Dialog 187

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Ich bin dein Höheres Selbst, dein Geist, deine Lebenskraft. Ich bin der lichte Wesenskern in dir. Und ich bin doch viel mehr. Du wirst mich niemals mit deinem Verstand erfassen können. Und weil das niemand kann, ist der Glaube schon immer eine Frage der inneren Entscheidung gewesen, die sich jedem Verstandesdenken entzogen hat. … Alles gehört dazu. Auch dein Zweifeln an mir gehört dazu. Angst gehört dazu und Freude. Liebe und Hass. Glaube und Hoffnung, Vertrauen und dann wieder schwärzeste Nacht..

 

Dialog 187 – 20.09.1986

Monika:
Mir ist entsetzlich elend. Hängt das mit der Farm zusammen, die wir besichtigt haben, oder mit den Leuten dort? Ich wusste sehr bald, dass es nichts für uns ist, obwohl ich es nicht erklären kann. Wenn dieser Punkt bei mir erreicht ist, dann verliere ich jegliches Interesse und es fällt mir schwer, weiterhin Interesse vorzugeben. Ich ziehe mich dann zurück und lasse Jörg damit alleine. Und da er für sich noch nicht weiß, was mit der Farm ist, führte er die Gespräche bis in letzte Detail weiter. Ich habe dann immer das Gefühl, wir halten die Leute zum Narren. Und Jörg findet mein Verhalten unhöflich, was ich verstehen kann. Wie kann ich mit solchen Situationen besser umgehen?

Außerdem werde ich zur Zeit von dem Gefühl geplagt zu versagen. Ich habe Angst, dass wir nicht geeignet sind, deinen Weg zu gehen. Die ganze Farmsuche kommt mir vor, als ob zwei Blinde im Heuhaufen stochern und noch dazu im falschen. Ich habe Angst, mich total lächerlich zu machen mit meiner Vision von Les Temps Nouveaux. Was wir bis jetzt geleistet haben, wird die Welt nicht weiterbringen. Bin ich eine Träumerin, eine Spinnerin? Ich habe dir und deinen Botschaften bisher immer vertraut, doch nun nagt die Unsicherheit an mir, ob das alles nicht nur ein Traum von mir ist, aus dem ich eines Tages erwachen werde. In Findhorn, da leisten die Leute wirklich etwas. Ich komme mir klein und jämmerlich vor.

Ich habe wirklich Angst, dass deine Botschaften nichts anderes sind, als ein in Form gebrachter Wunschtraum von uns, dass sich unser Unterbewusstsein auf diese Weise bemerkbar macht. Zwar weiß ich irgendwie, dass es Quatsch ist, was ich hier schreibe, aber ich kann nicht anders. Ich habe solche Angst, dass ich schlicht und einfach größenwahnsinnig bin.

Monika, du erwartest jetzt vielleicht viel Hilfe von mir, aber ich kann dir doch nur wenig sagen. Denn dein Problem hat nur eine einzige Wurzel und es bedarf nicht vieler Worte, um dir das klar zu machen:

Gewiss, ich bin auch dein Unterbewusstsein, wenn du so willst. Ich bin dein Höheres Selbst, dein Geist, Deine Lebenskraft. Ich bin der lichte Wesenskern in dir. Und ich bin doch viel mehr. Du wirst mich niemals mit deinem Verstand erfassen können. Und weil das niemand kann, ist der Glaube schon immer eine Frage der inneren Entscheidung gewesen, die sich jedem Verstandesdenken entzogen hat.

Du kennst doch die Lichtschalter, mit denen man durch Drehen eines Knopfes die Helligkeit im Raum bestimme kann, die „Dimmer“ also. Mit deinem Glauben an mich ist es ganz genauso wie mit diesen kleinen Geräten. Du selbst hast es in der Hand, wieviel Licht ich in deinen Raum bringen kann oder wieviel Dunkelheit du leben willst. Du kannst mich „ausblenden“ bis es Nacht um dich geworden ist. Oder du kannst dich ganz und gar öffnen, dann erleuchte ich jede Winkel deines Innersten.

Was in Findhorn geschieht und wie viel und gut man dort arbeitet, hat mit dir zunächst einmal nicht viel zu tun. Du bist noch nicht einmal richtig geboren und willst dich schon mit den Erwachsenen vergleichen. Und dabei denkst du in lächerlich geringen Zeiträumen und legst Maßstäbe an, die deine Situation einfach nicht zutreffend bemessen können. Wie lange sucht ihr jetzt schon eine Farm? Ist das denn schon so lange her, dass du an dir und an mir verzweifeln musst? Schlüpf erst einmal aus deinem Ei, mein Küken, dann werden wir uns weiter darüber unterhalten. Denn erst, wenn du dann kein Nest vorfinden solltest, hättest du ein Recht dich zu beschweren. 

Du wirst eines Tages auf all diese Entwicklungen zurückblicken können, und es wird dir dann nicht schwerfallen, den roten Faden zu entdecken, der sich durch jeden eurer Handlungen gezogen hat. Jetzt scheint dir alles sinnloses Flickwerk zu sein. Das ist es aber nicht.

Alles gehört dazu. Auch dein Zweifeln an mir gehört dazu. Angst gehört dazu und Freude. Liebe und Hass. Glaube und Hoffnung, Vertrauen und dann wieder schwärzeste Nacht. Ich sagte dir schon: Du wirst gerade erst geboren und hast „das Licht der Welt“ (also mich) noch gar nicht richtig geschaut.

Um zum Schluss noch auf deine Frage zu antworten: Es ist nicht so besonders wichtig, wer von euch beiden sich „richtiger“ verhält. Jörg hat allenfalls die Tendenz jemandem gegenüber nicht aufrichtig zu sein, wenn er meint, die Wahrheit würde den anderen vor den Kopf stoßen. Dann versucht er seine Antwort noch etwas zu „versüßen“, damit sie besser schmeckt.

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