Dialog 135

Dein Ego, dein klitzekleines Ich, diese an sich völlig bedeutungslose Energie, die euch durch das irdische Leben führen soll. Wenn sich diese Energie bedroht sieht, zeigt sie sofort die Krallen. Dieses Ego bringt es fertig, sich gewaltig stark, ja fast unüberwindbar darzustellen. Es kann sich gewaltig aufplustern, dennoch ist alles nur Schaumschlägerei. Dein Ego hat an sich überhaupt keine Gewalt über dich, aber du kannst es ihm gestatten, Gewalt über dich zu haben – und du tust es mit Hingabe!

Dialog 135, 12.05.1986

Obwohl ich das eigentlich vermeiden wollte, habe ich nun doch einen Teil des Spiegel Artikels über den Unfall in Tschernobyl gelesen. Nun bin ich entsetzt, wie schlimm es wirklich steht, das habe ich nicht gewusst. Jetzt mache ich mir doch Sorgen um unsere Sicherheit hier.

Was eure persönliche Sicherheit betrifft, so seid ihr im Augenblick recht gut aufgehoben. Doch ich habe dir ja schon bei deiner letzten Frage dazu gesagt: Die innere Klarheit, mit der du dein Leben in meinem Geiste ausrichtest, ist ein wichtiger und besserer Schutz als alle menschlichen Vorkehrungen. Radioaktive Strahlungen richten bei einem Körper, der sich in einem innerlich-äußerlichen Gleichgewicht befindet, erheblich weniger Schäden an, als wenn sie auf einen geschwächten Körper mit zerrissener Gleichgewichtslage zwischen Körper und Geist stoßen.

Dass es sich dabei nicht um einen Universalschutz für alle Fälle handeln kann, wird dich nicht überraschen, aber es ist wichtig, sich über die Abwehrkraft klar zu werden, die ein klar auf mich ausgerichtetes Leben besitzen kann.

Dein Leben befindet sich nicht in diesem wünschenswerten Zustand, denn deinen Entschlüssen fehlt oft genug noch immer die tiefe innere Zustimmung deines Geistes, der zu mir streben sollte. Vielleicht nutzt du die Bedrohung, die durch dieses Unglück entstanden ist, um dein Leben ein weiteres Mal zu überprüfen: Frage dich bei allem, was du tust: „Hätte ER das auch so getan?“ Eine simple Frage, aber sie kann dir Antwort auf alles geben.

Eine fragwürdige Frage, wie ich finde. Denn es ist völlig unmöglich, mich mit deinen Maßstäben messen zu wollen. Wenn ich mir also bei jeder meiner Handlungen tatsächlich diese Frage stellte, würde ich stets vor meiner Unvollkommenheit stehen, denn ich bin nun einmal kein Gott, mache Fehler und habe Schwächen und habe als Mensch doch auch „das Recht“ darauf, oder? Ich bin doch hier, um zu lernen!

Natürlich, aber muss es unbedingt ein Lernprozess mit tödlichem Ausgang sein? Oder hast du nicht eher die Aufgabe, das maximale aus deinem Leben heraus zu holen, dein Ziel also möglichst weit vorne zu stecken und es nicht in deiner nächsten Nähe mit der Entschuldigung anzusiedeln, mehr könntest du als Mensch nun einmal nicht leisten. Was meinst du, was du alles leisten könntest, wenn du glauben würdest!

Aber was ist es nur, was sich da immer wieder zwischen mich und dich schiebt? Was ist das für eine Kraft, die mir ständig die Energie abzieht, die ein Leben in deinem Geiste verlangt?

Dein Ego, dein klitzekleines Ich, diese an sich völlig bedeutungslose Energie, die euch durch das irdische Leben führen soll. Wenn sich diese Energie bedroht sieht, zeigt sie sofort die Krallen. Dieses Ego bringt es fertig, sich gewaltig stark, ja fast unüberwindbar darzustellen. Es kann sich gewaltig aufplustern, dennoch ist alles nur Schaumschlägerei. Dein Ego hat an sich überhaupt keine Gewalt über dich, aber du kannst es ihm gestatten, Gewalt über dich zu haben – und du tust es mit Hingabe!

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