Dialog 113

Wenn ihr als Gruppe weiterkommen wollt, braucht ihr innere Einigkeit. Zumindest der Wunsch muss vorhanden sein, gemeinsam die Gruppe zu entwickeln. Und dieser Wunsch muss uneigennützig sein. Wenn das der Fall ist, darf man ruhig auch schwanken in seinem Willen, unsicher werden in seiner Kraft, Angst haben und sogar verzweifeln. Aber das Ziel muss unverrückbar bleiben, das ist wichtig.

Dialog 113, 08.04.1986

Monika:
Bitte hilf mir. Es geht mir sehr schlecht. Meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt, mein Körper ist verspannt. Ich stehe unter Druck, doch ist alles sehr verworren. Da ist dieser Zustand der Schwebe, der Bewegungslosigkeit, den ich kaum ertrage. Ich bin eingesperrt in einem düsteren Haus. Meinen Sohn kann ich nicht mehr handhaben. Ich weiß, er reagiert auf den Druck, doch verstärkt er durch sein oppositionelles, ständig quengelndes Verhalten noch meine schlechte Verfassung, was wiederum Rückwirkungen auf ihn hat. Die stoische, sich verweigernde Art von Rebeccas Tochter treibt mich zur Verzweiflung. Ich kann damit nicht umgehen und lehne das arme Kind ab. Seit gestern scheint auch Rebecca wieder einen Schritt in alte Verhaltensweisen gemacht zu haben.

Ich bin absolut unfähig mich mit Kindern zu beschäftigen. Alles, was ich anbiete, stößt auf Widerstand. Oder ich habe keine Geduld und werde sehr schnell missmutig. Je mehr ich mich bemühe, desto schlimmer ist es. Am schlimmsten aber ist dieser Druck. Wir brauchen soviel Geld. Und nichts bewegt sich. Es ist als befänden wir uns in einem  Zeitintervall und wir hätten keinen Zugang mehr zu diesem Geschehen. Als seien wir vergessen worden. Es ist unerträglich. Bitte gib mir Kraft, Rat und, wenn möglich, Hilfe!

Es ist sicherlich zu allererst dieser Zustand des Sich-abgeschnitten-fühlens, der einer aktiven Natur wie der deinen Probleme bereitet, noch verstärkt durch die äußeren Bedingungen, unter denen du leben musst und durch die du wirklich wie abgeschnitten von allem zu sein scheinst.

Aber in Wahrheit bist du es nicht. Du bist, ihr seid, angeschlossen und überall auf der Welt beginnen sich erste Fäden zu knüpfen, die sich mit euch verbinden wollen. Eure Aussendung ist nicht ohne Wirkung geblieben und man ist sehr wohl aufmerksam auf euch geworden – nur wird das einige Zeit dauern, bis ihr es spüren werdet. Im Augenblick stehst du, bildlich gesprochen, in einer Grube, über deren Rand du nicht hinweg schauen kannst. Du siehst also nicht was vorgeht und was um du dich herum wahrnimmst, belastet dich im Augenblick nur. Es belastet dich aber um so mehr, je verzweifelter du dich bemühst aus der Grube herauszukommen, um Ausschau nach neuen Zielen zu halten.

Du brauchst Aufgaben und musst handeln können. Du brauchst eine Verantwortung, die deinem hohen spirituellen Niveau angemessen ist, das ist mir schon klar. Aber dennoch stehst du nun einmal im Augenblick in dieser Grube und, Monika, so hart es dir als Antwort erscheinen mag, darin liegt ein Sinn. Ich weiß, dass du das auch weißt, aber dennoch muss ich es sagen.

Später am Tag:

Monika:
Heute kam die erste Reaktion auf unsere Aktion. Ich habe mich sehr gefreut über die Aussicht bald Mitglieder anderer New Age Gruppen kennenzulernen. Doch dann wurde mir ganz mulmig. Ich komme mir so klein und unbedeutend vor und es ist mir ein Problem, uns in diesem Haus als New Age Gemeinschaft zu präsentieren, zumal wir ja keine mehr sind, oder irre ich mich da?

Ihr seid nicht klein und unvollkommen. Ihr steht allenfalls am Anfang. Und jemand, der selber in seiner spirituellen Entwicklung voran geschritten ist, wird EUCH anschauen und nicht die äußeren Umstände. Ihr müsst euch darüber klar werden, was ihr seid und was ihr vorzuweisen habt. Und Monika, fühlst du dich wirklich klein und unvollkommen? Du? Wenn du erst einmal den richtigen Rahmen für dich gefunden hast, wirst du eine Führerin sein! Und du bist es schon jetzt. Du hast Kraft und du bist stark und überzeugend. Und wer es nicht bemerkt, der ist noch nicht weit genug in seiner Sensibilität dafür heran gereift. Nein, du brauchst dich nicht klein und unvollkommen zu fühlen.

Ihr könnt derzeit jeden Besucher empfangen, wo immer ihr euch befindet, aber dennoch: Wenn euch eure Situation derzeit belastet, müsst ihr euch ja nicht unbedingt ihr aussetzen. Arrangiert einen anderen Treffpunkt, wo ihr unbelasteter auf sie zugehen könnt, wenn euch dabei wohler ist.

Monika, nimm Kontakt zu dieser Frau auf und begib dich ganz in solche Entwicklungen. Das ist dein Metier und das liegt dir. Jetzt bist du schon nicht mehr ganz so tief in dieser Grube, siehst du! Jetzt gibt es erste Aufgaben für dich. Widme dich solchen Dingen und lass deine Energie frei fließen. Wenn sie erst einmal wieder fließt, wird sich im Handumdrehen auch eine befriedigende Lösung für die Betreuung eures Sohnes ergeben. Gehst du aber Halbheiten ein, wird der Brei sehr zähflüssig werden!

Um nicht falsch verstanden zu werden: Rebecca ist keine „Halbheit“. Nur ist die Situation, die ihr jetzt gerade konstruieren wolltet, ungünstig für alle Beteiligten, solange Rebecca keine eigene innere Entscheidung getroffen hat. Was würde euch das schöne, neue Haus nützen, wenn ihr nicht in einem Geist darinnen leben könntet? Wie würde sich dieses Domizil von „Les temps nouveaux“ für Besucher darstellen, wenn da eine Gemeinschaft wohnt, die gar keine mehr ist?

Was das Geld betrifft, von dem ihr soviel braucht, Monika: Wenn ihr euch in den Fluss begebt, wird auch das Geld fließen, das ist alles, was es dazu zu sagen gibt, und wer wüsste das besser als du! Sollte es aber nicht so fließen, wie die äußeren Umstände es verlangen, dann seid ihr es,die den Fluss behindern. Dann müsst ihr darin eine Lernaufgabe sehen. Dann nimmt euer Weg einige Schleifen mehr als nötig, aber solange ihr das Vertrauen in mich nicht verliert, kommt ihr zu eurem Ziel.

Jörg, da das Geld auch dein Lieblingsthema ist: Mache nicht den Fehler, zu weit in die Zukunft sehen zu wollen. Wir hatten das ja schon x-mal:Du KANNST heute nicht wissen, wie du morgen und übermorgen deinen Verpflichtungen nachkommen wirst. Bisher bist du ihnen IMMER nachgekommen. Also warum soll es auch in Zukunft nicht so gehen?

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich zur Frage des Zusammenwohnens mit Rebecca einen Rat gegeben habe, keine Anweisung. Ich will damit sagen, dass hier die Dinge am Fließen sind und ein Zusammenziehen nicht etwa unmöglich ist. Es wäre nur dann nicht sinnvoll, wenn Rebecca auf dem Punkt stehen bleiben will, auf dem sie sich derzeit befindet.

Wenn ihr als Gruppe weiterkommen wollt, braucht ihr innere Einigkeit. Zumindest der Wunsch muss vorhanden sein, gemeinsam die Gruppe zu entwickeln. Und dieser Wunsch muss uneigennützig sein. Wenn das der Fall ist, darf man ruhig auch schwanken in seinem Willen, unsicher werden in seiner Kraft, Angst haben und sogar verzweifeln. Aber das Ziel muss unverrückbar bleiben, das ist wichtig. Und an diesem Punkt muss Rebecca sich selber sehr genau prüfen.

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