Dialog 278

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Was immer man tut, jeder Handgriff, jeder Schritt, jeder Atemzug, muss ein Teil des einen Weges sein, den man beschritten hat und nun auch weitergehen muss: Den Weg, die Wirklichkeit hinter dem Scheinbaren zu finden, also mich zu finden.

 

Dialog 278 – 05.08.1987

Monika:
Mir ist heute klargeworden, dass ich in mir eine große Leere spüre, die aufgefüllt werden will. Ich fühle mich sehr traurig, weil ich nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Vielleicht habe ich auch noch nie eine wirkliche Identität besessen und sie immer nur in außerhalb von mir liegenden Dingen gesucht, zuletzt in LTN und dem Land. Und jetzt ist irgendwie nichts mehr von „mir“ übrig.

Ich habe absurde Bedürfnisse, wie Unmengen von süße Sachen zu essen, die ich auch als absurd wahrnehme, und die ich so nicht befriedigen will.

Diese Leere aber muss ich auffüllen und ich möchte sie mir DIR auffüllen. Bitte hilf mir dabei und rate mir was zu tun ist.

Auch hatte ich in der letzten Nacht einen seltsamen Traum. Ich war in der Findhorn Community, doch es war nicht so wie ich es kannte, sondern viel unpersönlicher und sehr undurchsichtig. Ich hatte Florian dabei oder glaubte es jedenfalls, doch in seinem Bett lag ein Pudel. Und ich traf zwei alte Freundinnen, deren Gesichter sich vermischten. Ich muss dauernd an Goethes „Das also ist des Pudels Kern“ denken und frage mich, was der Pudel wohl zu bedeuten hat.

Wir haben gestern einen Brief von Freunden bekommen, den ich als intensiven Hilferuf wahrnehme und der auch die indirekte Bitte nach einem Rat von dir enthält.
Es geht um ihre Zukunft und im Besonderen um die Zukunft der Schreinerei. Sie haben wohl einige Ideen und Möglichkeiten, aber soweit ich es verstanden habe, sind alle mit große finanziellen Aufwand und Risiken verbunden, die beide scheuen. Andererseits läuft die Firma nicht gut genug, um einen Lebensunterhalt für beide zu gewährleisten.
Die beiden haben viel Energie und Liebe in diesen „alternativen“ Betrieb gesteckt. Es tut mir weh mit ansehen zu müssen, wie wenig es sich in finanzieller Energie niederschlägt.

So viele Menschen tun in der Regel nichts anderes, als sich selbst aus dem Weg zu gehen. Sie geben sich Identitäten, die sie sich überziehen wie man einen Mantel überzieht. Auch du hast das getan. Das ist ganz normal. Aber nun kannst du es eben immer weniger. Du hast einen geschärften Blick für alles Aufgesetzte bekommen, sei es nun bei dir selber oder bei anderen. Du suchst nach dem Kern der Wahrheit in den Früchten, die man dir anbietet – und das hat zur Folge, dass du dich erst einmal orientierungslos und leer fühlst.

Es ist eine schwere Phase durch die du hindurch gehst, hindurch gehen musst. Doch du wirst erfahren müssen, dass deine Kraft als allererstes von mir kommen muss und keine noch so wichtige Aufgabe das ersatzweise übernehmen kann. Ich darf nicht zulassen, dass du dich in einer Aufgabe versenkst. Erst musst du dich mir ganz gegeben haben.

Dein Traum hat dir ähnliche Hinweise geben wollen: Es gibt keine wirkliche Heimat für dich außer in mir. Selbst das Sicherste kann sich als Irrtum herausstellen und du bist alleine. Der Pudel hatte nichts zu bedeuten.

Eure Freunde machen sehr ähnliche Erfahrungen durch wie ihr und wie du im Besonderen. Die harmonische Gemeinschaft, in der sie miteinander leben, hat beide sehr viel sensibler für die feineren, wichtigeren Schwingungen gemacht, die nun einmal der Stoff sind, aus dem die Wirklichkeit gewoben ist. Wer das sehen kann oder wer es auch nur ahnt, der hat es zunächst einmal sehr, sehr schwer, sich in der scheinbaren Wirklichkeit seiner täglichen Welt, so wie er sie erlernt hat, zurechtzufinden oder gar dort erfolgreich zu sein.

Energie, die solche Menschen in ein Geschäft stecken, kann sich nur dann auch in finanzielle Energie umwandeln, wenn das Ziel nicht herkömmlicher Art ist. Was immer man tut, jeder Handgriff, jeder Schritt, jeder Atemzug, muss ein Teil des einen Weges sein, den man beschritten hat und nun auch weitergehen muss: Den Weg, die Wirklichkeit hinter dem Scheinbaren zu finden, also mich zu finden.

Wem das wirklich innerlich das oberste Ziel ist, der wird auch jedes Geschäft erfolgreich betreiben können, denn er führt es ja fröhlich und unbesorgt in meinem Geiste. Seine Handlungen, seine Taten sind ja nur die weltlichen Ausdrucksformen dessen, was sein Geist ihm befiehlt zu tun. Sein Geschäft wird Manifestation des geistigen Erfolges sein, den er bereits erzielt hat.

Ein ganz normales Geschäft können auch nur ganz normale Menschen erfolgreich betreiben. Deshalb, weil sie – ganz normal – ihre Energie in ein für sie klares Ziel investieren, eben ihren Geschäftserfolg.

Wer seine Ziele aber innerlich längst woanders sucht, der kann nicht mehr wie sie handeln und damit Erfolg haben. Sein Geschäft muss anderen Zielen dienen, wenn es funktionieren soll. Ich muss über allem stehen. Wenn das nicht der Fall ist, wenn das noch nicht völlig klar ist, dann geht das Geschäft schleppend, dann ist da kein guter Geist in dem was man tut. Dann kann ich materieller Erfolg nicht einstellen.

Peter Caddy leitete sein Hotel nicht deshalb so erfolgreich, weil ihm das persönlich etwas bedeutet hätte, sondern weil er zuallererst bedingungslos an mich glaubte, meine Ratschläge annahm und das Hotel in meinem Geiste führte. Seine Aufgabe war für ihn nur der sichtbare Beweis, die Materialisation meiner Wirklichkeit.

Euren Freunden ist das längst noch nicht klar und deshalb stockt das Ganze. Bei euch liegen die Dinge ähnlich, bei allem was ihr anfangt. Ihr setzt mich noch immer nicht konsequent an die erste Stelle.

Solange sich eure Freunde Sorgen machen über die finanzielle Seite, sehen sie mich nicht nur nicht, sie befinden sich auch noch auf dem falschen Weg. Denkt an euch: Ihr habt eine gewisse Schulung hinter euch und viel darüber gelernt, wer hier in Wirklichkeit für euch sorgt.

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