Dialog 125

Ich habe nichts zu verschenken, sondern alles muss verdient werden. Und der Preis ist Glauben und Vertrauen. Nicht nur ein bisschen davon, sondern unerschütterlicher Glaube und felsenfestes Vertrauen, egal wie es kommt. Ich könnte dir sagen, wie es kommen wird, aber du begreifst, dass ich das nicht tun kann.

Dialog 125, 29.04.1986

Obwohl ich die Neuigkeit gestern noch ziemlich gleichmütig hingenommen habe, war ich heute morgen als ich aufwachte doch etwas bedrückt. Ich habe mit DIESER Wendung der Dinge nicht gerechnet, denn sie bedeutet Verlängerung unserer unsicheren Situation. Bei einer deutlichen Absage könnte man sich jetzt auf ein anderes Haus konzentrieren, aber obwohl ich das gestern versucht habe, will es mir nicht gelingen. Ich komme einfach nicht von dem Haus in Pont Aven los. Versteife ich mich da jetzt oder ist meine Empfindung richtig? Sollen wir weiter warten und weiter hoffen und vor allen Dingen: sollen wir in dieser Hinsicht etwas unternehmen? Kannst du uns sagen, warum sich die Dinge derzeit so entwickeln? Ist das eine Prüfung? Haben wir uns etwas zuschulden kommen lassen? Ist es gar eine Strafe?

Das sind viele Fragen. Beginnen wir mit der letzen: Nein, eine Strafe ist es nicht. Ich führe euch, indem ich euch sage, was ihr tun sollt. Und das fällt mal mehr und mal weniger deutlich aus, je nachdem worum es sich handelt. Ich bin aber keine lobende und strafende Instanz.

Eine Prüfung ist es sicherlich, aber auch nicht in dem Sinne, wie du es verstehst. Es ist keine Prüfung, die ich euch geschickt habe, aber dennoch werdet ihr dabei geprüft und habt die Chance noch fester in eurem Glauben an mich zu werden. Er ist schon sehr stabil, dieser Glaube, denn die Neuigkeit hat euch zwar beunruhigt, aber nicht irritiert. Das sind gute Voraussetzungen für eure nächsten Schritte.

Dass du von dem Haus in Pont Aven nicht loskommen kannst, ist aber nicht nur Vertrauen in mich. Es ist schon ein Stück Starrheit. Mir zu folgen bedeutet aber flexibel sein zu müssen. Es klingt wie ein Widerspruch, ist aber keiner: Ihr müsst und sollt eure volle Aufmerksamkeit weiter auf dieses Haus richten, zugleich aber auch flexibel für alle anderen Lösungen sein. Eine andere Lösung, die sich euch vielleicht überraschend bietet, darf keine zweitbeste sein! Lies diese Worte aufmerksam durch!

Du kennst meine Gründe nicht und kannst meine Wege nicht nachvollziehen. Es ist aber dennoch möglich, sie zumindest ein Stückweit zu begreifen. Erinnere dich: Ich habe niemals gesagt, dass das Haus in Pont Aven DAS Haus für euch ist, sondern nur, dass es gut geeignet wäre und euren Bedürfnissen entspricht.

Ihr könnt es zu eurem Haus machen – oder auf diese Weise zu eurem Haus kommen! Auf diese Weise bedeutet: Gerade durch die neue Wendung der Dinge. Also: Seid offen und sorgt euch nicht. Alles ist richtig so wie es ist. Was das Haus in Pont Aven betrifft, so tut was in euren Möglichkeiten steht, bis ihr alles getan habt. Was andere Häuser betrifft: Öffnet euch für alles, was ich euch sonst noch zeige und verhaltet euch, wie sich ein normaler Mensch in so einer Situation verhalten würde: Sucht. Mehr als sonst gilt hier der Satz, dass der der sucht auch findet. Haltet nicht starr an etwas fest, aber glaubt fest an das was ihr braucht!

Wir schwächen also nicht unsere Position in Pont Aven, wenn wir zugleich nach anderen Lösungen suchen? 

Nein. Eure Aufmerksamkeit ruht auf dem Haus in Pont Aven und sie ist stark und eurer Glaube ist zuversichtlich. Das sind gute Voraussetzungen für alles, was jetzt geschehen wird. Ohne weiteres könnt, ja sollt ihr alles in euren Kräften stehende tun, um euer Haus zu finden. 

Die Situation erinnert mich stark an die Lage in Deutschland, als unsere Abreise näher rückte und die Heizkostenfrage noch im Raum stand und sich buchstäblich erst in allerletzter Sekunde löste.

Ganz richtig. Und so, wie ihr noch heute von diesem Erlebnis zehrt und stolz auf euch seid, wird auch dieses Erlebnis eventuell einmal wichtig für euch werden. Hast du denn wirklich geblaubt, dass alles so einfach werden würde? Dass man MEIN Haus (oder EUER Haus) einfach findet, indem man zum Notar geht und eine Unterschrift leistet? Ich habe nichts zu verschenken, sondern alles muss verdient werden. Und der Preis ist Glauben und Vertrauen. Nicht nur ein bisschen davon, sondern unerschütterlicher Glaube und felsenfestes Vertrauen, egal wie es kommt. Ich könnte dir sagen, wie es kommen wird, aber du begreifst, dass ich das nicht tun kann.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte 
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