Dialog 267

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Man kann die Entwicklung der Dinge auch so beschleunigen, indem man ihnen von selber schon einmal die gewünschte Richtung gibt. Nur ist das immer sehr anstrengend, weil die Entwicklung selber noch gar nicht angestanden hätte und sich natürlich nicht nach Wunsch verhält. Es ist, als wolle man auf einem Pferd reiten, ohne jemals reiten gelernt zu haben. Man kann sich erst durch Reitunterricht mit dem nötigen Wissen versorgen (Kraft sammeln) oder man lernt durch Tun. Das geht auch, ist aber mühsamer.

Dialog 267 – 28.05.1987

Jörg
Wir hatten festgelegt nur noch an drei Tagen in der Woche Markt zu machen, um etwas mehr Klarheit und Struktur in unser Tun zu bringen. Den Rest der Zeit wollten wir auf Land und Haus verteilen. Nun stellt sich aber heraus, dass die Geschäfte zurzeit so schlecht gehen, dass wir von den 3 Mal in der Woche nicht leben können. Wenn es nach mir ginge, würde ich heute und morgen auf den Markt gehen. Aber die Unsicherheit ist groß bei uns beiden. Fallen wir mit solchen Gedanken wieder zurück in alte Muster? Zeigen wir damit Misstrauen?

Ihr zeigt damit vor allem Unsicherheit. Und ihr zeigt, dass ihr noch immer nicht an die Kraft angeschlossen seid, wie ihr das jetzt bräuchtet.

Eure Entscheidung mit den drei Tagen ist einerseits richtig gedacht, andererseits kommt sie zu früh. Denn das kann nur funktionieren, wenn die Kraft durch all euer Denken und Handeln fließt, wenn ihr die freien Tage auch wirklich so kraftvoll nutzen könnt in ihren Möglichkeiten, dass sie spielend verlorene Markteinnahmen aufwiegen bzw. euch überhaupt erst auf das Niveau heben, auf das ihr als nächstes gehört.

Du hast deshalb gut daran getan mich zu fragen, wie ihr euch verhalten sollt. Wie gesagt, die Entscheidung kam zu früh, aber sie war trotzdem nicht falsch. Man kann die Entwicklung der Dinge auch so beschleunigen, indem man ihnen von selber schon einmal die gewünschte Richtung gibt. Nur ist das immer sehr anstrengend, weil die Entwicklung selber noch gar nicht angestanden hätte und sich natürlich nicht nach Wunsch verhält. Es ist, als wolle man auf einem Pferd reiten, ohne jemals reiten gelernt zu haben. Man kann sich erst durch Reitunterricht mit dem nötigen Wissen versorgen (Kraft sammeln) oder man lernt durch Tun. Das geht auch, ist aber mühsamer.

In eurem Fall: Ihr tut zurzeit so viele richtige Dinge, dass ich mich über euch freue. Insofern also war die 3-Tage-Regel richtig, denn sie hat euch Luft und Denk-Raum für neue Ideen gegeben. Aber sie war eben auch ziemlich verfrüht, denn ihr konntet die freie Zeit noch gar nicht richtig ausfüllen. Das muss auf der materiellen Ebene zu Rückschlägen und Problemen führen.

Ich rate deshalb: Haltet nicht stur an einer Regel fest, wenn ihr euch nicht wohl dabei fühlt. Das blockiert euch nur in anderen, viel wichtigeren Bereichen. Haltet euch im Großen und Ganzen an diese Regel, aber weicht auch einmal davon ab, wen ihr euch oder wenigstens einer von euch sich besser damit fühlt.

Später am Abend:

Kommt da noch etwas nach? Ich hatte heute zweimal diese Wahrnehmung.

Ja. Das Wichtigste hast du heute Morgen nicht erfasst: Ihr könnt euren Weg gehen und dabei den Weg der Kraft wählen. Und zwar auch dann, wenn noch nicht alle Voraussetzungen vorhanden sind. Nur ist das ein sehr harter Weg. Ihr müsstet mit Einbrüchen an praktisch allen Fronten rechnen. Euer Leben würde nicht mehr dasselbe sein. Ihr könntet möglicherweise nicht einmal mehr drei Märkte in der Woche machen, so wie ihr euch das zurecht gelegt hattet. Ich sage möglicherweise, weil es nicht so sein MUSS. In jedem Fall würde es aber bedeuten: Ihr vertraut mir, also ihr sucht den Weg des Wissens – aber dann müsst ihr mit allem rechnen! Ihr könntet dann kaum euer bisheriges Leben aufrechterhalten. Mit großer Wahrscheinlichkeit würdet ihr alles verlieren und es ist keineswegs sicher, ob ihr in direktem Sinne als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen würdet. Es kann auch „nur“ eine Vorbereitung sein.

Würdet ihr euch jetzt wirklich auf den Weg der Kraft einlassen, dann dürften solche Fragen wie heute Morgen gar nicht gestellt werden. Dass ihr sie stellt bedeutet, dass ihr euc noch nicht entschieden habt. Das ist nicht schlimm! Es gibt Bremsen in euch, die euch davor bewahren ahnungslos in den Abgrund zu stürzen.

Man kann aber auch mit vollem Bewusstsein dessen was man da tut in den Abgrund  -nicht stürzen, sondern –springen. Dann muss man aber wirklich zu allem bereit sein, mit allem rechnen. Ein friedliches Leben in einer kleinen Siedlung mit Garten hinter dem Haus und Holunderbaum neben dem Kompost, dieser Frieden wäre einem wahrscheinlich (aber nicht zwangsläufig) erst einmal verwehrt. Man hat sich für den Weg der Kraft entschieden und dieser Weg ist kurz, hart und schmerzvoll im Vergleich zu den übrigen Möglichkeiten an das Ziel zu kommen.

Ich rate euch nicht diesen Weg zu gehen. Aber ich sage auch nicht, dass er ungut wäre. Nur müsst ihr euch darüber klar sein, dass dieser Weg eine ungeahnte Herausforderung für euch sein würde – mit überhaupt nichts vergleichbar, was ihr bisher erlebt habt. Doch er würde natürlich auch wie ein Katapult wirken und euch auf Ebenen transformieren können, die jetzt noch außerhalb eures Bewusstseins liegen.

Wenn ihr auch Abenteurer seid, geht mit diesen Dingen verantwortungsbewusst um. Ihr habt zum Beispiel auch die Verantwortung für ein Kind, dem ihr nicht alle Härten zumuten müsst, die ihr für euch als wichtig empfindet.

Mein Rat an euch beide ist: Reinigt euer Leben und setzt euch zunächst einmal nur so viel Druck aus, wie ihr auch verkraften könnt. Indem ihr dem Alkohol in eurem Leben zu Leibe rückt, setzt ihr euch schon einmal erheblichem Druck aus. Versucht es erst einmal damit. Und dann mutet euch eventuell eine weitere Dosis zu.

Wenn ihr an der 3-Tage-Regel festhaltet, kann es passieren, dass ihr bald vor sehr ernste finanzielle Problem gestellt werdet. Das würde den Weg der Kraft einleiten (gar keinen Markt mehr zu machen hieße ihn zu gehen). Aber soweit seid ihr noch nicht. Ihr habt Angst. Ihr wollt zwar schon gerne den richtigen Weg gehen, aber im Portemonnaie soll es deshalb nicht gerade fehlen. Beides verträgt sich in eurem Falle aber nicht. Wohlgemerkt, in EUREM Falle!

Wenn ihr weiter noch ein wenig Markt macht, so dass die Kasse immer wenigstens einigermaßen stimmt, dann verlängert ihr die Situation, unter der ihr eigentlich bereits zu leiden begonnen habt. Wenn ihr „nein“ dazu sagen würdet, würdet ihr sie verändern. Mit welchem Ergebnis wäre allerdings offen.

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