Dialog 104

Deine Aufgabe ist es, an mich zu glauben, weil dieser Glaube dich in die Lage versetzen wird, Wunder zu vollbringen. Die Übungen, die ich dazu stelle, sind Schritte auf dem Weg zu mir. Sie haben AN SICH keine Bedeutung, auch wenn es SINN der Übung ist, ihnen die größte Bedeutung beizumessen!

Dialog 104, 30.03.1986

Monika:
Ich möchte noch ein paar andere Dinge ansprechen, die mir etwas unheimlich sind. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich in Englisch denke und dann die Gedanken erst ins Deutsche übersetze. Sind das Erinnerungen an eine frühere Inkarnation? Sind diese Erinnerungen für mich verwendbar? Ich meine, kann ich mich noch tiefer in diese Sprache begeben?
Dann erlebe ich oft, dass mir manche Leute unsympathisch sind, auch wenn ich nur ein Bild von ihnen sehe. Wenn es Leute wie David Spangler oder Harley Miller sind, dann hat es solche Auswirkungen, dass ich von ihnen nichts lesen oder kein von ihnen geführtes Seminar besuchen wollte. Doch sind es Menschen, die durchaus etwas zu sagen haben. Ich weiß nicht, wie ich meine Empfindungen einschätzen soll, wie ernst sie zu nehmen sind. Einerseits ist zum Beispiel David Spangler eine führende Persönlichkeit in Findhorn gewesen, muss also auch etwas vermittelt haben. Andererseits sträubt sich alles in mir seine Worte aufzunehmen. Was ist das?

Diese Fragen geistern mir dauernd im Kopf herum und lenken mich ab.

Das sind in der Tat Gedanken, die dich ablenken. Was würde es dir nützen von einer früheren Inkarnation zu wissen? Du musst mit diesen Dingen vorsichtig sein, Monika! Du hast noch nicht die Kraft, deine Energien wirklich gezielt einzusetzen und in dir schlummern erhebliche Energien. Würde ich zum Beispiel diese erste Frage beantworten, könntest du dich völlig darin verlieren. Und das will ich nicht. Was du bis heute wissen musst, weißt (oder ahnst) du ja schon selbst. Darum lass es dabei bewenden. Es ist nichts Unheimliches daran, aber wenn du dich in diesen Dingen verlieren würdest – das könnte dir unheimlich werden. Ich möchte nicht, dass du dich jetzt mit solchen Dingen beschäftigst.

Zur zweiten Frage:
Hier begehst du einen Fehler. Und wieder haben wir es mit der Situation zu tun, dass du deine erheblichen sensitiven Qualitäten noch nicht steuern kannst. Du reagierst auf die Persönlichkeit eines Menschen und bleibst unter Umständen in diesem Bild stecken. Die Persönlichkeit eines Menschen mag kompliziert und die Person abstoßend sein, aber dennoch kann ein Teil von ihr sich zu hoher Reife entwickelt haben. Und von dem könntest du durchaus etwas lernen. Tust du es nicht, schneidest du dich von dem Wissen ab.

Der einzig wirkliche wichtige Punkt dabei ist: Wo sich in einem Menschen innere Reife und persönliche Entwicklung soweit auseinander entwickelt haben, dass die Person gewissermaßen „gespalten“ wirkt, kommt auch die Lehre, die sie vermitteln, nicht mehr „rein“ durch. Man muss die Worte zum Beispiel von David Spangler also „lesen“ können, denn vieles, was er sagen wollte, steht „zwischen den Zeilen“ und manches wirkt verdreht.

In Findhorn sind viele Menschen buchstäblich neu geboren worden in ihrer geistigen Entwicklung. Deshalb ist dieser Ort auch ein Treffpunkt ganz besonderer Art. Aber nicht jeder, der dort eine führende Rolle inne hatte oder hat, steht oder stand auch immer an dem Punkt, von dem aus er wichtig für andere Menschen war. Viele kommen nach Findhorn, um einen wichtigen inneren Entwicklungsschritt zu gehen. Und sie gehen ihn und entwickeln sich und ihre Entwicklung wird vielleicht erst viel später Früchte tragen.

So kann es also geschehen, dass sie unter Umständen den größten Unfug daher reden und entsprechend ihrer Persönlichkeit doch eine führende Rolle inne hatten. Widersprüche vielleicht, aber nur auf den ersten Blick. 

Findhorn ist ein Zentrum des Lichtes und eine wahrhaftige Geburtsstätte des Neuen Zeitalters. Und wie jeder, der neu geboren wurde, seine Entwicklung durchmachen muss, innerhalb derer es zahllose Irrwege und Verwicklungen geben kann, finden sich auch in Findhorn große Widersprüchlichkeiten. Das wechselhafte Schicksal der Gemeinschaft ist ein sichtbares äußeres Zeichen dafür. Letzten Endes jedoch war der Geist, der dieses Zentrum begleitet, immer stärker und so konnte das Boot nie kentern, aber Widersprüchlichkeiten gab und gibt es dort gleichwohl. Wer weiß, vielleicht gibt es die sogar bei euch …?!

Jörg:
Darf ich mal unterbrechen? Wie ist es denn nun mit dem Markt. Ich glaube, wenn ich heute aufbaue, kann ich mir das Abbauen anschließend sparen. Andererseits hattest du gesagt, ich solle mich heute in Larmour einfinden.

Ich weiß, dass bei solchen kleinen Dingen, die du grundsätzlich auf deine Weise auslegst, immer wieder die Zweifel aufkeimen: „Wieso sagt er das, wenn er doch hätte wissen müssen, dass …usw.“
Jörg, all diese Dinge sind Lehrstücke für dich. Möglichkeiten, deinen Glauben zu stärken und näher zu mir zu rücken. Ich habe immer meine Gründe, warum ich dir etwas sage. Und ich teile sie dir manchmal mit und ein anderes Mal nicht. Wenn ich sie dir mitteile, dann aber gewiss nicht, um dich zu überzeugen, dass ich wirklich der bin, für den du mich hältst, sondern wiederum aus anderen Gründen. Aber ganz gleich, was ich sage: Du sollst meine Worte annehmen und niemals bezweifeln, wenn du weiterkommen willst.

Du neigst dazu, immer nur das zu glauben, was dich selber auch überzeugt. Sei es, weil deine Vernunft zustimmt. Oder weil sich die Richtigkeit meiner Anordnung für dich im Nachhinein zu ergeben schien. Wo deine Vernunft den Kopf schüttelt oder du den Sinn weder vorher noch nachher erkennen kannst, gerätst du immer wieder ins Zweifeln und Grübeln.

Dabei ist alles so einfach: Glaube an mich! Stelle diesen Gedanken immer an allererste Stelle und alles wird gut sein. Glaube an mich, dann wirst du auch an dich glauben können und Dinge erreichen, die dir heute ungeheuerlich erscheinen. Der Glaube kann Berge versetzen, heißt es, und das ist ein Wort aus dem Neuen Testament. Seine Bedeutung ist klar: Für den, der an mich glaubt, ist nichts mehr unmöglich. Aber der Glaube muss rein sein!

Schon der geringste Zweifel höhlt ihn aus und macht ihn wirkungslos. Nimm das Haus als Beispiel. Nichts ist einfacher, als es zu bekommen, aber der Glaube daran, muss rein sein. Sobald du anfängst darüber nachzudenken, wo das Geld herkommen soll, ist der Glaube nicht mehr rein und das Haus rückt aus deiner Reichweite.

Im Augenblick machst du es in dieser Hinsicht recht gut. Besser als je zuvor, wenn auch noch nicht perfekt. Du vertraust mir und bist sicher, dass ihr das Haus bekommen werdet, und du denkst nur noch selten an das Wie. (Jetzt renne nicht dauernd aus dem Wohnwagen und starre in den Himmel. Der Markt muss heute ausfallen, das ist doch wohl klar!)

Was daran noch nicht perfekt ist, ist folgendes:
Der Glaube muss rein sein – und trotzdem muss das nicht heißen, dass man über das Wie keinen Gedanken mehr verschwenden darf! Die „Kunst“ ist, über die Umstände nachzudenken und sie zu beeinflussen, OHNE in dem Glauben beeinträchtigt zu werden! Wenn du das einmal „begriffen“ hast, bist du ein erhebliches Stück weiter. Aber im Moment machst du es gar nicht übel.

Als wir es mit der Angst zu tun hatten und unsere Übungen dazu in der Gruppe gemacht haben, war die Aufgabe gewesen, sich den schlimmsten aller denkbaren Fälle klar zu machen, zu akzeptieren und sich dann auf das Ziel zu konzentrieren. Mein Problem ist aber, dass der „schlimmste aller denkbaren Fälle“ jetzt, wo ich ihn einmal ausgemalt habe, ständig wieder auftaucht.

Um so wichtiger ist es, dass er wieder in der Versenkung verschwindet. Bete um das Haus, bete nicht innerlich darum, nicht in den Wohnwagen zurück zu müssen! Vor allem aber: Vertraue mir und glaube, dass ich dich (euch) IMMER richtig führen werde!

Wenn ich sage: Dies oder jenes ist eine Aufgabe für euch, muss das nicht heißen, dass ihr, wenn ihr sie nicht lösen könnt, versagt habt und bittere Konsequenzen tragen müsst. Die Aufgabe lautet immer: Glaubt an mich und vertraut meiner Führung. Alles andere sind nichts weiter als ÜBUNGEN! Und Übungen sind auswechselbar und haben an sich keinerlei Bedeutung.

Wenn du ein Handwerk lernst und dich in den Fertigkeiten übst, kommst du auch dann weiter, wenn du die Übung schlecht ausgeführt hast. Das Handwerk ist die Aufgabe, das Werkstück die Übung und das Werkstück ist ohne Bedeutung. 

So solltest du auch die Übung mit dem Haus sehen: Die Aufgabe ist, deinen Glauben zu stärken. Das Haus ist die Übung. Es ist an sich ohne Bedeutung, auch wenn es für dich (euch) jetzt einen wichtigen Unterschied auszumachen scheint, wie ihr die Übung absolviert. Wenn ihr das Haus nicht bekommt und dennoch in eurem Glauben keinen Millimeter abweicht, habt ihr die Aufgabe dennoch gelöst. Wenn ihr das Haus bekommt, habt ihr auch noch die Übung gemeistert, das ist natürlich besser für EUCH, für die Aufgabe ist es ohne Bedeutung.

Ich sage dir das, um dir den Druck zu nehmen. Du verwechselst oft Aufgabe und Übung, ähnlich wie ein Handwerkslehrling, der an einem missratenen Übungsstück überbewertet und sich schon weit in der Kunst des Handwerks fortgeschritten glaubt.

Deine Aufgabe ist es, an mich zu glauben, weil dieser Glaube dich in die Lage versetzen wird, Wunder zu vollbringen. Die Übungen, die ich dazu stelle, sind Schritte auf dem Weg zu mir. Sie haben AN SICH keine Bedeutung, auch wenn es SINN der Übung ist, ihnen die größte Bedeutung beizumessen!

Du denkst viel zu oft an das Haus. Du solltest mehr an mich denken, denn mir gebührt der erste Platz. Nicht die Übung kommt an erster Stelle, sondern die Aufgabe. Vertraue mir – und richte deine Aufmerksamkeit auf das Haus. Ernsthaft, aber mit Leichtigkeit, nicht verspannt, nicht von Angst und Sorge gequält. Denke an die Aufgabe zuerst- und dann an die Übung. Aus diesem Grunde stimmt man sich vor einer Arbeit ein: Die Einstimmung bringt dich in Zusammenhang mit der Aufgabe – während die Arbeit selber die Übung ist. Das ist vorerst genug Stoff zum Nachdenken.

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