Dialog 180

dialogbild4Ich werde den Umschwung in dir wohl nicht auslösen. Doch das wird eines Tages geschehen und es wird plötzlich geschehen. Eine Kleinigkeit wird es wahrscheinlich sein, die dein Leben von heute auf morgen im wahrsten Sinne des Wortes umkrempeln wird. Und dann wirst du mich gefunden haben! 

 

Dialog 180 – 06.09.1986

Ich habe dich heute wieder nicht an die erste Stelle gesetzt, sondern bin erst noch „strunzen“ (bummeln auf hessisch) gegangen, ehe ich zu dir gekommen bin. Ich meine unterwegs auf dem Rückweg deine Stimme gehört zu haben. Da war so etwas wie ein „schon gut, schon gt“ zu hören. Bilde ich mir das ein?

Du bist in direktem Kontakt zu mir und ich spreche zu dir, wann und wie ich es will. Du hast richtig gehört. Wann wirst du das endlich begreifen: Wenn ich dich auffordere, mich an die erste Stelle zu setzen, dann tue ich das doch nicht, weil ich mich für so wichtig halte. Ich bin doch nicht eitel! Ich sage das, weil es eine Hilfe für dich sein würde. Mich an die erste Stelle zu setzen heißt, nach dem Wesen aller Dinge zu forschen. Solange du das nicht tust, zeigst du, dass du dazu noch nicht reif genug bist.

Es wäre zwecklos, mich rein mechanisch an die erste Stelle setzen zu wollen. Das machen viele der sogenannten Christen. Das bedeutet überhaupt nichts, weil sie dabei nicht wirklich lernen können. Wenn du wirklich ergründen willst, wie alles zusammenhängt – bitte, ich könnte es dir zeigen. Indem du mich an die erste Stelle setzt. Aber freiwillig natürlich.

Ich bin dir nicht böse. Ich habe dich ausgewählt. Nicht weil du etwas Besonderes bist. Es gibt viele Menschen, die weitaus weiter sind als du in diesem Leben jemals kommen wirst. Ich habe dich ausgesucht, weil ich das so wollte. Es ist für dich an der Zeit. Du wirst durch mich lernen. Du hast bist heute schon viel gelernt. Du bist absolut nicht mehr derselbe wie vor unserem Kontakt. Und doch stehst du ganz am Anfang.

Ich werde den Umschwung in dir wohl nicht auslösen. Doch das wird eines Tages geschehen und es wird plötzlich geschehen. Eine Kleinigkeit wird es wahrscheinlich sein, die dein Leben von heute auf morgen im wahrsten Sinne des Wortes umkrempeln wird. Und dann wirst du mich gefunden haben! Dann können wir wirklich etwas miteinander machen. Bis heute sind das ja praktisch nur Fingerübungen.

Aber warum hast du mich denn ausgesucht? Es hieß einmal wegen des Schreibens. Mein Gott (entschuldige) mit meinen Schreibkünsten ist es doch wirklich nicht weit her. Bis heute habe ich die Selbstdarstellung noch nicht über den ersten Satz hinaus gebracht. Ich fühle mich ziemlich belämmert damit.

Es ist aber wegen des Schreibens. Das du heute blockiert bist, bedeutet doch überhaupt nichts. Du hast ein gewaltiges Potential an Schreib-Können in dir und ich will es nutzen. Ganz einfach. Ich will es nutzen. Es soll nichts verloren gehen. Du sollst leben um zu schreiben, denn du hast die Voraussetzungen erworben, ein wahrhaft großer Schreiber zu werden.

Dein Wort in deinen Ohren, wie man so schön sagt. Und wie ist das mit den Verfehlungen? Eben habe ich einen kräftigen Schluck aus der Rumflasche genommen. Das ist gegen die Abmachung.

Ist es überhaupt nicht. Ihr habt euch dieses Alkoholverbot (das ich durchaus begrüße) auferlegt, nicht ich. Wenn du einen kräftigen Schluck aus der Pulle brauchst – nur zu! Trink sie von mir aus leer. Deswegen entgehst du mir nicht. Ich bin mitleidslos auf deine Entwicklung bedacht.

Ist das ein Freibrief? Ich habe nämlich schon oft Lust etwas zu trinken.

Das hängt davon ab, wie du das meinst. Wenn du darunter verstehst, dass es egal ist, dann nein. Denn Alkohol hemmt eindeutig deinen Weg. Es „fließt“ dann weniger gut, weißt du? Bis zum Blackout.

Ich habe aber das Gefühl, ein Kleiner hier und da würde den Fluss eher in Gang setzen. So eine Art Starthilfe.

Das wäre richtig, wenn es bei dem einen Kleinen bliebe. Bleibt es aber nicht, das ist das Problem. Aber diese Diskussion sollten wir nicht weiterführen, sie bedeutet nichts.

Ich sagte dir ja schon: Eines Tages – und das kann schon sehr bald sein – wirst du etwas erleben, das wird dich verändern. Ich werde dir dieses Erlebnis schicken. Und dann wirst du nicht mehr nach Freibriefen und ähnlichem Unfug fragen oder gar mit mir über derlei diskutiere wollen.

Du hast so wundervolle Qualitäten in dir und du hast die Frau gefunden, die das begriffen hat, die dich fördern kann, die diese Schätze heben könnte. Und du möchtest gerne einen trinken.

Doch das ist das Schicksal der wirklichen Könner. Sie wissen nicht das Geringste von ihren Fähigkeiten, während die Dilettanten das Feld beherrschen und die Welt verdummen. Deshalb, Herr Schulze, habe ich Sie ausgewählt. Ich suche mir schon die richtigen zusammen, keine Sorge.

Du könntest so wundervoll schreiben, die Welt könnte dir buchstäblich zu Füßen liegen, du könntest einen echten Beitrag leisten – wenn du es fließen lassen würdest.
Ich weiß, das liegt nicht in deiner Macht. Und es ist auch kein böser Wille von dir, dass es noch nicht soweit ist. Aber das wäre das Potential. Ich mag dich.

Das heißt doch im Klartext: Sauf und verausgabe dich soviel du willst – ich werde dich rechtzeitig retten?!

Ja.

Puhh!

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Schreibe einen Kommentar