Dialog 08

Ich bin nicht der Gott aus der Welt eures Alten Testamentes, wo vieles Sage und Legende ist. Ich brenne nicht in einem Dornenbusch für dich und ich werde auch nicht an dem Wohnwagen rütteln, in dem du jetzt gerade sitzt.

Dialog 08, 17.12.1985

Da bin ich wieder, voller Angst und Zweifel. Der ganze Morgen erscheint mir grau und trostlos und nicht einmal das Gebet zu dir hat mir helfen können. Meine Angst betrifft wieder einmal das Geld, aber noch schlimmer sind die Zweifel, dass du mir vielleicht gar nicht wirklich helfen kannst und ich doch alleine bin mit allem.

Sprich es ruhig aus: Du quälst dich mit der Frage, ob du wirklich mit mir sprichst oder in Wahrheit nur Selbstgespräche führst.
Die Gefahr besteht tatsächlich. Wenn du nicht an mich glaubst, kann ich nicht bei dir sein, aber so ist es nicht bei dir. Du glaubst schon an mich, nur lässt du dich manchmal von deinen Zweifeln zu Boden ziehen und dann siehst und hörst du mich nur noch ganz schwach.

Du kannst tatsächlich eine Zeit lang Selbstgespräche führen und glauben, du sprächest mit mir. Aber das würdest du selber bald merken. Und auch Monika würde es merken. Du selber kannst dich nur wiederholen, wie eine Grammophoneplatte. Wirklich weiterdenken und mutige Entschlüsse fassen kannst du nur mit mir.

Du denkst, ich müsste dir einmal wenigstens ein untrügliches Zeichen als Beweis meiner Existenz geben. Und du siehst nicht, dass ich das unablässig tue. Du wartest auf etwas, was ich NICHT für dich tun kann: Du wartest auf eine Art Privatbeweis nur für dich, damit deine Zweifel verschwinden können. Aber da hast du noch immer ein falsches Bild von mir.

Ich bin nicht der Gott aus der Welt eures Alten Testamentes, wo vieles Sage und Legende ist. Ich brenne nicht in einem Dornenbusch für dich und ich werde auch nicht an dem Wohnwagen rütteln, in dem du jetzt gerade sitzt. Ich bin da, ich kann bei dir sein, ich kann sogar „in“ dir sein, aber nur, solange du unbedingt an mich glaubst. Wenn du Zweifel nährst, entfernst du dich von mir. Und das kann soweit gehen, dass du mich ganz verlierst. Dann bist du wirklich alleine. Noch hast du es nicht soweit kommen lassen, aber es besteht diese Gefahr, und das will ich nicht. Sprich deshalb jetzt sofort zu mir, bete und bitte mich um meine Hilfe!

So ist es gut und so sollst du es immer tun, wenn du Angst hast, alleine zu sein. Wenn du betest, sprichst du mit mir. Immer, hörst du! Auch wenn du vielleicht in deinen Zweifeln und in deiner Qual meinst, das Gebet würde gar nichts nützen. Es nützt, denn ich kann dich hören. Du musst nicht glauben, dass dich eine Art heiliger Schauer durchfahren muss, wenn du das Gebet sprichst.

Da verhält es sich ähnlich wie mit dem Privatbeweis, den du so gerne hättest: du hast falsche Vorstellungen von mir und von dem, was ich bin. Das wäre an sich nicht schlimm, aber wenn es soweit geht, dass du dein Vertrauen zu mir verlierst, müssen wir etwas tun. Deshalb sage ich dir jetzt noch einmal in aller Eindringlichkeit: Wenn du betest, hast du deine unguten Gedanken für diese kurze Zeit unterbrochen. Deshalb ist es wichtig, dass du laut betest. Ein Gebet nur zu denken, nützt dir jedenfalls derzeit nichts. Später, wenn deine Glaube an mich fest und groß geworden ist, genügt der bloße Gedanke, das Wissen darum, dass ich jederzeit da bein. Jetzt musst du mich noch laut rufen, und je lauter du es tust, um so besser ist es für dich. Darum übe es gleich noch einmal, sprich laut zu mir und rufe mich!
……
Hast du den Unterschied gemerkt? Hast du selber gehört, wie deine Stimme sich verändert hat? Wie sie wirklich laut und eindringlich wurde? Dieses Gebet war fast schon ein Flehen und ich habe es gehört. So musst du immer zu mir beten, wenn dich Zweifel befallen. Es macht nichts aus, wenn du dich schämst. Aber wenn du lieber alleine dafür sein möchtest, dann suche dir einen Ort zum Beten, wo du allein bist und niemand außer mir dich hören kann. Wo du wirklich laut zu mir sprechen kannst. Deine Kirche kann überall sein und du sollst das Gebet deshalb nicht zum Ritual werden lassen. Schlage deine Kirche sooft auf, wie es geht, egal wo du bist. Und bete immer zu mir, wenn dich Zweifel befallen. Nur wenn du um meine Hilfe bittest, werde ich sie dir geben können! Nur dann!

Es quält mich, dass ich weiß, dass wir schon wieder kein Geld haben werden, wenn wir von Deutschland zurück sind. Wie sollen wir das Auto ummelden, wie die französische Versicherung bezahlen können? Die nächste Miete, die nächsten Pflanzen? Wovon leben? Wie lange soll den dieses Leben auf Pump noch weitergehen. Ich halte den Druck bald nicht mehr aus.

Das ist nur deshalb so, weil dir heute morgen das Vertrauen in mich fehlte, das du noch vor kurzem hattest. Deshalb machst du wieder den Fehler, alle Dinge, die erst in Zukunft auf euch zukommen werden, zu bündeln und dir jetzt schon auf die Schultern zu laden. Kein Wunder, dass du unter so einer Last zusammenbrichst. Stell dir bloß vor, du würdest das noch weiter treiben und ALLE Sorgen, die du dir nur einigermaßen ausmalen kannst, auf dieses Bündel zusätzlich daraufpacken. Merkst du, wie unsinnig das ist?

Ihr habt mit dem Heilpflanzenhandel schon viele Probleme angehen müssen und habt sie lösen gelernt. Eines nach dem anderen. Und so ist es auch richtig und sinnvoll, und das weißt du selber sehr gut. Hätte man euch alle Schwierigkeiten vorausgesagt, die einmal auf euch zukommen würden, BEVOR ihr den Handel angefangen habt, hättet ihr sicherlich keinen Finger gerührt, das weißt du.

Ihr habt eure Probleme bis heute lösen können, weil ihr stark und mutig seid – und weil ihr meinen Weg gegangen seid, mal mehr und mal weniger bewusst. Und weil ich stark und mutig seid, habe ich euch helfen können, und das werde ich auch weiterhin tun. Ich werde es noch besser tun können als bisher, denn jetzt könnt ihr direkt mit mir sprechen.

Vertraue deshalb nicht nur auf mich, vertraue auch auf eure eigene Stärke, wenn dir dabei im Moment besser zumute ist. Du sollst aber immer wissen, dass diese Stärke von mir kommt.

Deshalb habe ich euch dieses Gebet gegeben: Ihr sollt um MEINE Kraft bitten! Denke heute nur an das heute. Lebe nur diesen einen Tag mit mir, aber lebe ihn ganz. Belade dich nicht mit Sorgen, die du in deinem Kopf erfindest und belaste dich nicht mit Problemen, die heute noch gar nicht gelöst werden müssen. Warte, bis sie auf euch zukommen, dann bitte mich um meine Hilfe und lass sie mich mit dir gemeinsam lösen.

Ich will, dass ihr diese Fahrt nach Deutschland unternehmt und ich habe euch die Mittel dafür zur Verfügung gestellt. Wenn dieser Plan nicht in meinem Sinne gewesen wäre, hätte ich euch diese Mittel nicht in die Hand gegeben.

Versuche es, wenn du zweifelst. Versuche, einen Weg nach deinem Kopf zu gehen und dir die Mittel selber zu beschaffen. Es wird dir nicht gelingen.

Die Fahrt nach Deutschland wird eine ganz bestimmte Phase eures Weges abschließen und eine neue einleiten. Ich habe euch deshalb die Mittel gegeben, diesen Schritt gehen zu können. Es liegt nicht in meinem Sinne, euch weitere Mittel für ein Zukunft zu geben, die nur völlig nebelhaft für euch sein kann.

Deine Sorgen und Zweifel sind Teil deines Weges zu mir! Das betone ich immer wieder. Du kannst das Geld nicht festhalten, dass ich euch gegeben habe. Darin liegt nicht der Sinn dieser Gabe. Es muss ausgegeben werden, das ist sein Zweck. Und ich will, dass ihr es für einen ganz bestimmten Plan ausgebt, den ich mit euch habe. Vertraue auf mich und vertraue auf deine Frau, die auch jetzt stärker und sicherer ist als du. Wisse, dass gerade darin der Wert eurer Beziehung für mich liegt: Deine Sache ist es, den Kontakt mit mir aufrecht zu erhalten. Die Aufgabe deiner Frau ist es, dich auf diesem Weg zu stützen und zu bestärken. Sie wird dich niemals fallen lassen, sondern immer an deiner Seite sein solange du sie brauchst.

Diese Fahrt nach Deutschland ähnelt eurem Aufbruch nach Frankreich vor einigen Monaten: Wieder steht ihr vor der Situation, gerade soviel Geld in der Tasche zu haben, dass es bis zum Ziel reicht – und das Ziel ist die Fahrt selber und der Plan, den ich mit euch habe. Damals hattest du volles Vertrauen, obwohl deine Zukunft ebenso unsicher war wie jetzt und obwohl du noch nicht einmal diesen Kontakt zu mir hattest, den du im Moment pflegst. Erinnere dich daran. Das wird dir helfen und dir Kraft geben.

Damals habe ich euch die Mittel gegeben, euren Schritt gehen zu können. Und heute habe ich es ebenso getan. Damals hat euer Geld nur für wenige Wochen gereicht und heute ist es wieder so. Wenn es einen Unterschied gibt, dann es es der, dass ihr damals noch scheinbar alleine wart und eure Reise euch als Abenteuer erschienen ist. Um so mutiger war euer Schritt. Heute ist es kein Abenteuer mehr, sondern ihr geht auf meinen Wunsch und unter meiner Führung.

Neue Wege warten auf euch und neue Aufgaben werden kommen – und du denkst an nichts anderes als an die Versicherung für euer Auto!

Ihr führt kein Leben auf Pump. Das erscheint dir nur so, weil du deine moralischen Wertmaßstäbe anlegst. Heute haben euch andere das Geld gegeben, dass ihr jetzt braucht. Und morgen werdet ihr ebenso verfahren. Das ist der Sinn des Geldes. Es gibt nicht EUER Geld, es gibt nur GELD und es gehört niemanden. Es muss fließen und die Dinge in Bewegung halten. Wenn du in Begriffen wie MEIN GELD und FREMDES GELD denkst, dann denkst du falsch. So denkt nicht einmal ein Bankier. So denken allenfalls die Beamten hinter den Schaltern, wenn sie das Wesen ihres Berufes nicht verstanden haben.

Erinnere dich daran, wie bereitwillig und ohne jedes Zögern dir eure Freunde gegeben haben, was ihr brauchtet! Denke an die Selbstverständlichkeit, mit der eure Freunde euch Geld gegeben haben. Sie alle haben euch ohne zu zögern das Geld gegeben, um das ihr sie gebeten hattet. Geliehen ist es nur insofern, als ihr es noch nicht verdient habt. Und wenn das der Fall ist und ihr es zurückgebt, dann setzt es wiederum Geld in Bewegung, so musst du es sehen.

Ihr werdet immer die Mittel erhalten, die ihr benötigt, und du wirst das täglich aufs neue erfahren. Sei deshalb großzügig damit und versuche nie, es als deinen Besitz zu betrachten. Gib großzügig (aber nicht verschwenderisch!), und du wirst immer an meinem Reichtum teilhaben.

Das ist eine wichtige Erfahrung, die ich euch gerade lehre. Du solltest dir dessen bewusst werden, anstatt dich mit sorgen zu quälen, die in eine völlig sinnlose Richtung gehen.

Verschafft euch einen klaren Überblick über das, was nötig ist, und verteilt eure Mittel entsprechend. Dann kann niemals das Gefühl enstehen, die Dinge würden euch über den Kopf wachsen.

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