Dialog 365 – Weg des Wachstums

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Indem du dich entschlossen hast meinen Weg zu gehen, hast du dich für den Weg des Wachstums entschieden.

Der Weg des Wachstums

Der folgende Text ist auch unter Fragen und Antworten zu finden. Ich finde ihn sehr berührend und eindringlich, deshalb will ich ihn hier nochmals hervorheben.

Dialog 365

Wenn du beschließt meinen Weg zu gehen, entscheidest du dich für einen Weg der Einsamkeit.

Du wirst als erstes feststellen, dass viele deiner Freunde eines Tages nicht mehr bei dir sind.
Sie konnten dir auf deinem Weg nicht folgen.
Sie sind zurückgeblieben, während du weiter gegangen bist.
Sie werden zu Erinnerungen, die du eine Zeit lang in deinem Herzen aufbewahrst.
Bis du entdeckst, dass diese Erinnerungen nach und nach verblassen und du nichts dagegen tun kannst.
Du wirst erst deine Freunde verlieren,
dann die Erinnerung an sie,
und es wird einsam und sehr still um dich werden.

Wenn du beschließt meinen Weg zu gehen, entscheidest  du dich für einen Weg des Schmerzes und der Trauer.

Du wirst Abschied nehmen müssen von vielen Dingen, die bis dahin dein Leben ausgemacht,
die ihm Sicherheit, Form und Gestalt gegeben haben.
Du hast gelernt in tausend Rollen zu schlüpfen und jeden Part zu spielen, den man dir zugedacht hat.
Du warst ein Rädchen im großen Getriebe und glücklich dabei,
denn das Getriebe war deine Welt und deine Heimat.
Alles machte dort Sinn.
Alles erklärte und bedingte sich gegenseitig.
Alles war ständig in Bewegung und immer schien sich alles auch um dich zu drehen. Das tat dir gut.
Das gab dir Halt.
Du warst beschäftigt damit beschäftig zu sein.

Auf meinem Weg lernst du, dass nichts so ist, wie es den Anschein hat zu sein und dass keine andere Rolle von dir verlangt wird als die, du selbst zu sein.

Dieser Weg wirkt wenig einladend.
Nichts dort ist dir vertraut.
Nichts gibt dir Halt.
Nichts ist so wie es einmal war.
Auf nichts kannst du dich mehr verlassen.

Das macht dir Angst, das tut dir weh und du fängst an dich zu fragen, was du eigentlich auf diesem Weg zu suchen hast. Manchmal würdest du am liebsten umkehren und dorthin zurück gehen, wo du her gekommen bist. Doch das ist jetzt unmöglich und du weißt es.

Früher konntest du auf jedem deiner Wege jederzeit auch umkehren, weil es im Grunde ohne Bedeutung war welchen du gewählt hattest. Sie endeten irgendwann alle dort wo sie begonnen hatten und weil du das nicht wusstest, konnte das Spiel an diesem Punkt immer wieder von vorne beginnen.

Du warst beschäftigt damit beschäftigt zu sein.

Jetzt bist du einen Schritt weiter gekommen.
Jetzt weißt du, dass es für dich kein Zurück mehr gibt und dass du es eigentlich auch nicht willst.

Du willst nicht mehr dorthin zurück, wo es zwar für alles eine Erklärung,
aber nicht die Antworten gibt, nach denen dein Herz sich sehnt.
Du willst dorthin, wo dein Herz zuhause ist.
Du willst dort ankommen
und du willst dort bleiben.

Es ist dir jetzt egal, wie lange du unterwegs sein wirst,
wenn du diesem Ziel nur näher kommst.
Jeder Weg ist dir recht, wenn es nur der Weg des Herzens,
wenn es nur mein Weg ist.
Denn inzwischen ist eine neue Erkenntnis in dir heran gereift:

Indem du dich entschlossen hast meinen Weg zu gehen, hast du dich für den Weg des Wachstums entschieden.

Das Karussell dreht sich ohne dich weiter.
Du bist gegangen.
Deine Seele hat sich erneut auf den Weg zu ihrem Ursprung gemacht.
Sie muss die Substanz immer wieder neu erforschen, aus der sie kommt,
und deren Weite sie nur ermessen kann,
wenn sie den Abstand zu ihr findet, der es möglich macht sie zu begreifen.

Das ist das, was du Leben nennst.
Das ist das, was ich Inkarnation nenne.
Das ist der Sinn.

Du bist auf dem Weg zu mir.
Es gibt die unendliche Fülle von der du ein Teil und in der du geborgen bist.
Du gehst deinen Weg.
Du gehst meinen Weg.
Und wir sind eines.

Dialog 364 – Gut und Böse

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Gut und Böse sind immer nur die beiden Pole ein und derselben Sache.

Gut und Böse

Über längere Zeit hatte ich mich mit dem Matriarchat und der Weisen Alten beschäftigt und viel gelesen. So wie es sich darstellte, wurden im Patriarchat die Götter männlich und auch im Christentum zeigt sich eine männliche Struktur. Wo im Matriarchat die große Mutter alles Aspekte des Seins verkörperte, das Gute wie auch das Böse, wurde in der christlichen Religion ein guter Gott und ein böser Teufel eingesetzt.

Ich empfand die Bibel und auch „Ein Kurs in Wundern“ demzufolge als sehr einseitig. Gott verkörperte all das, was erstrebenswert erscheint. Und in nahezu allen esoterischen Schriften ging es immer nur um das Licht. Alles ist Friede, Freude, Erlösung, wenn du nur gut bist und das Böse in dir verleugnest.

Für mich war Gott eine Vaterfigur, doch ich wusste, dass in ihm beide Komponenten vereint sind, so wie in allen Menschen, nur bei ihm in vollkommener Harmonie. Und Harmonie bedeutete nicht, dass nur Gutes geschieht, sondern das was geschehen muss, um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.

Ich war sehr durcheinander und schwankte zwischen Zustimmung und starken Zweifeln bei allem, was ich über das Matriarchat las. Für mich war das alles nicht so einfach einzuordnen.

Dialog 364 – November 1992

Gut und Böse sind immer nur die beiden Pole ein und derselben Sache. Wenn man sich in vielen spirituellen Kreisen immer nur um den einen Pol kümmert, ist das nicht mein Problem, sondern deren.

Missverstanden man aber die Polarität, wenn man glaubt, das eine würde verteufelt und nur das andere sei erstrebenswert. Es geht immer darum, durch die Hölle zu gehen, um zum Licht kommen zu können.

Wer den einen Pol in sich verleugnet, wird immer auf dem falschen Weg sein. Wirklich Suchende tun das aber nicht. Das Ziel muss das Licht sein, nicht das Dunkel. Deshalb scheint es so, dass alles einseitig nach dem Licht ausgerichtet ist. Der Suchende aber weiß, dass er durch die finsteren Nächte gehen muss, um an dieses Ziel zu kommen.

Das Matriarchat war hier ursprünglicher. Das Wissen darum, dass alles Teil ein und derselben Sache ist, war vorhanden und brauchte nicht erst bewiesen zu werden. Im Patriarchat schnitt man diese Dinge wieder auseinander und der suchende analytische Geist nahm sich der Sache an. Seitdem wurde unterschieden zwischen Gut und Böse. Und wer wollte schon freiwillig das Böse!? Also wandte man sich dem Guten zu.

Du tust der Bibel aber unrecht, wenn du ihre Ansätze so auslegst, wie du das getan hast. Die Bibel ist ein Werk von höchster esoterischer Qualität. Und auch der Kurs in Wunder wurde von euch nicht wirklich verstanden. Ihr müsst nicht meinen, dass die Auseinandersetzung mit dem „Bösen“ unterblieben wäre weil man sich scheinbar nur mit dem „Gute“ beschäftigt.

Mit dieser Auseinandersetzung hat der Mensch tagtäglich zu tun. LESEN soll er etwas anderes. Lesen soll er von der Qualität des Guten, um seinen Alltag daran messen zu können. Schaut euch an: Ihr wisst, wohin ihr wollt (das Gute), aber ihr kämpft mit allen Widerständen (dem Bösen). Wer zu lesen versteht, dem öffnet gerade die Bibel hier unerschöpfliches Wissen im Verständnis dieses immerwährenden Kampfes.

Was du beschreibst („Im Patriarchat wurden die Götter männlich“), ist eine stark vereinfachte Darstellung, die man dem Unwissen der Autoren der Bücher zugute halten muss, die du gerade liest. Andererseits muss man wohl zu solchen Schwarzweiß-Bildern greifen, um Unterschiede deutlich zu machen.

Dialog 363 – Widerstände

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Jeder Tag muss ein Tag sein, den ihr bestimmt habt. Und er muss so laufen, wie ihr das gewollt habt. Selbstbestimmt. Nicht fremdbestimmt.

Widerstände

Immer wieder gerieten wir finanziell in scheinbar ausweglose Situationen, die schließlich zu der Erkenntnis führten, dass wir nur aus uns selbst heraus etwas würden ändern können. Das gab uns Mut und wir versuchten, die notwendigen Energien aus uns selbst entstehen zu lassen. Doch wir schafften es einfach nicht, die aufsteigenden Energien zu einer ständig wachsenden Energiequelle werden zu lassen. Immer wieder schienen wir zurückzufallen.

Dialog 363 – November 1992

Monika:
Die Energien sind in sich zusammen gefallen, wie schon so oft. Aber diesmal ist es viel schwerer auszuhalten, denn zu ersten Mal haben wir sie konkret spüren können.… Ich verstehe nicht, warum uns das passiert. Ich weiß, wir haben viele Widerstände entwickelt. Das war wohl auch zu erwarten. Aber warum sind diese Widerstände immer noch so stark?

In mir gibt es zwei Kräfte, die sich gegenseitig ständig zu bekriegen scheinen. Das feurige, kreative Potenzial in mir, das vorwärts stürmen will, das Freiraum braucht um sich zu entfalten, wird ständig von meiner erdigen Trägheit behindert, anstatt meine Kreativität durch Beständigkeit und Konkretisierung zu unterstützen. Ich steige hoch und dann falle ich in mir zusammen und bin zu träge mich wieder aufzurichten.

Die Widerstände sind immer so stark, wie die andere Kraft schwach ist. Je mehr Willen und Energie ihr entwickelt, umso schwächer wird die Kraft, die dem entgegenarbeitet. Das ist kosmisch. Das ist mein Gesetz.

Ihr seid im Krieg, im Kampf. Euer Gegner ist gnadenlos. Er hat nichts gegen euch persönlich, aber seine Aufgabe ist es, den Raum, den man ihm lässt, mit Energie zu füllen. Wer in den Krieg zieht und an sich zweifelt, hat schlechte Karten. Und wenn er sich dessen nicht besinnt, geht er unter. Auch das ist kosmisch. Auch das ist mein Gesetz.

Zugleich aber – und das beschreibst du sehr gut – ist keine dieser beiden Energiepole gut oder schlecht im Sinne einer Wertung. Es sind zwei Seiten ein und derselben Sache und beide braucht man. Die feurige, kreative Kraft ist nur möglich wegen der erdgebundenen Gegenkraft. Eins bedingt das andere. Zuversicht kann nur erfahren, wer Verzweiflung kennt. Um zu wissen, was Freude ist, muss man wissen, was Trauer ist.

Ich würde Eure Lage so beschreiben:
Ihr habt euch einen Fluss hinaufgekämpft mit eurem Boot, seid durch Strudel und gefahrvolle Gewässer gesegelt, habt Meter um Meter gewonnen und seid oft wieder zurückgeworfen worden. Aber ihr habt es immer wieder geschafft, an den Ausgangspunkt zurückzukommen, um einen weiteren Meter oder zwei zu erkämpfen.

So habt ihr euch Schritt für Schritt er Mündung genähert. Jetzt steht ihr vor der eigentlich entscheidenden Aufgabe: Vor euch ist ein Wasserfall, und ihr müsst ihn überwinden! Es gibt keinen Weg daran vorbei. Die Strömung ist gewaltig, die Gefahr zu kentern und unterzugehen ist groß. Denn jetzt verlangt die Aufgabe eure ganze Aufmerksamkeit. Doch hohe Aufmerksamkeit, die nicht nachlässt, und die Geduld, auf den richtigen Augenblick zu warten, wenn der Wind von der richtigen Seite kommt und die nötige Kraft hat, wenn ihr dann diese Chance nutzt, dann seid ihr durch.

Es liegt an Jörg und dem heutigen Tag, dass dieses Bild in die Seglersprache gefasst werden musste. Vielleicht verstehst du aber trotzdem.

Die Katze vor dem Mauseloch wartet geduldig und in höchster Aufmerksamkeit. Sie fragt nicht, ob es sich lohnt. Der Bussard am Himmel kreist geduldig und späht. Er fragt nicht, ob die Beute woanders nicht einfacher zu bekommen wäre. Beide haben ihr Ziel erkannt und lassen nicht locker.

Ihr beide macht immer wieder den Fehler, dass ihr zulasst, dass sich eure Ziele verwischen. Vor lauter Alltagssorgen verliert ihr eure Ziele aus den Augen.

Euer Ziel lautet ganz einfach: Raus aus der Scheiße. Das Boot muss auch die letzten Stromschnellen noch nehmen. Der ganze Alltag ist Beiwerk. Der Bootsführer, der die letzte Stromschnelle nehmen will, muss zwar auf alles achten, auf Strömungen und Untiefen, auf gefährliche Felsen. Aber seine Aufgabe ist es, die Stromschnelle zu nehmen. Nichts anderes.

Auch bei euch gibt es diese Situation, doch ihr lasst euch immer wieder ablenken. Von Untiefen und Strömungen, die ihr wahlweise zum Hauptproblem erklärt. Und dann vergesst ihr die eigentliche Aufgabe.

Ihr fühlt euch niedergeschlagen, krank, ausgelaugt, enttäuscht, verzweifelt. Was fehlt noch? Mutlos, hoffnungslos und so weiter. Gut. Das gehört alles mit zur Expedition. Was meint ihr, wie sich jemand fühlt, der sich bis auf fünfhundert Meter zum Gipfel des Achttausenders vorgearbeitet hat? Nichts ist mehr in ihm, die letzten Reserven brennen, aber er setzt sie ein. Warum? Weil fünfhundert Meter vor dem Ziel aufgegeben zu haben so gut ist, wie alles aufgegeben zu haben.

Das ist eure Lage. Ihr klagt immer wieder, was ihr doch alles schon getan habt, um das Ziel zu erreichen. Und jetzt liegt ihr fünfhundert Meter unter dem Gipfel und wartet auf den Sessellift.

Ihr müsst den Gipfel vor euch sehen. Er ist ein Haufen Scheiße. Aber auf dem wollt ihr sitzen, anstatt von ihm begraben zu werden! Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Konsorten sind die Klippen und Abgründe eurer Fahrt. Gebt auf und sie werden euch verschlingen.

Ihr wollt praktische Hilfe? Eiserne Disziplin, Freunde. Und zwar insbesondere eiserne Disziplin der Seele. Das Bett am Morgen ist weich und bequem. Aber es kann zum Grab werden. Raus aus dem Bett und den Tag in die Hand nehmen. Den Willen spüren und lernen ihn zu stählen. Zu wenig geschlafen? Na und? Wer unter dem Gipfel im Biwak liegt kann nicht sagen, ich penne heute mal durch und mache den Aufstieg morgen. Denn morgen kann das Wetter schon umschlagen und man ist des Todes.

Jeder Tag muss ein Tag sein, den ihr bestimmt habt. Und er muss so laufen, wie ihr das gewollt habt. Selbstbestimmt. Nicht fremdbestimmt. Das ist Emanzipation. Und ihr müsst euch emanzipieren. Beide. Von Zwängen, die euer Leben bestimmen.

Die Kinder treiben euch zum Wahnsinn? Wie man auch nur eine Minute … usw.? Der Schneesturm unter dem Gipfel treibt den Bergsteiger auch zum Wahnsinn. Aber er kämpft nicht dagegen, er nimmt ihn hin und verliert doch seine Sache nicht aus den Augen. Er setzt sich mit dem Schneesturm auseinander. Und kommt so zum Ziel.

Deshalb, Monika: Es gibt keine Kräfte, die sich gegen euch „verschwören“. Es gibt nur Kräfte. Und während der Bergsteiger den Kräften der Natur ausgeliefert ist, könnt ihr viele dieser Kräfte durchaus steuern. Es gibt keine Verschwörung finsterer Mächte gegen euch. Es gibt nur eure Trägheit. Auch sie muss zwar sein, aber sie darf nicht die Oberhand gewinnen. Dagegen muss die Disziplin antreten.

Wenn man weiß und von sich sagen kann: Ich arbeite diszipliniert an meiner Sache – dann darf man auch die Momente der Trägheit genießen, sich zurücklehnen und die Beine hoch legen. Aber bis dahin ist noch Arbeit zu tun.

Dialog 362 – Stillstand

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Es kann nicht immer nur Entwicklung geben. Es muss auch die gegenläufige Tendenz bis zum Stillstand eintreten, sonst merkt man ja nicht, wo man steht und wo man eigentlich hin will.

Stillstand

Es gab auch immer wieder Phasen, in denen wir das Gefühl hatten uns nicht vom Fleck zu bewegen und stillzustehen.

Dialog 362 – Oktober 1992

Eure Energien sind fast zum Stillstand gekommen, ohne dass ihr das wahrgenommen habt. Jetzt bedarf es einer besonderen Kraftanstrengung, das Pendel wieder in Bewegung zu bringen.

Kein Grund sich Vorwürfe zu machen, übrigens. Das muss so sein und musste auch bei euch so sein. Es kann nicht immer nur Entwicklung geben. Es muss auch die gegenläufige Tendenz bis zum Stillstand eintreten, sonst merkt man ja nicht, wo man steht und wo man eigentlich hin will.

Das ist das, was vielen Menschen völlig unbekannt ist. Sie richten ihr Leben materiell so ein, dass es einem weitgehend gleichförmigen Weg entlang läuft und investieren viel Energie darin, alle Störungen auszuschalten, die diesen Gleichlauf behindern könnten. Energetisch gesehen stehen sie ständig am Punkt des Stillstandes, mit winzigen Ausschlägen mal nach der einen und mal nach der anderen Seite.

Wer aber den Weg des Wissens und Verstehens beschritten hat, dessen Leben braucht machtvolle Ausschläge des Pendels. Und er erlebt die einen mit äußerster Brutalität. Sie sind so schmerzhaft wie sie nur sein können. Er empfindet Stillstand als das Schlimmste, was einem Menschen überhaupt widerfahren kann. Ausschläge in die andere Richtung erlebt er aber dafür in einer Intensität, zu der die Masse der Menschen eben nicht fähig ist. Das sind die Hauptgründe dafür, dass Menschen wie ihr so selten auf Menschen trefft, die euch verstehen oder für die ihr euch überhaupt interessiert.

Im Moment beginnt euer Pendel wieder in Richtung Fortschritt und Weiterkommen auszuschlagen. Aber, Warnung: Das ist kein eingebauter Automatismus! Ihr seid es, die die Richtung bestimmen.

Stellt euch diese Pendelbewegung wie eine Schaukel vor. Auf einer gewissen Höhe, kann man von der Schaukel abspringen und sehr weit kommen. Diesen Punkt, den höchstmöglichen Umkehrpunkt, habt ihr bisher jedes Mal verpasst und musstet von vorne anfangen bzw. den Weg in die andere Polarität antreten. Jetzt bewegt ihr euch wieder auf den entscheidenden Punkt zu.

Ihr zwei, ich kann im Grunde immer wieder nur das eine wiederholen: Glauben, unerschütterlich glauben, das ist es, worauf es ankommt.

Man darf Angst haben, sich verzweifelt fühlen, aber muss wissen: Es gehört mit dazu. Gehört zu dem Gesamtplan. Bitte vergesst nicht: Ohne eure Schwierigkeiten wärt ihr weniger weit gekommen, als ihr bis heute gekommen seid. Doch, ihr seid weit gekommen, glaubt mir das! Und es ist etwas wert, wenn zurzeit auch die Konten leer sind und die Schulden euch über die Ohren zu wachsen drohen, so dass ihr euch langsam zermürbt fühlt, am Ende eurer Kräfte, bedroht.

Habt Vertrauen. Es wird gut werden. Es wird alles gut werden. Ohne diesen Druck würdet ihr derzeit nicht weiterkommen. Es geht nur so und deshalb muss es so sein. Habt Vertrauen.

Dialog 361 – Der Weg

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Begreift, dass ich jeden Schritt mit euch gemeinsam tue, dass ihr NIE alleine seid.

Der Weg

Dialog 361 – Oktober 1992

Tut, was euch im Innersten wichtig erscheint. Führt es aus und fürchtet euch nicht. Wenn ihr das schafft, geht es gut. Wenn nicht, geht es auch gut, nur anders und vielleicht härter. Aber der Weg geht in jedem Fall WEITER.

Ihr müsst euch vor Augen halten, dass euer Weg weiter geht. Jeden Tag ein Stück. Ihr seht immer noch nur das, was euch angeblich fehlt. Eure Wahrnehmung ist noch immer nicht fein genug, das zu sehen und zu schätzen, was euch gegeben wird. Klar. Könnt ihr ja auch nicht, solange ich euch ständig mit Entbehrungen traktiere. Das ist ja gerade das, worum es geht. Aber haltet euch bitte immer vor Augen: ICH BEGLEITE JEDEN EINZELNEN SCHRITT DEN IHR TUT!

Haltet euch an den Händen. Begreift, dass ich jeden Schritt mit euch gemeinsam tue, dass ihr NIE alleine seid. Und lernt endlich, die Tiefen, die ihr zurzeit durchsegelt, als genau das zu begreifen, was ihr UNBEDINGT erleben müsst. Entzieht ihr euch dem, müssen wir’s von vorne angehen. Im nächsten Leben in diesem Theater.

Dialog 360 – Zugang zu Gott

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Wer anderes bin ich denn als dein Höheres Selbst?
Du hast ihm die Form eines gütigen Vaters mit weißem Haar gegeben.
Ich bin es.

Zugang zu Gott

Nur wenige Menschen haben eine Verbindung mit Gott in der Weise, wie Jörg sie hatte. Das heißt aber nicht, dass es für andere nicht möglich wäre sich mit Gott zu verbinden. Hier zunächst ein Vorschlag von Gott an eine Freundin von uns und danach eine Schilderung meines inneren Zimmers und die Antwort darauf:

Dialog 360 – Oktober 1992

Wichtig ist, dass du versuchst, in deinen Meditationen mit mir Kontakt aufzunehmen. Dazu musst du mir einen Raum geben, in dem du mich treffen willst. Das kann ein Raum in einem Haus sein. Es kann aber auch ein bestimmter Ort sein, den du dir ausdenkst. Und er kann wechseln. Ich möchte dir gerne einen Vorschlag machen, wie du mich am besten treffen kannst:

Stelle dir eine griechische Insel vor, im azurblauen Meer. Und auf der Insel ein winziges Dörfchen, in dem du willkommen bist. Die Menschen dort lieben dich. Sie bringen dir Ziegenkäse, Brot und Wein. Sie sind freundlich und in ihren verwitterten Gesichtern siehst du nichts als freundliche Lachfältchen, wenn sie mit dir sprechen.

Du hast ein Haus auf dieser Insel. Es ist DEIN Haus. Es ist schlicht, weiß getüncht und sparsam eingerichtet, aber es gefällt dir und du fühlst dich wohl dort. In diesem Haus gibt es ein Zimmer. Darin stehen nur ein Bett und ein Tisch mit Stuhl sowie ein Schrank. Die Wände sind schneeweiß. Während du meditierst siehst du siehst du vom Bett aus durch das Fenster auf das blaue Meer. Dort wirst du mich hören können. Achte auf die Menschen, die dir in deinen Meditationen begegnen. Da ist ein Fischer dabei, der dich interessieren wird. Und ein sehr schönes Mädchen. Auch das hat dir vielleicht etwas zu sagen.

Monika:
Ich habe seit einiger Zeit ein völlig neues Gefühl und Verhältnis zu meinem inneren Zimmer. Es ist ein Pavillon und er ist einfach wundervoll gemütlich eingerichtet. Die Wände voller Bücherregale, der Boden mit Teppichen und Fellen ausgelegt. Und darin wohnt ein alter weiser Herr mit weißem Haar und Nickelbrille. Für mich ist er mein Höheres Selbst, obwohl ich gar nicht so genau weiß, wo da der Unterschied zu dir liegt.

Ja, und dieser alte Herr ist so verständnisvoll und freundlich zu mir, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl habe, wirklich geliebt und aufgehoben zu sein. Es ist, als hätte ich endlich den Vater gefunden, den ich schon lange suche. Gut, ich gehe noch nicht häufig genug zu ihm und oft sehe ich ihn nur verschwommen. Aber er selbst hat mir gesagt, dass ich lange Zeit getrennt von ihm gewesen sei, weil ich mich abgetrennt gefühlt habe. Ich nehme an, je klarer ich ihn wahrnehme, desto näher bin ich ihm auch in diesem Augenblick.

Bitte, ich hätte gerne deine Meinung zu all dem gehört. Bist du das? Oder was ist er? Ich dachte immer, du wärst der Vater, den ich suche oder suchen sollte. Und ist es so, dass die vielen Bücher ein Symbol dafür sind, dass ich in diesem Raum Zugang zu allem Wissen haben kann? Und wie mache ich das?

Monika, merkst du denn nicht, dass du einen wunderbaren Zugang zu mir gefunden hast?  Und damit bist du mindestens ebenso nahe an mir wie Jörg. Das ist ein ganz erheblicher Fortschritt. Du wirst sicherlich wieder Rückschläge erfahren und dieses Bild von mir nicht immer aufrufen können. Aber der Kontakt ist da. Ist das nicht wunderbar? Benötigst du den noch irgendetwas mehr auf dieser Welt als das?

Sicher. Du benötigst viel. Du brauchst Hilfe auf vielen Ebenen. Aber um sie zu bekommen, brauchst du den Kontakt mit mir. Es ist so schön, dass dir das wenigstens ansatzweise gelungen ist.

Dein Kontakt zu mir als dem gütigen Herrn mit dem weißen Haar ist dennoch nicht ganz dasselbe wie Jörgs Kontakt zu mir. Du wirst viele Fragen an mich stellen können und ich werde sie auch beantworten. Aber es wird andere Fragen geben, die nur Jörg beantworten kann. Einfach schon deshalb, weil Jörg kein Bild von mir braucht, dass er sich erst schaffen muss. Aber du hast ein Bild von mir in dir und das ist sehr wichtig! Pflege diese Kultur und mache sie zu deiner eigenen. Baue mein Bild in dir auf.

Mein Wissen steht dir zur Verfügung. Aber du kannst nur das davon bekommen, was du auch verstehst.

Dialog 359 – Einverstanden sein

 

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Lass es geschehen und sage: „Gott will es so!“, anstatt dich selber mit Fragen zu quälen, auf die du keine Lösung findest. Wenn du das tust – und es auch so meinst – dann kommen auch die Antworten und die Lösungen.

Einverstanden sein

Ich war verzweifelt, sah nur noch den Mangel in dem wir lebten. Meine Bemühungen, mir als astrologische Lebensberaterin etwas aufzubauen, versanken regelmäßig in den finanziellen Sorgen und meiner Rolle als Mutter, in der ich mich sehr eingeengt fühlte. Ich fühlte mich all dem gegenüber ohnmächtig.

Dialog 359  Oktober 1991

Monika, du bist eine Macherin. Und nun erfährst du, dass du nichts machen kannst. Deine Erlösung liegt darin, das, was dich so belastet hinzunehmen als das, was ich so will. Solange du dich dagegen sträubst, kann sich nichts ändern. Und du sträubst dich seit Jahren. Lass dich doch endlich einmal in die Arme nehmen und sage: „Vater, es ist gut so. Ich weiß, dass du für uns sorgen wirst.“

Je größer aber die Angst ist, umso mehr schnürst du dich selber von diesen Entwicklungen ab. Ich weiß, es erscheint einem als eine schier unlösbare Aufgabe: Wie soll man keine Angst haben, wenn einem die Angst am Hals würgt? Wie soll man Vertrauen haben, wenn man sich sooft getäuscht fühlt? Nicht wahr, das ist dein Problem?

Es ist dein Problem. Du bist ein aktiver Typ, du bist eine Macherin. Aber jemand wie du kann nur handeln, wenn er mit sich und mir im Reinen ist. Ich sage dir, meine Tochter: In dem Augenblick, wo es dir gelungen ist, innerlich einverstanden zu sein mit dem was ist, bist du frei.

Deine Sache ist es, als astrologische Lebensberaterin Menschen zu helfen. Du kannst wahrhaftig eine Lebensberaterin sein, wie man unter hundert keine zwei findet. Kannst es jetzt schon sein, musst es aber noch nicht. Entscheidend wäre, dass du innerlich weißt, dass du es bist und dass du es kannst.

Du stehst aber genau an dem Punkt, wo du irgendwo „weißt“, dass du es kannst, aber wenn du es versuchst, geht nichts. Du weißt, dass die Fähigkeit da ist, aber du kannst sie nicht nutzen. Der Zufluss ist verstopft. Von Angst, von Abkapselung, von Misstrauen, von Minderwertigkeitsgefühlen, von Selbstzweifeln.

Wenn du tief in dir weißt, dass ich dir alles geschickt habe, wenn es dir wirklich gelingt, mir dieses Paket zu übergeben und du dich anschließend befreit fühlst, dann bist du befreit. Dann ist alles gut. Solange du das aber nicht kannst, bist du nicht zu mir gekommen und ich kann dich auch nicht in die Arme nehmen.

Du kannst, sollst und wirst dich astrologisch weiter schulen. Aber nutzen wirst du deinen inneren Reichtum, den du bereits hast, und der sich durch diese Schulung nur vermehrt, erst können, wenn du begriffen hast, dass du frei bist. Wenn das passiert, ist es wie das Anknipsen eines Lichtschalters.

Dein Weg dazu ist es, deine Härten vertrauensvoll und dankbar als meinen Willen anzunehmen. Deine Herausforderung ist es, jede neue Härte dankbar anzunehmen als etwas aus dem du lernen kannst. Und deine Aufgabe ist es, das zu begreifen. Lernen sollst du, dass du selbst die Lösung finden musst und ich es so eingerichtet habe. Erst, wenn du tief innerlich sagen kannst: „Vater, komme was wolle, ich nehme es an, ich wehre mich nicht länger“, dann wirst du handeln können.

Deine Blockaden zurzeit sind da, weil du Barrikaden aufgebaut hast. Aus Angst, die Flut könnte über euch hereinbrechen und in dem Irrglauben du könntest es verhindern, hast du überall in dir Dämme und Schutzwälle errichtet. Mit dem Erfolg, dass nun wirklich nichts mehr zu dir herein kann.

Du bist eine Macherin, aber du kannst nur handeln in meinem Geist. Segen ruht nur über deiner Arbeit, wenn du weißt, dass ich deine/eure Geschicke leite. Wenn du dich also frei fühlst. Die Not, die du empfindest, ist deine Chance, nicht dein Fluch.

Monika, lass es doch einfach geschehen! Lass die Dinge auf dich zukommen und wehre dich nicht! Lass es geschehen und sie zu, was geschieht. Du kannst es doch sowieso nicht ändern. Also lass es doch geschehen! Lass es geschehen und sage: „Gott will es so!“, anstatt dich selber mit Fragen zu quälen, auf die du keine Lösung findest. Wenn du das tust – und es auch so meinst – dann kommen auch die Antworten und die Lösungen.

Wenn du zur Bank gehst um Geld zu holen, sieh nicht den Mangel, sieh die Fülle! Das ist nicht paradox. Das ist der entscheidende Punkt! Du siehst Mangel – also empfindest du auch Mangel, also ist da auch Mangel. In deinen Augen. Und weil du das so siehst und die Managerin der Familie bist, besteht durchaus die Gefahr, dass sich tatsächlich Mangel manifestiert.

Sieh die Fülle. Es geht euch nicht schlecht, es geht euch gut.

Du bist ein spiritueller Mensch, du hast eine hohe Sensibilität. Und durch Jörg hast du die Möglichkeit, direkt mit mir zu sprechen. Ja, ist denn das alles nichts?

Aber du brauchst jetzt Hilfe. Du brauchst meinen Segen. Ich gebe ihn dir:

Ich segne dich und deine Arbeit als Mutter. Ich segne deine Astrologie, weil sie das Rechte für dich ist. Ich segne dich als Lebensberaterin, denn du bist es und es war mein Wunsch, dass du es wirst. Ich segne diese Familie und diesen Abend. Ich segne euch beide.

Es ist kein Mangel bei euch. Es ist Fülle da! Die Speicher sind randvoll. Ihr müsst sie nur öffnen.

Dialog 358 – Kampf um Vertrauen

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„Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen etwas. Die noch Stärkeren kämpfen mehrere Tage. Die Allerstärksten kämpfen ihr ganzes Leben. Diese sind die wertvollsten.“

Kampf um Vertrauen

Dialog 358 – Oktober 1991

Ihr erlebt wieder einmal einen echten Tiefpunkt. Wieder einmal scheint alles zu klemmen, festzustecken. Wieder einmal droht euch finanziell die Luft auszugehen. Wieder einmal fällt es schwer Vertrauen zu haben, stärker zu sein als die Resignation, die sich wie ein schwarzes Tuch ausbreitet. Wieder einmal seid ihr ganz alleine, weit draußen auf dem Ozean und kein Land ist in Sicht. So ungefähr muss euch doch zumute sein.

Jeder hat sein Schicksal, dass er selbst gewählt hat. Und jeder hat im Leben die Pflicht dieses Schicksal zu wenden. Denn kein Leben, nicht ein einziges unter allen Menschen, ist so, dass man sein Leben einfach nur „runter zu leben“ braucht. Das dürft ihr nicht vergessen.

Eure Lage ist sicherlich nicht beneidenswert, aber es ist EURE Lage und für euch ist sie gut und richtig. Eure Aufgabe liegt zurzeit noch immer darin Vertrauen zu haben. Trotzdem und gerade, weil es so schwer, so unmöglich zu sein scheint, Vertrauen zu haben, ja, mehr Vertrauen zu haben denn je, und nicht zu verzweifeln, auch wenn das Vertrauen so schwer zu finden oder gar zu halten ist. Das genau ist eure Aufgabe.

Es gibt einen sehr guten Satz von Berthold Brecht:
„Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen etwas. Die noch Stärkeren kämpfen mehrere Tage. Die Allerstärksten kämpfen ihr ganzes Leben. Diese sind die wertvollsten.“

Ihr dürft nicht verzweifeln und immer wieder mutlos fragen, wann das endlich einmal aufhört. Eure Lage geht nicht vorüber wie die Nacht, die dem Morgen weicht. Es ist eure Aufgabe aus der Nacht den Morgen zu machen.

Vertrauen haben heißt auch nicht zu warten und nichts zu tun und es schon für eine Leistung zu halten nicht aufgegeben zu haben. Kämpfen ist etwas ganz anderes. Und ich fordere euch auf zu kämpfen: Gegen die Resignation, gegen die Angst, gegen die Scham, gegen das Grau.

Kämpfen heißt die Angst verlieren. Aber wie geht das eigentlich? Es ist immer so leicht davon zu reden, wenn es einem gut geht. Aber wenn man es tun soll, ist man auf einmal zu müde, auch nur eine Hand zu heben.

Kämpfen heißt, sich der Mutlosigkeit entschlossen in den Weg zu stellen. Kämpfen heißt Verantwortung zu übernehmen. Vor allem aber heißt es, sich gegen die Resignation zu stellen. Der Krieger wird dann am gefährlichsten, wenn keine Aussicht auf Überleben mehr zu geben scheint – und dennoch kämpft er.

Dialog 357 – Resignation

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Du findest aber immer wieder Menschen und Situationen, die von dir verlangen, dass du dich auf deine eigenen inneren Kräfte besinnst.

Resignation

Ich fühlte mich innerlich leer, fühlte mich erschöpft und müde vom Ringen um Wachstum und Meisterung des Alltags.

Dialog 357 – September 1991

Es ist schrecklich, dich in einer solchen Stimmung zu sehen, wenn nur noch Öde in dir herrscht und all deine wunderbaren Fähigkeiten, deine Energie brach liegt, mit der du so viel anfangen könntest.

Gewiss, da ist ein guter Teil Resignation dabei. Aber durch deinen Hang dich gehen zu lassen, neigst du dazu, dich dieser Resignation zu leicht zu überlassen. Es ist ein Wesenszug von dir. Du hast in deinem Leben viel Kummer erlebt. Du trägst auch viel Kummer aus weiter zurückliegenden Zeiten in dir. Es gehört zu deiner Lebensaufgabe, einmal über all diese Barrieren zu springen und stärker zu sein. Stärker als alles, was dich nach unten ziehen will.

Ich kann mir denken, dass dir solche Worte gerade noch gefehlt haben. Du wolltest Trost und Hoffnung und ich führe dir auch noch Versagen vor. Aber das tue ich gar nicht. Ich weise dich nur auf einen deiner stärksten Schwachpunkte hin.

Du kommst nicht daran vorbei, deine inneren Sperren zu überwinden. Denn das ist der Punkt: Du fühlst dich klein. Immer hast du dich klein gefühlt und instinktiv jemanden gesucht, an dem du dich anlehnen kannst. Nicht erst seit deiner Geburt in dieses Leben.

Du findest aber immer wieder Menschen und Situationen, die von dir verlangen, dass du dich auf deine eigenen inneren Kräfte besinnst.

Dialog 356 – Beten und Einstimmen

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Wintertag im Oktober

Ich liebe dich und ich würde dich so gerne auffangen, wenn du meine Hand nur sehen könntest! Du siehst sie nicht, aber sie ist da. Ich stehe hinter dir, bereit dich aufzufangen, wenn du fällst.

Beten und Einstimmen

Dialog 356 – Juli 1991

Monika:
Es ist mir klar, dass meine Nervenschmerzen mit meinem Stress und meiner Unfähigkeit mein Leben zu meistern zusammenhängen müssen. Aber was soll ich denn tun? Über den Verstand kann ich meine Probleme nicht lösen. Und es ist ja nicht so, als würde ich mich nicht ändern wollen. Es ist mir auch klar, dass die Dinge, dich ich meinem Sohn vorwerfe, Dinge sind, die ich an mir selbst zu ändern habe. Ich bin furchtbar selbstbezogen und es fehlt mir an Hingabe. Nur, das weiß ich schon länger, aber ich schaffe es nicht das zu ändern. Ich nehme es mir oft vor, aber ….

Ich leide sehr unter dem Gefühl, auf allen Gebieten zu versagen. Angst und Verzweiflung beherrschen mich. Ach Vater, ich weiß es doch! Aber ich schaffe es ja nicht mal, mich regelmäßig einzustimmen und zu beten. Und das, obwohl ich mich nach Nähe zu dir sehne.

Ein Teil von mir scheint mich zerstören zu wollen, versucht zu verhindern, dass ich nahe bei dir bin. Ich komme überhaupt nicht mehr klar mit mir. Die Morgen immer voller Tatendrang und der ständige total Energieverlust am frühen Nachmittag.

Wenn ich das alles verbalisiere, dann jammere ich dir und Jörg die Ohren voll. Weiterbringen tut mich das auch nicht. Es schmerzt nur ganz schrecklich. Und jetzt habe Angst, von dir „eine auf den Deckel zu kriegen“ und möchte doch nur von dir in den Arm genommen und geliebt werden. So muss es meinem Sohn oft mit mir gehen.

Meine Tochter, ich freue mich über diese Worte. Du hast damit viel dazu beigetragen mir näher zu kommen. Mehr als du ahnst. Das waren gute Worte und Gedanken. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen Jammern und Weinen.

Beten fällt dir schwer, sagst du. Ein Teil von dir sträubt sich gegen dein Wachstum, sagst du. Das ist natürlich richtig und muss auch so sein, weil du diesen Teil überwinden musst.

Die Morgen voller Tatendrang sind meine Stunden. Da bist du noch angeschlossen. Was dann folgt sind deine Stunden.

Zum Beten will ich euch einmal etwas Grundsätzliches sagen. Beten ist nicht das, was ihr euch darunter vorstellt. Beten ist ein Innehalten-können. Beten ist die Berührung mit mir. Beten kann so stattfinden, dass man innehält und sich auf mich zu besinnen versucht. Vor dem Tag. Als sogenannte Einstimmung. Aber es muss durchaus nicht so sein:

Begreifen.
Spüren.
Verstehen, dass man jetzt gerade Hilfe braucht.
Dann, im aktuellen Moment der größten Belastung, sich die Sekunden Zeit zu nehmen und zu sagen: „Moment mal, jetzt mal ganz ruhig. Wo ist eigentlich Gott?“ – Das ist Beten!

Die Sache mit dem Einstimmen wird immer wieder völlig falsch verstanden. Der Mensch ist doch keine Batterie, die man morgens auflädt, damit sie bis zu Abend durchhält. Wenn der Mensch alleine mit sich zurechtkommen muss, dann muss er manchmal öfter an die Steckdose. Und da genügen oft Sekunden um Kapazität zu laden!  Sekunden des Innehaltens und des Fragens: „Wo ist Gott in diesem Augenblick?“ Und du wirst sehen, er ist da!

Die Einstimmungen, an deren Beispiel du dich orientierst, funktionieren so richtig gut nur in Gemeinschaften. Da trägt das geistige Potential, der Wunsch und Wille aller Beteiligten zum Gewinn des Einzelnen bei. Wer aber alleine ist, der tut sich schwer mit dem Einstimmen, denn er hat nur sich selbst.

Trotzdem kann auch das funktionieren. Man darf nur nicht glauben: Einstimmung am Morgen löst Kummer und Sorgen. Wer alleine ist, braucht mich viel öfter, braucht mich ständig, praktisch in jeder Minute. Und da bedeutet Einstimmung: Das einfach Wissen darum, dass ich da bin.

Leere Worte?  Hohle Sprüche? Praxisanweisungen, die keine sind? Das solltest du nicht denken, Monika. Ich bin doch in dir, spürst du das denn nicht?

Ich liebe dich und ich würde dich so gerne auffangen, wenn du meine Hand nur sehen könntest! Du siehst sie nicht, aber sie ist da. Ich stehe hinter dir, bereit dich aufzufangen, wenn du fällst.

Du sollst aber nicht fallen, sondern wachsen. Und auch dabei helfe ich dir. Du wächst jeden Tag ein Stück weiter.