59 – Unterscheiden lernen

Unterscheiden lernen

Mein lieber Vater im Himmel, ich grüße Dich in tiefer Liebe, vor allem aber in tiefer Dankbarkeit für alles, was Du mir in letzter Zeit geschenkt hast. Ich danke Dir für die vielen Hinweise, für die vielen Hilfestellungen, für die wunderbaren Erlebnisse der letzten Monate.

Ich fühle, dass ich auf dem richtigen Weg bin – und ich fasse mehr und mehr Mut, mich völlig zu finden und zu erkennen. Ich habe aber auch Lektionen erhalten über die Wichtigkeit, unterscheiden zu können. Nicht blindlings alles zu glauben, was mir von irgendwoher gesagt wird – sei es auch aus noch so guter Quelle…. Das hat mich mächtig durchgewirbelt – . Dennoch brauche ich Hilfe von außen, um meinem nächsten Ziel, meiner nächsten Aufgabe, der Befreiung meines Inneren Kindes und anderer Seelenanteile, die in Not sind, gerecht zu werden.

Ich fühle mich überfordert, von dem vielfältigen Angebot , den vielen Möglichkeiten, die sich bieten auf diesem Gebiet. Wie kann ich besser spüren, was der richtige Weg für mich dahin ist, wer der richtige Begleiter für mich ist? Ich habe die große Verantwortung kennen gelernt, – was es heißt, sich jemandem anzuvertrauen, – und welche Macht dessen Worte über einen haben können. Ich versuche auch, dies in eigener Meditationsarbeit zu schaffen – auch in Zusammenarbeit mit den Engeln und der lieben Weißen Bruderschaft, die mir ein so großes Geschenk gemacht hat. Aber ich habe Schwierigkeiten dabei, wirklich zu erkennen oder auch hier wieder zu unterscheiden – zwischen der authentischen Botschaft und der von mir gedachten (vom Verstand).

Ich bitte hier um einen Schlüssel um Hilfe für bessere Unterscheidungsfähigkeit, lieber Gott. Denn ich fühle, dass ich davor stehe, einen großen Schritt zu tun. Und ich möchte ihn von Herzen tun – und vor allem mit dem Herzen. Und nicht mit etwas/jemandem anderen, der nicht für das Herz, für die Liebe steht. Kannst Du mir einen Rat geben, mein lieber himmlischer Vater?

Antwort:

Umwege und Irrwege können gute Verkehrsverbindungen zur Wirklichkeit und damit zur inneren Freiheit sein. Oft sind es sogar die einzig möglichen Straßen, die einem Suchenden offen stehen, wenn er zu Einsichten und Wissen kommen will.

Die Realität wie du sie kennst und mitgestaltest ist nur vorstellbar als eine Welt der Gegensätze. Um zu wissen, was gut für dich ist, musst du vorher erfahren haben, was schlecht für dich ist. Um zu wissen, wem du vertrauen kannst, musst du vorher mit Menschen zusammen gekommen sein, die dich enttäuscht haben.

Das weißt du natürlich, aber ich muss dich daran erinnern, denn an diesem Spiel ändert sich so lange nichts bis du die Weisheit erlangt hast zwischen Realität und Wirklichkeit zu unterscheiden. Weil das aber nicht mehr und nicht weniger ist als eine Lebensaufgabe, werden sich Fragen wie die deine immer wieder stellen und niemand anders wird sie dir beantworten können als du selbst.

Aber: Wer das eigentlich in seinem Herzen weiß, so wie du, wird ganz von selbst immer sicherer im Gespür dafür werden, welcher Schritt als nächstes gegangen werden muss, bei welchem Helfer du nichts Neues mehr dazulernen würdest und wem du auf deinem Weg sogar besser aus dem Weg gehst. Schmerzhafte Lebenserfahrungen sind niemals überflüssige Lebenserfahrungen.

Den Schlüssel, den du suchst, hast du längst in der Hand und du hast bis heute schon viele Türen mit ihm geöffnet. Natürlich hast du hinter diesen Türen nicht immer das gefunden, was du dir erhofft hattest, immer aber das, was wichtig für dich war. So musst du es auch weiterhin sehen. Wenn du dem Führer im eigenen Herzen nicht immer trauen kannst, weil du befürchtest, den Vorstellungen des eigenen Verstandes aufzusitzen, dann ist eben diese Tür die nächste, die du dir erschließen musst.

Du bist da ganz gewiss nicht alleine. An diesem Punkt stehen alle Suchenden früher oder später und alle stellen sie (sich) dieselbe Frage wie du. Vielleicht tröstet es dich wenn ich dir sage, dass es ein Zeichen von spiritueller Reife ist an diesen Punkt überhaupt gekommen zu sein. Du weißt bereits recht gut zwischen den Ebenen der ersten und der zweiten Wirklichkeit zu unterscheiden und bist in der Lage, die Spreu vom Weizen zu trennen. Andernfalls würden sich solche Fragen gar nicht erst stellen. Aber du hast eben noch nicht die unbedingte, die letztendliche Sicherheit darin.

So lange du mit dem Herzen an die Dinge herangehst, brauchst du dich niemals zu sorgen auf dem falschen Weg zu sein. Und mit dem Herzen an die Dinge heranzugehen heißt, dich selber in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen. Nur was sich gut für dich anfühlt, kann auch gut für dich sein und ich sage dir, du hast die Fähigkeit hierin zu unterscheiden im Grunde längst erworben.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

58 – Umgang mit der Bibel

Umgang mit der Bibel

Mich beschäftigt die Frage der Kreuzigung. So wie ich die Zusammenhänge bisher verstanden habe, war der Tod Jesu die notwendige Voraussetzung dafür, dass du uns bösen Menschen unsere Sünden vergibst. Diese Version ist aber für mich nicht besonders befriedigend. Selbst wenn du der Kinderschreck wärest, als den ich dich lange Zeit betrachtet habe – nicht einmal menschliche Eltern würden so etwas von ihren Kindern verlangen. Welchen Gewinn hättest du davon, dass du deine eigenen Kinder ans Kreuz schlagen lässt? Wenn du in der Lage gewesen bist Himmel und Erde in sechs Tagen zu erschaffen, hättest du dann nicht einen anderen Weg wählen können, um die Menschheit von ihren angeblichen Sünden zu befreien?

Antwort:

Die Bibel wird um so unverständlicher, je mehr du versuchst sie beim Wort zu nehmen. Und das ist auch ganz gut so, denn es ist nicht die Aufgabe dieser Schrift ein bequemes Nachschlagewerk zur schnellen geistigen Orientierung zu sein. Wenn du sie wirklich verstehen willst, wirst du lernen müssen, mehr zwischen als in den Zeilen zu lesen, denn dort stehen die wichtigsten Botschaften. Gut sichtbar für jeden, der mit weitem, geöffneten Herzen die Tür durchschreitet, auf der mein Name steht, und hinter der es von der Realität zur Wirklichkeit, vom Verstehen zum Wissen geht. Unsichtbar aber für jeden, der auf die Herausgabe dieses Wissens pocht anstatt es zu suchen und sich ihm, wenn die Spur aufgenommen worden ist, zu nähern.

Die Bibel ist auch kein Geschichtsbuch, obwohl in ihr die Geschichte der Entstehung des Christentums aufgezeichnet ist, womit sie immerhin ein Werk von großer historischer Bedeutung ist. Aber sie ist mehr.

Versuche sie als einen spirituellen Führer zu betrachten, dann kommst du ihrem Anliegen, ihrem Auftrag und auch den in ihr enthaltenen Möglichkeiten für dein eigenes spirituelles Wachstum schon sehr viel näher.

Es bringt dich auch nicht weiter, sie als „heilige Schrift“ zu betrachten. Das sind Worte, die meistens nur bewirken, dass die Menschen das Suchen aufgeben, weil sie vor lauter Respekt nicht mehr wagen Fragen zu stellen. Die Bibel ist ein Führer, mehr nicht. Und sie ist beileibe nicht der einzige Führer, der den Weg zum Wissen und damit zu mir kennt.

Die Fragen, die du ansprichst, sind in der Geschichte des Christentums Anlass für unendlich viele Diskussionen gewesen und an ihnen werden sich auch weiterhin die Geister scheiden: Wieso sollen alle Menschen von Geburt an sündig sein und warum sollte Gott seinen Sohn opfern, um die Menschen von diesen Sünden zu befreien? Und das noch auf eine derart grausame Weise? Standen ihm als Gott da nicht andere Möglichkeiten zur Verfügung? Und schließlich: War dieser hohe Einsatz nicht auch noch vergebens, da sich an der Sündhaftigkeit der Menschen bis heute nichts geändert zu haben scheint?

Wie bereits gesagt: Nimm diese Dinge nicht zu wörtlich, sonst kommst du nicht weit. Ich bin Alles-was-ist, ich bin unendliche Liebe und Wahrheit, ich bin Allgegenwart, Allwissenheit oder Allmacht – aber eines bin ich ganz gewiss nicht: Ein Vater, der seinen Sohn zu Tode quälen lässt, um damit etwas zu „erreichen“, was ihm auf andere Weise nicht gelungen ist.

Der Sohn ist ein Bild wie der Vater ein Bild ist. Betrachte mich nicht als Person und Jesus nicht als meinen Verwandten. Es gab einen historischen Jesus aus Fleisch und Blut. Dieser Mann, der Gott so nahe gekommen ist, dass er ihm gleich war, ist am Kreuz gestorben, weil er NUR SO UND NICHT ANDERS die Botschaft der Liebe Gottes weitertragen konnte. Meine Botschaft. Der Mensch aus Fleisch und Blut namens Jesus aber hatte einen Geist, und zwischen diesem Geist und mir besteht die Vaterschaft bzw. die Gottessohnschaft, das Verhältnis zwischen Vater und Sohn.

Der Tod am Kreuz war die freie Entscheidung des MENSCHEN Jesus, der dem GEIST des Christus zum Durchbruch verhelfen wollte. Stell dir vor, er hätte eine andere Entscheidung getroffen und wäre am Vorabend der Kreuzigung seiner Wege gegangen, anstatt sich selbst auszuliefern. Glaubst du, es hätte dann jemals ein Christentum gegeben?

Wenn in diesem Zusammenhang von meinem Willen die Rede war, so ist auch das nicht wörtlich zu nehmen. Der Wille Gottes ist nicht mit dem menschlichen Willen gleichzusetzen sondern beschreibt die Allgegenwart, Allwissenheit und die Allmacht Gottes. Der menschliche Wille hat Ziele und kennt Absichten. Mein Wille verfolgt keine Ziele und er kennt keine „Hintergedanken“. Er IST einfach, mehr nicht.

Wenn Jesus sagte: „Dein Wille geschehe“, so wollte er damit zum Ausdruck bringen, dass es für den Menschen kein größeres Ziel geben kann, als eins mit mir zu werden. Eins mit dem Universum, eins mit der universellen Liebe, die, anders als die menschliche Liebe, kein Gut und Böse kennt.

Die „Sünde“ des Menschen besteht in der Getrenntheit von mir, wobei ich für das Wort nicht verantwortlich bin. Ich beschuldige niemanden und klage niemanden dafür an, dass er noch auf dem Weg zu mir, auf dem Weg zum Einssein mit dem Universum ist. Das bringen nur Menschen fertig und Menschen haben Absichten und verfolgen Ziele mit dem was sie sagen und tun. Anders als ich.

Ich würde eher von dem „Problem“ des Menschen als von seiner „Sündhaftigkeit“ sprechen, denn das Getrenntsein von mir hat Folgen: Es errichtet eine Mauer zwischen der Realität und der Wirklichkeit. Denk mal an die Wunder, von denen im Neuen Testament die Rede ist, dann weißt du, welche Mauer ich meine und was die eine Welt von der anderen unterscheidet.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

57 – Übergewicht (2)

Übergewicht (2)

Mit Deiner Beratung und deiner Hilfe bin ich bis heute auf meinem Weg bereits sehr weit gekommen, habe Vertrauen in mein Leben, werde stückchenweise immer mehr zur Liebe und habe gelernt wie es ist, im Hier und Jetzt in mir zu ruhen und die Liebe zu fühlen.

Was in letzter Zeit als Problem auftaucht ist, dass ich mein Spiegelbild meide. Ich fand mich zwar nie schön, war mit meinem Spiegelbild aber doch immer recht zufrieden. Nun bin ich 43 und übergewichtig. Ich weiß, dass es gerade jetzt, nach meiner Entwicklung in der letzten Zeit, völlig egal ist wie ich aussehe, aber mir geht es weniger um die Anerkennung meiner Schönheit durch andere, als darum, mein Spiegelbild gerne anzuschauen.

Seit einigen Wochen denke ich ununterbrochen daran, dass ich an meinem Äußeren etwas verändern muss, denn mein Innenleben ist ja so ausgewogen wie nie zuvor. Diese Gedanken quälen mich – ich möchte sie nicht denken. Doch jedes Mal, wenn ich an großen Fensterscheiben oder Spiegeln vorbei gehe und mich darin erblicke, erschrecke ich mich darüber, wie dick und unattraktiv ich mir selbst erscheine. Bitte helft mir, denn ich leide sehr darunter und bin fast schon wie besessen davon.

Antwort:

Die Vorstellung liegt nahe, dass der Weg nach Innen – immerhin ein Weg des Herzens – nicht nur Balsam für die Seele ist, sondern auch den Körper erfrischt. Dass der Mensch auf diesem Weg Geist und Seele pflegt, den Körper verjüngt und somit gesundet.

Das ist auch richtig so, aber oft wird der Weg unterschätzt, der bis dahin zurückgelegt werden muss und damit die Widerstände, die dabei überwunden werden müssen.

Der Weg nach Innen, der Weg der inneren Erkenntnis, der Weg des Herzens, zumal wenn er so konsequent gegangen wird wie du es tust, erfordert viel Kraft. Es ist kein einfacher Weg, denn mit jedem Schritt, den du gehst, entfernst du dich zugleich mehr und mehr von allem, was dir bis dahin vertraut war und dir Halt gegeben hat. Du orientierst dich immer weniger in deiner äußeren Welt, du stützt dich nicht mehr länger auf die Realität, sondern suchst deinen Halt im Inneren, im Herzen. Weil du weißt, dass du nur dort die Antworten auf die Fragen finden wirst, die dich wirklich bewegen.

Jeder Mensch hat seine eigene Art diesen Weg zu beschreiten, doch welche davon gewählt wird, entscheidet er nicht selbst. Darüber befindet allein die Seele. Nur sie weiß, an welchem Punkt des Wissens, des Wachstums und der Reife sie steht, welche Schritte als nächstes anstehen und in welchem Tempo sie gegangen werden müssen. Du als Mensch hast keine andere Wahl, als dich dieser Entscheidung zu beugen, und damit kommen wir zu deinem Problem:

Du hast nicht die Weisheit, dich vor der Größe deiner Seele zu verneigen. Hättest du sie, könntest du ihre Entscheidungen ohne Kämpfe und innere Widerstände akzeptieren und dein Weg des Wissens, dein Weg des Herzens, wäre sehr viel leichter für dich zu gehen. Du aber hast einen starken Verstand mit auf den Weg bekommen, der sich die Führungsrolle, die er sich geschaffen hat und an die er gewöhnt ist, nicht so leicht aus den Händen nehmen lässt.

Das heißt für dich ganz praktisch: Du bist zur Zeit sehr oft an zwei „Orten“ gleichzeitig. Einerseits nimmst du sehr bewusst, sehr viel bewusster als zu früheren Zeiten, die Realität wahr, in der du lebst. Du hast auch kaum eine andere Möglichkeit, denn dein Verstand wird derzeit nicht müde, ihre Vorzüge und ihre angebliche Einmaligkeit und Großartigkeit zu beschwören. Du nimmst sie wahr, aber du durchschaust sie auch immer klarer als das was sie ist: Eine Welt der Illusionen.

Gleichzeitig bist du inzwischen aber auch in deinem Herzen angekommen und hast begonnen eine andere Wirklichkeit zu leben. Die eigentliche Wirklichkeit. Die Welt des Wissens, in der Wachstum und spirituelle Reife eine Rolle spielen und alles Äußerliche ohne Bedeutung ist. Die Welt, deren Größe sich nur der Liebe, nicht aber dem Verstand erschließt.

In diesem Spannungsfeld stehst du und so nimmst du dich auch wahr. Du siehst, wer du nicht mehr sein willst. Du siehst den Teil von dir, der dir bisher nicht zu folgen bereit war. Und du siehst die Anstrengung, die es deinen Körper kostet, auf dem Boden der Realität zu bleiben während dein Herz sich eigentlich mit dir in ganz andere Höhen emporschwingen möchte.

Ich rate dir, dich mit freundlicheren Augen zu betrachten, denn alles ist ein Teil von dir. Auch der Verstand, der es dir so schwer macht dich vom Boden zu lösen, indem er DICH so schwer macht. Hab Verständnis für ihn und sein Bemühen, für dich und dein Wohlergehen zu sorgen. Er tut es eben auf seine Weise. Hab Verständnis für dein Körpergewicht, denn es wird im Moment noch gebraucht. Du stehst in einem Spannungsfeld und brauchst in dieser Phase der inneren Entscheidung AUCH einen handfesten Halt und einen Körper, der dich schützt.

Geh milder mit dir um, und es wird dir um so leichter fallen den Ballast abzuwerfen, unter dem du so leidest. Du wirst dich verändern, wenn du über die Schwelle hinaus bist, an der sich Realität und Wirklichkeit voneinander trennen. Wenn du wirklich und wahrhaftig deinen Platz im eigenen Herzen eingenommen hast. Wenn du LOSLASSEN kannst.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

56 – Übergewicht (1)

Übergewicht (1)

Ich möchte sehr gerne meine Nahrungsaufnahme normalisieren. Was lässt mich so oft zu Süßigkeiten greifen? Im Grunde will ich das doch nicht. Auch das Essen insgesamt – was läuft da falsch?

Ich will das ändern. Was kann ich tun, das auch wirklich praktikabel ist für mich, um die Nahrungsaufnahme zu „normalisieren“? Schließlich wirkt sich dies ja auch körperlich unästhetisch aus, was mir doch sehr zu schaffen macht.

Antwort:

Das mit dem „praktikabel“ ist so eine Sache. Es geht hier nicht um deine Essgewohnheiten, es geht um dich. Es geht um dein Bild von dir und damit meine ich nicht deine äußere Erscheinung.

Du willst deine Essgewohnheiten nicht wirklich ändern, du willst dich selbst ändern, doch das kannst du nur, wenn du dich mit dir auseinandersetzt. Du löst ein Problem nicht dadurch, dass du versuchst es aus der Welt zu schaffen, sondern indem du dir von ihm erklären lässt, was es dir sagen möchte.

Nichts in deinem Leben ist unwichtig, alles hat Bedeutung und alles an dir ist es wert geliebt und beachtet zu werden. Das aber hast du in vielen Fällen nicht getan. Es gibt Teile von dir, die du ganz und gar nicht achtest oder liebst, und es gibt andere, die du überhaupt nicht kennst. Denen du ein Leben lang aus dem Weg gegangen bist und von denen du auch in Zukunft meinst nichts wissen zu müssen. „Irrtum“, sagt deine Seele und sorgt dafür, dass du an dir selbst nicht mehr vorbei kommst.

Du bist nicht nur das, was du von dir weißt. Deine Erinnerung kennt nur einen winzig kleinen Teil von dir. Sozusagen das Allernötigste. Was man eben so meint für den Alltag von sich wissen zu müssen. Große Teile von dir erschließen sich deinem Bewusstsein gar nicht und trotzdem sind sie sehr lebendig und sehr aktiv. Sie prägen dich und alles was du bist ist ein Abbild dieses Ganzen. Stell dir einen Vulkan vor, der seit Menschengedenken nicht mehr ausgebrochen ist, der als ungefährlich gilt, weil er an der Oberfläche nur noch ein wenig blubbert und dampft. Er mag harmlos aussehen, aber er hat ein gewaltiges Potential an Kraft.

So ähnlich verhält es sich mit dir. Du bist wie der Vulkan, der vergessen hat, wer er eigentlich ist. Aber in dir gärt es. Du bist verletzt worden, du bist traurig und du bist zornig. Und du isst. Du schluckst deinen Zorn runter, deine Trauer deine Verletzungen, aber sie kommen immer wieder hoch und du weißt, das du sie SO niemals loswerden wirst.

Du beobachtest dich und dein Leben, und dir gefällt nicht was du siehst. Du spürst, dass da etwas nicht in Harmonie bei dir ist. Dass es unterschiedliche Bilder von dir gibt, die sich nicht in Deckung, nicht in Übereinstimmung miteinander bringen lassen.

Und du isst.

Schluckst das alles runter, willst nichts davon wissen, willst nichts von dir wissen, doch dein Körper spielt da nicht mit. Er sorgt dafür, dass du dich nicht übersehen kannst, und so ist es unter anderem jetzt auch zu dieser Frage hier gekommen, auf die ich nun direkt antworten kann.

Deine Frage darf nicht lauten: „Was kann ich tun, um meine Nahrungsaufnahme zu normalisieren“, sie muss lauten: „Was kann ich tun, um zu sehen wer ich bin und um zu lieben, was ich dann sehe?“

Alles an dir ist in Ordnung, alles an dir ist liebenswert, aber so lange du nicht selbst dieser Meinung bist, kann sich an deinen Essgewohnheiten nichts ändern und keine Therapie, keine Ernährungskontrolle, keine Technik und auch keine Hilfsmittel gleich welcher Art können daran etwas ändern.

Aber DU kannst eine Menge daran ändern. Jederzeit. Jetzt sofort. Du kannst beschließen mir zu vertrauen, wenn ich dir sage, dass es nichts in deinem Leben gibt, dessen du dich zu schämen brauchst. Wenn ich dir sage, dass du vollkommen bist und es keinen Grund gibt, so viel von dir vor der Welt verbergen zu wollen. Du hast alte Narben von alten Wunden, die deiner Seele vor lange Zeit geschlagen wurden. Sie tun noch heute weh, weil du dich bis heute geweigert hast zu verzeihen. Du weißt heute nicht einmal mehr, um was es dabei ursprünglich ging, du spürst nur tief in dir drinnen dass es noch immer weh tut und du isst und schluckst und isst.

Es geht nicht darum, dass du jetzt anfangen sollst in deiner Vergangenheit zu graben. Die Wunden, von denen ich spreche, liegen zum Teil weit außerhalb der Reichweite deiner Erinnerungen. Es geht darum, dass du HEUTE beschließt dich zu akzeptieren wie du BIST. Mit deinem Hunger auf Süßes, mit deinen Essgewohnheiten, die anfangen dich zu stören, mit deinen Fehlern oder das, was du dafür hältst.

Betrachte deine Essgewohnheiten, betrachte deinen Körper, mit freundlichen, liebevollen Augen, und du wirst sehr schnell entdecken, dass du eine ganz andere Wahrnehmung von dir bekommst. Dir wird gefallen, was du siehst! Und es kann sein, dass dein Hunger auf Süßes oder auf zuviel des Guten DANN zu einem Hunger darauf wird, mehr von dir zu sehen, um der Welt mehr von dir zeigen zu können.

Und wenn dich auf dem Weg dorthin noch einmal die Lust auf Süßes packt, dann verurteile dich nicht dafür, sondern mach dir klar, dass dir jemand etwas wichtiges über dich sagen möchte! Alle Antworten auf alle Fragen liegen in dir. Alles was ich tun kann ist, dich daran zu erinnern, dass du das weißt.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

55 – Traumfrau

Traumfrau

Kommt es bei mir zu einer möglichen Partnerschaft, merke ich jedes Mal, dass ich eigentlich gar nicht wirklich will. Ich habe dann immer dieses oder jenes auszusetzen. Andererseits möchte ich aber doch gerne „meine Traumfrau“ finden.

Wie sind hier die Zusammenhänge? Was kann/sollte ich verändern?

Antwort:

Warum wirfst du dir das vor? Freu dich, dass es so ist und deine innere Führung, dein eigenes lebendiges Herz, so genau weiß, was gut, aber auch was zur Zeit nicht gut für dich ist. Und eine Partnerschaft, mit der du nicht im inneren Einklang wärest, sie wäre nun einmal nicht gut für dich.

Aber lass uns das Problem gemeinsam betrachten, das du dir gemacht hast.

Du gehst sehr streng mit dir ins Gericht, hast viel an dir auszusetzen, bist nicht einverstanden mit dir. Warum eigentlich nicht? Du hältst dich nicht für liebenswert, du hältst dich nicht für begehrenswert und natürlich glaubst du, dass jede Frau früher oder später ebenfalls zu dieser Ansicht kommen müsste. Also sicherst du dich ab, indem du es gar nicht erst zu einer engeren Beziehung kommen lässt.

Nur der einen Frau würdest du trauen. Der, die du bis heute noch nicht gefunden hast. Der „Traumfrau“. Aber wie solltest du die jemals finden, wenn du es niemals ernsthaft auf eine Beziehung ankommen lässt?

Das Problem an deinem Problem ist, dass es gar keines gibt. Es gibt nichts zu verändern an dir, weil alles perfekt ist an dir. Du bist der perfekte Partner für die Frau, deren Seele mit der deinen im Einklang ist. Natürlich gibt es diese Frau und es ist nicht nur eine. Doch so lange du deine ganze Aufmerksamkeit auf dein Äußeres richtest statt zu lernen auf dein Herz zu hören, so lange du damit beschäftigt bist, deine angebliche Fehler vor anderen Menschen zu verstecken, so lange wirst du in dem Bild gefangen sein, dass du selbst von dir entworfen hast. Und in dem bleibt auch eine Traumfrau immer nur ein Traum.

Du wolltest mehr über die Zusammenhänge wissen, nach denen sich deine persönliche Geschichte gestaltet? Dies sind die Zusammenhänge. Aber es bist immer du, der sie gestaltet.

Ich will, dass du deine wunderbaren schöpferischen Möglichkeiten nutzt, die in dir angelegt sind.

Du bist so wie du bist, weil du an die Möglichkeiten nicht glaubst, die dir zur Verfügung stehen könnten. Du hältst dich nicht für stark genug, dabei bist du es! Du hältst dich nicht für attraktiv, dabei bist du es. Du musst diese Dinge nur zulassen und du hast sie schon erreicht.

Du brauchst nur zu akzeptieren, dass du mit wunderbaren schöpferischen Möglichkeiten ausgestattet bist. Dann änderst du dich, ohne dass du etwas an dir hättest ändern müssen!

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

54 – Stimme des Herzens

Stimme des Herzens

Ich (19) bin seit 1 /12 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Wir sind zwar sehr verschieden, aber doch ein Traumpaar, glaube ich auf jeden Fall. Wir haben schon einiges durchgemacht, vor allem wegen mir. Ich kann sehr schnell eifersüchtig und unsicher werden.

Ich habe mich in den letzten Jahren sehr mit dem Leben auseinandergesetzt. Meine Frage: Wie sieht Gott mich? Und vor allem, wie sieht Gott unsere Beziehung? Haben wir wirklich eine Chance zusammen? Und stimmen meine Vermutungen (meine positiven)? Kann ich ihr hundertprozentig vertrauen?

Ich fühle mich so hin und her gerissen zwischen Wahrheit und Täuschung

Antwort:

Wahrheit und Täuschung, das sind zwei Begriffe, mit denen du nicht weit kommen wirst, weil sie in die bedingte und begrenzte Welt der Realitäten gehören. Mit der Wirklichkeit haben sie nichts zu tun. Sie sagen immer das aus, was du gerade sehen oder hören willst, aber sie sagen nichts darüber, wie die Dinge wirklich sind.

Du vermutest, dass deine Freundin dir treu ist, bist dir aber nicht sicher? Du fragst MICH, ob du ihr hundertprozentig vertrauen kannst? Natürlich kannst du das NICHT. Wie solltest du ihr vertrauen können, wenn du gleichzeitig voller Zweifel bist?

Einem Menschen zu vertrauen heißt, ihn mit dem Herzen, nicht mit den Sinnen zu erleben. Deine Augen zeigen dir das, was du sehen willst. Deine Ohren sagen dir das, was du hören willst. Dein Verstand rät dir das, was du wissen willst, aber nur dein Herz kann dir sagen, wie die Dinge wirklich sind.

Die Stimme des Herzens zu verstehen ist allerdings nicht ganz einfach. Zwar kommt jeder Mensch mit dieser Fähigkeit auf die Welt, aber sie zu verlernen und statt dessen den Verstand zu seinem Berater zu erklären gehört zu den ersten Aufgaben, mit denen der Mensch sich beschäftigt, so bald er zu denken gelernt hat.

Insofern sind Beziehungen wie die eure wunderbare Möglichkeiten, die alten vergrabenen Fähigkeiten wieder ans Tageslicht zu holen. Partnerschaften, in denen das Herz nichts zu sagen hat weil es nicht einmal gefragt wird, haben keine Kraft. Es sind Konstruktionen, die jederzeit wieder auseinander fallen können.

Hast du aber das Gefühl, in deiner Freundin jemanden getroffen zu haben, den du nicht so bald wieder verlieren willst, dann lohnt es sich, die Aufmerksamkeit mehr nach innen als nach außen zu richten. Deine Freundin muss DIR vertrauen können. Dann wird sich die Frage gar nicht stellen, ob du IHR vertrauen kannst.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

53 – Spirituelle Wege (2)

Spirituelle Wege (2)

Seit vielen Jahren übe ich mich darin, mit Gott, den Engeln und der Hierarchie Gottes Kontakt aufzunehmen und zu halten. Man könnte sagen, mein Leben ist seit Jahren auf meine spirituelle Entwicklung hin ausgerichtet. Die Zeiten waren nicht immer leicht und manchmal auch sehr schmerzvoll. An dieser Stelle danke ich Gott und sei-nen Engeln von ganzem Herzen für alle Hilfestellungen, die ich erhielt.

Ich möchte von Gott wissen, wie er mich sieht? Gehe ich so meinen Weg richtig? Wie weit bin ich eigentlich aus Gottes Sicht gereift? Wo kommt meine Seele her und wie „licht“ ist meine Seele? Gibt es für mich eine ganz bestimmte Aufgabe oder ein Ziel? Was rät mir „Gott Vater“ (so nenne ich ihn mal) wie ich mich weiter orientieren soll? Kann er mir sagen, wohin mein Weg führt?

Antwort:

Wir begegnen uns oft, weißt du das eigentlich? Es gibt Tage, an denen ich so dicht bei dir bin, dass wir uns praktisch durchdringen. An solchen Tagen spürst du meine Nähe in allem, was dein Geist berührt und deine Seele wahrnimmt. Du fühlst die Sicherheit und die Geborgenheit, die meine Unmittelbarkeit dir vermittelt. Du weißt, dass dir niemals etwas wirklich Schlimmes widerfahren kann und Schmerz und Leid in deinem Leben genauso ihren Platz haben wie Glück und Freude. In solchen Momenten fühlst du das tiefe Vertrauen, dass uns verbindet und du weißt, dass du vor nichts und vor niemandem Angst haben musst. Du fühlst dich sicher in meiner Nähe und wenn du morgens erwachst, dann liegt ein Licht auf deinem Tag. Dann haben die Dinge einen ganz besonderen Glanz. Dann bist du stärker als sonst und du weißt, dass die Kraft, die du spürst, ihre Energie von mir bezieht.

Wie schön, dass ich dir das jetzt in diesen Worten sagen kann.

Denn es gibt ja auch die anderen Tage. An denen haben wir es schwerer miteinander, weil du mich auf Distanz hältst und deinem Kummer gestattest mehr zu sein als er eigentlich ist. Dann gibst du ihm Macht und erlaubst ihm, dich zu beherrschen. An solchen Tagen bist du weit entfernt von mir, und ich habe keine Möglichkeit dich zu erreichen.

Doch nur die Freude, die du empfindest, wenn du dich in meiner Nähe weißt und wir in enger Verbindung miteinander stehen, ist wirklich. Kummer und Angst sind es nicht. Ich nutze die Gelegenheit, dir das etwas genauer zu erklären, denn an diesem Punkt steckst du zur Zeit fest: Kummer und Angst, Leid und Schmerz spielen nicht die Rolle in deinem Leben die ihnen zukommt.

Kummer und Angst, Leid und Schmerz sind zwar Begleiter auch deines Lebens, aber sie haben keine eigene Kraft. Es gibt sie nicht wirklich und welchen Einfluss sie auf dich ausüben, bestimmst du ganz alleine. Sie können an dir vorüber ziehen, ohne dich weiter zu berühren und Spuren in deinem Leben zu hinterlassen, oder sie kön-nen dich überwältigen und vollkommen beherrschen – es wird immer deine Entschei-dung sein.

Ich möchte dich auf diesen Unterschied aufmerksam machen, weil du das häufig verwechselst. Schmerz und Leid können hilfreiche Wegweiser und wunderbare Füh-rer sein, aber unbedingt notwendig für dein spirituelles Wachstum sind sie nicht und von mir gesandt sind sie schon gar nicht. Sie schärfen die Sinne und helfen dir Energie zu bündeln und Kraft zu sammeln, doch oft wird diese Kraft am Ende nur dafür genutzt, das Leid zu ertragen, dem du sie verdankst. Ergebnis: Du drehst dich im Kreise.

Schmerz und Leid sind lediglich Angebote des Universums an deine Seele, schneller und direkter an ihr Ziel zu kommen, aber das bedeutet nicht, dass du diese Angebote unbedingt auch annehmen musst. Es gibt viele Wege zu lernen und viele Möglichkeiten zu wachsen.

Ich sage dir das, weil du einen sehr direkten Weg zu mir eingeschlagen hast. Diese Wege sind manchmal nicht ganz ungefährlich und immer anstrengend. Du gerätst häufig mit der Realität aneinander, und es kommt zu Spannungen, die weh tun können. Doch du machst deine Sache gleichzeitig auch sehr gut, denn du hast das Grundvertrauen in mich, dass dir hilft, in jeder Situation die Orientierung zu behalten. Du lebst intensiv und hast ein sicheres Gespür für das Wesen, das hinter den Dingen steht. Mit anderen Worten: Was dir auf der Ebene der sichtbaren Realität begegnet, weißt du intuitiv sicher einzuschätzen, nur machst du nicht immer genügend Gebrauch von dieser wunderbaren Gabe.

Jede Seele ist eine Geburt des Universums und eine Einladung, sich auf den Weg zu machen um zu lernen. Deshalb ist jeder Tag ein Geschenk und jede Begegnung auf deinem Weg von Bedeutung. Wenn du es schaffst, der Intuition in deinem Herzen noch mehr zu vertrauen, als du es jetzt schon tust und deine Schritte so zu lenken, dass dein Herz ihnen freudiger und vor allen Dingen öfter zustimmen kann, als bis jetzt, dann wird das Lernen für dich noch intensiver, vor allen Dingen aber schöner sein. Ich sagte ja: Leid und Schmerz sind nur eine der möglichen Formen des Lernens. Liebe ist eine andere und die sollte in deinem Leben eine größere Rolle spie-len, als du ihr das bisher gestattet hast. Es würde besser zu dir „passen“.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

52 – Spirituelle Wege (1)

Spirituelle Wege (1)

Wie kann ich in der heutigen Zeit des Materialismus und Kapitalismus, des Egoismus und Individualismus Jugendliche dazu bringen, sich inneren Werten zuzuwenden, ihre Spiritualität und Intuition zu entdecken, zu entfalten und weiter zu entwickeln?

Kann ich ihren Weg zur Selbstverwirklichung überhaupt beeinflussen ?

Antwort:

Versuche, dir die gegenwärtige Raum-Zeit als einen Körper vorzustellen, sie als Individuum zu sehen. Als Persönlichkeit mit individuellen Eigenschaften, die sie entwickelt hat, weil sie sie genau so benötigt, wie sie jetzt sind. Sie hat den Materialismus entwickelt, weil sie ihn braucht. Der Kapitalismus ist ebenso Teil ihres Charakters wie der Individualismus oder der Egoismus. Das sind ihre Wesenszüge. Das ist die Mimik in ihrem „Gesicht“, das sind ihre Falten und Narben. Das macht sie aus. Sie ist so, wie sie heute ist, weil ein Teil der Menschheit diese Raum-Zeit durchlaufen muss. Und zwar genau so, wie sie hier und heute beschaffen ist. Sie hat exakt die Werte geprägt, die hier und heute gebraucht werden.

Spiritualität kann sich unter allen Bedingungen entfalten, aber die Türen, die durchschritten werden müssen, sind jeweils andere und die Wege, die zu diesen Türen führen, ebenfalls. Deshalb gilt: Der Mensch, der hier und heute lebt und die Raum-Zeit so erfährt, wie du sie erlebst und charakterisiert hast, geht seinen spirituellen Weg unter genau den Bedingungen, die für ihn wichtig sind. Seine Seele hätte eine andere Entscheidung treffen, sich eine andere Raum-Zeit aussuchen können, doch sie hat diese gewählt, und deshalb ist es gut so.

Das heißt nun nicht, dass jede Bemühung deinerseits, junge Menschen bei der Entdeckung und Entwicklung ihrer Spiritualität zu unterstützen, überflüssig wäre. Das ist sie ganz und gar nicht. Nur musst du akzeptieren, dass die Bedingungen, unter denen du diese Hilfestellung anbietest, für diese jungen Menschen genau das sind, was sie sich so ausgesucht haben und deshalb auch so brauchen. Sie definieren sich über exakt die Werte, die du ablehnst, zur Zeit am allerbesten und nur so haben sie überhaupt die Möglichkeit, irgendwann den ersten Schritt auf dem Weg zu ihrem eigenen inneren Selbst tun zu können.

So gesehen ist jeder Schritt auf jedem Weg ein richtiger Schritt auf dem richtigen Weg. Richtig für den, der ihn tut, wohlgemerkt. Und jeder Weg ist auch ein spiritueller Weg, selbst wenn der, der ihn geht, von diesem Wort noch nie etwas gehört hat. Es ist manchmal schwer, das zu akzeptieren, aber nur wenn du das kannst, nur unter dieser Voraussetzung, hast du überhaupt eine Chance, mit den jungen Menschen, um die du dich sorgst, in eine geistige Beziehung zu treten und sie zu erreichen.

Erwarte jetzt keine Methodik und Didaktik der spirituellen Erziehung von mir. Methodisch und didaktisch kannst du vorgehen, wenn du einen Lehrstoff zu vermitteln hast. Der ist für alle gleich und braucht nicht notwendigerweise für jeden einzelnen individuell aufbereitet zu werden. Die Wege zum eigenen Selbst sind jedoch sind sehr persönliche Wege und so unterschiedlich, wie die Menschen, die sie gehen.

Wenn dir dein Anliegen wichtig ist, wirst du also in jedem Fall auf die einzelnen Menschen zugehen müssen, um herauszufinden, wer von ihnen dir erlaubt, ein Stück Wegs gemeinsam mit ihnen zu gehen. Wo das möglich ist, wirst du auch den Zugang finden, den du suchst. Wo das nicht möglich ist, würde auch die beste Methodik der Welt nichts ausrichten können.

Worauf es entscheidend ankommt ist, wie glaubwürdig du mit deiner eigenen spirituellen Entwicklung bist. Wie überzeugend der Weg auf andere wirkt, für den du dich entschieden hast. Wie neugierig du junge Menschen darauf machen kannst, es zur Abwechslung einmal mit einer Erfahrung zu versuchen, deren sofortige Verwertbarkeit nicht auf den ersten Blick zuerkennen ist.

Es geht nicht darum, „ihren Weg zur Selbstverwirklichung zu beeinflussen“, wie du schreibst, es geht darum, sie auf deinen Weg zur Selbstverwirklichung neugierig zu machen. Nur wenn du du selbst bist und glaubwürdig vermittelst, dass du den anderen grundsätzlich mit den Lebensentscheidungen respektierst, die er für sich getroffen hat, werden Öffnungen entstehen können, durch die eine Verständigung möglich wird. Der tiefe Respekt vor der Persönlichkeit des anderen und vor der Entscheidung, die seine Seele für ihn getroffen hat, ist die Grundvoraussetzung für den inneren Dialog, den es hier zu führen gilt.

Sieh also im Materialismus, im Kapitalismus, im Egoismus oder im Individualismus keine Ärgernisse, die es auszuschalten gilt, sondern Chancen, die du nutzen kannst. Es sind die Bedingungen, unter denen die Menschen in dieser Zeit und in deiner Welt heranwachsen. Sie sind nicht besser, sie sind aber auch nicht schlechter als andere Zeiten und Räume und wenn es dir gelingt, dies wirklich wertfrei zu sehen, wirst du wissen, auf welche Weise du die Menschen erreichst, deren Wege du teilen willst.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

51 – Spiritualität in der Schule

Spiritualität in der Schule

Ich bin Lehrer und suche einen Weg, meinen Schülern auch bei ihrer spirituellen Entwicklung zu helfen. Auch wenn ich weiß, dass jeder Mensch individuell seinen Weg zur „Selbstverwirklichung“ selbst finden und gehen muss, so glaube ich doch, dass ihm andere Menschen Hilfestellungen hierzu geben könne.

Natürlich kann ich versuchen, den Einzelnen mit meinem persönlichen Weg anzusprechen, ihn auf die in ihm enthaltenen Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Ich frage mich jedoch, ob nicht darüber hinaus eine so große Organisation wie ein Gymnasium ein spirituelles Angebot machen kann, das zunächst sehr allgemein gehalten ist, und durch das diejenigen Schüler, die zu einer Verinnerlichung bereit sind, angeregt werden, den Weg nach Innen zu suchen und zu beschreiten.

Meine Frage lautet also, ob es nicht solche (zunächst überindividuellen Angebote) geben kann und welcher Art sie sein könnten.

Antwort:

Wenn es „dein“ Gymnasium wäre und seine Mauern deinen Geist atmen würden, wäre das alles kein Problem. Dann würden sich Angebote wie du sie dir vorstellst harmonisch in das Ganze einordnen. Doch das ist hier nun einmal nicht der Fall. Deshalb ist das, was du dir vorstellst, schwierig zu verwirklichen. Es ist aber auch nicht unmöglich.

Doch gibt es immer eines zu bedenken: Hilfe macht nur dann Sinn, wenn sie erwünscht ist, besser noch: erbeten wurde. Dem Angebot muss also ein Bedürfnis vorausgegangen sein, das befriedigt werden wollte. Eine Hilfe die nicht genutzt wird ist selbstverständlich nutzlos.

Andererseits kann ein Interesse durchaus vorhanden sein, obwohl es noch von niemandem artikuliert worden ist. Doch das muss man kennen, bevor ein Angebot gemacht werden kann. Spiritualität ist ein sehr feines geistiges Gewebe, das sofort zerreißt, wenn es überdehnt wird.

Deshalb haben Angebote, wie du sie dir vorstellst, nur ein einem Fall Aussicht darauf von den Schülern akzeptiert und angenommen zu werden: Sie müssen gemeinsam mit ihnen entwickelt worden sein und der Lehrer, der in diesen Prozess eintritt, darf sich nicht als solcher begreifen. Das entspricht vielleicht nicht gerade dem Wesen von Schule, doch genau darin läge hier die Chance.

Du könntest damit beginnen, mit einem kleinen Kreis von Schülern – und wenn es am Anfang nur zwei wären würde das schon genügen – herauszufinden, welche Art von Samen ihr gemeinsam in die Erde legen wollt. Du alleine kannst das nicht wissen, aber die Schüler könnten dir helfen es zu ergründen.

Wichtig ist, dass du dich in einem solchen Prozess wirklich als Moderator verstehen und deine Schüler als vollwertige Partner akzeptieren kannst. Hier hätte keiner von euch dem anderen etwas voraus, jeder würde gleichberechtigt seinen geistigen Anteil beisteuern und jeder dieser Beiträge wäre gleichermaßen wertvoll und einmalig in seiner spirituellen Bedeutung. Denn du darfst niemals vergessen: Deinen Schülern bist du nur an Lebensjahren und den in diesen Jahren gewonnenen Erfahrungen voraus. Wenn sich aber eure Seelen begegnen gibt es solche Unterschiede zwischen euch nicht – und eben das wäre hier der Fall.

Wenn du es so anfängst und dir deiner inneren Haltung wirklich sicher bist, wirst du sehr bald erleben, dass dieser Samen aufgeht. Doch es geht wirklich nur auf diesem Weg und er beginnt bei dir.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

50 – Sich selbst lieben

Sich selbst lieben

Ich habe seit drei Tagen fürchterliche Rückenschmerzen, so schlimm, dass ich schmerzfrei weder sitzen, noch liegen, noch stehen, noch gehen, ja nicht einmal atmen kann. Diese Attacke brach über mich herein wie aus heiterem Himmel und ich bin völlig verzweifelt. Natürlich könnte ich zu einem Arzt gehen, aber etwas hält mich davor zurück. Ich bin mir sicher, dass die Schmerzen mir etwas zu sagen haben, deshalb will ich sie nicht medizinisch „wegdrücken“. Bloß WAS wollen sie mir sagen?

Die Schmerzen fingen an, als ich ein Wochenendseminar abgeschlossen hatte und gerade ins Auto steigen wollte. Die zeitliche Nähe beider Ereignisse ist so auffallend, dass ich da eine Verbindung vermute. Ich selbst erkenne sie aber nicht.

Das Seminar war wohl anstrengend, harte Arbeit, aber auch interessant und wichtig für mich. Ich habe eine Menge dazugelernt. Allerdings war auch eine ziemlich schmerzhafte Erfahrung für mich damit verbunden: Mein Beitrag, den ich für dieses Treffen vorbereitet hatte, und auf den ich sehr stolz war, wurde von den Teilnehmern und insbesondere den Dozenten geradezu in der Luft zerrissen. Ich bin für einige Stunden ziemlich down gewesen, habe mich dann aber wieder aufgerappelt, zumal ich heimlich zugegeben musste, dass die Kritik auch noch berechtigt war.

Kurz und gut: Ich kann niemandem etwas vorwerfen. Alles lief völlig korrekt ab, und niemand hat mich persönlich gekränkt. Im Gegenteil: Die Atmosphäre war sehr angenehm und kreativ. Trotzdem sagt mir eine innere Stimme, dass es zwischen dem Seminar und meinen brutalen Rückenschmerzen einen Zusammenhang gibt. Darf man dich auch in gesundheitlichen Fragen ansprechen? Ich könnte nämlich wirklich ganz gut Hilfe gebrauchen.

Antwort:

DU SOLLTEST AUF DIESE INNERE STIMME HÖREN und weniger auf das, was dein Verstand dir einzureden versucht. Man hat deinen Beitrag, auf den du so stolz gewesen bis, in der Luft zerrissen und du hast Verständnis? Du kommst wie ein gebrochener Mann aus der Veranstaltung und beschreibst die Atmosphäre dort als kreativ und angenehm?

Schließe bitte jetzt einmal die Augen und stell dir einen Weg vor, auf dem du stehst. Um was für einen Weg es sich dabei handelt ist egal. Feldweg, Waldweg, ein Weg am Flussufer, such dir etwas aus. Du stehst auf diesem Weg und bist ein kleiner Knirps von ungefähr zehn Jahren. Du hältst etwas in der Hand. Es könnte ein Bild sein, dass du gemalt hast. Vielleicht ist es auch eine Geschichte, die du geschrieben, oder eine Klassenarbeit, auf die du eine gute Note bekommen hast.

Jetzt siehst du von Ferne auf diesem Weg deinen Vater auf dich zukommen. Du freust dich darauf, ihm deine Arbeit zeigen zu können, denn es ist eine gute Arbeit. Du bist stolz darauf und du weißt, das auch dein Vater stolz auf dich sein wird.

Aber er kommt näher und näher, und mit jedem Schritt, den er größer wird, wirst du kleiner. Dir kommen erste Zweifel. Wird ihm wirklich gefallen, was du fertiggestellt hast? Hättest du dir vielleicht nicht NOCH mehr Mühe geben können? Ist es nicht so, dass er bisher NIE zufrieden gewesen ist mit dem, was du geleistet hast?

Jetzt steht er vor dir. Er ist sehr groß, sein Schatten fällt auf dich, und du fängst auf einmal an zu zittern. Er streckt stumm die Hand aus und du reichst ihm deine Arbeit. Er betrachtet sie lange ohne eine Miene zu verziehen. Dann gibt er sie dir zurück. Er schüttelt wortlos den Kopf und betrachtet dich mit einer Mischung aus Ärger und Verachtung. Dann dreht er sich um und geht den Weg zurück. Er geht und lässt dich alleine mit deinem Schmerz, der wie ein einziger Stich durch deinen gesamten Körper fährt.

DAS ist passiert auf deinem Wochenendseminar! Es ist ganz gleichgültig, ob du die Atmosphäre insgesamt als kreativ und angenehm empfunden hast oder ob die Kritik an deinem Beitrag sachlich begründet gewesen ist. So etwas sind die Wertungen deines Verstandes und die sind hier uninteressant. Du bist abgelehnt worden. Schlimmer noch: Man hat deinen Beitrag IN DER LUFT ZERISSEN! Ausgerechnet den, auf den du so stolz gewesen bist und mit dem du die gesamte Gruppe beeindrucken wolltest. Du bist am Boden zerstört und es wird eine ganze Weile dauern, bis du dich wieder aufgerappelt hast und aufrecht gehen kannst. Schmerzfrei – bis zum nächsten Mal.

Dein Problem ist, dass du dich selbst nicht lieben kannst! Du hältst dich für minderwertig. Du fühlst dich anderen Menschen unterlegen, ganz gleich wie gut du im Einzelfall auch sein magst. Eine gute Leistung zählt für dich nicht viel, weil die Wirkung des Lobs, das du dafür erhältst, schon nachlässt, während du noch davon trinkst. Deshalb bist du süchtig nach Anerkennung geworden und wie jeder Süchtige opferst du alles, was du geben kannst, bloß um an den nächsten „Kick“ zu kommen. Egal welcher Preis dafür gezahlt werden muss, Zeit, Geld, Gesundheit, selbst das Wohl deiner Familie, alles muss hinten an stehen, alles muss geopfert werden, wenn es für dich irgendwo Anerkennung zu ergattern gibt.

Der Weg in deine Freiheit ist der Weg zu dir. Du musst lernen, dich zu lieben, weil du sonst niemals fähig sein wirst andere Menschen zu lieben, und das ist der Schlüssel zu innerem Wachstum. Du darfst nicht länger versuchen, Liebe mit Leistung erkaufen zu wollen. Liebe ist unbezahlbar und wenn du trotzdem versuchst, sie auf diese Weise zu bekommen, wirst du immer höhere Preise dafür bezahlen müssen. Zur Zeit ist dein Rücken an der Reihe, die Rechnung für dich zu begleichen. Was willst du beim nächsten Mal auf den Zahlteller legen?

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.