Dialog 12

Was also sorgt ihr euch? Ihr dürft kein Leben mit einer Rückfahrkarte in der Tasche führen. Seht immer nur hach vorne, und alles wird gut sein.

Dialog 12, 20.12.1985

Mir geht es sehr gut, seit ich in den letzten Tagen soviel deutliche und wichtige Durchsagen erhalten habe, und ich kann mein Glück manchmal noch gar nicht recht fassen. Trotzdem bekümmert mich zur Zeit wieder einmal unsere finanzielle Situation. Ständig laufen wieder neue Rechnungen ein und erfahre ich von neuen finanziellen Verpflichtungen. Gemessen an dem Volumen unseres Geschäftes, das wir hier betreiben, erscheinen mir all diese Summen langsam ins Absurde abzugleiten. Dazu kommt, dass unsere mühsam kalkulierte Deutschlandfahrt schon wieder auf finanziell sehr weichen Beinen steht. Genauer gesagt: Eigentlich fehlt uns schon wieder Geld aus dem Finanzierungsplan, den wir doch mit deiner Hilfe aufgestellt haben.

Ihr seht immer nur, was vor euch liegt, aber die Gesamtzusammenhänge ihr könnt nicht erkennen. Deshalb bedrückt euch jede neue Rechnung und deshalb sorgt ihr euch um Zahlungen, die man von euch fordert. Ich sage euch deshalb noch einmal: Lasst euch nicht bedrücken, sondern vertraut auf meine Führung. Ich werde euch jetzt nach Deutschland führen und ihr habt die Mittel für diese Reise erhalten. In dieser Richtung braucht euch nichts zu bedrücken. Kosten, die in Zukunft anfallen werden, überlasst ruhigen Herzens dieser Zukunft, auch wenn das schon bald sein wird. Es ist nicht eure Sache, in die Zukunft zu sehen, und ihr beide seid aus gutem Grunde nicht in der Situation, über ausreichend Eigenmittel zu verfügen, um schon für die Zukunft mitplanen zu können. Das ist gut und wichtig so, denn wenn ihr es könntet, würdet ihr die Aufmerksamkeit für wichtige Zusammenhänge verlieren, auf die ich euch aufmerksam machen möchte.
Ein Hund, der eine Spur aufgenommen hat, verfolgt mit der Nase nur diese Spur. Er sieht nicht nach vorne und schon gar nicht zurück, sondern er orientiert sich nur an dem, was sich ihm unmittelbar mitteilt. Er kennt nicht sein Ziel und trotzdem kommt er auf diese Weise sicher dort an. Würde er sein Ziel kennen, könnte er die Spur aus den Augen verlieren und das Ziel verfehlen.
So ist auch eure Situation. Betrachtet jedes neue Papier, das in eurem Briefkasten liegt, als Teil der Fährte, der ihr folgen sollt, und nicht als weiteren Schicksalsschlag irgendwelcher feindlichen Mächte. Es hat alles seinen Sinn so, auch wenn ihr ihn noch nicht erkennen könnt. Der Sinn wird sich euch eines Tages mitteilen, aber dazu ist es noch nicht an der Zeit.

Manchmal bekomme ich Beklemmungen bei der Vorstellung, wieder in Deutschland zu sein. So weit weg von meiner Welt hier, die ich gerade im Begriff bin zu entdecken und für mich, für uns zu ordnen. So sehr ich mich einerseits auf diesen Besuch gefreut habe, so sehr spüre ich jetzt auch, wie gerne ich hier eigentlich bin, und ich habe Angst, den Weg zurück nicht mehr zu finden.

Den Weg zurück darfst du nie suchen. Du gehst immer nur vorwärts, solange du mit mir gehst. Ich führe euch zu den Orten, wo ihr gebraucht werdet, und das bedeutet: Du musst dein Leben offen halten für meine Entscheidungen. Wenn es in meinem Plan ist, dass ihr eure Arbeit in Chef du Bois fortsetzt, dann werdet ihr natürlich dorthin zurückkehren. Wenn ich andere Pläne mit euch habe, dann müsst ihr für diese Dinge ebenfalls offen sein. 
Sorge dich nicht und belaste dich nicht mit Beklemmungszuständen. Das ist vertane Energie. Sieh: Ich habe euch auf eine Reise geschickt und euch die Reisekasse bis zu eurem Ziel gefüllt. Und das Ziel ist Deutschland. Wenn das nächste Reiseziel Chef du Bois sein sollte, dann werde ich euch eure Reisekasse wieder füllen.
Was also sorgt ihr euch? Ihr dürft kein Leben mit einer Rückfahrkarte in der Tasche führen. Seht immer nur hach vorne, und alles wird gut sein.

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