Dialog 21

Es gibt Geschenke, die kosten höchstens das Porto und sind doch von hohem Wert für den Empfänger. Weil ein Stück von euch mitgeschickt wird. Gebt diesen Teil von euch, gebt ihn immer wieder und tut es freudig.

Dialog 21, 03.01.1986
Ich möchte auch dir für das Geld danken, das uns gestern so Überraschend in die Hände gefallen ist, denn all das sind ja deine Gaben. Gleichzeitig fragt Moni, ob es richtig ist, von diesem Geld Dinge zu kaufen, die sie gerne für sich und für uns hätte, also zum Beispiel eine Keramikschüssel oder eine Teekanne, oder wie wir damit verfahren sollen.

An allererster Stelle müssen immer die Bedürfnisse eures täglichen Bedarfs stehen, also das, was ihr zum Essen und Trinken benötigt.
An zweiter Stelle kommen die Dinge, die das Leben schöner und reicher machen sollen, an denen ihr eure Freude habt und die euch zur geistigen Nahrung dienen, also beispielsweise schöne Keramikschüsseln etc.

An dritter Stelle kommen die Güter, die euch voran bringen sollen in euren Bemühungen auf den Weg zu mir, also Bücher, Zeitschriften und so weiter. Wenn ihr eure täglichen Bedürfnisse nach diesen drei Kategorien aufteilt, werdet ihr keine Mühe mehr haben, euer Geld sinnvoll auszugeben und alles wirklich Überflüssige wird als solches ausgeschieden werden können.

Es ist aber nicht so einfach die Trennungslinie zu ziehen: Ab wo sind meine täglichen Nahrungsbedürfnisse befriedigt und wie viel darf ich von dem, was ich habe, für Dinge der zweiten und dritten Kategorie ausgeben?

Nein, es ist auch nicht einfach und ihr müsst es behutsam lernen, wie ein Kind seine ersten Schritte lernt. Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, verfahrt damit ähnlich wie mit euren Kräuterbestellungen: Macht einen Einkaufszettel mit dem, was ihr für wichtig und nötig haltet und legt ihn mir vor. Denn eines sollt ihr auch bedenken: Wenn ich euch sage, dass ich immer für euch sorgen werde, so bedeutet das nicht, dass ihr jeden Tag euer Geld sorglos ausgeben könnt. Ihr müsst weise damit umgehen lernen, dann wird es Früchte tragen und ihr erfrischt Körper und Geist gleichermaßen. Ihr müsst damit rechnen, dass ihr in der nächsten Zeit auf den Märkten nur sehr wenig verdienen werdet, das liegt an der Zeit und ist nicht zu ändern, jedenfalls nicht sofort. Deshalb müsst ihr in diesen Tagen sparsam sein. Prüft also eure Bedürfnisse und ihr werdet sehen, was heute angeschafft werden muss und was bis morgen Zeit hat.

Wie sieht es mit Kosten aus, die durch qualitativ bessere Nahrung entstehen würden, wie sie Moni gerne hätte und wie ich sie auch lieber mag. Solche Dinge kosten Geld. 

Es ist wichtig, dass ihr euch gut ernährt. Aber das muss nicht bedeuten, dass es teuer sein muss. Teuer ist nur eine große Bestellung mit all den Dingen, die ihr für nötig zu halten glaubt. Aber was ist wirklich nötig? Ihr müsst schon lernen, euch im Rahmen eurer Möglichkeiten zu bewegen. Ihr könnt im Augenblick preiswert und gut von den Früchten und Gemüsen leben, die auf dem biologischen Markt angeboten werden und braucht keine Bestellung für die Zukunft aufzugeben. Das muss Zeit haben, bis eure Mittel es erlauben.

Dann allerdings solltet ihr auch nicht zögern und euch mit den Dingen versorgen, die dann zu euren Möglichkeiten passen. Oder, um es ganz deutlich zu sagen:

Dass ich immer für euch sorgen werde bedeutet nicht, dass ihr einfach jeden Scheck ausschreiben könnt in der Annahme, dass ich schon für Deckung sorgen werde. Wir müssen jede Summe gemeinsam planen und weise ausgeben, kleine wie große Beträge. Und jede Summe muss in ihrem Verhältnis nach den drei Kategorien aufgeteilt werden, die ich genannt habe.

Eure 100 Mark reichen sicherlich nicht für Güter aller drei Stufen und das wird oft der Fall sein. Dann beginnt ihr bei Stufe eins und seht, was euch übrig bleibt. Wenn ihr Schwierigkeiten damit habt das zu verstehen, macht die Probe aufs Exempel und wir werden weitersehen.

Wie sollen wir den heutigen Tag richtig einteilen?

In dem ihr euch innerlich und äußerlich wieder hier einlebt, euch reinigt, eure Dinge ordnet, euch einen Überblick über alles verschafft, was demnächst erledigt werden muss ,und daran geht, diese Dinge zu bearbeiten. Fang einfach damit an, dann werdet ihr selber sehen, wie sich alles entwickeln wird.

Später am Tag:
Wir haben eben Kassensturz gemacht und dabei festgestellt, dass wir unser Konto um 1.000 Euro überzogen haben. Angeblich lassen die französischen Banken in diesem Punkt nicht mit sich spaßen. Außerdem sind bald schon andere Ausgaben fällig, eine Kräuterbestellung, unsere Miete und die Gebühren, Versicherung und Steuern für unser Auto. Alles in allem brauchen wir bis zum Monatsende rund 7.000 Francs. 

Bist du beunruhigt?

Nicht wirklich, weil ich weiß, dass sich die Dinge mit deiner Hilfe lösen werden. Mir selber fällt allerdings nur ein, mich ein weiteres Mal an Freunde zu wenden. Aber Monika ist beunruhigt.

Das ist verständlich. Die Dinge hätten sich auch viel einfacher entwickelt, wenn du von Anfang an den Weg gegangen wärst, den ich für euch vorbereitet hatte. Hattest du nicht schon im August das Formular für das Arbeitslosengeld, das dir noch zusteht, in der Hand gehabt? Hättest du dich damals nicht gegen meine Pläne gesträubt, wären die Dinge längst im Fluss und es bestünde heute kein Grund zur Sorge.

Aber auch jetzt ist es ja nicht zu spät. Es ist nur alles komplizierter geworden. Ihr müsst jetzt immer wieder die Zeit überbrücken, bis euer Geld bei euch eintrifft. Das ist lästig, denn ihr habt tatsächlich keine andere Wahl, als euch an eure Freunde zu wenden. Aber ihr könnt es guten Gewissens tun, denn ihr habt ja das Geld, wenn es auch noch nicht auf eurem Konto ist. Mit anderen Worten, ihr müsst euch die nötige Summe ein weiteres Mal leihen. Entscheidet selber, an wen ihr euch wenden wollt. Geht bei euren Gedanken davon aus, dass ihr das Geld bereits besitzt, dass ihr euch leiht, dann wird es euch leichter fallen, mit euren Freunden zu reden. Doch denkt immer daran: Ihr müsst im gleichen Maßen geben, wie ihr genommen habt. Das ist mein Gesetz. Wobei ich natürlich nicht von Geldwerten rede, sondern von dem Gewicht einer wirklich liebevollen Gabe. Es gibt Geschenke, die kosten höchstens das Porto und sind doch von hohem Wert für den Empfänger. Weil ein Stück von euch mitgeschickt wird. Gebt diesen Teil von euch, gebt ihn immer wieder und tut es freudig.

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