Dialog 141

Wenn du einen Wunsch hast, der wichtig ist, dann sollte er so angesiedelt sein, dass seine Verwirklichung nicht unmöglich aber auch nicht zu einfach ist. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit wird immer eine Lücke klaffen und indem du sie überspringst, schließt sie sich hinter dir, wie eine Naht, die man mit dem Faden zusammengezogen hat. Ist die Lücke aber zu groß, besteht natürlich die Gefahr hinein zu stürzen.

Dialog 141, 26.05.1986

Monika:
Es geht mir nicht gut. Ich habe viele Fragen, doch hält mich etwas davon ab, die Fragen auch aufzuschreiben. Ich habe Angst vor deinen Antworten. Eine Kritik kann mich total aus der Fassung bringen. Doch kann es so nicht weitergehen. Fast ist es, als würde ich selbst meinen Kontakt zu dir und deiner Energie drosseln. Ich nehme alles nur noch sehr gedämpft war. Bei den Einstimmungen und Gebeten spüre ich die Energie viel weniger deutlich, wenn auch jetzt als Fließen bis in die Hände. Das dritte Auge spüre ich überhaupt nicht mehr.

Was mir am meisten im Magen liegt, ist deine Frage, woher es kommt, dass ich an manchen anderen Menschen kein Interesse habe, dass sie mich belasten können. Ich kann die Frage nicht beantworten. Ich weiß nur, dass es oft Situationen sind, in denen man Konversation macht, auch wenn sonst nichts dahinter steckt. Und es gibt Menschen, mit denen ich einfach nicht reden kann und dann wird jede Konversation zur Belastung. Es kann sein, dass es Leute sind, die mir signalisieren, dass sie mich zu irgendetwas benutzen wollen, an dem ich kein Anteil habe. Doch das ist nur eine vage Ahnung. Es gibt ja auch Leute, die mich nicht besonders interessieren, die sich aber für mich interessieren oder für etwas, was ich zu geben habe. So wie der Mann,den S. neulich mitgebracht hat. Der hat mich nicht belastet und mit dem konnte ich reden. Aber zum Beispiel N.’s Mutter löst in mir nur ablehnende Gefühle aus. Mehr kann ich darüber nicht herausfinden. Bitte hilf doch da weiter!

Auch das Thema Manifestation beschäftigt mich sehr. Ich hatte immer geglaubt, man könne sich alles manifestieren, wenn man es wirklich braucht und es nicht nur eigennützig ist. Doch in den letzten Monaten habe ich immer wieder erfahren, dass unsere Kraft nicht ausgereicht hat. An mangelndem Glauben hat es jedoch bei mir sicher nicht gefehlt. Was müssen denn für Voraussetzungen da sein, damit das Manifestieren auch klappt? Ich fühle mich verunsichert und verwirrt, alles stimmt irgendwie nicht mehr so, wie ich es für stimmig gehalten hatte.

Es ist natürlich niemals in meinem Sinne gewesen, dass du dich zurück nimmst und von dem Energiestrom entfernst, der doch schon so gut geflossen ist. Ich habe dich auch nicht „kritisiert“, wie du es ausdrückst, wohl aber war es an der Zeit, ein wenig auf die Bremse zu treten, als ich sah, dass du begonnen hattest, das rechte Maß aus den Augen zu verlieren.

Die Energie, die dich mit mir verbindet, ist wie ein klarer Lichtstrahl zu verstehen, den ich auf dir ruhen lasse. Und dieser Strahl soll dich leiten in deinen Handlungen. Du aber warst im Begriff, dich allzu selbstständig zu machen, was bedeutet, dass du dich von diesem Energiestrahl zu entfernen begonnen hattest. Auch du bist noch in der „Ausbildung“ und bedarfst meiner unmittelbaren Führung. Du bist noch nicht „die Energie“ selber und so war es nötig, dich ein wenig „an die Leine zu nehmen“, um dich daran zu erinnern, dass du noch immer unter meiner Führung stehst. Dabei war aber tatsächlich keinerlei Kritik im Spiel, auch wenn es sich so angehört haben mag.

Nehmen wir einmal deine Empfindungen Menschen gegenüber: Du hast ein sehr feines Gespür dafür, wer wirklich real und Teil deines Lebens und deiner Welt ist. Und im Grunde tust du recht daran, dich dem einen mehr und dem anderen weniger bereitwillig zu öffnen. Was sich bei dir aber begonnen hatte „einzuschleichen“, war eine gewisse Überheblichkeit, auch wenn du dir ihrer gar nicht bewusst gewesen bist. Auch die Menschen, die nicht deine Schwingen teilen und damit Disharmonie in dir auslösen sind Teil meines Lebensplans und haben ihren Weg zu gehen und ihre Aufgabe zu erfüllen.

Die deine ist es zur Zeit zwar, nach den Menschen mit harmonischer Wellenlänge zu forschen, weil nur im Einklang mit ihnen Neues geschaffen werden kann, aber dennoch ist „den Anderen“ gegenüber eine Art „respektvolle Liebe“ nötig – an der es dir gelegentlich fehlt.

Es ist ein Zeichen deiner feinen inneren Abstimmung, dass du eine „Kritik“ von mir so sensibel empfindest. Dass sie dich zugleich aber so aus der Bahn wirft, sollte dir ebenfalls zu denken geben, denn es weist darauf hin, dass die Bänder, mit denen du dich mir verbunden fühlst, noch sehr dünn sind und leicht zerreißen können. Ich möchte aber, dass du weißt, dass ich dich mit großer Liebe und väterlichem Wohlwollen betrachte und dir zu allen Zeiten (wirklich zu allen) sehr nahe stehe.

Manifestieren:
Ihr wisst selber recht gut, woran es bei euch fehlt: An der Disziplin, die Motor eures Lebens sein sollte. Diese Disziplin ist aber nicht das, was sich in Verzichtleistungen ausdrückt – obwohl der „Verzicht“ auf allerlei Oberflächlichkeiten automatisch ein Zeichen von innerer Disziplin ist – sondern diese Disziplin muss ein Spiegelbild des Reifegrades sein, den jeder von euch erworben hat.

Derzeit sieht euer Leben etwa so aus:Große Unruhe hat sich ausgebreitet, vieles hat sich schon verändert. Und wo das noch nicht sichtbar geworden ist, sind doch zumindest schon Keime zur Veränderung angelegt worden, aber insgesamt seid ihr noch sehr in Aufruhr und euer Leben ist noch ein großes inneres Durcheinander.

Deshalb ist der aufrichtige Wunsch und das uneigennützige Wunschziel nicht ausreichend. Das einzige, was ihr tun könnt ist: An euch weiterarbeiten, Disziplin in euer Leben bringen, weniger durch diverse Verzichtleistungen, sondern durch Ordnung und Sauberkeit in allem was ihr ausführt! Unzulänglichkeiten sollten euch nicht quälen, sondern anspornen!

Du, Monika, bist mit deinem Wissen um die Gesetze der Manifestation ähnlich wie ein Künstler deiner Zeit voraus. Du denkst richtig, aber euer Leben hinkt hinter diesem Wissen her, so dass es immer wieder zu Konflikten kommt. Die „Kunst“ ist es, immer ein Stück weiter zu sein, als es die tatsächlichen Gegebenheiten zu erlauben scheinen, aber nie zu weit, damit Wunsch und Wirklichkeit nicht zu weit auseinander klaffen und einen Abgrund schaffen, den du nicht mehr überspringen kannst.

Wenn du einen Wunsch hast, der wichtig ist, dann sollte er so angesiedelt sein, dass seine Verwirklichung nicht unmöglich aber auch nicht zu einfach ist. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit wird immer eine Lücke klaffen und indem du sie überspringst, schließt sie sich hinter dir, wie eine Naht, die man mit dem Faden zusammengezogen hat. Ist die Lücke aber zu groß, besteht natürlich die Gefahr hinein zu stürzen.

Um ein Beispiel zu geben: Die Entscheidung, den Gasherd zu kaufen, war richtig. Dieser Sprung ist zu schaffen und die Gefahr des Abstürzens ist klein. Sie ist zwar vorhanden, aber das muss auch so sein. Eine komplette Raumausstattung für das gesamt Haus zu bestellen, wäre – zumindest zur Zeit – eine falsche Entscheidung. Verstehst du was ich meine?

Es ist sehr schwer, hier das richtige Maß zu finden. Manifestieren ist ein sehr verantwortungsvoller Lebensprozess, bei dem es ungemein viel zu lernen gibt. Wichtig ist dabei alles, was widersprüchlich erscheint:

● Nicht in die Zukunft planen und doch vorausdenken,
● die gegenwärtige (zum Beispiel finanzielle) Situation respektieren und sich doch über sie hinwegsetzen,
● im Hier und Jetzt sein und zugleich im Reich der Träume leben, damit Träume ins Hier und Jetzt gebracht werden können,
● schrittweise vorgehen und doch kühne Sprünge machen.

Es ist das Prinzip wirklichen Managements, so zu leben und zu handeln, obwohl sich nur wenige erfolgreiche Manager der Tatsache bewusst sein dürften, dass sie im Grunde „manifestieren“.

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