Dialog 142

Nur hast du lernen müssen, dass zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Visualisieren und Manifestieren also, zunächst einmal der Wille steht! Der Wille nicht als Wunsch – den habt ihr durchaus gehabt – sondern der Wille als eigenständige leitende Kraft. Als die Kraft eben, mit der Berge versetzt und Wunder vollbracht werden können.

Dialog 142, 05.06.1986

Monika:
Es geht mir immer noch sehr schlecht, obwohl es eine Erleichterung war, meine Zweifel ausgesprochen zu haben. Es sind jedoch nicht so sehr Zweifel die mir zu schaffen machen, sondern eine sehr tief greifende Verunsicherung. Die ist schon ein paar Wochen alt und ich kann gar nicht mehr rekonstruieren, was eigentlich mit mir geschehen ist. Ich fühle mich wie ein Segel ohne Wind und die Flaute hält und hält an.

Ich traue mich nicht mehr zu träumen, zu visualisieren. Ich habe Angst vor erneuten Erfahrungen, mich zurücknehmen zu müssen. Wozu dann träumen? Ich war mir so sicher gewesen mit dem Haus in Pont Aven. Und ich verstehe einfach nicht, warum das nicht geklappt hat. Das hat mich total verwirrt. Das Haus in Damany gefällt mir zwar besser, weil es irgendwie freundlicher und lichter ist. Doch für unsere Pläne ist es nicht so gut geeignet und es ist nur halb so groß für das gleiche Geld. Einerseits empfinde ich es als eine Beschränkung, andererseits aber als Belastung, weil ich mir einfach noch nicht vorstellen kann, wie wir das Geld dafür manifestieren können und ob wir das überhaupt schaffen. Beschränkend empfinde ich es , weil es bestenfalls für Wochnend-Seminare geeignet ist.

Zwar habe ich Träume, doch ich wage es nicht diese Gedanken weiterzuspinnen. Zu groß wäre ein erneuter Absturz. Ja, so fühle ich mich. Ich bin gesprungen und du hast mich nicht aufgefangen. Und ich bin ziemlich ramponiert wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Meine Einstimmungen sind nach wie vor ein schwacher Abklatsch dessen, was mir schon möglich war. Das dritte Auge spüre ich nur noch manchmal. Andererseits spüre ich die Energie jetzt mehr in den Hände als anderswo. Oft brauche ich nur an Reiki zu denken und schon spüre ich sie in den Händen. Doch mir fehlt dieser intensive Kontakt zu dir, der mir früher möglich war.

Jörg:

Auch ich empfinde unsere Situation zur Zeit als schrecklich verfahren und es will mir einfach nicht in den Kopf, warum das so ist. Haben wir denn in irgendeiner Weise versagt? Machen wir etwas falsch? Wenn ja, warum sagst du uns dann nicht was? Auch mir liegt uns zukünftiges Haus in Damany zur Zeit eher im Magen als dass ich mich darauf freuen könnte. Auch in finde es inzwischen als recht klein für das viele Geld. Meine einzige Sicherheit ist, dass du uns von diesem Haus zumindest nicht abgeraten hast. Aber „unser“ Haus scheint es wohl auch nicht zu sein, oder?

Die Zeiten sind wohl vorbei, wo du uns wirklich „geführt“ hast. Jetzt empfinde ich deine Worte eher als eine Art Begleitung, aber sie drücken für mich längst nicht mehr soviel aus wie früher. Zugleich habe ich aber das Gefühl, dass wir konkrete Führung sehr dringend gebrauchen könnten. Warum stehst du uns nicht mehr so konkret zur Seite wie früher?

Zuerst zu Monika:
Es ist nicht so, dass diese Situation in der ihr jetzt steht, vorgezeichnet war. Dass eure Träume sich nicht erfüllen würden, war keineswegs selbstverständlich. Und als ich dich ermutigt habe, deinen Träumen freien Lauf zu lassen, geschah das durchaus in der Absicht, dich/euch zu diesem Haus zu führen, an das ihr euch schon so nahe herangefühlt hattet. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, dass ihr noch Übungen zu absolvieren habt, wenn ihr euren Weg weitergehen wollt. In manchen Phasen (speziell in denen zu Beginn unseres Miteinanders) warst besonders du sehr stark auf mich eingepolt und deine Träume waren sehr präzise.

Aber um sie auch Wirklichkeit werden zu lassen, bedarf es mehr als nur der Fähigkeit zu träumen bzw. zu visualisieren. Dazu bedarf es eines kraftvollen Willens! Des Willens, der Bahnen bricht und sich seine Wirklichkeit selber schafft. Ich habe euch mehrfach gesagt, dass ihr zu wirklichen Leistungen in der Manifestation noch gar nicht stark genug seid. Damals ging es zwar nur um ein Auto, aber das ist dasselbe. Wenn ich euch dennoch ermutigt habe, euch auf die Suche nach eurem Haus zu begeben, dann
deshalb, weil es dabei viel zu lernen gibt.

Ihr seid heute dort, wo ihr „hingehört“. Das ist nicht bösartig gemeint, sondern ganz sachlich. Es IST eine schwere Aufgabe, die ihr euch gestellt habt: Alleine, aus dem Nichts heraus und ohne materielle Hilfe eine spirituelle Gemeinschaft aufzubauen. Und ihr müsst akzeptieren, was ihr vorfindet. Es ist falsch, zum Beispiel das Haus, in dem ihr zur Zeit wohnt, als Rückschritt oder gar als „Strafe“ aufzufassen. Im Gegenteil, es ist ein schöner, kleiner Erfolg, denn so besonders einfach ist es ja offensichtlich nicht, in eurer Gegend ein Haus für die Sommermonate zu finden.

Und ebenso ist es mit eurem zukünftigen Haus: Wenn ihr die Kraft aufbringt, es zu bewohnen und mit Leben zu erfüllen, dann IST es euer Haus. Dann werdet ihr es auch bezahlen können – und dann wird der Platz auch für eure Zwecke ausreichen bzw. es werden sich Lösungen finden lassen. Wenn ihr aber zweifelt und zögert …?!

Euer Wunschhaus, euer „Traumhaus“ also, habt ihr damals nicht gefunden und das ist gut so, denn hättet ihr es gefunden – dieses Haus wäre euch mit Sicherheit über den Kopf gewachsen. Das Haus in Damany muss das nicht notwendigerweise tun. Obwohl es das auch kann. Auch Dinge haben Macht und können sie ausüben. Aber das Haus in Damany HABT ihr gefunden! Das ist ein entscheidender Unterschied zu dem Haus, das ihr nicht gefunden habt. Und deshalb ist es ab jetzt euer Haus und ihr solltet mit guten Gefühlen daran denken, anstatt es schon vorab mit Sorgen zu beladen.

Deshalb, Monika, ist es durchaus nicht so, dass du abgestürzt bist. Nur hast du lernen müssen, dass zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Visualisieren und Manifestieren also, zunächst einmal der Wille steht! Der Wille nicht als Wunsch – den habt ihr durchaus gehabt – sondern der Wille als eigenständige leitende Kraft. Als die Kraft eben, mit der Berge versetzt und Wunder vollbracht werden können.

Du hast einiges von diesem Willen bereits erworben, vielmehr als du je zuvor besessen hast, denn durch deine Hände fließt heute bereits die reine Energie, mit der Menschen geheilt werden können, aber es ist eben noch nicht die Qualität von Energie, mit der alles Wirklichkeit werden kann, was du dir wünschst.

Du betrachtest das als ein „Sich-zurücknehmen-müssen“, aber das ist es nicht. Es ist ganz einfach ein Spiegel der wirklichen Situation in der ihr steht und der Möglichkeiten, die darin liegen. Nicht mehr und nicht weniger. Als Gründer einer neuen spirituellen Gemeinschaft seid ihr zur Zeit sehr alleine und müsst euch fühlen, wie Pioniere in der Wildnis. Gerade daran aber sollt ihr eure Kräfte schulen.

Es ist nicht schwer, sich an einem ausgewählten Ort wie zum Beispiel Findhorn aufzutanken. Dort haben aber auch viele andere Menschen bereits etwas von ihrer Kraft und ihrer Energie „deponiert“ und es ist leicht, von diesem Depot etwas für sich zu nehmen. Die größere Leistung aber vollbringt ihr zur Zeit, denn ihr habt nichts, auf das ihr aufbauen könnt, und wo ihr hinkommt, findet ihr nur Neuland vor. Lass euch deshalb nicht beeindrucken, wenn zum Beispiel Rebecca von ihrem Aufenthalt dort schwärmt, denn eure Leistung, obwohl nach außen hin sehr viel weniger eindrucksvoll, ist erheblich und hat meine Beachtung.

Ich habe euch einmal gesagt, dass ihr noch Stunden schwärzester Verzweiflung durchleben werdet, bevor ihr den Schlüssel zu eurem neuen Haus im Schloss herumdrehen könnt. Jetzt wisst ihr, dass ich damit nicht nur die Suche nach diesem Haus gemeint habe.

Ihr macht einen Fehler, wenn ihr glaubt, meine Führung würde von nun an bedeuten, dass euch alles leicht von der Hand gehen muss. Ich habe mir euch beide nicht ausgesucht, weil ihr perfekt seid, sondern damit ihr es werdet – und das ist nun mal ein langer Weg. Meine Führung, Jörg, war deshalb am Anfang eine so konkrete Führung, weil ich euch erst einmal auf die Bahn setzen musste. Inzwischen geht es einfach um ganz andere Dinge, als im Januar und Februar.

Inzwischen müsst ihr lernen, euren Willen zu schulen, ihn zur Stärke zu erziehen, denn diese Kraft, die ihr dabei entwickelt, DAS BIN ICH! Das aber müsst ihr euch erwerben, das kann ich euch nicht so einfach schenken. Wo bliebe dann die Leistung? Ihr müsst aus euch heraus die Stärke entwickeln, aus der die neue Gemeinschaft wachsen kann. Dann bin ich mitten unter euch. Dann lebt ihr in meinem Geiste.

Nehmt dankbar an, was ihr vorfindet und hadert nicht ständig mit eurem Schicksal. Nehmt, was man euch gibt, und seid dankbar, dann wird es sich in euren Händen zu Fülle und Reichtum wandeln. Hadert ihr aber und seid ihr unzufrieden und misstrauisch, dann wird die Gabe in euren Händen verdorren, und ihr werdet weniger haben als zuvor.

 © Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

One thought on “Dialog 142

  1. Anmerkung von Monika:
    Hier besteht die Gefahr, das Wort Wille misszuverstehen. Es geht hier nicht darum, seine Wünsche durchzusetzen, sondern um eine geistige Kraft, die immer dann präsent ist, wenn sich etwas gut und stimmig anfühlt, und die weder Zweifel noch Scheitern zulässt. Diese Kraft muss sich entwickeln. Und erst wenn man einmal erlebt hat, wie sie sich anfühlt, weiß man wirklich, was mit dieser Art von Wille gemeint ist.

Schreibe einen Kommentar