Dialog 118

Positives Denken ist ein Training, dem man sich widmen muss, das Zeit und Anstrengung braucht. Bedenke, dass du ein lebenslanges Training im negativen Denken hinter dir hast. Es gibt keine Übung, die das in Nullkommanichts außer Kraft setzen kann, aber mit Energie und Ausdauer kommt man dennoch dagegen an. Du musst es eben von nun an permanent in deinen Tag einplanen. Gelegenheiten gibt es genügend.

Dialog 118, 12.04.1986 (abends)

Jörg:
Mich hat vorhin wieder einmal die Angst gepackt. Plötzlich habe ich gemerkt, dass ich schon eine ganze Weile traurig und mutlos war und meine Gedanken ständig um Haus und Kredit gegeistert sind. Ich hatte Angst, dass wir es doch nicht schaffen würden, und so weiter. Ich denke, das wird mir wohl noch sehr viel öfter passieren und ich frage mich (und dich) deshalb: Was kann man gegen solche Gedanken tun? Dass sie kommen, kann ich wohl kaum verhindern, jedenfalls nicht sofort, aber dass sie sich so frech einnisten, das muss man doch unterbinden können. Kannst du mir helfen?

Du kannst sehr wohl verhindern, dass solche Gedanken kommen. Das wirst du lernen müssen, denn wenn sie auch nur ganz kurz da gewesen sind, haben sie schon genügend Unheil angerichtet. Aber jetzt erst einmal eine erste Hilfe:

Du musst dir zunächst einmal früher bewusst werden, dass du in solchen Bahnen denkst. Heute hast du diese Gedanken stundenlang ihr Spiel mit dir treiben lassen und warst zu schwach und zu müde, um sie zu vertreiben. Damit fängt es schon einmal an.

Sobald du bemerkst, dass dir solche gekommen sind, verweigere dich diesen Gedanken. Sag NEIN zu ihnen! Gib dir ganz bewusst de Befehl sie nicht zuzulassen!   Das funktioniert! Wenn auch nicht beim ersten Mal.

Danach bittest du mich um Hilfe und du lenkst deine Gedanken ganz bewusst auf die Erfolge, die ihr bereits erzielt habt. Auf die Situationen, die einmal ähnlich schwerwiegend und unlösbar gewesen zu sein schienen, und die sich dann doch ganz wie von selbst gelöst haben. Oder denke an dein Kind, das Vertrauen zu dir hat und das du liebst.

Denke an schöne Dinge, betrachte schöne Dinge, lass Schönes in dich einkehren. Und wenn du kannst, sprich mit Monika darüber. Das tut immer gut, etwas ausgesprochen zu haben. Oft hilft alleine das, um den Kopf wieder zu reinigen.

Das Wichtigste ist aber, solche Gedanken gar nicht erst auftreten zu lassen! Es gibt viele gute Techniken dazu und es gibt Bücher, die du lesen solltest. Ein Übung, dich ich dir sagen kann und die du an jedem Tag und zu jeder Minute anwenden kannst, ist nach Licht zu suchen: Wann immer du daran denkst (und mit etwas Übung wirst du immer öfter daran denken), suche nach Licht: Ein Stück Himmel, das durch die Bäume scheint. Die Sonne. Ein heller Sonnenfleck auf einer Hauswand. Eine brennende Kerze, notfalls selbst eine Glühbirne. Sieh dir dieses Licht bewusst an und versenke dich für einen Moment darin. Lass es in dich eindringen und du wirst spüren, dass es dich innerlich erleuchtet. Licht ist Nahrung für die Seele und Nahrung für den Leib und du solltest nicht sparsam damit sein. Es gibt immer und zu allen Tageszeiten genügend Licht. Suche es und sieh niemals auf die Schatten. Versuche es gleich jetzt.

Diese Übung kenne ich schon, aber ich hatte sie vergessen. Sie hat eben im Moment keine Wunder bewirkt, aber es ist sicher eine gute Übung. Etwas „Kräftigeres“ kannst du mir nicht empfehlen?

Positives Denken ist ein Training, dem man sich widmen muss, das Zeit und Anstrengung braucht. Bedenke, dass du ein lebenslanges Training im negativen Denken hinter dir hast. Es gibt keine Übung, die das in Nullkommanichts außer Kraft setzen kann, aber mit Energie und Ausdauer kommt man dennoch dagegen an. Du musst es eben von nun an permanent in deinen Tag einplanen. Gelegenheiten gibt es genügend.

Außerdem: Es ist nicht so, dass die Lichtübung ineffektiv wäre. Du hast es nur noch nie probiert. Es ist eine Dauerübung und wenn du einmal damit angefangen hast, wenn es dir sozusagen, in Fleisch und Blut übergangen ist nach Licht zu suchen, wenn du es ganz automatisch tust und nicht einmal mehr darüber nachdenkst, DANN wird es Wirkung zeigen. Einfach indem dir eines Tages auffällt, um wievieles positiver du geworden bist.

Mache ein Spiel daraus. Ein Spiel, das du zu jederzeit und zu allen Gelegenheiten spielen kannst. Suche nach Lichtpunkten, wie man nach Ostereiern sucht:  
Wenn du einen Baum siehst, betrachte nicht die Zweige oder Blätter, wie du es gewohnt bist, sondern den Himmel, den du durch sie sehen kannst. Wenn du auf das Meer schaust, sieh nicht die Wellen an, sondern das Licht, das auf der Oberfläche des Wassers funkelt. Und selbst bei Sturm und Gewitter ist Licht in Hülle und Fülle da. 

Gewöhne dir an, danach zu suchen. Jede Sekunde Licht, die du „gespeichert“ hast, ist Licht in dir und hilft buchstäblich gegen trübe Gedanken, weil du diese Übung unbewusst und automatisch bald auch auf das Licht in den Dingen, also auf das Positive selbst übertragen wirstDu wirst eines Tages entdecken, dass du schon ganz automatisch nach den positiven Seiten einer Sache suchst – und dementsprechend keine Zeit mehr für negative Gedanken hast. Ja, es wird dir regelrecht lästig werden, dich mit so etwas aufzuhalten. 

Versuche es. Am Anfang wirst du es oft vergessen. Aber sobald du dir trübe Gedanken bewusst werden, fange damit an. Es geht nicht darum zu meditieren. Ein Blick genügt. Es geht um die Handlung selber, verstehst du? Und WENN du negative Gedanken hast, zwinge dich dazu, die positive Seite der Sache zu suchen, die IMMER auch da ist. Immer.

Aber was ist positiv daran, wenn ich einen Kredit nicht zurück zahlen kann? 

Dummkopf! Ein Kredit ist zunächst doch eine Chance! Mal dir aus, was du alles mit dieser Chance anfangen kannst! Wenn du das konsequent tust, wirst du bald völlig vergessen haben, dass du eben noch Angst hattest. Im Augenblick sind deine negativen Gedanken natürlich immer noch die stärkeren, weil sie Geschichte haben. Aber eben nur deshalb  Du hast sie ein Leben lang ihr Unwesen treiben lassen und nichts gegen sie unternommen.

Trotzdem musst du gerade deshalb SOFORT anfangen die Gegenübung zu machen. Du musst gegensteuern und du wirst das Schiff langsam aber sicher auf eine neuen Kurs bringen. Versuche es, du wirst sehen, dass die positiven Gedanken sehr bald an Stärke zunehmen können und du ihre Kraft nutzen kannst. Und noch einmal: Mach dir die Lichtübung zur ständigen zur ständigen neuen Gewohnheit. Es kann zu einem regelrechten Hobby werden und Freude machen. Probiere es aus!

 

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Schreibe einen Kommentar