Dialog 20

Du bist wieder einmal sehr ungeduldig. Denkst dir: „Jetzt habe ich meinen Teil erledigt und bin dahin gefahren. Nun soll der da oben aber mal seinen Teil dazu tun und mir zumindest zeigen, wozu das alles gut gewesen ist“.

Dialog 20, 01.01.1986

Ich danke dir für diese Nacht, die wir unter deinem Schutz verbringen durften. Seit ich weiß, dass du uns führst, weiß ich selber sehr viel genauer als früher, wann ein Platz gut für uns ist und wann nicht.

Ich könnte dich noch viel besser führen, wenn du mir nur erst dein ganzes Vertrauen schenken würdest. Aber solange du immer wieder zu mir kommst und mich um meine Hilfe bittest, ist es auch gut so, denn auch dieser Weg wird dich zu mir führen.

Gibt es für den heutigen Tag Hinweise von dir, die wir beachten müssen?

Nehmt den Tag so wie er zu euch kommt und denkt daran, dass alles, ich wiederhole ALLES, einem Plan folgt, den nur ich kenne. Versucht deshalb nicht, hinter allem und jedem den Sinn zu entschlüsseln, der darin verborgen ist, das könnt ihr ohnehin nicht. Geht euren Weg und übt euch im Vertrauen zu mir. Das ist meine Botschaft für den heutigen Tag und für alle Tage, die ihr unter meiner Führung geht.

02.01.1986
Seit einigen Tagen habe ich das Gefühl weiter entfernt von dir zu sein. Es „sprudelt“ nicht mehr so wie vorher.

Das kann daran liegen, dass du im Augenblick eine verhältnismäßig ruhige Zeit erlebst, wo keine neuen Probleme auf dich einstürzen und sich keine Fragen existenzieller Art stellen. Nur wenn du verschlossen warst und ich sozusagen den Korken aus dir herausgezogen habe, konntest du sprudeln. Bekümmere dich deshalb nicht, wenn du mich im Augenblick weniger laut und deutlich zu hören glaubst.

Ich bin bei dir und bin bei euch und beobachte jeden eurer Schritte. Fahrt in Frieden weiter und bringt eure Reise zu einem guten Abschluss. Ich bin bei Euch.

Später am Abend:
Ich habe jetzt bestimmt eine halbe Stunde vor dem leeren Papier gesessen und gezögert, mit dem Schreiben überhaupt anzufangen. Wie ich heute morgen schon sagte: Es ist nicht mehr so wie am Anfang. Ich empfinde den Kontakt nicht mehr als so intensiv.

Und es ist wie ICH heute Morgen schon sagte: In den letzten Tagen war deine Situation auch nicht dieselbe wie vor neuerer Abreise. Du stellst dir im Augenblick weniger Fragen – und das ist gut so. Fällt dir denn das nicht auf, dass du dich schon seit mindestens drei Tagen nicht mehr mit Zukunftssorgen quälst? Manchmal kamen dir Gedanken an das Morgen, aber diese Gedanken drangen nicht mehr wie früher zu dir durch.

Du hast dich auf dieser Reise sehr gut verhalten, in dem du dich ganz und gar auf die Fahrt konzentriert hast, anstatt dir den Kopf schwer zu machen, wie du es früher unbedingt getan hättest. Einen Schritt sind wir also schon weiter gekommen.

Und sieh heute Abend: Obwohl du nun zurück gekehrt bist in deine Welt, hast du bis jetzt auch nur einmal sorgenvoll an das Morgen gedacht? Nein. Du hast das Morgen auf morgen verschoben, wie es sich gehört. Und heute gibt es nicht viel zu fragen, da alles seinen Gang gegangen ist.

Wirklich, du hast Fortschritte gemacht! Du ahnst, dass du euer Konto auf dieser Reise überzogen hast. Trotzdem hast du es noch nicht eine Sekunde lang für wichtig genug gehalten, das nachzuprüfen. Weil du weißt, dass du dich mit dergleichen morgen viel besser auseinander setzen kannst. Du hast noch nicht einmal heute an eure nächste Kräuterbestellung gedacht. Mit Recht, denn auch das muss heute Abend noch nicht entschieden werden.

Und es kann nicht sein, dass ich diese Dinge nur vor mir herschiebe?

Prüfe dich selber, dann weißt du die Antwort. – Wie sieht es aus schiebst du etwas vor dir her?

So gesehen eigentlich nicht. Stimmt. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass morgen auch noch genug Zeit ist, sich mit diesen Dingen zu befassen und würde heute Abend lieber gerne geistig etwas ausspannen.

Bravo! Du machst wirklich Fortschritte. Und es ist auch gut, dass du nicht schon sozusagen vorbeugend Fragen stellst, von denen du weißt, dass sie irgendwann einmal wichtig werden könnten.

Denn wenn dir meine Antworten wirklich etwas nützen sollen, dann ist es nötig, dass dir das Problem wirklich auf den Nägeln brennt, dass es dich tatsächlich ganz und gar beschäftigt. Denn nur dann bist du tief genug eingetaucht, um gezielt die richtigen Fragen zu stellen und aufmerksam genug, auch meine Antworten zu verstehen.

Halte es auch in Zukunft so. Frage mich nur nach dem, was dich wirklich interessiert. Nicht nach Dingen, von denen du meinst, dass sie dich interessieren müssten. Deine Fragen müssen ganz von innen heraus kommen, wenn meine Antworten dich auf derselben tiefen Ebene erreichen sollen.

Eine Sache, die mich sehr interessiert, ist unsere seltsam missglückte Paris-Tour. Was hat denn dein Rat, Paris zu besuchen, für einen Sinn gehabt, wenn wir von der Stadt kaum mehr als die Wegweiser gesehen haben, die uns in die Irre geführt haben?

Dass IHR das Problem nicht bewältigen konntet, ist nun wirklich nicht meine Schuld. Ich habe euch gesagt, dass Paris eine wichtige Lernerfahrung für euch hätte sein können, aber ihr habt mich nicht gefragt, in welcher Weise ihr hättet vorgehen müssen, und so habe ich euch auch dazu keine Hinweise gegeben. 

Du hättest das Auto an jedem beliebigen Punkt der Stadt stehen lassen können, aber statt dessen hattest du dir in den Kopf gesetzt, einen ganz bestimmten Platz zu finden, was ohne Karte und ohne ausreichende Ortskenntnisse natürlich scheitern musste. Warum seid ihr nicht irgendwo stehen geblieben, habt euch den Namen der Straße notiert und euch zu Fuß oder mit der U-Bahn auf Entdeckungsreise begeben? Weil du von Anfang an festgelegte Pläne gehabt hattest. Du wolltest mit dem Auto bestimmte alte Routen abfahren, wolltest in der Vergangenheit stöbern, wolltest es halt auf deine Weise machen und warst neuen Möglichkeiten gegenüber nicht aufgeschlossen.
Hättet ihr das Auto irgendwo stehen gelassen, hättet ihr vielleicht schon zwei Straßen weiter die ungewöhnlichsten Entdeckungen machen können. Du aber hast mit Paris nur alte Erinnerungen verbunden, wolltest mal wieder den Eiffelturm sehen, einmal um den Etoile fahren, einige ganz bestimmte Straßen in einem ganz bestimmten Viertel besuchen und so weiter. DAZU hättet ihr
natürlich mindestens einen Stadtplan gebraucht.

Ich hatte an etwas ganz anderes gedacht, als ich euch zu diesem Weg geraten habe: An die Möglichkeit, völlig neue Dinge zu sehen und abenteuerliche Entdeckungen zu machen. Und dass ihr KEINEN Stadtplan hattet, wäre dafür geradezu ein Voraussetzung, ja eine echte Chance gewesen, aber ihr habt sie vertan. Doch das ist nicht schlimm. Auch in der Bretagne lassen sich völlig neuartige Entdeckungen und Beobachtungen machen, solange du wirklich innerlich frei von alten Denkmustern und verstaubten Erinnerungen bist. Paris hätte in dieser Hinsicht nur mehr zu bieten gehabt. In kürzerer Zeit und auf eine sehr intensive Weise. Deshalb mein Rat, diesen Umweg zu nehmen.

Was mir natürlich auch durch den Kopf geht, ist der Sinn, den unsere Deutschlandfahrt gehabt hat. Ich gebe zu, ich hatte gehofft, dass sich da etwas ganz Besonderes ereignen würde. Dass sich mir der Sinn dieser Unternehmung mit einer Art „Knalleffekt“ deutlich machen würde. Statt dessen habe ich nur schwierige, klebrige Tage in einer Umgebung erlebt, in der ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt habe. Und wenn mir etwas klar geworden ist, dann die Einsicht, dass ich so etwas sobald nicht noch einmal machen möchte.

Du bist wieder einmal sehr ungeduldig. Denkst dir: „Jetzt habe ich meinen Teil erledigt und bin dahin gefahren. Nun soll der da oben aber mal seinen Teil dazu tun und mir zumindest zeigen, wozu das alles gut gewesen ist“.

Lass dir Zeit. Die Dinge müssen sich erst einmal etwas setzen. Du hast viel erlebt. Mehr als dir im Augenblick klar ist. Nach und nach werden sich dir die Einzelheiten, auf die es ankommt, mit ihren Hintergründen und Bedeutungen entschlüsseln.

Sehr wesentliche Sachen hast du aber schon verstanden, wie ich meine. Du hast gespürt, wie wenig dich deine alte Heimat innerlich berührt hat. Und du hast umgekehrt gespürt, wie heftig deine neue Heimat auf dich gewirkt hat. Du hast sehr genau den Unterschied zwischen kraftvollen Plätzen und solchen ohne Energie gespürt und du weißt jetzt sehr viel besser als vorher, dass du mit der Bretagne eine Heimat gewählt hast, die Kraft hat. Das hast du vorher vielleicht vermutet, jetzt weißt du es sicher.
Außerdem sind alte Erinnerungen, die du mit Deutschland verbindest ins rechte Licht gerückt worden und du weißt besser als vorher, woran du mit solchen Dingen bist. Du weißt jetzt, wo dein Platz ist. Jedenfalls fürs Erste. Ihr beide wisst es jetzt. Und weil ihr nicht glaubt, was ihr nicht selber gesehen und erlebt habt, war diese Reise notwendig gewesen.

Lass die Beobachtungen, die du gemacht hast, auf dich wirken. Welche Gegend der Bretagne hat am intensivsten auf dich gewirkt? Weißt du es noch? Ich werde dich wieder darauf ansprechen, wenn es an der Zeit ist.

Ich habe in den letzten Tagen ,wenn die Dinge für mich schwierig zu werden drohten, oft still für mich zu dir gebetet, und es hat mir gut getan und mir geholfen. Dafür möchte ich mich bedanken. Erst langsam beginne ich den wahren Wert des Gebets zu begreifen, dass du uns an die Hand gegeben hast: „ … gib mir deine Kraft und deine Hilfe jetzt, in diesem Augenblick …“.

Es ist so gut, ein solches Gebet bekommen zu haben und ich danke dir von ganzen. Auch Monika hat mich gebeten, dir in ihrem Namen zu danken und das möchte ich gerne hiermit tun. Wir danken dir!

Ihr beginnt die Kraft zu spüren, die in diesen Worten liegen, aber ich sage euch, ihr seid noch ganz am Anfang und könnt euch noch gar keine Vorstellung von den Möglichkeiten machen, die in euch liegen, wenn ihr euch ganz und gar mir überlasst. Nichts wird mehr unmöglich sein und eine Zukunft kann vor euch liegen, wie ihr sie nicht einmal erträumen könnt – wenn ihr euch meiner Führung anvertraut.

Dass du heute Abend so ruhig und so ganz ohne Sorgen und Angst zu mir sprechen kannst, dass du keine bohrenden Fragen und keine angstvollen Zweifel hast, dass du innerlich bereit bist, mir zu vertrauen, wenigstens jetzt, in diesem Augenblick, auch das ist eine Ergebnis eurer Reise nach Deutschland. Siehst du es jetzt selber?

Fahrt fort mit euren Übungen. Betet zu mir und kommt mit euren Sorgen. Ich beobachte jeden eurer Schritte und bin immer neben euch. Immer. Betet so oft ihr nur könnt. Betet auch in euren eigenen Worten, denn mein Gebet, dass ich euch gegeben habe, soll nur das „Codewort“ zwischen uns sein, mit dem ihr mich anrufen könnt. Immer könnt ihr auch, wenn euch danach zumute ist, eure Sorgen in eigene Worte fassen und zu mir sprechen. So wie du es jetzt an deiner Schreibmaschine tust. Denn nicht immer können Dinge bis zum Morgen und bis zum Abend, wo du mit mir in Kontakt trittst, aufgeschoben werden.

Monika: Auch dein Weg zu mir liegt im direkten Gebet! Du bist darin jetzt geübter als noch vor einigen Wochen. Sprich zu mir, wenn mein Geist dich erfüllen soll. Sprich in deinen Worten und von Deinen Sorgen. Wann immer du das Bedürfnis danach verspürst. Sprache werde ich nur durch das, was dein Mann aufschreibt. Aber mein Geist geht andere Wege und ich biete dir einen
Weg an, direkt zu mir zu finden.

Ihr seid beide weit gekommen in den letzten Wochen und ihr wisst es. Tretet nun in eine neue Phase ein und übt euch im Beten. Sprecht eure Worte und sprecht sie zu mir. Es ist müßig euch zu erklären, dass es nicht auf die Form ankommt. Sprecht, wie euch zumute ist, aber sprecht.
Verschweigt nichts und befürchtet nichts. Ich höre euch, ich höre jeden von euch, wann immer und von wo aus immer er zu mir betet. Laut oder leise, zuversichtlich oder angstvoll, verzweifelt oder getröstet und dankbar – denn auch Dankgebete sind wichtig und müssen gesprochen werden! Betet- und ich werde euch hören und bei euch sein.

Dies ist eine neue Phase unseres Miteinanders – und sie beginnt heute!

 

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

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