Dialog 257

Spinnenetz

Wenn meine Ratschläge nicht zum Ziel führen, muss Leid der Führer sein. Wenn du die Sinnhaftigkeit meiner Wege nicht erkennst, ist das ein Zeichen deiner fehlenden Weitsicht, mehr nicht. Wenn du aufbegehrst, wirst du noch tiefer fallen.

Dialog 257 -18.01.1987

Monika:
Jörg hört es sich nicht an, deshalb gebe ich es jetzt hier zum Besten. Ich habe keine Lust mehr. Seit ich Jörg kenne, bin ich in dieser Beziehung diejenige, die Mauern einreißen muss, um einen Dialog zu ermöglichen. Die sich mit Halbheiten und Schlampigkeiten abfinden muss.

Ich will nicht mehr immer die Stärkere sein und alles im Griff haben. Ich brauche auch mal Hilfe. Aber wenn ich selbst die Kraft nicht aufbringe, dann passiert halt nichts. Wenn es mir schlecht geht, dann bin ich eine Belastung für Jörg und muss auch noch mit seinem langem Gesicht leben. Wenn es Jörg schlecht geht, dann geht er einfach weg. Ich kann das nicht, einfach weglaufen. Ich mag nicht mehr, hörst du? Ich mag nicht mehr! Wenn du von mir erwartest, dass ich deinen Weg gehe, dann möchte ich auch ein wenig Hilfe bekommen und nicht immer völlig allein gelassen werden. Jörg scheint sich alles erlauben zu dürfen und bekommt immer wieder Hilfe von dir. Mir sagst du Dinge, die ich ohnehin schon weiß, anstatt mir konkrete Hilfen zu geben.

Du sagst, wir sollen eine Buchführung machen? Mach sie doch mit Jörg zusammen. Ich will mich nicht aufreiben müssen bei dem Versuch, Ordnung in diesen Sauhaufen hier zu bringen. Sämtliche Ordnungsversuche, die ich hier einführen will, werden von Jörg eh boykottiert.

Das alles interessiert dich nicht? Dann kannst du mit deinem precious Jörg alleine weitermachen. Ich gehe deinen Weg, aber entweder ich gehe ihn mit deiner Hilfe bezüglich Jörg oder ich gehe ihn ohne Jörg.

Ich erwarte von einem Partner, dass er mich stützt und bei mir ist, wenn es mir mies geht. Dass er mir Licht zeigt, wenn ich in der Dunkelheit bin. Dass er mich in die Arme nimmt und mir Kraft gibt, wenn mir die Nerven durchgehen. Dass er mir wirklich etwas gibt, anstatt nur davon zu reden.

Du hast gesagt ich sei die Führerin dieser Gemeinschaft. Ich trete hiermit von diesem Amt zurück. Es gibt keine Gemeinschaft und es gibt niemanden, der sich von mir führen lässt. Außerdem hast du mich damit ganz schön alleine gelassen.

Du hast mir in diesem Jahr alles genommen. Alle Hoffnungen und Träume, jegliches Vertrauen in meine Fähigkeiten. Ich war schon immer einsam, doch nun bin ich einsamer als jemals zuvor. Du bist weit weg und lässt mich in meiner Einsamkeit alleine. Ich sehne mich nach dir, ich sehne mich nach Jörg. Warum lasst ihr mich alleine?

Ich bin ganz unten, hörst du? Und wenn mir niemand hilft, dann werde ich untergehen. Willst du das? Dann hol mich doch, hol mich, ich hab dich schon einmal gebeten. Ich bin müde. Ich will nicht länger leiden. Ich habe keine Kraft mehr.

Und von mir aus, kannst du mich jetzt auch noch fertig machen. Selbstmitleid, oder was es auch sei. Gib mir nur noch eines drauf. Das ist jetzt auch egal.

Du hast mich im Frühjahr Bilder und Visionen entwickeln lassen, hast mich bestärkt und dann fallen gelassen. Habe ich versagt? Du hast mit darin bestärkt, die Ausbildung zum Game of Transformation Guide zu machen und dann verlangt, das wieder loszulassen. Du hast ich Programme von Les Temps Nouveaux anbieten lassen, hast mich Reiki anleiern lassen. Und alles hat nur dazu geführt, dass niemand mehr ernst nimmt, was von uns kommt. Tief war der Fall aus der Höhe und ich falle immer noch. Was willst du noch vom mir?

Meine Antwort wird nur sehr kurz sein und möglicherweise wieder nur etwas sagen, was du alles schon weißt. Wenn meine Ratschläge nicht zum Ziel führen, muss Leid der Führer sein. Wenn du die Sinnhaftigkeit meiner Wege nicht erkennst, ist das ein Zeichen deiner fehlenden Weitsicht, mehr nicht. Wenn du aufbegehrst, wirst du noch tiefer fallen.

Ich kann dich nicht trösten, wenn dir mit Trost nicht geholfen wäre. Und ich gebe dir immer das, was du brauchst. Wer mich um Hilfe bittet, wird sie auch bekommen, wenn die Bitte ehrlich war und aus dem Herzen kam. Wer sein Herz vor mir verschließt, belügt sich selbst mit seinen Gebeten.

Du fühlst dich ungerecht behandelt, also haderst du mit mir. Es ist aber so, dass du zu mir kommen musst. Nicht umgekehrt.

Jörg macht es nicht besser als du. Ihr beide zeigt „Ermüdungserscheinungen“. Ich habe euch überfüttert, habe euch viel mehr angeboten, als ihr verdauen konntet. Groteskerweise glaubt ihr nun, ihr hättet nicht genug bekommen.

Ich ziehe mich ein zweites Mal von euch zurück. Und es wird an euch liegen, ob ihr den Weg wieder zu mir findet. Es ist also nicht der Mühe wert, dass du wieder an die Schreibmaschine kommst, Jörg, bevor ihr nicht wieder zu mir gefunden habt. Und wenn das der Fall ist, werde ich zu euch sprechen.

Schreibe einen Kommentar