Dialog 264

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Es ist eine enorme Einsicht, sich ganz klar darüber zu werden, dass ihr mein Wirken in allem finden könnt, nicht nur in den angenehmen Stunden eures Lebens, sondern auch in den schmerzhaften.

Dialog 264 – 01.05.1987

Monika:
Wir sind beide ziemlich desorientiert und verwirrt. Eigentlich fühle ich mich sehr wohl in diesem Haus, in das wir jetzt eingezogen sind. Aber ich stolpere immer noch über die Lage inmitten einer Siedlung. Eine kleinbürgerliches Leben, dem wir ja mit unserem Schritt nach Frankreich auch entfliehen wollten. Ich habe große Schwierigkeiten mit dem Bruch zwischen letztem Frühjahr, also der Haussuche für LTN (Anmerkung: Les Temps Nouveaux), ein Zentrum werden und so weiter, und dieser Situation jetzt. Ich verstehe nicht und deshalb verunsichert es mich.

Mit dem Einzug hierher haben sich auch unsere Bezüge zum Land verändert. Erst durch meine Erkrankung, dann durch die Notwendigkeit, sich auf den Umzug zu konzentrieren, habe ich mich innerlich vom Land entfernt. Dazu kommen ständige Misserfolge mit unseren Pflanzenaufzuchts- und Saatversuchen. Das hat mich sehr entmutigt und verwirrt. Fast alles was wir versuchen anzubauen kümmert dahin. Ich habe es so gut gemacht, wie ich konnte, aber es war nicht genug. Bei uns beiden hat sich der Eindruck verstärkt, dass Kulturpflanzen nicht erwünscht sind auf dem Land. Ich habe es als eine unsichtbare, undurchdringliche Mauer wahrgenommen. Daraus ergab sich, dass wir unseren Entschluss nicht durchführen konnten, zumindest genauso viel Zeit auf dem Land einzusetzen wie auf dem Markt. …

Moment, etwas ist da nicht ganz stimmig. Unser Problem ist die Notwendigkeit Geld zu verdienen, denn unsere vielen Schulden belasten uns sehr. Der Markt mit Heilkräutern hat keine Zukunft. Aber daraus folgt ja nicht, dass wir nicht trotzdem die Hälfte unserer bisher auf dem Markt verbrachten Zeit auf dem Land verbringen können. Doch es hieße einen weiteren Schritt in Richtung Vertrauen zu gehen. Denn wir können zurzeit auf dem Land nur versuchen, das zu nutzen und zu pflegen, was dort schon wächst. Das sind Heilpflanzen und sie werden über den Marktverkauf mit Sicherheit nicht unseren Schuldenberg verringern.

Meine Frage lautet also: Mache ich mir etwas vor, bei der Arbeit auf dem Land einerseits zu vertrauen und alles zu tun, um den Schuldenberg abzutragen, was ein Widerspruch zu sein scheint?

Ich leide sehr darunter, mich so entfernt von dir und jetzt auch von dem Land zu fühlen. Ich komme mir wie gespalten vor. Ein Teil von mir ist froh, einen „einfachen“ normalen Garten hinter dem Haus machen zu dürfen, der andere leidet unter der Trennung vom Ganzen.

Jörg:
Ich habe nicht eindeutig das Gefühl „angeschlossen“ zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass mich der Lärm nebenan stört, jedenfalls lenkt er mich ab. Andererseits, wann hat man schon einmal eine wirklich ruhige Stunde außer ganz früh morgens?

 Natürlich ist es eine Belastung, wenn Spannungen im Raum sind. Aber warum sind sie im Raum? Das liegt nicht nur an Florian.

Wenn du wirkliche Ruhe haben willst, dann musst du eben früher aufstehen. Du kannst mich nicht einfach einplanen, wie es dir am besten passt, und dich dann wundern, wenn die Sache nicht funktioniert: Erst mal in Ruhe frühstücken und dabei Musik hören, dann noch ein paar Seiten lesen und dann kommt der da oben dran.
Wenn du schon vorher weißt, dass eine Frage gestellt werden soll, dann musst du das eben einplanen und früher schlafen gehen, in jedem Fall aber früher aufstehen. Für einen Markt stehst du doch auch zu jeder nötigen Zeit auf …!

Zu euch und euren Fragen:

Ich sagte euch ja schon, dass ihr in eurer spirituellen Entwicklung einen Schritt weitergekommen seid, also sozusagen schon den Fortgeschrittenenkurs I besucht, auch wenn euch das überhaupt nicht so vorkommen mag.

Am Anfang habe ich euch ganz behutsam bei der Hand genommen und euch wirklich keinen Schritt ohne meine Hilfe tun lassen. Damals habe ich einfache und klare Anweisungen gegeben und nicht mehr verlangt, als dass ihr sie befolgt. Das war eine erste und relativ einfache Übung in Vertrauen gewesen.

Der Unterschied zu heute ist der: Ich gebe euch keine konkreten Anweisungen mehr und schreibe euch auch nichts vor. Trotzdem bin ich bei euch und jederzeit bereit euch zu beraten. Ihr macht nicht allzu viel Gebrauch davon. Leider, denn meine Worte, alleine die Gewissheit, dass ich noch immer bei euch bin und jeden eurer Schritte beobachte, all das könnte euch mehr Kraft geben, als ihr vielleicht glaubt.

Wendet ihr euch deshalb so selten an mich, weil ihr meint, dass meine Ratschläge weniger wert sind, weil sie keine konkreten Hilfen mehr beinhalten? Dann unterschätzt ihr die Kraft meiner Worte.

Die Übung in Vertrauen ist heute diese:
Ihr selbst sucht euren Weg, aber ihr geht ihn mit mir zusammen. Würdet ihr euch meiner Nähe öfter bewusst sein, wäre euch wohler zumute und ihr wärt weniger desorientiert, als ihr es zu Zeit seid.

Ihr müsst euren Weg alleine suchen. Das ist wichtig und muss so sein. Und ihr könnt das auch. Ihr verfügt über alle Voraussetzungen zu wissen, was richtig und was falsch für ist. Anders ausgedrückt: Ihr wisst inzwischen, dass jeder Schritt den ihr geht ein Lernschritt ist und somit also keiner dieser Schritte unnötig war und ist.

Winkt nicht ab. Sagt nicht, das sind doch Binsenweisheiten. Es ist eine enorme Einsicht, sich ganz klar darüber zu werden, dass ihr mein Wirken in allem finden könnt, nicht nur in den angenehmen Stunden eures Lebens, sondern auch in den schmerzhaften.

Ihr habt diese wichtige Lektion immer noch nicht genug in ihrer Ganzheit begriffen, sondern sie nur mit dem Kopf erfasst, deshalb reite ich jetzt so darauf herum.

Ihr habt die Erwartung, dass etwas alleine schon deshalb gut gehen muss, weil ihr es für eine gute Sache haltet. In Wahrheit sind aber in diesen Dingen oft ganz andere Lektionen verborgen. Wäret ihr „ganz normale Menschen“, als euch meiner nicht weiter bewusst, geschweige denn an meine Kraft direkt angeschlossen, so würden euch viele Dinge besser gelingen als jetzt.

Es ist zum Beispiel nicht wirklich schwierig, ein Stück Land so zu bearbeiten, dass sich der gewünschte Erfolg auch einstellt. Dass es euch aber auf Anhieb nicht gelingen will, hat seine Gründe. Es gibt dabei etwas für euch zu lernen. Nehmt solche Dinge also eher als Fingerzeig von mir und versucht herauszufinden – ruhig mit mir zusammen, ihr habt doch diese Möglichkeit –, was es zum Beispiel mit einem Misserfolg oder einer Kette von Schwierigkeiten auf sich haben mag, als dass ihr alles alleine tragen wollt und euch entmutigen und entkräften lasst.

Fortsetzung folgt …

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