Dialog 138

Es gibt kein „Recht haben“, wenn ich an erster Stelle stehe. Es gibt nur eine gemeinsame Aufgabe und zur Zeit behindert ihr sie beide. Du durch dein Drängen und Jörg durch sein Zögern, wobei das eine regelmäßig eine folge des anderen ist: Der eine drängt, weil der andere zögert und umgekehrt.

Dialog 138, 19.05.1986

Antwort auf eine Frage von Monika:

Jeder muss für sich selber wissen, was es für ihn bedeutet, mich an erste Stelle zu setzen. Jeder muss seine Aufgabe und seine Wandlung bei sich selber erleben. Gemeinsam könnt ihr euch auf diesem Prozess nur gegenseitig begleiten. Es ist aber niemandens Aufgabe, den anderen in seinem Sinne ändern zu wollen. Denn das bedeutet, ihm nicht zu vertrauen, seinem eigenen Entwicklungsprozess keine Achtung entgegenzubringen.

Es gibt kein „Recht haben“, wenn ich an erster Stelle stehe. Es gibt nur eine gemeinsame Aufgabe und zur Zeit behindert ihr sie beide. Du durch dein Drängen und Jörg durch sein Zögern, wobei das eine regelmäßig eine folge des anderen ist: Der eine drängt, weil der andere zögert und umgekehrt.

Du meinst es gut und du nimmst deine Aufgabe ernst, das weiß ich, aber du musst versuchen, in deinem Eifer und deiner Sorge nicht zu weit zu gehen. Jörg hat – wie jeder Mensch – sein eigenes Tempo, seinen eigenen Rhythmus, und den darfst du nicht stören. 

Wenn mein Geist wieder spürbar euer Handeln beflügeln soll, müsst ihr erst die innere Harmonie zwischen euch wieder hergestellt haben. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist gegenseitige Achtung vor der Persönlichkeit des Anderen. Jeder von euch macht in dieser Hinsicht Fehler. Deiner ist es zum Beispiel immer wieder, dass du dich „im Recht“ fühlst. Es ist dabei nicht die Frage, ob du tatsächlich „im Recht bist“ oder nicht (Du bist es übrigens praktisch immer), sondern was du daraus machst.

Wenn du deinem Partner deine Position aufdrängen willst, zeigst du jedenfalls keinen Respekt für ihn. Es ist sehr schwierig, sich in diesen Dingen richtig zu verhalten, aber Konflikte und Spannungen zwischen euch können euch zumindest als Richtungsweiser dienen, denn sie sagen euch deutlich, dass Fehler gemacht werden.

Ich habe zu dir gesprochen, weil du dich an mich gewandt hast. Jörg hätte eine ähnliche Rede verdient, denn er macht es in Bezug auf eure innere Gemeinsamkeit keinen Deut besser. Deshalb solltest du meine Worte nicht als Kritik an dir persönlich begreifen. Das sind sie in gar keinem Fall! Aber es sind Worte der Eindringlichkeit, die ich an euch beide richte, damit ihr euch in meinem Geiste wieder zusammenfindet!

 

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