Dialog 232

Roden1

 

Da sie aber Pflanzen sind, besitzen sie die Fähigkeit „aus dem Leid herauszutreten“, wenn sie es wollen. Sie können sich also sogar entwurzeln lassen, wenn sie damit einverstanden sind. Du hast es dann nur noch mit dem Leib der Pflanze zu tun, ihre Seele hat sich zurückgezogen. Deshalb ist es sehr wichtig, solche Operationen vorher mit den betroffenen Bäumen abzusprechen.

 

Dialog 232 – 1.12.1986

Wir haben gestern ein ziemlich großes Stück Land bearbeitet. Ich hatte den Eindruck, dass es sehr einfach ging, dass also kein Widerstand vorhanden war. Trotzdem war ich mir nicht so sicher in allen Fällen gewesen. Ich habe zum Beispiel viele kleine Bäume entfernen müssen. Das bedeutete praktisch, sie erst ein Stück über dem Boden abzuschneiden und sie dann samt Wurzel herauszureißen. Diese Arbeit fand ich doch ziemlich grausam, wobei mir das während der Arbeit gar nicht so bewusst gewesen ist. Aber später habe ich mich ungemein traurig gefühlt. Doch weiß ich nicht, ob da ein Zusammenhang besteht.

Bitte lass uns wissen: Habe ich, haben wir etwas falsch gemacht und es uns mit den Naturgeistern jetzt doch verdorben? Ich hatte irgendwie den Eindruck, vor allem, als ich anschließend das Innere unseres Landes betreten wollte und mir zumute war, als würde ich auf eine Mauer stoßen.

Ihr habt tatsächlich Fehler gemacht. Und ihr werdet noch viele weitere Fehler machen. Das wird sich überhaupt nicht vermeiden lassen, denn ihr seid nun einmal Menschen und geht mit eurem Denken anders vor als Naturgeister, die nicht in eurem Sinne „denken“, euch deshalb auch niemals wirklich verstehen, sondern allenfalls tolerieren können was ihr tut.

Naturgeister können nicht begreifen, wieso ihr junge Bäume aus der Erde reißt – wenn ihr es ihnen nicht erklärt. Es genügt also nicht, einmal eine generelle Ansprache zu halten (obwohl die gut angekommen ist) und es genügt auch nicht, sich vor jeder Arbeit einzustimmen (davon haben die Naturgeister nichts). Sondern: Bei Arbeiten, wo dir selber ein Gefühl sagt, dass hier etwas nicht klar ist, müsstest du innehalten und den Pflanzen und ihren Geistern noch einmal an einem Beispiel erklären, was du vorhast und warum du es tun musst.

Wenn du also einen Baum entfernen willst, jung oder alt, dann sprich mit ihm. Am besten einen Tag vorher, notfalls aber am selben Tag, dafür dann so intensiv wie möglich. Du musst wissen, dass Bäume nicht dieselbe Wesensart besitzen wie eine schnellwüchsige Brombeerranke, der es relativ wenig ausmacht, wenn man ihr ein paar Zweige zurechtstutzt. Brombeeren können so etwas gewissermaßen „mit einem Schulterzucken“ hinnehmen.

Bäume dagegen leiden, wenn man sie beschneidet und sie leiden natürlich noch mehr, wenn man sie tötet. Da sie aber Pflanzen sind, besitzen sie die Fähigkeit „aus dem Leid herauszutreten“, wenn sie es wollen. Sie können sich also sogar entwurzeln lassen, wenn sie damit einverstanden sind. Du hast es dann nur noch mit dem Leib der Pflanze zu tun, ihre Seele hat sich zurückgezogen. Deshalb ist es sehr wichtig, solche Operationen vorher mit den betroffenen Bäumen abzusprechen.

Vielleicht denkst du „da werden wir ja nie fertig“, da es auf eurem Land hunderte von Bäumen gibt, die entfernt werden müssen. Aber dann solltest du daran denken, dass es in eurem Fall nicht um Profit geht und deshalb auch nicht um Zeitgewinn. Ihr sollt die Zusammenarbeit mit den Naturgeistern lernen, ob ihr sie nun sehen könnt oder nicht.

Deshalb: Redet mit den Bäumen vorher und tötet keinen Baum mehr, ohne ihm das einen Tag vorher gesagt zu haben. Das ist gar nicht so schwer wie du meinst.

Ich will aber, dass ihr einen Grundfehler vermeidet, den Menschen immer wieder begehen: Rodet nicht Flächen frei, sondern arbeitet euch in das Gelände ein. Entfernt zunächst erst einmal stückweise alles schnellwüchsige Kraut wie Farn, Ranken, Gräser usw. Lasst so viele Bäume stehen wie möglich. Wenn ihr dann etwas mehr „Luft“ habt, dann erst entscheidet, welche Bäume fallen müssen und welche ihr stehen lassen könnt. Denn es müssen nicht alle Bäume sterben, die auf dem Gelände sind. Im Gegenteil!!

Also geht sehr behutsam vor und denkt daran, dass ihr das alles tut um etwas zu lernen, nicht weil ihr Bauern seid, die sich eine Ertragsfläche schaffen.

Soviel Feedback zum ersten Arbeitstag.

Zum Geldkurs:
Ich möchte, dass die erste Lektion richtig begriffen und angewandt wird, sonst ist alles Weitere ohne Zusammenhang. Lernt also so zu leben, dass ihr zur richtigen Zeit am richtigen Ort seid. Probiert es konsequent aus und erzählt mir, welche Fortschritte oder Probleme es in der Praxis gegeben hat. Erst dann werden wir weiter sehen. Und je konsequenter ihr das anwendet, was ich euch gesagt habe, umso rascher werden wir fortfahren können.

 

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