Dialog 107

Du hast die Wahl zu springen oder zum Flugplatz zurückzukehren, dann ist die Ausbildung beendet und du gehst wieder deine eigenen Wege. Oder du stürzt dich kopfüber in das Abenteuer Gott und wir gehen gemeinsam weiter.

Dialog 107, 01.04.1986

Deine Aussage gestern, dass in Concarneau kein Markt stattfinden würde (zumindest habe ich das eindeutig so verstanden), hat mich in tiefe Unsicherheit gestürzt.

Das ist schon ein Problem, denn du wirst meine Erklärung dafür jetzt nicht akzeptieren. Das hast du innerlich bereits beschlossen. Du sagst dir: „Irgendeine glatte Antwort wird er darauf schon parat haben“. Also was soll ich tun?

Mit dieser Frage habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht gerechnet. Vielleicht sagst du mir doch, wie das gemeint war mit Concarneau.

Nein. Du bist nicht offen für eine Antwort auf diese Frage.

Dann muss ich fragen, was ich jetzt tun soll. Wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, dass ich dich immer beim Wort nehmen kann, wie soll ich dann die Kraft haben, den Mietvertrag für das Haus in Pont Aven zu unterschreiben? Auch dazu hast du eine Empfehlung abgegeben, aber wer weiß, welche hintergründigen Absichten da wieder dahinter stecken?! Ich habe ehrlich gesagt Angst, mit dem Problem eines hohen ungedeckten Schecks plötzlich alleine dazustehen.

DAS ist dein Problem. Und Concarneau nimmst du dir als Vorwand, um nicht handeln zu müssen. Ich will dir mal etwas sagen: die Frage mit dem Markt in Concarneau war eine dumme Frage und ich habe sie so beantwortet, weil ich dir einmal deutlich machen wollte, dass ich nicht die Auskunft bin. (Du wusstest, dass ich das sagen würde. Nun habe ich es gesagt.) Deine Schlussfolgerung aber („Wenn das nicht gestimmt hat, dann stimmt vielleicht auch der Rat für das Haus in Pont Aven nicht“) ist eine hinterlistige Konstruktion: Wir sind im Flugzeug, die Tür ist geöffnet, auf deinem Rücken ist der Fallschirm festgeschnallt und ich stehe in der Tür und hebe die Hand, das Zeichen zum Absprung zu geben. Du hast einmal feierlich erklärt, dass du nicht zögern wolltest. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit und was tust du? Du suchst in panischer Angst nach Hintertürchen, verkriechst dich zwischen den Sitzen.

Aber nun mach dir einmal klar, dass du um den Sprung nicht herum kommen wirst, egal wie du es anstellst. Denn in meiner „Hinterlist“ habe ich euch wieder einmal kurz den Geldhahn zugedreht. Egal welches andere Haus du nehmen wolltest, du hättest in keinem Fall das Geld dazu. Also, mein Junge, du MUSST springen! Dein Fallschirm heißt „Lest temps nouveaux“ und du selber hast es in der Hand, ob er sich öffnet, wenn du gesprungen bist, oder ob er geschlossen bleibt.

Ich weiß, das ist eine dramatische Situation und wie ich es sage, hört sich das auch wenig beruhigend an, aber ich muss dich jetzt einmal kräftig rütteln. Der Absprung steht bevor und du kannst nicht zurück!

Ich würde springen, wenn ich wüsste, …

Stopp, stopp, ganz falsch! Ich würde und wenn und solche Worte bringen uns nicht weiter. GARANTIEN bekommst du von mir nicht! Ich will dein Vertrauen. Ich will den Beweis dafür, nur dann kann ich dir helfen. Du stehst an der entscheidenden Schwelle seit unserer gesamten Zusammenarbeit.

Alles bisher war Training, jetzt kommt der erste „Ernstfall“. Wenn du diese Prüfung bestehst, wird dir künftig nichts mehr unmöglich sein! Ist das nicht eine verlockende Aussicht?

Das erinnert mich an Jesus in der Wüste, als der Satan ihn zum Sprung in die Tiefe aufgefordert hat, mit den Worten: Wenn es deinen Gott gibt, wird er dich auffangen.

Es gibt bei dieser Sache einen kleinen Unterschied. Abgesehen davon, dass du nicht Jesus bist und ich nicht Satan, wirst du dir bei diesem Sprung nicht den Hals brechen. Soweit geht meine Forderung nun wirklich nicht. Die Gefahr liegt nicht in dem Sprung selber, sondern darin, dass ihr euch von dem Energiestrom abgeschnitten fühlt, seit ihr mit eurer Arbeit nicht mehr weiterkommt. Es wäre für mich sicherlich ein Leichtes euch auf den Punkt aufmerksam zu machen, wo ihr fest hängt, aber ihr müsst ihn selber finden!

Aber wenn wir ihn nicht finden, bricht dann die ganze Konstruktion zusammen und öffnet sich der Fallschirm dann nicht? „Les temps nouveaux“ kann uns doch nur dann auffangen, wenn der Energiestrom nicht unterbrochen ist! Ich glaube, das ist es, wovor ich Angst habe. Die letzten Tage ging es mir da nämlich anders. Da habe ich mich gut und „angeschlossen“ gefühlt und mir sind keine Zweifel an dieser Sache mit dem Haus gekommen. Erst jetzt, wo ich mich „abgeschnitten“ fühle, fängt das an.

Das ist nur ein Teil der Sache. Der andere bin ich. Wenn der Fallschirm „Les temps nouveaux“ sich nicht rechtzeitig öffnet, bin ich doch auch noch da. Die Frage ist nur, ob du mir genügend vertraust! Dein „Vertrauen“ in den Verein sah doch praktisch so aus, dass du mit einer Menge Schecks gerechnet hast, von denen noch kein einziger eingetroffen ist. Jetzt bin nur noch ich da, so sieht es jedenfalls aus. Also, was willst du tun? Du hast die Wahl zu springen oder zum Flugplatz zurückzukehren, dann ist die Ausbildung beendet und du gehst wieder deine eigenen Wege. Oder du stürzt dich kopfüber in das Abenteuer Gott und wir gehen gemeinsam weiter. Ob auf diesen Wegen, die du glaubst vorauszusehen oder auf anderen. Also, Monsieur,Entscheidung!

Es stimmt auch nicht, dass du erst Angst hast, seit es mit der Arbeit hakt. Das bildest du dir ein, weil es so stimmig klingt. Ihr werdet mit eurer Arbeit noch an manche kritische Stelle kommen, das ist doch ganz normal. So etwas muss sich aus sich heraus und aus euch heraus entwickeln. Das kann ich euch nicht abnehmen. Es gibt nur eine Frage bei dieser Sache und die lautet: Vertraust du mir? Unterschreibst du den Vertrag? Wohlgemerkt: Ich gebe dir keinerlei Garantien!

Ich muss also davon ausgehen, dass der ungedeckte Scheck ungedeckt bleibt?

Natürlich, was wäre sonst für ein Vertrauensbeweis dabei? Wenn ich dir jetzt sagen würde: Los, unterschreibe seelenruhig, ich werde das schon regeln, weißt du was dann passieren würde? Du würdest mir als allererstes misstrauen! Deshalb verlange ich jetzt, dass du springst, ohne irgendeine Garantie!

Ich bin aber nicht alleine. Das geht auch Monika und das Kind mit an.

Du kannst Monika fragen, wenn du dir über ihre Entscheidung nicht sicher bist. Jetzt will ich deine.

Gut. Ich werde unterschreiben. Ich springe und vertraue darauf, dass du mich nicht abstürzen lässt. Ich nehme das Wagnis in Kauf, auch wenn ich mir dabei böse Beulen und blaue Flecken hole und bin bereit, gegebenenfalls auch darin dein Wirken zu sehen. Ich bin bereit zu springen.

Das hört sich gut an. Lassen wir es einmal darauf ankommen.

Nachdem das erledigt ist, gebe ich etwas von Monika weiter:

Ich hänge fest, fühle mich wie gelähmt, als ob der Saft raus ist. Da ich mich nur noch einmal am Tag einstimme und bete (ist für mich identisch) habe ich das Gefühl, von der Energie abgeschnitten zu sein. Sie war wie Manna für mich. Köstlichstes Lebenselexier! Ich habe eigentlich keine Angst vor ihr- nur meine körperlichen Reaktionen beängstigen mich. Angst habe ich davor, dass wir es wieder nicht schaffen, weil uns ein Teil des Puzzles zu fehlen scheint. Wir können das Bild einfach nicht vollständig zusammensetzen.

Meine morgendliche Einstimmung heute verlief neutral. Ich spürte wenig vom dritten Auge, ein bisschen was im Bauch, und hatte ansonsten alle Mühe mein Gebet zu sprechen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich dadurch Energie für den ganzen Tag erhalte. Bitte hilf uns! Meine Kraft reicht nicht aus, um all das zu verkraften. Bitte!

Zunächst zur Energiefrage: Wenn sich körperlich keine weiteren Reaktionen gezeigt haben, ist es gut, und du kannst mit der Einstimmung wieder verfahren wie bisher. Ich habe dich kurzfristig abbremsen müssen, weil mit diesen Dingen wirklich nicht zu spaßen ist. Dein Lebenselixier will ich gewiss nicht nehmen!

Ansonsten gerät bei dir manches durcheinander: Ihr seid an einem kritischen Punkt eurer Arbeit, findet ihr, und weil das Puzzle sich nicht zusammensetzen lässt, gelingt auch nichts anderes mehr. Mein Rat: Arbeitet zunächst einmal ruhig und soweit ihr es könnt an eurer Selbstdarstellung. Vielleicht findet ihr das fehlende Puzzlestück dabei?! Und wenn es sich nicht findet, ist es vielleicht nicht an der der Zeit dazu?! Vergiss nicht: Ihr habt euren Ist-Stand jetzt in die Welt hinausgefunkt und braucht zunächst auch Rückmeldungen.

Außerdem seid ihr jetzt ganz und gar mit einem sehr handfesten praktischen Problem beschäftigt – dem Haus und allem, was damit zusammenhängt – auch das zieht Energien ab und verlangt Aufmerksamkeit. Du brauchst keine Angst zu haben, dass ihr es „wieder nicht schafft“. Ihr habt es bisher sehr gut geschafft. Und ob und wie es weitergehen wird, hängt jedenfalls nicht davon ab, ob ihr das
fehlende Puzzleteil findet, sondern dass ihr unbeirrt den Weg weiter geht. Verlasst euch darauf: Die Lösung kommt zu euch, wenn es soweit ist. Entspanne dich lieber, wenn dir das gelingt. Tu etwas, dass dir Spaß macht und konzentriere dich zunächst auf das Haus. Das ist das Teil des Puzzles, an dem ihr jetzt gerade arbeitet, und dafür sind alle Stückchen vorhanden.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Schreibe einen Kommentar