Dialog 216

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Sobald du ganz klar deine Prioritäten setzt und auf alles spirituelle Glitzerwerk pfeifst und erst einmal deine eigenen wirklichen Erfahrungen zu machen willens bist, wird sich alles wie von alleine lösen, weil sich alles nach meinem perfekten Plan in vollendeter Harmonie entfalten kann.

 

Dialog 216 – 4-11.1986

Monika:
Vielen Dank für deine Worte von gestern. Sie haben mir sehr geholfen und mir Kraft gegeben, so dass ich mich heute wieder an dich wenden kann, obwohl meine Widerstände immer noch erheblich sind.

Kannst du noch etwas zum Thema Liederlichkeit sagen? Ich leide oft darunter, dass wir alles ziemlich liederlich machen. Und dass wir so verantwortungslos handeln. Zum Beispiel mit dem Garten in Damany. Da ist wieder das gleiche passiert wie schon im Kasselgrund. Im Frühjahr fangen wir voller Begeisterung und Verbundenheit mit der Erde an und dann im Sommer verpufft das alles wie ein Spuk und wir überlassen die Pflanzen sich selbst. Schon im Kasselgrund war das Grund für tiefste Verzweiflung, weil ich nicht verstehe, was da vor sich geht. Und ich leide jetzt noch mehr darunter, weil es so aussieht, als seien wir keinen Schritt weitergekommen. Und es stellt ja auch den Heilpflanzenanbau in Frage. Trotzdem bin ich sicher, dass bei uns eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und auch eine große Freude mit ihr zu arbeiten vorhanden ist. Was sind das aber für Kräfte, die uns daran hindern unserer Bestimmung nachzukommen.

Eine andere Sache, die mir im Magen liegt und auf die Seele drückt, ist eine tiefe Verunsicherung ob meiner Wahrnehmungen. Inzwischen befürchte ich, dass ich wohl durchgehend auf einem Ego-Trip war und vielleicht noch immer bin. Ob es nun die Game-Ausbildung war, die Tatsache Mitbegründerin von LTN zu sein, eine göttliche Führung zu haben oder einen Kraftpunkt gefunden zu haben – ich fürchte, ich habe oder vielmehr mein Ego hat das alles benutzt um sich zu stärken. Wahrscheinlich fallen auch meine „Rekrutierungsversuche“ bei S. und H. darunter.

Das alles verunsichert mich sehr. Ich traue meinen Gefühlen und Wahrnehmungen nicht mehr. Speziell zu unserer Entscheidung für die Montagne d’Arrée bitte ich dich etwas zu sagen. Denn wir fühlen uns fraglos wirklich angezogen von der Gegend. Und da du gesagt hattest, wir sollen unsere Herzen entscheiden lassen, schien es nur richtig zu sein. Und ich glaubte, es könne nur helfen, so nahe wie möglich am Kraftzentrum zu sein. Aber selbst wenn ich mich von dem Chakra habe beeinflussen lassen, so waren wir doch von der Gegen angezogen. Oder war das alles Wunschdenken bzw. –fühlen? Wie ist so etwas möglich? Wir haben uns die Entscheidung doch nicht einfach gemacht.

Eure „tiefe Verbundenheit“ mit der Natur ist längst nicht so tief wie ihr glaubt. Sie ist nicht oberflächlich, im Gegenteil. Aber das, was ihr gegenüber der Natur empfindet, ist eher wie eine scheue Liebe, auch Bewunderung, aber es ist durchaus nicht die wirklich tiefe Verbundenheit, die einen befähigt, nun wirklich auch mit der Erde und den Pflanzen zu(sammenzu)arbeiten. Und auch das ist einer der Gründe dafür, dass ihr mit der Farmsuche nicht so recht weiterkommt.

Ihr habt Ideen im Kopf, aber von der Praxis keine Vorstellung. Es ist ein bisschen wie damals, als ihr in Frankfurt zum ersten Mal einen Garten gesucht habt und euch als zwei Bio-Gärtner vorgestellt habt, ohne zu wissen wie herum man eine Blumenzwiebel richtig in den Boden steckt. Ähnlich ist es auch hier. Ihr habt euch wieder einmal gleich viel zu viel vorgenommen, mit euren Hektaren. Und weil etwas in euch (ich?) das sehr gut weiß, zieht dieses etwas in euch ständig die Bremse.

Mein Rat ist: Wenn ihr einen Hektar findet, einen wohlgemerkt, dann habe ihr vollauf zu tun, um mit euren Erfahrungen fertig zu werden! Vollauf! Stellt eure Pläne einmal völlig zurück, ich meine die, die ihr in eurer Selbstdarstellung so hübsch geschildert habt. So etwas lässt sich nicht „machen“ und auch nicht „planen“, so etwas wächst aus sich selbst heraus. Was ihr tun müsst, ist anfangen. Jeder Hektar Land, auch jeder halbe, egal wo, sofern er geschützt liegt, ist für euer Vorhaben geeignet. Wenn es euch also wirklich darum geht, ein Stück Land in ein Paradies zu verwandeln, könnt ihr das überall und auf jeder Größe Land erfahren und demonstrieren. Und alles Weitere wird sich dann schon von ganz alleine finden.

Ihr müsst Prioritäten setzen. Ein Zentrum stampft man nicht aus dem Boden. Und wenn die Plattform eurer Arbeit der Anbau von Heilpflanzen bzw. die Arbeit an einem Naturgarten ist – was ich übrigens sehr begrüße – dann fangt damit an. Und lasst so ehrgeizige Pläne fallen wie den, Gastgeber für allerlei Workshops zu sein. Ihr müsst das loslassen, sonst verkrampft ihr euch und nichts kann sich entwickeln. Es verkrampft euch, weil ihr dann an so viele Dinge zugleich denken müsst, weil euer gesuchtes Objekt dann gleichzeitig so vielen verschiedenen Ansprüchen gerecht werden muss, dass ihr restlos überfordert seid. Die Folge ist: Nichts kann sich natürlich entfalten.

Monika kommt der Wahrheit wie immer als erste auf die Spur. Ihre heutige Frage beweist es wieder einmal. Denn eure „Liederlichkeit“ im Umgang mit dem Gartenbau ist ja in Wirklichkeit keine Liederlichkeit, sondern ihr habt nur keine klaren Prioritäten gesetzt.

Also was wollt ihr? Erfahrungen im Anbau von Heilpflanzen sammeln? Einen Naturgarte anlegen und in ihm Kontakte zu den Geistern der Naturreiche knüpfen? Wollt ihr das? Wollt ihr das wirklich? Dann macht euch das auch ganz klar und deutlich und lasst alles andere aus eurem Gesichtskreis verschwinden. Das ist dann alles nicht nur zweit- sondern sogar dritt- und viertrangig. Es kommt dann nicht mehr darauf an, dass man bei euch auch den 2. Reikigrad absolvieren kann, versteht ihr? Was hat das denn mit EUCH zu tun, außer dass es eurem Ego schmeichelt?

Jede Stunde, die ihr wirklich mit der Erde arbeitet, bringt euch unendlich viel mehr an Erfahrung über Natur und Naturreiche und lässt euch fühlen, was Liebe zur Natur wirklich ist, als die ausgekochtesten Projekte, die auf dem Papier vergilben, weil sie sich nicht umsetzen lassen.

Einen Hektar Land könnt ihr praktisch geschenkt bekommen. Ihr könntet also ohne jeden Kostenaufwand sofort anfangen. Ihr müsst nun endlich einmal den Anker werfen, sonst treibt ihr immer weiter und immer weiter und werdet euch am Ende ganz verlieren.

Wenn euch die Mont d’Arrée so wichtig sind, bitte sucht euch dort euer Land. Naheliegender fände ich es, wenn ihr dort sucht, wo ihr seid, denn dort seid ihr schon und ihr seid bekannt. Aber bitte, in diese Dinge mische ich mich nicht ein. Ich habe euch ja schon x-mal gesagt, dass euer Platz dort ist, wo IHR den Spaten in den Boden steckt und sagt „Hier!“ Also, wisst ihr jetzt Bescheid?

Monika, ich meine, dass in dieser Antwort alles enthalten ist, was deine 2. Frage beantworten müsste. Wenn du das nicht so siehst, sage es mir.

Ich sage dir dafür: Sobald du ganz klar deine Prioritäten setzt und auf alles spirituelle Glitzerwerk pfeifst und erst einmal deine eigenen wirklichen Erfahrungen zu machen willens bist, wird sich alles wie von alleine lösen, weil sich alles nach meinem perfekten Plan in vollendeter Harmonie entfalten kann.

Dein „Ego-Trip“ ist im Grunde kein wirklicher Ego-Trip, sondern der Ausdruck großer innerer Verunsicherung. Und deshalb hältst du dich an die Dinge, die dir „Werte“ zu versprechen scheinen.

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