Dialog 144

Vögel lernen von Vögeln, Katzen von Katzen, Bäume von Bäumen. Ein jedes Lebewesen bleibt unter seinesgleichen. Und der Mensch braucht den Menschen, um lernen zu können. Strebt deshalb nach außen und sucht den Kontakt zu gleichgesinnten Menschen, dann wird eure „Willensbildung“ sehr bald ihren eigenen Verlauf nehmen.

Dialog 144, 06.06.1986

Monika:
Ich möchte versuchen zu formulieren, was mich beschäftigt. Da ist zunächst einmal die Energie bei den Einstimmungen. Früher habe ich den Fluss immer sehr stark in mich eintreten spüren und er hatte eine sehr wohltuende, stärkende Wirkung. Seit einigen Wochen spüre ich die Energie in dieser Form fast gar nicht mehr. Das macht mich sehr traurig und oft auch verzweifelt. Ich fühle
mich dann abgeschnitten von dir und sehr einsam und alleine. Was kann ich tun, um wieder voll angeschlossen zu sein? Wie kann man den Willen entwickeln, von dem du gesprochen hast? Ich habe gelesen, das dritte Auge hat auch mit der Willensbildung zu tun. Das dritte Auge spüre ich aber auch nur noch sehr selten. Wie kann ich denn dann meinen Willen bewusst schulen? Ist den das was ich mache, wenn ich „Reiki“ gebe, etwas anderes als das eigentliche Reiki? Kann ich durch die Behandlung der Chakren eine Förderung des Willens erreichen?

Du musst eines unterscheiden: Wenn du Energie in der gewohnten Weise nicht mehr oder nicht mehr so oft spürst, dann „fühlst“ du dich zwar abgeschnitten von mir, aber du bist es selbstverständlich nicht. Trotzdem – weil es gerade zu deinen ganz persönlichen Besonderheiten gehört, dass du meine Nähe SPÜREN kannst (so wie Jörg sie in Worte fassen kann), ist es für dich natürlich sehr hart, aus dieser Fülle nicht mehr schöpfen zu können.

Der Grund dafür? Seit du meine Nähe in Form von Energie so direkt spüren kannst, hat sich etwas in dir verfeinert. Oder anders gesagt, dein feineres Ich, das so lange das Schattendasein eines Mauerblümchens führen musste, hat begonnen ins Licht zu treten und zu wachsen. Und so wie dein feineres Ich gewachsen ist, bist auch du feiner, feinfühliger, reiner geworden. Man könnte es vergleichen mit dem Blütenkelch einer Blume, der sich vorsichtig entfaltet hat und nun der Morgensonne behutsam sein verletzliches Innerstes preisgibt.

Weniger feine Seiten von dir, die sich in ihrer Wichtigkeit bedroht fühlten, haben diesen Prozess aber nicht einfach so hingenommen. Und so kam es immer wieder vor, dass Züge bei dir nach außen getreten sind, die ich so nicht gewähren lassen konnte. Und nun kommt das Dilemma, das immer besteht, solange zwischen Sender und Empfänger ein Übermittler, ein Übersetzer eingeschaltet sein muss: Die Sprache, in der Jörg manchmal meine Worte fasst, ist verglichen mit ihrem Inhalt relativ grob. Wenn ich eine Sprache in eurem Sinne hätte, stünde ich allerdings vor dem selben Problem, denn Worte drücken das, was ich zu sagen habe, immer nur unvollkommen aus.

Kurz und gut: Du bist mehr als einmal verletzt worden. Und um nun das Bild von der Blüte wieder aufzugreifen, die sich gerade entfaltet hat: Deine Blütenblätter haben sich blitzschnell wieder geschlossen, nachdem sie die erste raue Berührung zu spüren bekommen haben. Dein feines, hoch empfindungsfähiges Ich hat sich zunächst wieder zurückgezogen und deshalb spürst du meine Energie natürlich viel weniger deutlich als zuvor. Das zunächst als Einführung, damit du das Folgende besser verstehst.

Was also muss geschehen, damit du die Energie wieder ungehindert fließen spüren kannst?
Diese Frage berührt zugleich deine Frage zur Willensbildung.

Wenn du an mich angeschlossen bist und meine Energie spüren kannst, hat dein „freies“ Ich (wie ich es am liebsten nenne) Zugang zu den höchsten Sphären. Das kann geschehen, auch wenn du selber dich in gar keiner Weise verändert hast, wenn du also mit deinen Problemen und der Art damit umzugehen, noch immer dieselbe geblieben bist. Dein „freies Ich“ ist  nämlich die Kraft, die ihre eigenen Wege gehen kann und keinen Willen benötigt, der ihr als Antrieb dient.

Deine Situation ist nun so: Dein „freies Ich“ ist von mir berührt worden und es hat bereits begonnen, sich in der Welt auszubreiten. Du selber aber in deiner Ganzheit bist noch gefangen, bist noch nicht unabhängig von der Willkür deines einfachen Ichs. Solange das so ist, ist dein „freies Ich“ sehr verletzbar – und wird sich sofort zurückziehen, sobald es sich bedroht sieht.

Hast du aber erst einmal deinen wirklichen WILLEN entwickelt, dann hast du auch für dein „freies Ich“ ein geschütztes Zuhause geschaffen, und deine Entwicklung und dein Wachstum kann voranschreiten zu wirklicher spiritueller Reife. 

Wie aber entwickelt man seinen Willen? Sicher nicht, indem man auf den Kaffee verzichtet, wenn einem eigentlich danach zumute wäre. Ich habe euch ja schon verschiedentlich gesagt: Verzichtleistungen haben mit dem, was ich unter WILLEN verstehe nicht das geringste zu tun, auch wenn das meistens durcheinander geworfen wird. Der Wille entwickelt sich von selber, wenn seine Zeit gekommen ist, denn in jedem Menschen ist der Samen dazu bereits gelegt. Ob und wann er aufgeht, ist eine Frage der gesamten Lebensführung, durch die der Boden bereitet wird.

ABER: Der Wille entwickelt sich – von Ausnahmen abgesehen – nicht in den Köpfen, nicht indem man sich ihn wünscht. Das keimfähige Klima, in dem er gedeihen kann, wird immer durch Menschen geschaffen! Durch andere Menschen also. Durch das Leben in Gemeinschaften, durch die gebündelte Energie, die sich nur in Gemeinschaften findet, in denen viele Menschen dem gleichen Ziel zustreben. Ihr selber, zu zweit alleine, werdet euch sehr schwer damit tun, euren Willen sprießen zu lassen. Sobald ihr aber intensiver in Kontakt zu anderen (gleichgesinnten) Menschen tretet – sei es indem eure Gemeinschaft wächst, sei es, indem ihr intensiven Kontakt zu solchen Menschen und Gruppen haltet, von denen ihr euch angezogen fühlt, wird der Boden erwärmt werden und der Samen wird keimen und sehr rasch heranwachsen.

Ihr seid Menschen und als Menschen könnt ihr nur wirklich von anderen Menschen lernen. Ideen, Philosophien, selbst fein geschwungene spirituelle Gedankengänge, könnt ihr zwar nachvollziehen, aber wirklich lernen (und dabei spirituell selber reifen und sich verändern) könnt ihr nur durch den engen Kontakt zu anderen Menschen, könnt ihr nur in Gemeinschaften. Auch eine „göttliche Führung“ kann euch diese Erfahrungen nicht ersetzen, denn ihr lernt von mir nicht wirklich, ihr habt es aber etwas leichter zu lernen, was euch andere Menschen beibringen.

Vögel lernen von Vögeln, Katzen von Katzen, Bäume von Bäumen. Ein jedes Lebewesen bleibt unter seinesgleichen. Und der Mensch braucht den Menschen, um lernen zu können. Strebt deshalb nach außen und sucht den Kontakt zu gleichgesinnten Menschen, dann wird eure „Willensbildung“ sehr bald ihren eigenen Verlauf nehmen. Und ist das erst einmal geschehen, Monika, dann hat dein „freies Ich“ ein Zuhause, in dem es nicht mehr verletzt werden kann, aus dem es also nicht fliehen muss, weil ihm dort keine Gefahr drohen kann – und dann reißt auch der Strom der Energie nicht mehr ab!

Sicher fragst du dich aber, was du jetzt zur Zeit tun kannst, um nicht mehr „abgeschnitten“ zu sein oder dich so zu fühlen? Lies dir diese Worte von mir genau durch und werde dir sehr klar darüber.

  1. Suche unverdrossen den Kontakt zu mir, auch dann, wenn du „nichts“ zu spüren
  2. glaubst. Ich BIN da und du musst dir das immer wieder vor Augen halten.
  3. Erweitert die Aktivitäten eurer kleinen Gemeinschaft, indem ihr mehr nach außen strebt.

Vorschläge dazu:

  • Sucht Menschen und Gruppen auf, von denen ihr euch angezogen fühlt oder von denen ihr wisst oder gehört habt, dass sie in eurem Geiste leben und arbeiten. Und wenn ihr euch ihnen nahe fühlt, vertieft den Kontakt zu ihnen. Das wird Balsam auf eure Herzen und Seelen sein, denn ihr habt euch sehr zurückgezogen und seid im Begriff zu vereinsamen. Das neue Zeitalter spielt sich in Gemeinschaften ab!
  • Hört auf damit, euch weniger „wertvoll“ als andere Menschen oder Gemeinschaften zu fühlen, bloß weil ihr noch nicht so weit zu sein glaubt, wie andere. Wenn euch das davon abhält, zu anderen Kontakt aufzunehmen, ist diese falsche Bescheidenheit sehr teuer bezahlt worden.
  • Nehmt auch spirituell Kontakt zu euch nahe stehenden Menschen und Gruppen in der Welt auf, zum Beispiel indem ihr gemeinsam meditiert! Es muss ja nicht jeden Tag sein, aber wie wäre es mit einem regelmäßigen Termin in der Woche? Ihr wisst genug um die Kraft der Gedanken und seid durchaus in der Lage, diese Energie (und die Möglichkeiten, die in ihnen liegen) für euch und zum Wohle der Welt zu nutzen.
  • Und schließlich: Hört auf damit, auf das spirituelle Erwachen und die Geburt eures Willen zu warten, als käme das von selber und würde euch in den Schoß fallen. Ihr habt genug und könnt genug, um alles in die Wege leiten zu können, was nötig ist, um diesen Willen wachsen zu lassen. Also handelt!

Jetzt zu Reiki.
Das, was du zur Zeit als Reiki bezeichnest ist sicherlich nicht das, was eure Lehrer und Meister dieser Kunst als solche bezeichnen. Ich zum Beispiel denke natürlich nicht daran, mich bestimmter Techniken und Verfahrensweisen zu bedienen, die oft völlig willkürlich sind und keinen weiteren wirklichen Zweck verfolgen (auch wenn die Vertreter dieser Zunft in diesem Punkt sicherlich anderer Auffassung sind).

Du wirst also, wenn du Reiki auf die übliche Weise lernst, mancherlei Neues an Techniken und Verfahrensweisen kennen lernen. Manches wird dir sehr nützlich sein, anderes wird dir vielleicht lächerlich erscheinen. Kurz und gut: Mein Reiki ist mein ganz persönliches Geschenk an dich und mein Reiki-Grad kann von niemandem sonst erworben werden. Deshalb wird sich beides zusammen durchaus ergänzen können, insofern du für eine konventionelle Reiki-Ausbildung sozusagen erstklassige Voraussetzungen mitbringst.

Dass du selber die Energie nicht spüren kannst, ist ein vorübergehendes Phänomen und betrifft das, was wir oben besprochen haben. Du bist zur Zeit noch immer leicht gestört in deinem Energiefluss. Ansonsten ist Sitzen besser als Liegen! Energie fließt vertikal!

Du bist durchaus in der Lage, eine Harmonisierung der Chakren durchzuführen. Es genügt,  wenn du sie nacheinander mit den Händen leicht berührst, wobei du von unten nach oben vorgehen solltest. Es gibt auch andere Vorgehensweisen und du magst sie ausprobieren, aber diese ist für dich eine gut geeignete.

Aber: Eine Förderung des Willens wirst du damit nicht erreichen. Ich sagte dir ja schon, dass dieses Pflänzchen auf einer anderen Wiese blüht. Kümmert euch beide verstärkt um das, was ich euch in Bereich des „Nach-außen-gehens“ gesagt habe. Versucht über eine Öffnung nach außen neue Energien von außen aufzunehmen. Das wird euch helfen, auch mit euch selber wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

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