Dialog 114

Dein Fehler, dein einziger Fehler, den du immer wieder machst ist, dass du im Grund ANGST hast, das Geld würde nicht rechtzeitig kommen. Die Angst aber ist eine Kraft, die am Ende tatsächlich auch zu diesem Resultat führen könnte.

Dialog 114, 09.04.1986

Ich habe mir das Haus noch einmal mit Monika angesehen. Es gefällt mir jetzt prima und kommt mir überhaupt nicht mehr zu groß vor. Gerade richtig. Außerdem fühle ich mich wohl drinnen. Es ist ein angenehmes Haus, von daher habe ich also keine Probleme mehr.

Aaaaber: Womit ich Probleme habe ist immer wieder der Knackpunkt mit dem Manifestieren. Ich weiß schon, dass Monika die Sache zumindest technisch richtiger sieht und handhabt als ich. Aber was soll ich bloß machen, ich kann doch nicht über meinen eigenen Schatten springen?! Für mich sieht es immer wieder so aus, dass ich halt wissen muss, wo das Geld herkommen soll, BEVOR ich mich auf eine Verpflichtung einlasse. Ich habe in dieser Hinsicht bestimmt schon Fortschritte gemacht, denn ich denke nicht oft an das Geldproblem (siehst du, ich nenne es schon wieder ein Problem), aber gelegentlich meldet es sich schon bei mir und dann wird mir ganz anders.

Nur ist es halt so: Wenn ich mir überlege, wo das Geld für all das herkommen soll, dann fallen mir natürlich nur die „alten Wege“ ein, also leihen. Aber das hat mit Manifestation bestimmt nicht viel zu tun. Das kann jeder andere auch. Aber wenn ich beim Notar einen Scheck ausschreiben soll, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, wie er gedeckt werden wird, dann kommt mir das verantwortungslos vor. Ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll. Wenn du mir sagst, ich soll den Scheck ausstellen – gut, ich werde es tun. Das verspreche ich, so groß ist mein Vertrauen in dich schon. Aber ich hoffe innerlich trotzdem, dass ich mich dem nicht aussetzen muss, sondern dass es sich anders löst. Bitte hilf mir doch und gib mir zumindest Kraft und Vertrauen, wenn du mir jetzt schon keinen konkreten Rat geben willst. Was soll ich tun? Wie soll ich mich verhalten?

Zunächst einmal zum Thema leihen: Das ist von der Sache selbst her zunächst einmal ein völlig normaler Vorgang, der tatsächlich mit Manifestation nichts zu tun hat. Dennoch kann auch das Leihen ein Teil einer Manifestation sein. Es kommt nämlich auf den Geist an, mit dem man eine solche Handlung ausführt. Da ist es wie mit der kaufmännischen Buchführung, von der ihr einmal gesprochen habt. Auch ein spirituelles Projekt muss kaufmännisch sauber geführt werden und dennoch ist es kein x-beliebiger Laden, denn die Buchführung und das kaufmännische „Denken“ sind nur die Werkzeuge. Entscheidend ist der Geist, mit dem sie eingesetzt werden und der das das Geschäft mit dem Leben erfüllt, dass es von allen anderen unterscheidet.

Wenn euch zum Beispiel eine Bank das benötigte Geld leihen würde, wäre das unter Umständen auch eine Form von Manifestation, denn an sich erfüllt ihr gar nicht die Voraussetzungen für einen Kredit. Außerdem muss das Geld zurückgezahlt werden und das wiederum kann in eurem Falle nur geschehen, wenn euer Projekt zu dem Leben erwacht, von dem ihr jetzt träumt. Dann wird auch Geld herbei kommen und die Rückzahlung wird möglich sein. Dasselbe gilt, wenn ihr das Geld privat leihen würdet. Manifestation bedeutet auch, dass man sich der Mittel der „alten Welt“ bedienen kann. Ihr bedient euch ja jetzt auch eines Notars, eines Steuerberaters, eines Rechtsbeistandes für den Verein und so weiter. Also warum nicht einer Bank?

Dein Fehler, dein einziger Fehler, den du immer wieder machst ist, dass du im Grund ANGST hast, das Geld würde nicht rechtzeitig kommen. Die Angst aber ist eine Kraft, die am Ende tatsächlich auch zu diesem Resultat führen könnte. Monika ist einen Schritt weiter. Sie hat keine Angst. Und wenn das nicht so wäre, hättet ihr tatsächlich wenig Aussichten. So aber wiegt ihr Vertrauen deine Angst zum Teil auf, weil ihr Vertrauen stärker ist und deine Angst sich nur manchmal meldet.

Zudem ist deine Angst kein mangelndes Vertrauen, denn das dürfte nicht im Spiel sein und ist es auch nicht. Soweit bist du schon, dass du weißt, dass das Prinzip richtig ist und nur deshalb nicht so richtig funktioniert, weil du es behinderst. Angst dagegen darfst du noch haben, zumal du nicht alleine damit bist.

Denke ruhig hin und wieder an dein erstes Auto, wie Monika dich schon richtigerweise erinnert hat. Es ist ein ganz köstliches Beispiel von Manifestation, obwohl du dir auch damals das Geld ganz ordinär von einer Bank geliehen hast. Das Entscheidende war das Vorgehen: Erst das Auto und den Vertrag mit der größten Gelassenheit unterschreiben – und dann die Sorge um das Geld, die für dich nie eine Sorge gewesen ist. Schade, dass du von diesem wunderbaren Weg soweit abgekommen bist.

Du willst das Haus, sagst du? Es gefällt dir? Du findest es angemessen und sympathisch? Also: Da steht es. Nimm es dir – und das Geld dazu wird kommen. Ob von einer Bank oder von anderer Seite. Wenn du das Vertrauen darin nicht verlierst! Wenn du morgen mit der Bank sprichst, sollst du also ruhig nach dem Geld fragen, das ihr benötigt. Da die Formalitäten unter Umständen sehr schnell abgewickelt werden, kann es in DIESEM Fall nicht schaden, VORHER die entsprechenden Schritte eingeleitet zu haben. Und ich sagte dir ja schon: Wenn die Bank euch den Kredit gewähren würde, wäre das durchaus ungewöhnlich. Und es wäre ein Zeichen, dass du Vertrauen ausgestrahlt hast, was einen Bankmenschen unter Umständen mehr überzeugen kann als materielle Sicherheiten. Also: Nur Mut!

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Schreibe einen Kommentar