Dialog 173

HtgrmusterDie Liebe, von der du sprichst, wird sich einstellen, wenn du selbst mehr mit dir im Reinen bist, denn das bist du noch nicht (siehe Ebbe und Flut) – Wenn du den ruhenden Pol gefunden hast, von dem aus du andere Menschen auf dich zukommen lassen kannst.

 

Dialog 173, 20. 08.1986

Monika:

Ich leide sehr darunter, dass ich Menschen gegenüber „zumache“, die gerade nicht ein Stück auf meinem Weg mitgehen können, und sie nicht liebevoll behandeln kann. Was kann ich tun, um die Liebe in mir wachsen zu lassen?

Meine Fortschritte bezüglich der Energieaufnahme sind nicht dauerhaft. Mein Wachstum scheint den Rhythmus der Gezeiten zu haben. Auf die Flut folgt Ebbe, auf Ebbe folgt Flut. Nur – warum macht mich das so traurig?

Liebe wächst von selbst. Man kann nichts dazu „tun“. Liebe ist Reife – und ihr seid noch im Wachstum, seid noch lange nicht ausgereift, noch nicht reif für  diese Art von Liebe, von der du jetzt sprichst. Die Liebe, die dulden kann. Die Liebe, die versteht. Die Liebe, die den anderen ganz aufnimmt, ohne dass man selber dabei untergeht. Diese Liebe ist noch nicht eure, noch nicht eine Sache. Das ist aber nicht schlimm. Es ist vielmehr ganz normal so. Du bist auf einer Stufe, wo du deine Sinne schärfst, und auch das ist wichtig. Es ist sogar ganz enorm wichtig. Es ist für dich sogar mit das Wichtigste von allem, denn es wird auch in Zukunft immer wieder deine Sache sein, mit einem einigen Blick des Verstehens, die Situation eines anderen Menschen erfassen zu können. Und ich möchte, dass du es schulst. Auch dafür habe ich dich ausgewählt.

Deine Reaktion auf K. war also ganz richtig, denn sie entsprach vollkommen der Situation –  deiner Situation. Du hast sie richtig wahrgenommen und dich entsprechend verhalten. Sie ist „zu“ und weil sie das ist, konntest du auch keinen Kontakt zu ihr herstellen. Darunter musst du nicht leiden, im Gegenteil: Freue dich über deine genauen Wahrnehmungsmöglichkeiten.

Die Liebe, von der du sprichst, wird sich einstellen, wenn du selbst mehr mit dir im Reinen bist, denn das bist du noch nicht (siehe Ebbe und Flut). Wenn du den ruhenden Pol gefunden hast, von dem aus du andere Menschen auf dich zukommen lassen kannst.

Das Bild von Ebbe und Flut stimmt nicht so ganz. Denn mit jedem Schritt den du vorangekommen bist, hast du ein neues Stück Land gewonnen, das dir auch bei der anschließenden „Ebbe“ nicht verloren geht. Bildlich gesprochen gehst du also zwei Schritte vor und einen zurück. Warum dich das traurig macht? Weil du diesen Vorgang sehr intensiv erlebst und jede innere Ruhepause – denn um nichts anderes handelt es sich – mit einem Versagen gleichsetzt.

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