du solltest jeden der vor dir liegenden Schritte im Einklang mit deinen BEIDEN großen inneren Ratgebern tun. Herz und Verstand sollen dich begleiten.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Schreibe einen Kommentar