Dialog 186

wiesenblume05Wenn du dein Leben einwandfrei führst, bist du unangreifbar. Sowohl von Krankheit, wie von Taschendieben, Polizisten oder unverschämten Garagisten. Sie alle lassen dann die Finger von dir und von deinem Eigentum, das nämlich immer mit dem Maß an persönlicher Kraft aufgeladen ist, das du besitzt.

 

Dialog 186 – 20.09.1986

Es mag ja nur eine Kleinigkeit sein, aber sie beschäftigt ich doch sehr. Und ich hätte gerne deinen Rat dazu. Gestern muss einer der Garagisten (Kfz-Mechaniker) mit dem Auto eine Probefahrt wie ein Henker gemacht haben. Jedenfalls scheint es den Marktschirm vom Dach gerissen zu haben, denn er weist mehrere Löcher auf. Wenigstens gestern Abend hatte der Chef der Werkstatt eine Tendenz, eine eventuelle Schuld abwiegeln zu wollen. Das erbost mich ziemlich. Außerdem beunruhigt es mich nicht zu wissen, was in meiner Abwesenheit mit dem Auto gemacht worden ist.

Hier handelt es sich ganz und gar nicht um eine Kleinigkeit. Solche Dinge sind sichtbare Ausdrucksformen einer bestimmten Unordnung entweder in deinem oder in eurem Leben. Solange ihr euer Leben in Ordnung haltet, habt ihr auch Gewalt über die Kräfte, die an euch arbeiten. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Ob du eine Erkältung bekommst oder nicht, hängt am wenigsten mit der Temperatur draußen oder mit deiner Bekleidung zusammen. Es hängt davon ab, wie stabil du selbst innerlich bist. Wie gut oder weniger gut also dein Leben in einer inneren Ordnung ist. Und das gilt genauso für alle anderen Bereiche, mit denen es zu Berührungen kommt: Markt, Kunden, Polizist an der Kreuzung, der Taschendieb, der einem das Portemonnaie stehlen will oder der Garagist, der das Auto misshandelt. Er tut zum Beispiel etwas mit dem Auto, was er sich bei dem Waagen eines anderen Kunden vielleicht niemals erlaubt hätte. Und warum tut er das? Weil du nicht genug persönliche Kraft hast. Weil also dein Leben an mindestens einem bestimmten Punkt nicht in Ordnung war.

Verstehst du? Wenn du dein Leben einwandfrei führst, bist du unangreifbar. Sowohl von Krankheit, wie von Taschendieben, Polizisten oder unverschämten Garagisten. Sie alle lassen dann die Finger von dir und von deinem Eigentum, das nämlich immer mit dem Maß an persönlicher Kraft aufgeladen ist, das du besitzt. Den Übergriff des Garagisten kannst du also getrost als Hinweis und als Warnung verstehen, dass deine Lebensführung Anlass zur Klage gibt.

Deine Rechtsansprüche sind ohne große Bedeutung bei der Sache. Und genau das stellst du an erste Stelle. Aber wie auch immer, rein rechtlich kannst du nicht viel machen, da du keinen Zeugen hast. Wie weit du mit dem Besitzer der Werkstatt kommst, ist also ebenfalls abhängig von – und ein Hinweis auf – das Maß der persönlichen Kraft, die du heute hast. Denke aber lieber einmal über deine Verfehlungen nach. Das ist viel wichtiger, weil es das ist, was dich schwächt.

Als ich gestern Monika erzählte, dass ich ich von dem Garagisten hintergangen fühlte, schoss mir wie ein Blitz der Gedanke an diese dumme Rumflasche im Schrank durch den Kopf. Und in derselben Sekunde sprach Moni das auch aus. Ich war im ersten Moment wie im Schock. Ich habe das Ding auch nur mit großem Widerwillen da verborgen und mich ganz schön mies dabei gefühlt. Das weißt du.

Ja, das weiß ich. Und ist es nicht interessant, dass sich diese Fehlhaltung nicht durchsetzen konnte? Diese kleine Rumflasche und die damit verbundene Unaufrichtigkeit hat sofort zu Verwicklungen geführt, die deine Fehlhaltung aufgedeckt haben. Hier ist also ein Regulator am Werk. Das sollte dich eigentlich freuen, denn es ist ja auch ein Schutz für dich.

Weiterhin solltest du bedenken, dass sein Leben noch viel stärker werden könnte, wenn du ganz und gar makellos leben würdest. Du wärest unangreifbar. Du wärest sogar unsterblich. Da aber ein reines Leben derzeit noch kaum einem Menschen möglich ist (einige gibt es schon, aber nicht viele), brauchen wir uns damit jetzt nicht zu beschäftigen. Was für dich und für euch beide wichtig ist, ist dies:

Da ihr erst auf einer bestimmten Stufe  von Reinheit steht, ist auch ein bestimmter Grad von Fehlerhaftigkeit in eurer Lebensführung „zulässig“, sozusagen „eingebaut“. Ähnlich wie die Bakterienflora in eurem Organismus: Bakterien, eigentlich Schädlinge, leben mit euch und ihr lebt mit ihnen, seid also immun gegen sie geworden. Ja noch mehr: Ihr benötigt sie sogar. In einer keimfreien Umgebung könntet ihr gar nicht leben.

Solange ihr euch in diesem Rahmen der Fehlerhaftigkeit bewegt, ist die innere Ordnung noch nicht gestört. -Sobald es aber zu Exzessen kommt, treten Konflikte auf. Solche Konflikte müssen also als Warnzeichen verstanden werden, dass man in irgendeiner Weise zu weit gegangen ist. 

Deine Rumflasche und der Schirm stehen also in einem direkten Zusammenhang. Und zwar die Tatsache, dass du sie verstecken wolltest, ist das Entscheidende. An der Flasche selbst ist nämlich überhaupt nichts besonderes. Du stehst mit Monika in einer sehr enge Beziehung (und sie zu dir) und Unaufrichtigkeit ist nur in ganz bestimmten Grenzen möglich. Du musst nicht alles mit Monika teilen, was dich bewegt, aber es gibt – wie gesagt – Grenzen.

So, das ist wohl genug Stoff zum Nachdenken für heute.

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