Dialog 150

All diese Erfahrungen sind wichtig, sehr wichtig für euch. Auch die scheinbar erschütternden. Sie sagen euch nämlich ebenfalls sehr viel über euch.

Dialog 150, 22.06.1986

Monika:
Könntest du uns noch etwas zu dem roten Faden sagen? Du hast einmal gesagt, wir sollten dich an erste Stelle setzen, also bist du dann der rote Faden? Das hieße, Einstimmungen, Gebete, Meditation sind die Fixpunkte des Tages. Das ist auch mein Bedürfnis. Doch wie flexibel oder wie genau müssen die festgelegten Zeitpunkte gehandhabt werden? Aber irgendwie kann es das noch nicht sein. Mein Gefühl sagt mir, es dreht sich alles um die Energie. Müssten wir die Energie mehr oder besser gesagt in alles was wir tun einfließen lassen? Doch wie tut man das? Jörg hat nicht meine Möglichkeiten und ich bin auch davon abhängig, dass es spürbar für mich ist. Manchmal empfinde ich unsere Situation ähnlich der, wenn einem ein Wort auf der Zunge liegt und man kommt und kommt nicht darauf. Du hast uns schon vor Monaten gesagt, wir seien dicht dran. Kannst du uns nicht noch einen Wink geben?

Mit einem Wink ist euch nicht geholfen. Bestimmt nicht. Ihr müsst diesen Faden selber entdecken und ihn vor allen Dingen auch selber aufnehmen, da kann ich euch nicht viel weiterhelfen. Aber so sehr tappt ihr doch gar nicht im Dunkeln, wie du jetzt tust: Es ist richtig, dass „Energie“ ein zentrales Thema für euch sein wird, weil sie ein zentrales Thema für die Welt ist. Aber wie und auf welche Weise, das müsst ihr wirklich selber erarbeiten, erfahren, entdecken. Das ist eine wichtige Leistung, die nur ihr bringen könnt. Und ihr seid wirklich nicht weit davon entfernt, euch fehlt im Augenblick eigentlich nur der extra Schwung Mut und – nun, halt Energie!

Ihr seid in Wahrheit weiter als ihr glaubt. Sehr viel ist bei euch schon angelegt worden, wie Samen, den man in die Erde gelegt hat. Es braucht wirklich nur noch der richtige Tag, das richtige Wetter zu kommen und der Samen wird aufgehen. Habt ihr nicht bei eurem Besuch in jenem Dorf gemerkt, wie innerlich weit ihr verglichen mit dem was ihr dort gesehen habt, ihr eigentlich schon seid? Ihr habt nur noch nichts daraus gemacht.

Jörg:
Genau dazu hätten wir ein paar Fragen. Wir waren beide sehr enttäuscht nach diesem Besuch. Hatten uns wesentlich mehr von dem Kontakt versprochen. Wir fanden dort alles sehr düster, fast tot irgendwie. Die Leute, jedenfalls die paar die wir kennengelernt haben, kamen zumindest mir nicht wie Vertreter eines Neuen Zeitalters vor.

Monika fand diese Astrologin irgendwie interessant, fühlte sich aber auch zugleich von der scheußlichen Umgebung abgestoßen, in der die sich eingerichtet hat. Fand ich auch schlimm. Außerdem fühlen wir uns beide sehr erschöpft, als hätten wir ein schweres Stück Arbeit geleistet. Nein, eigentlich kann man das gar nicht so sagen, denn wenn ich gearbeitet habe, ist es mir hinterher noch nie schlecht gegangen.

Monika geht es sogar ziemlich mies. Hängt das mit diesem Besuch zusammen? Und wenn ja, wie? Und was sollen wir mit diesen Leuten anfangen, die offensichtlich mit uns nichts anfangen wollen oder können?

Diese Menschen dort sind in vielem noch sehr in der Alten Welt verhaftet, viel mehr als sie sich selber eingestehen, da sie sich für sehr weit entwickelt halten. Das schafft ein Spannungsfeld, das sensible Beobachter wie ihr sofort erfassen können – und das belastend wirkt. Dazu kommt natürlich die Enttäuschung: Ihr hattet euch ja einiges von diesem Besuch versprochen. Aber das ist alles schon ganz richtig so.

Auch solche Erfahrungen sind wichtig, weil sie für euch sehr gute Messinstrumente für den Stand eurer eigenen Entwicklung sind. Nicht alles und jeder, der sich unter meinem Namen versammelt, ist unbedingt ein Vorbild für euch. Ich sagte euch ja schon: Ihr habt eigentlich allen Grund, schon recht zufrieden mit euch zu sein. Habt ihr das nicht gemerkt? Und gerade du, Jörg, hättest dich bestimmt nicht unterlegen zu fühlen brauchen.

Aber geht auch nicht zu streng mit den Leuten dort ins Gericht. Ihr habt nur wenig gesehen und der Kontakt kann eines Tages für euch doch noch wichtig werden. Und sei es nur indirekt, indem ihr über diese Gruppe zu anderen Menschen findet. Ich rate euch deshalb, einen losen Kontakt zu den Leuten aufrecht zu erhalten. Fahrt ruhig noch einmal hin. Aber dann lasst euch nicht wieder aus der Fassung bringen, sondern seid ehrlich mit euch und anderen und sagt, was ihr tut und wo ihr steht und was ich vorhabt, denn das ist durchaus bemerkenswert und kann sich sehen lassen.

Ihr habt in einem halben Jahr einiges an innerer Leistung gebracht, was dort zum Beispiel noch nicht geleistet worden ist. Ihr habt deshalb allen Grund stolz auf euch zu sein. So, das musste ich euch alten Zweiflern einmal sagen.

Vielen Dank für das unerwartete Lob. Monika möchte noch wissen, ob ihre Erschöpfung nach der Licht-Übung für Rebecca von der Übung kommt oder ob sie mit dem Besuch zu tun hat? 

Diese Erschöpfung kommt von der Übung, weil es für sie wirklich noch eine Übung, also eine Anstrengung ist. Wenn sie diese Kunst einmal beherrscht, wird ihr das keinerlei Schwierigkeiten mehr bereiten. Im Augenblick ist es aber tatsächlich ein großer geistiger Kraftakt, der da im Spiel ist, und der erschöpft.

Es hängt aber auch mit dem Besuch zusammen, natürlich, denn der hat euch aus besagten Gründen nun einmal sehr stark angegriffen. Aber das wird schon wieder. Glaubt mir: All diese Erfahrungen sind wichtig, sehr wichtig für euch. Auch die scheinbar erschütternden. Sie sagen euch nämlich ebenfalls sehr viel über euch.

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