Dialog 197

DistelamseeAußerdem weißt du, dass ich IN DIR bin und dass ich eigentlich IN JEDEM VON EUCH bin. Es wird dazu kommen, dass mich jeder hören kann und dass ich zu jedem sprechen kann in jedem Augenblick. So wie zu dir. Der eine wird mich klar und deutlich vernehmen wie Eileen, der andere mit einer Art inneren Sicherheit wie du, der dritte wieder anders. Aber mit der Zeit wird jeder wissen, dass ich zu ihm spreche. Es ist also im Grunde keine Besonderheit, dass du einen Kontakt zu mir hast. Dass es noch so aufgefasst wird, liegt daran, dass die Zeit für so etwas leider noch nicht reif ist. Aber sie wird kommen diese Zeit.

 

Dialog 197 – 17.10.1986

Wenn ich Eileen Caddy’s Schilderung über die Weise lese, wie sie ich empfangen hat, vergleiche ich natürlich unwillkürlich mit mir. Und wieder taucht die Frage auf: Warum sprichst du nicht so klar und deutlich zu mir, dass deine Stimme sich über alle anderen erhebt?

Das hat mehrere Gründe und ist doch im Grunde einerlei. Denn du bist nicht Eileen und empfängst mich auf ganz andere Weise und mit einer ganz anderen Sicherheit als sie. Das kann man nicht vergleichen. Eileen zum Beispiel musste mich erst deutlich hören, bevor sie in er in der Lage gewesen war etwas niederzuschreiben. Du erlebst einen Zustand innerer Bereitschaft zum Schreiben, der dir meine Anwesenheit ankündigt. Und dann schreibst du rasch und flüssig nieder, was ich sage. Das hätte Eileen zum Beispiel nicht gekonnt. Dann kommt aber auch noch dazu, dass sie ein anderes und längeres geistiges Training hinter sich hat. Das spielt in jedem Fall eine große Rolle. Du beschäftigst dich zwar schon sehr lange mit spirituellen Fragen. Übrigens schon bevor du wusstest, was das Wort überhaupt bedeutet. Aber du hast deinen Geist niemals wirklichen Prüfungen unterzogen. Du hast dich nicht geschult. Im Gegenteil, du warst immer lieber bequem. Das spielt ebenfalls eine große Rolle.

Wenn du diesen Weg weitergehst, den du jetzt beschritten hast. Wenn du bei dieser Ernsthaftigkeit bleiben kannst, die du jetzt empfindest, wirst du einen sehr großen Schritt machen. Aber bis dahin verlange nichts Unmögliches, indem du eine Stimme „klar und deutlich“ hören willst. Du hörst sie recht gut, und es wäre besser, wenn du dich öfter nach ihr gerichtet hättest.

Außerdem weißt du, dass ich IN DIR bin und dass ich eigentlich IN JEDEM VON EUCH bin. Es wird dazu kommen, dass mich jeder hören kann und dass ich zu jedem sprechen kann in jedem Augenblick. So wie zu dir. Der eine wird mich klar und deutlich vernehmen wie Eileen, der andere mit einer Art inneren Sicherheit wie du, der dritte wieder anders. Aber mit der Zeit wird jeder wissen, dass ich zu ihm spreche. Es ist also im Grunde keine Besonderheit, dass du einen Kontakt zu mir hast. Dass es noch so aufgefasst wird, liegt daran, dass die Zeit für so etwas leider noch nicht reif ist. Aber sie wird kommen diese Zeit.

Ich bin bekümmert, wie das zur Zeit bei uns zuhause mit unserem Sohn und uns läuft. Florian kommt uns sehr schwierig vor und nervig. Und beide sind wir vorwiegend gereizt und schreien den Kleinen an, was es natürlich nicht besser macht. Keiner von uns weiß, was er anders machen sollte. Und so reiten wir immer tiefer in die Sache hinein. Bitte hilf uns da heraus!

Florian ist eine starke Persönlichkeit und er weiß sich durchzusetzen. Aber natürlich wendet er dafür kindliche Mittel an. Andere hat er ja nicht. Und gegen diese Mittel seid ihr machtlos. Ihr könnt euch also nicht mit ihm auseinandersetzen. Und durchsetzen könnt ihr euch auch nicht gegen ihn. Erkennt das und begreift, dass ihr nachgeben lernen müsst. Das stellt die Harmonie her, die euch jetzt fehlt. Der fordernde Geist trifft auf den nachgiebigen Geist. Und begreift, dass genau darin eine wichtige Übung für euch liegt.

„Was“, werdet ihr ausrufen, „wir sollen auch noch nachgeben? Damit er uns ganz und gar auf der Nase herum tanzen kann?“ Stimmt’s, so ähnlich denkt ihr doch jetzt. Und ihr fragt euch, wo ihr bei der ganzen Sache bleiben würdet usw. Darin liegt eben der Punkt – und eure Übung.

Nachgeben heißt nicht sich gehen lassen, zum Spielball werden. Im Gegenteil: In der Nachgiebigkeit liegt die eigentliche Stärke. Ein Bogen der gespannt wird, gibt nach und biegt sich. Deshalb bricht er nicht und sammelt doch gewaltige Energie, mit denen er schließlich den Pfeil von der Sehne schießt.

Wenn Florian bei euch derjenige ist, der den Bogen spannt, dann neigt ihr dazu, störrisch gerade nicht nachgeben zu wollen – und zerbrecht fast daran. Dieses Nachgeben ist lebenswichtig für euch, nicht nur im Umgang mit Florian. Es ist eine Kunst, die ihr lernen müsst und es gibt nicht viele Regeln dazu.

Ich weiß, dass ihr mir jetzt unterstellt, ich habe gut reden. Aber ihr werdet herausfinden (müssen), dass ich dennoch Recht habe. Ihr werdet euch gegen das Kind nicht durchsetzen, das ist sicher. Also versucht es erst gar nicht. Wenn ihr euch behaupten wollt, dann müsst ihr lernen, seiner Kraft mit Geschmeidigkeit zu begegnen. 

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