Dialog 25

Gib mir dein Vertrauen und ich gebe dir meine Hilfe. Solange du aber nur forderst, ohne Vertrauen zu mir zu haben, kann ich dir nicht helfen.

Dialog 25, 10.01.1986

Da wäre als erstes der Einkaufszettel …

Wenn ihr bezahlen könnt, was ihr notiert habt …

Das macht mich schon wieder mutlos. Vom Wein einmal abgesehen sind das doch alles Dinge, die wir brauchen. Da ist doch kein Luxus dabei!

Ich habe auch nicht gesagt, dass ihr das Geld das ihr braucht NICHT verdienen werdet. Aber ich werde mich hüten, mich von dir zu Aussagen über die Zukunft verleiten zu lassen. Besser gesagt: Mir welche von dir in den Mund legen zu lassen, damit du den Beweis meiner Existenz  erzwingen kannst.

Ich weiß, ich mache es euch nicht leicht, aber ihr habt auch viel zu lernen. Denke doch mal an das Findhorn-Buch (The Magic of Findorn / Der Zauber von Findhorn) und Peter Caddy, der sich nie darum gekümmert hat, ob die objektiven Bedingungen, unter denen er arbeiten musste, ermutigend oder deprimierend waren.

Ich bin aber nicht Peter Caddy und mich macht es mutlos, wenn ich im Wohnwagen sitze und der Regen auf das Dach trommelt, wenn der Autotank fast leer ist und das Geld, das wir noch haben, kaum für das Allernötigste reicht.

Du forderst und verlangst, aber du bist nicht bereit zu geben. Gib mir dein Vertrauen und ich gebe dir meine Hilfe. Solange du aber nur forderst, ohne Vertrauen zu mir zu haben, kann ich dir nicht helfen. Verstehst du das denn nicht? Du musst diese Angst in deinem Herzen besiegen. Du muss in den Tag hineingehen und in die Aufgabe, die ich dir gestellt habe, ohne nachzugrübeln, worin der Sinn liegt. Du musst es tun, weil ich es von dir will. Solange du das nicht lernst, wirst du immer auf dieser Stelle stehen bleiben.

Du musst diesen Punkt überwinden. Du muss bereit sein, mir unbedingt zu vertrauen, ganz gleich was die objektiven Bedingungen dazu sagen. Das ist nötig, weil ich dieses volle Vertrauen auch später von dir verlangen können muss, wenn ich andere Aufträge für dich habe als auf einen Markt zu fahren. Deine Situation verlangt von dir, dass du auf den Markt fährst, ganz gleich wie stark es regnet, weil nur dort überhaupt Geld zu verdienen ist. Also fahre. Und ich verlange von dir, dass du voller Vertrauen fährst. Also gib mir dieses Vertrauen.

Ich garantiere für nichts! Ich sage nur: Die Aufgabe, die du in diesen Zeiten lernen musst heißt: Vertrauen entwickeln. Wenn du mit dem Hintergedanken losfährst: „Also gut, ich fahre, aber wehe ich verdiene nichts und bleibe unterwegs mit dem Auto liegen, dann ist es aber endgültig aus.“, dann hast du noch nichts begriffen und wirst die Erfahrung immer und immer wieder machen müssen.

Merke: Meine Hilfe lässt sich nicht erkaufen. Ich kann sie dir schenken, wenn du mir dein Vertrauen schenkst.

Aber ich habe doch den freien Willen zu entscheiden, nicht wahr?

Den hast du immer.

Wenn du mir befiehlst zu fahren, fahre ich. Auch wenn du mir nur dazu rätst. Und ich begreife den Sinn dieser Übung und will lernen, mich in Vertrauen zu üben. Wenn du mir aber die Wahl lässt, würde ich bleiben. Du hast auch gesagt, wir sollen das Wenige, was wir haben, weise ausgeben. Ist es weise, wenn ich unter Opfern Geld für das Tanken abzweige und es auf einer Markttour verfahre, die mir mit großer Wahrscheinlichkeit nichts einbringen wird? Soll ich es nicht lieber für den Markt in Scaer morgen aufbewahren?

Du kannst nicht wissen, was du verdienen würdest. Und du bist unsicher und schwankend wie ein Rohr im Wind. Sobald der Regen auf dem Wohnwagendach nachlässt, spielst du sofort mit dem Gedanken, doch zu fahren. Sobald es wieder stärker trommelt, sinkt dieser Mut wieder in sich zusammen. Hättest du jetzt genügend Geld in der Tasche, würdest du die Fahrt riskieren. Da du es nicht hast, zögerst du. Du vertraust dem Geld – nicht mir. Das ist dein Dilemma. Und währenddessen läuft die Uhr weiter und das Auto müsste längst beladen sein.

Also ich treffe jetzt eine Entscheidung. Wenn du mir nicht unmittelbar zu dem einen oder anderen rätst, dann muss ich auf das zurückgreifen, was ich habe, und das ist meine Erfahrung mit dem Wetter und den Märkten. Ich bleibe.

Gut, wenn das deine Entscheidung ist. Aber ich HABE dir geraten, als ich dir sagte, was deine Situation verlangt. Und was deine Erfahrung betrifft: Du hast bereits im Regen und im Wind auf den Märkten gestanden und trotzdem Geld verdient. Du weißt genau, dass Sonnenschein noch gar nichts bedeuten muss. Was ist also deine Erfahrung wert?

Trotzdem, ich bleibe.

Und wenn es morgen wieder regnet und stürmt?

Morgen ist morgen. Heute bleibe ich hier.

Fühlst du dich gut bei dieser Entscheidung?

Nein. Aber ich kann nicht anders.

Wenn du nicht anders kannst, dann muss es eben sein. Deine Lektion wirst du so oder so lernen, mir kommt es auf einen Tag nicht an.

Etwas später …
Du weißt, was eben geschehen ist: Monika hat mir geraten doch zu fahren – und dann ist das Auto nicht angesprungen.

Ihr habt es sehr gut gemacht. Wichtig ist, dass du dich über deine Zweifel erhoben hast. Daraus hast du etwas gelernt! Dadurch bist du wieder einen guten Schritt weitergekommen. Wärst du aus eigenem Entschluss zuhause geblieben, wäre das sehr schädlich für dich und euch gewesen und es hätte euch weiter zurückwerfen können, als du glaubst.

Denke an diesen Morgen, wenn du wieder in einer ähnlichen Lage bist: Wichtig ist, dass du mir vertraust. Das ist das Einzige, worauf es ankommt. Was dein Verstand oder gar deine Erfahrung dir raten, ist völlig bedeutungslos.

Ein interessanter Morgen und sehr lehrreich für euch.

Wie sollen wir nun mit Tanken und Einkaufen verfahren?

Betankt den Renault und kauft ein, was wirklich unverzichtbar ist. Es wäre aber gut, wenn du nicht mit ganz leerer Kasse auf den nächsten Markt gehen müsstest.

Wie sollen wir mit dem Anruf bei C. Verfahren?

Erklärt den Beiden eure Lage. Sagt Ihnen, dass ihr Geld zu erwarten habt, ihr aber nicht wisst wann es kommt. Dass ihr bis Mitte Februar so und so viel Geld benötigen werdet und inwieweit Sie euch helfen könnten. Dann besprecht gemeinsam, was getan werden kann.

Aber seid euch auch bewusst, dass ihr sehr viel verlangt von den Beiden! Nehmt die Angelegenheit also sehr ernst und seid dankbar für alles, was sie euch anbieten! Meditiere vorher, das wird dich stärken, und dann führe du das Gespräch, weil du keine Angst davor hast.

Mittags …
Ich habe gerade mit C. Telefoniert und möchte dir sagen, dass ich überwältigt bin von soviel Liebesbeweisen! Und ich möchte auch dir sagen, dass ich beschämt bin vor dir mit meinen Zweifeln und meiner Kleinlichkeit. Vor allen Dingen mit der Frechheit, mit der ich dir den Anspruch auf all die Hilfe absprechen wollte, die man uns zukommen lässt. Ich empfinde den Tag bis jetzt als ein sehr intensives Lehrstück und danke dir aus tiefstem Herzen für deine Hilfe

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

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