Dialog 121

Ich will dich wie du bist und ich habe Aufgaben für dich. Du bist mir gerade recht so, und von mir aus kannst du rauchen und trinken soviel du willst. Ich weiß ja, dass du, wenn du einmal von meinem Nektar getrunken hast, alle anderen Genüsse ablehnen wirst.

Dialog 121, 15.04.1986

Darf ich eine „Was-ist-wenn-Frage“ stellen?

Nein, und du tust gut daran, sofort alle „wenns“ aus deinem Kopf zu streichen, weil sie nur Negatives enthalten. Monikas Problem ist AUCH, dass du ihr nicht genug Kraft geben kannst. Deshalb muss sie sich immer wieder mit Bitten an mich richten, die ich ihr nicht erfüllen kann. Dabei könnte es ihr besser gehen und sie könnte ihre Situation leichter ertragen, wenn sie auch in dir eine bessere Stütze hätte.

Stärke hat aber nicht jeder in die Wiege gelegt bekommen. Und so muss sie oft erst erlernt werden. Anderen hat man dir als Kind jedes Selbstvertrauen ausgetrieben. Auch das muss wieder erworben werden.

Monika, ich habe dich gestern sehr hart ran nehmen müssen. Leider hatte es wenig Sinn, weil du mich nicht verstanden zu haben scheinst. Deshalb wiederhole ich noch einmal das Wichtigste in Kürze:

Es gibt Belastungen, bei denen ich dir nicht helfen kann, weil sie so, wie sie sind, richtig sind. Deshalb musst du aber nicht denken, ich würde dich alleine lassen! Ich würde dich, wenn ich das könnte, jetzt in den Arm nehmen, um dich zu trösten, aber ich kann gewisse Schwierigkeiten nicht aus dem Weg räumen, weil ich sie selber in den Weg gelegt habe. Verstehst du nicht?

Mein Angebot einen anderen Weg zu wählen, war nicht zynisch, sondern es gilt tatsächlich. „Les temps nouveaux“ ist ein möglicher, aber nicht der einzige Lebenszweck für dich. Ich wollte dir diese Freiheit der Wahl deutlich machen. Aber wie weit sich diese Dinge entwickeln werden und verwirklichen lassen, wird sich in kürzester zeit zeigen. Trost und Kraft findest du im Gebet nur dann, wenn du zugleich bereit bist, die Belastung zu akzeptieren, die dich zur Verzweiflung treiben will. Wenn dein Gebet aber ein Aufschrei DAGEGEN ist, kann ich dir die Kraft nicht geben, die du suchst.

15.04.1986 (abends)

Ich habe eben einige Seiten in dem Reiki-Buch gelesen und bin wieder einmal irritiert: Da beschreiben sich zwei Menschen als Autoren, die ihr Leben anscheinend in größter Reinheit verbringen und am laufenden Band fasten und singen und dein Lob preisen und mit blauen Augen friedvoll in die Welt schauen und meditieren und Energien fließen lassen und so weiter …. Sie isst, wie ich lese, nur gekeimtes Getreide und selten kommt ein negatives Wort über ihre Lippen. Er hat offensichtlich so alle möglichen Stadien von Heiler-Initiation durchlaufen und packt sein Leben an allen Enden mit Schwung und Begeisterung an …. Also da bin ich baff!

Was sind das für Menschen und was bin ich dagegen? Muss ich auch so werden? Ich habe das Gefühl, eigentlich will ich das gar nicht! So sehr mich so etwas anspricht – es macht mich zugleich auch misstrauisch. Doch warum suchst du dir nicht solche Menschen als Übermittler für deine Botschaften aus? Würde denen denn ein Kontakt zu Gott nicht gerade noch fehlen, um den Heiligenschein perfekt zu machen, den sie jetzt schon zu tragen scheinen?

Ich schlurfe trinkend und fluchend und rauchend durchs Leben, fühle mich als Sklave meiner vielfältigen Begierden, bin eifersüchtig und böse, habe nicht nur manchmal ein negatives Wort auf den Lippen, misstraue meinem Nächsten, kann nicht einmal richtig meditieren, mit einem Wort: Warum bin ausgerechnet ich ein Übermittler deiner Botschaften?

Ich hoffe, diese Aufzählung hat dir wenigstens Spaß gemacht. Warum ich jemanden auswähle ist meine Entscheidung und ich sagte dir ja schon mehrmals: Deine kleinen Laster sind für mich völlig unerheblich. Du qualifizierst dich nicht durch einen besonderen Lebenswandel für mich, weder in der einen noch in der anderen Weise. Ich könnte einen Menschen aus der Gosse ansprechen, verkommen und versoffen, wenn ich das so entscheide. Mich interessiert zunächst nicht der Zustand, in dem du dich befindest, sondern der Entwicklungsgrad deiner Seele.. DER qualifiziert dich und nichts anderes. Das gilt für dich wie für Monika. (Es gilt auch für Rebecca. Und du hättest das nicht in Klammern zu setzen brauchen.)

Außerdem hast du Fähigkeiten, die ich hoffentlich eines Tages werde nutzen können, und die im schriftstellerischen Bereich liegen. Auch deshalb lasse ich nicht von dir ab, obwohl du es mir nicht leicht machst. Nimm einmal die Blüten-Therapie, von der ihr gerade gesprochen habt: Sie wirkt auf den feinstofflichen Bereich und spricht eine andere Seite in dir an, als eine Tablette Aspirin. Und so reagiere auch ich auf einen feinstofflichen Bereich von dir, auf deine Seele, auf dein absolut reines Innerstes, dass du mit noch soviel Litern Alkohol nicht zuschütten kannst.

Ich will DICH! Du brauchst dich nicht geringer zu schätzen als zum Beispiel die beiden von denen du gesprochen hast. Vergleichen solltest du dich mit ihnen schon, das kann dir nur gut tun, aber Wertungen solltest du aus diesem Vergleich nicht ableiten. Abgesehen davon: Es gibt auch viele falsche Heilige und dein Misstrauen ist nicht so ganz unberechtigt. Es ist ja nicht einfach nur ein Misstrauen, sondern etwas regt sich in dir, was die falschen Töne heraus hört. Das ist nicht dein Verstand, sondern es sind feinsinnigere Nerven, die das erspüren. So grobschlächtig, wie du dich darstellst, bist du gewiss nicht.

Ich will dich wie du bist und ich habe Aufgaben für dich. Du bist mir gerade recht so, und von mir aus kannst du rauchen und trinken soviel du willst. Ich weiß ja, dass du, wenn du einmal von meinem Nektar getrunken hast, alle anderen Genüsse ablehnen wirst. Aber du hast einen Zustand deiner Seele, der dich vollkommen macht für meine Zwecke. Deshalb brauche ich gerade ich. War das nun Balsam genug für die verwundete Eitelkeit?

Ja, damit kann man es mal für eine Weile aushalten.

Monika:
Ich bin mir nicht sicher über meine Motive. Möglicherweise ist es wirklich nur Ehrgeiz, doch ich möchte den Weg mit „Les temps nouveaux“ weitergehen. Alles andere löst nichts in mir aus. Trotzdem bitte ich dich um einige klärende Worte:

Wenn ich so beschäftigt bin mit meiner Mutterrolle und den Schwierigkeiten, die daraus entstehen, dann fühle ich mich wirklich von Intuition und Inspiration abgeschnitten. Wenn gleichzeitig Jörg auch nichts „produziert“ oder produzieren kann, weil er durch seine oder meine Probleme aufgehalten wird, dann bedeutet das, dass kein Energie-Output stattfindet, also auch nichts zu uns kommen kann. Du aber betonst immer wieder, es käme ganz auf uns an, wie wir die benötigten Finanzen manifestieren können.

Das ist der Punkt, der mich verzweifeln lässt. Da fühle ich mich allein gelassen. Dass du mir bei den anderen Problemen nicht hilfst, ist mir ja nicht neu. Aber ein bisschen Trost könnte ich schon gebrauchen. Jörg ist keine Stütze in dieser Hinsicht. Ich glaube fast, er würde aufgeatmet haben, hätte ich mich gegen „Les temps nouveaux“ entschieden.

Du glaubst immer noch, dass deine „Mutterrolle“ dich von Inspirationen abschneidet. DAS IST NICHT SO! Und du manifestierst auch nicht besser, was ihr für eure Bedürfnisse für nötig zu erachten glaubt, wenn du weniger mit Mutterpflichten beschäftigt bist. Das ist nicht so! Und solange du das nicht einsiehst, baust du immer neue Sperren auf, die dich und euch gerade von diesem Ziel entfernen! Und weil das so ist, „helfe ich dir auch nicht weiter“.

Es ist nicht dein Lebenszwecke eine Mutter zu sein, aber es ist deine Aufgabe jetzt. Und eure nächste Zukunft hängt damit zusammen. Wie ihr eure Zukunft manifestiert hängt ganz stark damit zusammen, wie ihr euch im Hier und Jetzt bewährt! Derzeit seid ihr zu zweit. Du bist im Haus und Jörg muss auf den Markt. Das sind reale Aufgaben, aus denen sich Energie schöpfen lässt. Mithilfe dieser Energie lässt sich auch eure Situation klären, verstehst du das denn immer noch nicht? Wozu willst du Trost? Du bist nicht in einer verfahrenen Situation, aus der ich dir heraus helfen muss, sondern du bist buchstäblich am Ball und kannst ihn offensichtlich nicht greifen, weil du ihn nicht siehst.

Du tust Jörg Unrecht, wenn du glaubst, er wäre erleichtert gewesen über einen Verzicht deinerseits auf „Les temps nouveaux“. Jörg ist zwar manchmal sehr tief unten und wünscht sich heimlich von all diesen anstrengenden Verpflichtungen befreit zu sein und ein „ganz normales Leben“ führen zu dürfen, aber das ist nur ein minderer Teil von ihm, der das wünscht.. Er selber würde einen solchen Bruch wahrscheinlich kaum verkraften. Und seine Energien können im entscheidenden Moment stärker sein, als du es für möglich hältst.

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