Dialog 256 neu

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Das „Niedere Selbst“ (der Leib, die Wünsche und Begierde, sowohl die natürlichen wie die unnatürlichen, das erdgebundene Ich von dir also) muss seinen Weg erst vollständig zu Ende gegangen sein, bevor du dich auf einer höheren Stufe weiterentwickeln kannst.

 Dialog 256 – 16.1.1987

Monika:
Ich fühle mich wie abgeschnitten  und von einer lähmenden Müdigkeit und Trägheit beherrscht, wie in alten Tagen. Ich kann weder beten noch meditieren, ohne sofort von anderen Gedanken förmlich überrollt zu werden, und mir fehlt die Kraft dann auszuharren. Es ist, als würde mein niederes Selbst mit ganzer Kraft aufbäumen und ich kann nicht anders als nachgeben. Darunter leide ich sehr.

Wir müssen da jetzt einmal eine Unterscheidung zu dem einführen, was ich bisher des Öfteren gesagt habe. Bisher habe ich eine einfache Trennung von Höherem und Niederen Selbst hergestellt. Und damit ließen sich mancherlei Schwierigkeiten gut erklären. Es war aber eine sagen wir mal vereinfachte Darstellung. Jetzt ist es an der Zeit, dass du die Zusammenhänge richtiger siehst: Höheres Selbst und Niederes Selbst, du bist ja beides. Und im Grunde ist keines von beidem mehr „wert“ als das andere, sondern das eine, das „Niedere Selbst“ ist absolut nötig, damit der Mensch sich zu einem höheren Ziel entwickeln kann. Es ist die Basis von allem. Das „Niedere Selbst“ (der Leib, die Wünsche und Begierde, sowohl die natürlichen wie die unnatürlichen, das erdgebundene Ich von dir also) muss seinen Weg erst vollständig zu Ende gegangen sein, bevor du dich auf einer höheren Stufe weiterentwickeln kannst. Vorher sind dem „Höheren Selbst“ allenfalls Einblicke auf diese höhere Ebene möglich. Leben kann es sie noch nicht in ihrer ganzen Größe.

Bei jedem Menschen ist die Entwicklung vom erdgebundenen Ich zum höheren Ich eine andere. Denn jeder steht ja mit sich auch woanders. Es sind Entwicklungen, die viele, viele Menschenleben lang dauern können, aber es sind immer notwendige und wichtige Entwicklungen. Praktisch alle Menschen, mit denen du auf der Erde zu tun hast – von sehr wenigen Ausnahme abgesehen -, haben diesen Prozess noch längst nicht abgeschlossen. Auch die durchgeistigsten, scheinbar zu höchster menschlicher Vollendung Gelangten sind noch erdgebunden. Es gibt zwar manche inkarnierten Seelen, die unter euch weilen und doch längst auf einem anderen Plan leben, die also gewissermaßen „zu Besuch bei euch sind. Aber weil ihr das nicht „sehen“ könnt, wisst ihr natürlich nichts darüber.

Warum sage ich dir das alles? Weil ich möchte, dass du dein erdgebundenes Ich nicht als eine Bürde betrachtest, die man möglichst bald abwerfen sollte. Du wirst diese Last vielleicht noch sehr lange zu tragen haben. Wenn sie auch mit jedem Tag leichter wird, so solltest du doch nicht damit rechnen, dass irgendjemand sie dir vorzeitig abnehmen kann.

Es ist also völlig normal, dass es Tage und Zeiten gib, in denen du leidest, so wie du jetzt leidest. Du bist dann nicht wirklich von mir abgeschnitten, das bildest du dir ein (ich weiß es), sondern etwas ganz anderes geschieht:
Du durchlebst einen Entwicklungsschritt. Dein Höheres Selbst ist wieder einmal um ein Stück gewachsen (um das einmal so auszudrücken), es ist also zu groß geworden für die irdische Hülle, in der es bislang gelebt hat, und das bereitet dir Schmerzen. Du erlebst einen inneren Geburtsvorgang. Du bist Zeuge eines Wachstumsprozesses deines Höheren Selbst. Deshalb solltest du nicht traurig sein, sondern – bei all dem Schmerz, den du zwangsläufig empfinden musst – doch glücklich!

Was du in solchen Zeiten tun kannst, tust du zum Teil schon: Ziehe dich zurück und lebe diesen Schritt aus, fern von aller Unrast. ABER: Du musst den Unterschied erkennen zwischen sich zurückziehen und faulenzen. Tut mir Leid, dass ich dir das sagen muss, weil es dir bestimmt den Spaß am Sich-Zurückziehen nimmt, aber das muss schon sein.

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