Dialog 245

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Leid ist nun einmal ein sehr guter Lehrmeister. Durch Leid lernen Menschen am besten und vor allem am schnellsten worauf es ankommt. Das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen. Manches Leid kann euch einfach nicht erspart bleiben. Es nützt in vielen Fällen nichts, wenn ich euch sage „Macht es so oder so!“, weil es wichtig ist, dass ihr selber die Notwendigkeit dazu einseht beziehungsweise selbst darauf kommt.

 

Dialog 245 – 27.12.1986

Aus irgendeinem Grund haben wir unsere Ziele aus den Augen verloren. Ich kann mich nur noch mühsam an das erinnern, was mal gedanklich erarbeitet worden war. Und das, obwohl ich mich noch gut daran erinnere, dass es geradezu spannend gewesen war, was Monika da entwickelt hatte. Und ihr selber geht es auch nicht viel besser. Auch ihr sind die Dinge wieder zwischen den Fingern durchgeschlüpft.

Warum nur passiert uns das immer wieder? Wieso drängen sich am laufenden Band andere Dinge vor und nehmen uns die Zeit für das, was wir für wichtig halten? Und was könnten wir tun, um den Faden wieder aufzunehmen?

Ihr wisst, dass sich jeder Gedanke nur dann manifestieren kann, wenn seine Zeit auch gekommen ist. Und solange sich andere Dinge vorschieben, ist die Zeit eben noch nicht gekommen. Dann war es vielleicht FAST soweit gewesen, aber eben noch nicht ganz.

Das ist natürlich kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Ihr könnt viel dafür tun, dass eine Zeit heranreift. Vor allem anderen: Darum beten! Ihr könntet um Beispiel morgens, bevor die Dinge euch wieder in Beschlag nehmen, euch bei den Händen fassen und dafür beten, dass sich Energie um EUER Ziel herum bildet und nicht um andere unwichtigere Ereignisse.

Grundsätzlich gehört aber auch Misserfolg um Lernen dazu. Der Misserfolg zu erfahren, dass man es wieder einmal nicht geschafft zu haben scheint.

28.12.1986

Monika:
Es wieder einmal nicht geschafft zu haben – das ist sehr schmerzhaft für mich. Ein Misserfolg reiht sich an den anderen. Keiner unserer Gedanken scheint genug Kraft zu haben sich durchzusetzen. Dauernd gehe ich mit neuen Impulse schwanger und verliere „das Kind“ immer wieder. Mein Innerstes fühlt sich an wie eine einzige Wunde. Und mir kommen Zweifel an dem Sinn in meinem Leben. Ich habe mein Leben in deinen Dienst gestellt und ich verstehe nicht, warum das so leidvoll für mich sein muss.

Alles in mir und um mich herum scheint still zu stehen. Wie in der Natur zu dieser Jahreszeit. Ich habe kaum noch Hoffnung, dass es vorwärts geht. Das ganze letzte Jahre ist ein einziger Scherbenhaufen. Sicherlich ein notwendiger, doch es macht mich traurig, dass nichts sichtbar Neues daraus entstanden ist.

Leid ist nun einmal ein sehr guter Lehrmeister. Durch Leid lernen Menschen am besten und vor allem am schnellsten worauf es ankommt. Das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen. Manches Leid kann euch einfach nicht erspart bleiben. Es nützt in vielen Fällen nichts, wenn ich euch sage „Macht es so oder so!“, weil es wichtig ist, dass ihr selber die Notwendigkeit dazu einseht beziehungsweise selbst darauf kommt.

Dennoch habe ich euch schon etlichen Kummer erspart – was ihr natürlich nicht wissen könnt. Und umgekehrt habe ich euch bisher immer wieder (wenn auch manchmal erst im scheinbar letzten Augenblick) Hilfe gesandt. Wenn also P. euch helfen will, dann beklagt euch nicht, dass eure Schulden immer größer werden, sondern nehmt die Hilfe dankbar an und lernt aus dem Geschehenen – damit der nächste Schritt besser gelingt.

Das ganz vergangene Jahr war eine Vorbereitung für Euch. Ich musste einfach einige eurer Illusionen zerstören, manch eitlen Traum zerschlagen, damit ihr aufwacht. Vielleicht ist es das, was du als Scherbenhaufen siehst. Doch in Wirklichkeit ist nichts von Wert kaputt gegangen. 1986 hat es leider nicht viel von großem Wert in eurem Leben gegeben. Seid deshalb dankbar für meine Hilfe und betrachtet sie als Chance, es nun besser machen zu können.

Ihr habt jetzt ein gutes Stück Land gefunden. Auf diesem Land könnt ihr ganz außerordentliche Erfahrungen machen. Sehr vieles kann sich aus diesem Stück Land ergeben …! Das ist eure erste Chance. Ich habe euch Dickköpfe lange, lange führen müssen, bis ihr zu diesem Stück Land gefunden habt, das schon immer vor eurer Haustür gelegen hat. Sicher, dabei musste viel Porzellan zerschlagen werden – aber war es das nicht wert gewesen?

Du hattest kürzlich wieder einmal sehr gute Ideen gehabt und nun scheinen sie sich verflüchtigt zu haben – und du jammerst darüber. Du musst aber nicht darüber jammern, denn wenn ein Gedanke gut und richtig gewesen war, dann hat er sich auch immer durchsetzen können. Ein Gedanke, eine Idee, die sich nicht manifestieren konnte, die war eben noch nicht die eigentliche Lösung gewesen. Vielleicht kannst du das einmal so sehen? So verhält es sich nämlich. Ihr habt nicht versagt. Ihr habt bisher noch nie wirklich „versagt“, seit ich euch führe. Ihr habt euch allenfalls oft benommen wie zwei störrische Esel, denen man hundertmal sagen kann worauf es ankommt, und die doch erst ihren dicken, störrischen Eselskopf durchsetzen wollen. Aber versagt habt ihr nie, das könnt ihr mir ruhig glauben.

Ihr habt jemanden gefunden, der euch noch ein weiteres Mal Geld leihen will. Das ist eure zweite Chance. Also seid ihr nicht bankrott. Also habt ihr nicht versagt. Im Gegenteil, ihr habt wieder ein Stück von eurer Welt manifestiert. Sicher, eure Schulden werden dadurch größer, aber auch darin liegt eine Chance. Glaubt mir, ich habe mir das alles schon ganz richtig so ausgedacht. Und ich sage es noch einmal: Es hat seinen Grund, dass ihr genau an diesen Punkt kommen musstest. 1986 war eine Vorbereitung auf 1987 und ist es noch immer. Kein Scherbenhaufen liegt da hinter euch, sondern höchstens ein Haufen von Erfahrungen und aufgegebener Illusionen und Eitelkeiten, die nichts wert gewesen waren.

Soviel möchte ich zu deinem Kummer sagen. Denn du hättest eigentlich keinen Grund traurig zu sein, obwohl natürlich aus deiner Sicht alles anders aussehen muss.

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