66 – Weg des Wachstums

Weg des Wachstums

All die Texte in Gespräche mit Gott sind so schön. Und manche ganz besonders. Und irgendwie möchte ich auch so einen schönen Text haben. Einen ganz alleine für mich. Was meinst du, kannst du das übermitteln?

Eigentlich habe ich keine bestimmte Frage – oder tausend unwichtige Fragen. Ich möchte nur so einen wunderwunderschönen Text für mich haben.

Antwort:

Wenn du beschließt meinen Weg zu gehen, entscheidest du dich für einen Weg der Einsamkeit.

Du wirst als erstes feststellen, dass viele deiner Freunde eines Tages nicht mehr bei dir sind.
Sie konnten dir auf deinem Weg nicht folgen.
Sie sind zurückgeblieben, während du weiter gegangen bist.
Sie werden zu Erinnerungen, die du eine Zeit lang in deinem Herzen aufbewahrst.
Bis du entdeckst, dass diese Erinnerungen nach und nach verblassen und du nichts dagegen tun kannst.
Du wirst erst deine Freunde verlieren,
dann die Erinnerung an sie,
und es wird einsam und sehr still um dich werden.

Wenn du beschließt meinen Weg zu gehen, entscheidest  du dich für einen Weg des Schmerzes und der Trauer.

Du wirst Abschied nehmen müssen von vielen Dingen, die bis dahin dein Leben ausgemacht,
die ihm Sicherheit, Form und Gestalt gegeben haben.
Du hast gelernt in tausend Rollen zu schlüpfen und jeden Part zu spielen, den man dir zugedacht hat.
Du warst ein Rädchen im großen Getriebe und glücklich dabei,
denn das Getriebe war deine Welt und deine Heimat.
Alles machte dort Sinn.
Alles erklärte und bedingte sich gegenseitig.
Alles war ständig in Bewegung und immer schien sich alles auch um dich zu drehen. Das tat dir gut.
Das gab dir Halt.
Du warst beschäftigt damit beschäftig zu sein.

Auf meinem Weg lernst du, dass nichts so ist, wie es den Anschein hat zu sein und dass keine andere Rolle von dir verlangt wird als die, du selbst zu sein.

Dieser Weg wirkt wenig einladend.
Nichts dort ist dir vertraut.
Nichts gibt dir Halt.
Nichts ist so wie es einmal war.
Auf nichts kannst du dich mehr verlassen.

Das macht dir Angst, das tut dir weh und du fängst an dich zu fragen, was du eigentlich auf diesem Weg zu suchen hast. Manchmal würdest du am liebsten umkehren und dorthin zurück gehen, wo du her gekommen bist. Doch das ist jetzt unmöglich und du weißt es.

Früher konntest du auf jedem deiner Wege jederzeit auch umkehren, weil es im Grunde ohne Bedeutung war welchen du gewählt hattest. Sie endeten irgendwann alle dort wo sie begonnen hatten und weil du das nicht wusstest, konnte das Spiel an diesem Punkt immer wieder von vorne beginnen.

Du warst beschäftigt damit beschäftigt zu sein.

Jetzt bist du einen Schritt weiter gekommen.
Jetzt weißt du, dass es für dich kein Zurück mehr gibt und dass du es eigentlich auch nicht willst.

Du willst nicht mehr dorthin zurück, wo es zwar für alles eine Erklärung,
aber nicht die Antworten gibt, nach denen dein Herz sich sehnt.
Du willst dorthin, wo dein Herz zuhause ist.
Du willst dort ankommen
und du willst dort bleiben.

Es ist dir jetzt egal, wie lange du unterwegs sein wirst,
wenn du diesem Ziel nur näher kommst.
Jeder Weg ist dir recht, wenn es nur der Weg des Herzens,
wenn es nur mein Weg ist.
Denn inzwischen ist eine neue Erkenntnis in dir heran gereift:

Indem du dich entschlossen hast meinen Weg zu gehen, hast du dich für den Weg des Wachstums entschieden.

Das Karussell dreht sich ohne dich weiter.
Du bist gegangen.
Deine Seele hat sich erneut auf den Weg zu ihrem Ursprung gemacht.
Sie muss die Substanz immer wieder neu erforschen, aus der sie kommt,
und deren Weite sie nur ermessen kann,
wenn sie den Abstand zu ihr findet, der es möglich macht sie zu begreifen.

Das ist das, was du Leben nennst.
Das ist das, was ich Inkarnation nenne.
Das ist der Sinn.

Du bist auf dem Weg zu mir.
Es gibt die unendliche Fülle von der du ein Teil und in der du geborgen bist.
Du gehst deinen Weg.
Du gehst meinen Weg.
Und wir sind eines.

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