Dialog 101

Ich „fädele nichts ein“, sondern ich BIN. Und wer mich sucht, der hat die Chance ebenfalls zu SEIN. Euer freier Wille aber ist euch niemals genommen. 

Dialog 101, 27.03.1986

Monika:
Rebeccas Entscheidung hinterlässt ein großes Loch in der Gruppe. Ich bin sehr traurig, doch diese Entscheidung fühlt sich auch sehr stimmig an, denn erst jetzt hat Rebecca ihr falsches Bild von uns bzw. Les tempsnouveaux losgelassen. Jetzt hat sie die Chance zu entdecken, dass deine Interessen sich mit ihren eigenen durchaus decken können. Deshalb glaube ich, dass es nur ein vorübergehender Abschied ist. Wie möchtest du, dass wir jetzt vorgehen? Erhält Rebecca weiterhin Durchschläge deiner Botschaften?

Zu Rebeccas Entscheidung nehme ich jetzt noch keine Stellung. Damit ist noch Zeit. Durchschläge soll sie nur bekommen, wenn ich eine Botschaft unmittelbar für sie bestimmt habe.

Zur Haussuche:
Ob Rebeccas Abschied ein vorübergehender ist ,wird sich zeigen. Im Augenblick ist es wichtig, dass eure Vereinigung arbeitsfähig wird, deshalb sucht ab jetzt ein Haus, das eurer neuen Situation entspricht. Das KANN auch ein großes sein, aber es muss es nicht sein. Das Haus zu finden ist und bleibt eine Aufgabe, die ihr lösen müsst, auch wenn sich die Verhältnisse ständig verändern. Ihr habt heute Abend eure Absichten zu Papier gebracht. Wenn es euch mit diesen Worten wirklich ernst ist, dann werdet ihr das Haus finden!

Der Weg zu diesem Haus ist ein ähnlicher wie der, den Jörg in letzter Zeit gelegentlich zu seinen Kunden auf dem Markt findet: Energie muss euch leiten, nicht euer Wille. Aber dafür gibt es natürlich keine Gebrauchsanleitung. Eure Absichten (die ihr aufgeschrieben habt) ernst zu nehmen, heißt deshalb nicht, sie einfach nur zu bejahen, sondern sich ganz und gar von ihrer Wahrheit durchdringen zu lassen. 

28.03.1986
Rebecca:
Du verlangst Aufrichtigkeit von mir. Ich kann nicht aus vollem Herzen ja zu dir sagen. Ich bin nicht bereit, dir zu folgen. „Les temps nouveaux“ und das Neue Zeitalter existieren nur in meinem Kopf. Immer, wenn ich mich mit ihnen befasse, geht es mir um meine eigenen Interessen. Diese Dinge sind nur ein Vehikel für mich, um anerkannt zu werden. Ich habe sie mir angeeignet, aber sie sind nie in mich eingedrungen.

Ich habe immer nur getan, was Andere von mir erwarten. Das will ich nicht mehr. Ich muss lernen, meinen eigenen Weg zu gehen und Verantwortung für mich zu übernehmen. Wenn es sein muss, ganz allein. Ohne Freunde und ohne Gott.

Seinen eigenen Weg zu gehen und Verantwortung für sich zu übernehmen, bedeutet zwar nicht, dass man ihn alleine, ohne Freunde und ohne Gott gehen müsste (was für eine freudlose Sache wäre es dann, real zu sein?), aber dennoch war dein Schritt richtig und du hast die erste wirkliche Prüfung bestanden:
Du hattest dich hoffnungslos in deinem Anspruch verstrickt, mir zu folgen und auserwählt zu sein, und zumindest diesen Punkt siehst du jetzt etwas deutlicher.
Die Gefahr, die jetzt vor dir liegt ist, dass deine Erleichterung sich schon bald wieder in eine neue Bürde verwandeln kann.

Es ist leicht dahin gesagt: „Ich übernehme die Verantwortung für das, was ich tue.“, aber wie fängt man das an? Alleine, ohne Freunde, ohne Gott? Immerhin bist du ein Stück Weg mit mir gemeinsam gegangen.

Und auch wenn du es nicht bemerkt hast, ist doch mehr von meinem Geist in dich eingedrungen, als du jetzt ahnst. Mehr von mir anzunehmen, konnte die Kraft, die ihr Ego nennt, nicht akzeptieren. Darum musste diese Entscheidung jetzt sein. Halte dir aber vor Augen, dass das, was du als „deinen Weg“ betrachtest, in den meisten Fällen die Pfade des Egos sind, die einmal hierhin und einmal dorthin führen, nach vorne und wieder zurück, immer den Weg des geringsten Widerstandes suchend.

Auch dafür musst du zwar „die Verantwortung“ übernehmen, aber weder das eine noch das andere hat Bedeutung, denn du bleibst stets innerhalb deiner eigenen Grenzen.

Das Neue Zeitalter ist für die, die einmal von der wirklichen Energie getrunken haben, kein leeres Wort mehr. Es zu leben (oder auch nur auf der Suche nach ihm zu sein) bedeutet, die eigenen Grenzen durchdrungen zu haben, jenseits derer nichts mehr unmöglich ist, ganz im Vergleich zu dem Leben innerhalb der eigenen Grenzen. Aber erst, wenn man wenigstens ein einziges Mal einen Tropfen dieser Energien auf seinen Lippen gespürt hat, wird man das begreifen können. Denn vor diesem Geschmack verblassen alle anderen Genüsse und schmecken schal.

Bis zu diesem Punkt bist du leider noch nicht gekommen.

Das Neue Zeitalter ist kein Traum, keine Welt, die erst noch entstehen muss, sondern sie ist schon lange real und wird gelebt. Wessen Augen aber dafür noch nicht geöffnet wurden, der sieht nur das Äußere. Und was er sieht ist blass und stumpf im Vergleich zu dem, was es IST. Er kann von den realsten Menschen umgeben sein und sieht doch nur das, was ihm entweder „gefällt“ oder was ihm „Angst macht“. Das was IST, sieht er nicht. Er kann es höchstens in Momenten, in denen die Seele wirklich bereit ist, erahnen. Und selbst das sind Erfahrungen von großer Tiefe. Das Neue Zeitalter zu leben bedeutet, die Welt wirklich so zu sehen, wie sie ist, nicht mehr und nicht weniger.

Diese Dinge sind, wie du selber sagst, noch nie wirklich in dich eingedrungen. Ich weiß es, denn gerade deshalb habe ich ja so intensiv versucht, Haut um Haut von dir abzustreifen, denn ohne diesen Prozess kannst du die alte Welt nicht verlassen und wirst immer nur das sehen, was dein Ego dir erlaubt zu sehen, was deine Eitelkeit dir vorgaukelt und was deine Ängste dir an Schreckensbildern vorhalten.

Aber es gibt natürlich noch viele andere Wege, auf diesem Pfad voranzukommen, und Les temps nouveaux wäre nur einer davon gewesen. Immerhin WAR es einer. Wann du ein zweites Mal eine solche Chance erhältst ist offen.

Ihr alle fragt euch immer wieder nach dem Sinn von dem allem:
“Warum hat Gott diese Dinge so und nicht anders eingefädelt? Hätte er nicht wissen müssen, dass Rebecca den Weg nicht zu Ende gehen kann? Und so weiter.“ Wenn ihr so fragt, seid ihr mit einem überholten Bild von mir behaftet – wieder einmal. Ich „fädele nichts ein“, sondern ich BIN. Und wer mich sucht, der hat die Chance ebenfalls zu SEIN. Euer freier Wille aber ist euch niemals genommen. Ihr seid nicht meine Marionetten, sondern entscheidet an jedem Punkt eures Lebens selber, wie weit ihr vorankommen wollt. Ihr entscheidet auch über das Tempo, in dem diese Entwicklungen voranschreiten. Denn nur ihr kennt die Belastbarkeit eurer
Körper und Seelen – oder glaubt es zumindest.

Deshalb ist kein Schritt endgültig und auch ein Pfad, der verlassen wurde, kann eines Tages wieder betreten werden. Man kann sehr wohl alleine wandern und ohne (falsche) Freunde. Aber niemals ohne mich.

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