Dialog 165

Sobald der Wille einen Sieg errungen hat (zum Beispiel gegenüber alten, eingefahrenen Gewohnheiten, Bequemlichkeiten, überflüssigen Begierden und so weiter) muss dem Geist Gelegenheit gegeben werden, das Terrain sofort zu besetzen, denn der Wille kann es alleine nicht lange halten.

Dialog 164, 25.07.1986

Jörg:
Monika meint, ich vertraue dir nicht bzw. ich setze dich nicht in die Mitte meines Lebens. Das scheint mir zu stimmen, aber jedes Mal habe ich dann das Gefühl, dich an die erste Stelle zu setzen sei eine schier unlösbare Aufgabe.

So ist es. Alles hängt damit zusammen und es ist keine unlösbare Aufgabe. Es ist einfach nur eine Entscheidung: Willst du es mit mir versuchen oder willst du es nicht? Wenn du es willst, kommt alles andere wie von selbst. Es ist so einfach, du würdest es im Nachhinein nicht glauben, wie einfach das alles sein kann.

Du vergisst mich noch viel zu oft. Dabei ist jedes kleine Detail deines Alltags ebenso wichtig wie die großen Probleme deines Lebens. Du aber denkst immer erst dann an mich, wenn die Probleme sich wieder einmal aufgetürmt haben. Du muss mit allem zu mir kommen, musst es dir zur Angewohnheit machen, alles mit mir zu teilen. Und wenn es nur ein kurzer Anruf beim Notar ist – bitte mich um meine Hilfe. Oder aber: Stimme dich morgens richtig auf mich ein, das ist eine weitere Möglichkeit, aber damit tust du dich ja fast noch schwerer. Aber so oder so, du musst einen Weg finden, denn du alleine kannst die Aufgaben nicht lösen, die vor euch liegen. Keiner von euch kann es. Ihr braucht mich und ihr müsst mir den „Chefsessel“ freimachen. Ohne mich schafft ihr es nicht.

Beten, meditieren, sharing – das sind alles keine zeitaufwändigen Dinge. Doch trotzdem kommt es immer und immer wieder vor, dass die Zeit dafür nicht da ist. Für jeden anderen Mist aber ist Zeit in Hülle und Fülle. Das gibt es doch nicht. Liegt es nun daran, dass wir irgendwo heimlich gar nicht richtig wollen? Oder ist da etwas am Werk, das und gewissermaßen beherrscht?

Bildlich gesprochen hat der Geist, der nach dem Licht strebt, immer auch seinen Widersacher, der die irdischen Freuden verspricht. Stark vereinfacht gesagt.

Der Teufel? Tragen wir alle den Teufel sozusagen in uns?

So kannst du es sehen. Es genügt deshalb nicht sich zu wünschen, auf dem Weg des Lichtes zu gehen. Es müssen auch die Widerstände überwunden werden, die dagegen arbeiten. Die Gewichte müssen abgeworfen werden, die den aufstrebenden Geist nach unten ziehen wollen.

Also doch wieder der gute, alte Wille?

Wille ist Bewusstsein. Sich einer Sache bewusst-sein. Natürlich musst du dir über die Zusammenhänge klar werden, die dich daran hindern wollen frei zu sein, wenn du den Gefahren aus dem Weg gehen willst. Es ist aber nicht so, dass „alles nur eine Frage des Willens“ ist, wie es immer wieder dargestellt wird. Der Wille (zum Beispiel auf den Weg des Lichtes zu kommen) ist immer nur eine Art Vorkämpfer für den Geist, der aufsteigen will. Der Wille ist irdisch, der Geist ist ewig.

Ich habe es also praktisch immer mit dem Versucher auf der einen Seite und meinem Willen auf der anderen Seite zu tun. Ist denn mein kleiner, menschlicher Wille stark genug für solch eine Aufgabe? 

Ich sagte ja schon: Der Wille ist nur eine Art Vorkämpfer. Der Geist hat auch ein Wörtchen mitzureden – man muss ihn nur lassen! Sobald der Wille einen Sieg errungen hat (zum Beispiel gegenüber alten, eingefahrenen Gewohnheiten, Bequemlichkeiten, überflüssigen Begierden und so weiter) muss dem Geist Gelegenheit gegeben werden, das Terrain sofort zu besetzen, denn der Wille kann es alleine nicht lange halten.

Praktisch: 
Du hast eine Zeit lang keinen Alkohol angerührt (Wille). Du fühlst dich frischer und hast die Kraft noch einiges zu tun. Jetzt kommt es darauf an, diese Chance nicht verstreichen zu lassen. Gib dem Geist Gelegenheit, dieses Feld zu besetzen. Vertue die Zeit also nicht, sondern gib Reiki oder meditiere. Tue irgendetwas, bei dem du Energie spüren kannst. Euer Problem ist oft, dass ihr die Zeit, die euch der Wille verschafft hat, nicht richtig nutzt …

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