Dialog 176

dialogbild4Du erstarrst sehr schnell in Routinen. Du suchst sie regelrecht, weil du einen Zustand ohne sie auf Dauer nicht glaubst aushalten zu können. Was könntest du leisten, wenn du von diesen Routinen freikommen würdest! Wenn du Zeit und Disziplin hättest, diese Zeit auch zu nutzen!?!

 

Dialog 176, 26.8.1986

Ich habe den Tag heute seit langem wirklich einmal genutzt um nachzudenken. Was dabei herausgekommen ist, ist vom Volumen her vielleicht nicht viel. Doch ich fühle mich trotzdem sehr angetörnt und ausgefüllt und könnte ständig damit weitermachen, wenn es nicht so etwas wie geistige Erschöpfung dabei gäbe.

Was mich wundert ist, wie unendlich langsam diese Bewegungen meines Kopfes verlaufen, wo es doch um Dinge geht, von denen ich immer angenommen habe, dass sie mir längst völlig klar waren. So klar, dass es kaum mehr eines Wortes bedürfe sie auszusprechen. Stattdessen sitze ich dann tatsächlich da und mir raucht die Birne, weil ich mir wie ein kleines Kind, das Schritt vor Schritt setzt, erst einmal die einfachsten Grundlagen in meinem Kopf klar machen muss. Mir fehlt ja noch so viel!

So langsam ahne ich, warum ich mich innerlich insgeheim oft unwohl gefühlt habe mit dem Weg, den wir eingeschlagen haben. Obwohl mein Kopf dazu immer nur „ja“ sagen konnte: Ich bin auf der geistigen Ebene mit der Entwicklung nicht mitgekommen und habe es nicht gemerkt. Oder so ähnlich.

Langer Rede, kurzer Sinn: Du bist heute wieder einmal einen Schritt weiter gekommen. Und warum? Nur, weil ein paar Wolken am Himmel waren und der Wind ein paar Stärken fester geblasen hat. Nur, weil du aus der Routine gekommen bist.

Das ist immer etwas die Gefahr bei dir: Du erstarrst sehr schnell in Routinen. Du suchst sie regelrecht, weil du einen Zustand ohne sie auf Dauer nicht glaubst aushalten zu können. Was könntest du leisten, wenn du von diesen Routinen freikommen würdest! Wenn du Zeit und Disziplin hättest, diese Zeit auch zu nutzen!?!

Immerhin, was du heute innerlich geschafft hast, war schon ein sehr erhebliches Stück gewesen und es wird euch sehr bald von Nutzen sein.

Ich wollte eben noch etwas sagen, aber nun merke ich, dass ich eigentlich gar nichts mehr sagen möchte. Ich bin müde und glücklich, innerlich.

Nein, glücklich bist du nicht. Da ist so etwas wie ein Sonnenstrahl, der durch die Wolkenwand auf deine Seele gefallen ist. Mehr nicht. Glück wäre Licht und davon kann keine Rede sein.

Und nun lass uns das Gespräch abbrechen. Du hast gut gearbeitet und du willst nun Ruhe haben. Und ich habe nichts mehr zu sagen. 

 

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