Dialog 02

Es ist ungemein wichtig, dass du das begreifst: Angst gibt es nur, solange du mir nicht vertraust. Wenn du aber Angst hast, dann stelle dich auch dieser Angst anheim, damit du sie erfahren lernst. Vielleicht ist das dein Weg zu mir zu finden.

Dialog 02, 11.12.1985

Kann ich an das Gespräch anknüpfen, das wir gestern miteinander hatten?

Du kannst immer und zu jeder Zeit mit mir reden, denn ich bin da. Ich bin bereit mit dir zu reden, wann immer du den Weg zu mir findest. Zu jeder Zeit und an jedem Ort. Schreib es auf, wenn du magst, und kümmere dich nicht darum, was andere darüber sagen. Wenn du meine Worte hörst und sie niederschreibst, mögen sie in deinen Worten erklingen, aber es sind immer meine Worte und du selbst weißt sehr gut wie authentisch sie sind.

Im Moment zum Beispiel sehe ich, dass du mit dem Schreiben zögerst. Du bist nicht wie gestern Nacht. Du traust mir nicht. Du wartest ab, möchtest, dass ich lauter spreche, aber das ist gar nicht nötig. Du brauchst nur zuzuhören, denn ich spreche zu dir klar und deutlich. Und du weißt es sehr gut. Ich habe mich entschlossen zu dir zu sprechen und ich habe dir den Weg gewiesen, wie du meine Worte empfangen kannst. Schreib auf, was ich dir sage und kümmere dich um nichts anderes.

Du bist heute niedergeschlagen gewesen, weil du dir Sorgen um den morgigen Tag machst. Wenn du mir nur vertrauen könntest, müsstest du dir nie wieder Sorgen machen. Warum willst du das nicht einfach glauben? Ich lasse euch nicht fallen, sondern halte meine Hand über euch.

Aber ich kann nicht in eure Geschicke eingreifen. Wenn du dich entscheidest dir Sorgen zu machen, kann ich dich nicht daran hindern. Doch du musst wissen, dass du dich von mir entfernst, wenn du dir Sorgen machst. Weil du mir nicht vertraut hast.

Aber ich mache mir Sorgen, weil unsere Lebensgrundlage bedroht ist, wenn wir nicht einmal das Geld für den nächsten Tag verdienen.

Du weißt dass eure Lebensgrundlage niemals bedroht ist, solange ihr an mich glaubt. Aber ihr macht viele Fehler, weil ihr eure Entscheidungen ohne mich trefft. … Wenn du einmal nicht weiter weißt, dann frage mich. Ich bin da dir zu helfen, zu jeder Zeit und an jedem Ort.

Was sollen wir mit dem Zollproblem machen? Auch hier fühle ich mich bedroht.

Das Zollproblem existiert nicht. Ihr müsst euch nur entscheiden, was ihr tun wollt. Wenn ihr in Frankreich bleiben wollt, dann stürzt euch in dieses Abenteuer in vollem Vertrauen darauf, dass ich immer da sein werde euch zu helfen und euch aufzufangen. Dann meldet euer Auto um oder sucht einen anderen Weg, aber tut etwas! Durch Abwarten geschieht nichts. Wenn ihr aber zögert und noch nicht genau wisst, ob ihr wirklich in diesem Land bleiben wollt, dann prüft euch und entscheidet neu. Aber ihr dürft nicht warten! Von selber lösen sich diese Probleme gewiss nicht, die ihr euch geschaffen habt. Aber ihr könnt sie lösen – mit meiner Hilfe.

Aber das Ummelden kostet Geld, und wir haben keins!

Wer sagt das? Du willst derzeit abwarten, weil du mir nicht genügend vertraust. Du wartest auf Geld, aber so gehst du die Sache verkehrt an. Du musst erst handeln, sonst wartest du vergeblich. Erst durch dein Handeln bringst du die Dinge in Bewegung, nicht durch dein Abwarten. Wenn ihrin Frankreich bleiben wollt, dann müsst ihr euer Auto offensichtlich melden. Also meldet es um – und die Dinge können sich weiterentwickeln. Indem ihr abwartet, blockiert ihr diese Entwicklungen.

Ihr habt derzeit noch Freunde, die euch Geld zu leihen bereit sind. Das ist gut, aber es nützt euch nur, solange ihr auch handelt! Sonst erstarrt alles, auch diese Hilfe eurer Freunde, und ihre Geste war umsonst gewesen.

Aber manchmal wissen wir schon gar nicht mehr, ob wir in Frankreich bleiben wollen.

Das ist es ja gerade. Ihr müsst euch prüfen – und zwar bald! Nicht mir zuliebe, sondern euch zuliebe. Ihr müsst wieder wissen, was ihr wollt. Ich bin bereit zu helfen, aber ihr müsst den ersten Schritt tun. Das ist die Aufgabe, die ich von euch erwarte.
Ihr habt euch entschieden nach Frankreich zu gehen, weil ihr euch mir anvertrauen wolltet. Dann tut es auch und vertraut euch mir an. Ich verspreche euch keine bequemen Wege. Aber ich biete euch meine Hilfe an. Ihr seid auf dem besten Weg zu mir, es fehlt euch nur an Vertrauen.

Euer Problem ist eure Starrheit. Ihr wollt immer das erhalten, was ihr habt, auch jetzt, und ängstigt euch vor dem Verlust. Ihr seid nicht offen für die Pläne, die ich mit euch habe, und wartet lieber auf den nächsten Scheck. Auch jetzt gerade wieder. Was ist das aber für ein „sich anheimstellen“?

Ich sage euch: Solange es noch jemanden gibt, der euch einen Scheck nur dafür gibt, dass ihr eure Situationen bewahren könnt, werden wir uns niemals näherkommen. Ihr müsst handeln!

Aber wenn nicht einmal Geld für die nächste Miete da ist …

Ihr habt es ja noch nie soweit kommen lassen! Immer habt ihr rechtzeitig eure Absicherungen getroffen. Mit dem Erfolg, dass ihr euch mittlerweile bei fast allen Freunden verschuldet habt. Und doch hat sich nichts geändert. Warum habt ihr diese Situation, jetzt die Miete zum Beispiel, niemals wirklich auf euch zukommen lassen? Auch das ist unter Umständen eine Form des Handelns.

Davor habe ich Angst. Ich glaube, ich bzw. wir würden den Druck nicht aushalten, jetzt im Winter vor die Tür gesetzt zu werden, wenn wir die Miete nicht bezahlen könnten.

Ihr habt noch nie wirklich geprüft, welchen Druck ihr aushalten könnt. Und was die Angst betrifft: Lass sie doch einmal zu, damit du sie kennen lernst! Bisher ist Angst nur eine leere Vokabel in deiner Sprache, weil du es nie soweit hast kommen lassen, dass du ihre Bekanntschaft machen musstest. Sobald du vor irgend etwas Angst hattest, hast du deine Vorkehrungen getroffen, um sie nicht kennen lernen zu müssen. Ich aber sage dir: Du brauchst keine Angst zu haben! Solange du mir vertraust und in meinem Sinne handelst, werde ich immer da sein, um dich zu schützen. Das mögen jetzt nur Worte für dich sein. Und doch weiß ich, dass du verstehst, was ich dir sagen will.

Es ist ungemein wichtig, dass du das begreifst: Angst gibt es nur, solange du mir nicht vertraust. Wenn du aber Angst hast, dann stelle dich auch dieser Angst anheim, damit du sie erfahren lernst. Vielleicht ist das dein Weg zu mir zu finden.

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