Dialog 158

Augenblicke, in denen sich nichts zu bewegen scheint, können wichtige (und sehr aktive)  Ruhepausen sein. Aber nur, wenn man sie als solche erkennt und ihre schöpferische Ruhe nutzt, können sie auch wirklich genutzt werden. Verstehst du, was ich meine? Stillstand ist keineswegs gleich Stillstand.

Dialog 158, 16.07.1986

Jörg:
Monika geht es nicht gut. Sie ist traurig und weiß nicht genau warum. Sie vermutet einen Zusammenhang mit S., aber auch damit, dass sich zur Zeit nichts zu bewegen scheint. Kannst du ihr dazu etwas sagen? Sie braucht so dringend Hilfe!

Monika, du siehst die Menschen wie sie sind – und wenn du es ihnen sagst, erntest du natürlich nicht immer Zustimmung. Du musst lernen, daran zu wachsen, denn nichts an dem, was du in dieser Hinsicht sagst oder tust ist falsch. Du kannst also nicht besser machen, als du es tust, und es wird immer wieder passieren, dass sich Menschen von dir abwenden (müssen), die die Kraft nicht haben, ihre eigene Wahrheit zu ertragen.

Du machst deine Sache richtig und du machst sie gut. Du bist einfühlsam und verständnisvoll, aber du erkennst auch den Punkt, wo es gilt hart zu bleiben und auf seiner Meinung zu bestehen. Das mag nicht jeder – und doch hilfst du damit auch diesen Menschen. Die Saat wird dann nur später aufgehen.

Dass sich nichts zu bewegen scheint – nun, sieh es einmal so: Ihr habt einen sehr hohen Anspruch (was gut ist) und erwartet von eurem Leben, dass sich Schritt an Schritt reiht und kein Stillstand auftreten darf. Das aber ist nicht realistisch. Du siehst es falsch, Monika.

Augenblicke, in denen sich nichts zu bewegen scheint, können wichtige (und sehr aktive)  Ruhepausen sein. Aber nur, wenn man sie als solche erkennt und ihre schöpferische Ruhe nutzt, können sie auch wirklich genutzt werden. Verstehst du, was ich meine? Stillstand ist keineswegs gleich Stillstand. Und es ist schwer, sehr schwer, da die richtige Unterscheidung zu zu treffen. Denn es gibt auch solche „Pausen“, die sein müssen, damit ihr zu euch findet. Und wieder andere, die einfach deswegen sein müssen, weil ihr sonst nur Unfug anrichten würdet, wenn ich nicht eingreifen und euch zur Ruhe zwingen würde.

Ich habe euch immer wieder aufgefordert, in allem mein Wirken zu sehen. Betrachtet deshalb auch Ruhepausen, in denen sich „nichts zu bewegen scheint“ als eine von mir verordnete Übung. Kreidet es nicht sofort eurer Unfähigkeit an. Zu soviel Bescheidenheit besteht kein Grund. Eure Lebensführung hat ein rasantes Tempo, das dürft ihr mir glauben (es könnte natürlich noch rasanter zugehen, aber schlecht macht ihr eure Sachen jedenfalls nicht).

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