Dialog 234

rinde.

Da wo der Klang der Glocke nicht rein ist, wo es Disharmonien gibt, wird der Mensch krank. Das muss nicht bedeuten, dass du dir dieser Disharmonie bewusst bist. 

 

Dialog 234 – 2.12.1986

Monika:

Deine Antwort bezüglich des Krankeins heute Morgen hat mich verletzt. Schließlich sind wir ja nicht absichtlich krank, sondern geben uns wirklich alle Mühe deinen Weg zu gehen. Und sind solche Krankheiten nicht auch ein Hinweis darauf, dass man sich jetzt unbedingt etwas Ruhe gönnen sollte?

Ich bitte Dich, uns morgen einen freien Tag zu geben, damit wir uns wenigstens morgens etwas ausruhen können, denn Florian wird morgen früh bei Rebecca sein.

Also, ich wehre mich dagegen, dass mein Kranksein eine Misstrauenserklärung ist. Bestenfalls ist es der sichtbare Ausdruck der Kämpfe in mir. Doch ich mit meinem für mich wahrnehmbaren Bewusstsein vertraue dir und will nichts sehnlicher als dir immer näher zu kommen. Deshalb ist es allenfalls eine Misstrauenserklärung dieses anderen Teils von mir, dem ich oft hilflos zuschaue und nicht verstehe, warum es sich so gegen dich wehrt. Mit diesem Teil identifiziere ich mich nicht.

Ich bitte dich, gib uns Kraft und einen Hinweis, wie wir mit dieser Krankheit konstruktiv umgehen können.

 

3.12.1986

Krankheit kann sein: Ein innerliche Aufgeben, ein Resignieren, es kann Ausdruck eines inneren Kampfes sein oder eben auch ein Zerwürfnis mit mir. In jedem Falle ist es – das weißt du ja selber – eine Disharmonie. Ruhe ist in jedem Fall die beste Therapie für euch, aber wenn Jörg nicht im Bett zu halten ist, dann musst du ihn eben ziehen lassen.

Es war ein Missverständnis, wenn du meine Worte gestern so persönlich genommen hast, dass es dir wie ein Vorwurf zu klingen schien. Und doch ist es so, wie ich gesagt habe: Da wo der Klang der Glocke nicht rein ist, wo es Disharmonien gibt, wird der Mensch krank. Das muss nicht bedeuten, dass du dir dieser Disharmonie bewusst bist. Denn wie du selber richtig sagst: Nicht jeder Teil von dir hat ja zu mir gesagt.

Gönne die Ruhe soweit das geht und lass dich pflegen, solange Jörg das noch kann. Spüre im Kranksein und in deinen Schmerzen meine Nähe. Denn es ist bei weitem der bessere Teil von dir, der da leidet. Ruhe dich aus und gehe gestärkt aus dem Kampf hervor.

 

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